2017 ist fast Geschichte und 2018 steht in den Startlöchern. Am 1.Januar 2018 starte ich hier mit meinen Märchen-Gay-Parodien. Diese Märchen werden zum Großteil ins Lächerliche gezogen und beinhalten zudem einen leichten schwulen Touch. So wird aus dem Mädchen Rotkäppchen beispielsweise ein Junge namens Pinkkäppchen. Am 1.Januar geht es los und die nachfolgenden Märchen werden dann immer Sonntags hochgeladen.
Hier eine Übersicht der Märchen, die euch erwarten:
- Pinkkäppchen (1.Januar) - Das verliebte Schneiderlein (7.Januar) - Pinacoladio (14.Januar) - Elvis im Kanalisations-Land (21.Januar) - Schneeflittchen und die sieben, minus eins, Zwerge (28.Januar) - Ich Tarzan, du Jay! (4.Februar) - Die flotten Flirtmusikanten (11.Februar) - Der Froschkönig, nur in rosa-violett und im Karo-Jackett (18.Februar) - Gaylight - Bis(s) zum ersten Kuss (25.Februar) - Galadin und die Liebeslampe (4.März) - Wolfi und die drei versauten Schweinchen (11.März) - Rob-in Love (18.März) - König Drosselglied (25.März) - Artie und die Stripper der Tafelstange (1.April)
Weitere Märchen sind möglich, aber das entscheide ich immer spontan. Also bis dahin und guten Rutsch ins neue Jahr!
Pinkkäppchen Es war einmal ein kleiner Junge im Alter von 14 Jahren. Er liebte Kopfbedeckungen über alles – allen voran sein pinkes Käppchen, weshalb er von allen Pinkkäppchen gerufen wurde. Doch musste er sich aufgrund der Farbe seines Käppchens oftmals Spott und Hänseleien seiner Mitschüler über sich ergehen lassen. Eines schönen Sonntagmorgens beschloss Pinkkäppchen seine Großmutter zu besuchen, die im Schachtelwald in einer kleinen und bescheidenen Hütte lebte. Pinkkäppchens Mutter gab ihm einen Apfelkuchen mit auf den Weg, dem er seiner Großmutter schenken konnte. Schließlich machte sich Pinkkäppchen auf den weiten Weg durch den Wald, mit nichts weiter als einem Apfelkuchen in einem Picknickkorb. Gedankenversunken spazierte er durch den Wald. Die Sonne schien durch die Baumkronen hindurch und leuchtete ihm den Pfad. Pinkkäppchen dachte über etwas nach, was ihn seit ein paar Wochen stark beschäftigte. Seit kurzem gab es einen neuen Mitschüler in seiner Klasse, der sein Herz zum Klopfen brachte. Dabei tat der neue Junge nichts anderes, als ihm gelegentlich ein Lächeln zu schenken. Obwohl… seine Rehaugen waren auch sehr schön. Für Pinkkäppchen fühlte es sich jedenfalls so an, als hätte er Schmetterlinge im Bauch. Dabei hatte er sich noch nie Gedanken zu seiner Sexualität gemacht. Allgemein wusste er über „Sex“ wenig und so sah er sich eines Nachts heimlich den Aufklärungsfilm schlechthin an: American Gay Pie! Pinkkäppchen legte im Wald eine kurze Pause ein und lehnte sich an einen Baumstamm. Er schloss seine Augen und dachte an den Jungen, der sein Herz zum Klopfen brachte. Plötzlich spürte er eine zarte, ihm ungewohnte und neue Erregung in der Hose. Pinkkäppchen war dies ein wenig peinlich und er blickte sich um, ob er alleine war und ihn auch keiner beobachtete. Dann kam er auf eine geniale Idee: In dem Aufklärungsfilm hieß es, dass Sex wie warmer Apfelkuchen sei. Pinkkäppchen Erektion nahm zu und schließlich kam er zu einem Entschluss: Der Apfelkuchen ist noch warm – Jetzt oder nie! Er zog den Apfelkuchen aus dem Picknickkorb und legte ihn auf den Boden. Unsicher saß Pinkkäppchen davor. Sollte er das tun, was der Junge in dem Aufklärungsfilm getan hat? Sollte er wirklich…? Pinkkäppchen schnupperte noch einmal an dem frischen Apfelkuchen. Er duftete einfach herrlich. Dann tat er es, wenn auch langsam und nach wie vor unsicher. Er öffnete die Schnalle seines Gürtels und war gerade dabei, seine Hose runter zu ziehen, als er ein lautes Knurren aus dem Gebüsch hörte. Pinkkäppchen erschrak und brach seine geplante Aktion auf der Stelle ab. Er packte den Apfelkuchen zurück in den Picknickkorb, doch Gelegenheit seine Hose wieder hochzuziehen bekam er nicht, denn schon im nächsten Moment, sprang ein hungriger Wolf aus dem Gebüsch! Wenn er weg rannte, würde der Wolf ihn schnappen. Also kletterte Pinkkäppchen im Eiltempo auf dem am nächsten stehenden Baum. Der Wolf versuchte ihm hinterher zu springen und erwischte auch seine Hose, die er ihm schließlich komplett runter riss. In eng anliegenden Boxershorts saß Pinkkäppchen auf dem obersten Ast, wo der Wolf ihm nichts anhaben konnte. „Verschwinde du böses Wölfchen!“, rief er dem hungrigen Wolf zu, der um den Baum kreiste und auf der Lauer lag. Nach etwa einer Stunde des vergeblichen Wartens, schien der Wolf sein Vorhaben aufzugeben und lief auf allen Vieren – mit Pinkkäppchens Hose – davon. Pinkkäppchen wartete noch einen Moment, ehe er vom Baum wieder runter kletterte, denn schließlich konnte es sich hierbei auch um einen Hinterhalt handeln. Doch er hatte Glück und der Wolf schien wirklich verschwunden zu sein. Pinkkäppchen nahm die Beine in die Hand und machte sich schleunigst auf dem Weg zu seiner Großmutter, wo er sich sehr viel sicher zu fühlen glaubte. Ihre Hütte lag auf einer kleinen sonnigen Lichtung, umgeben von einem weißen Zaun und vielen wunderschön blühenden Blumen. Rauch zog aus dem Schornstein, was darauf schließen lässt, dass es schön warm und gemütlich bei ihr drin sein dürfte. Pinkkäppchen klopfte zweimal an der Haustür aus Holz, doch es folgte keine Antwort. Dann bemerkte er, dass die Türe nur leicht angelehnt war. Mit leisen Schritten betrat er die Hütte und suchte sie nach seiner Großmutter ab. In der Küche stand ein Teekessel auf dem Herd, der gerade zu Pfeifen begann. Pinkkäppchen stellte den Teekessel von der Herdplatte und stellte seinen Picknickkorb auf den Küchentisch. Dann ging er in das Hinterzimmer, in der seine Großmutter sonst immer schlief. Sie schien tatsächlich in ihrem Bett ein Nickerchen zu halten, denn die Bettdecke bewegte sich auf und ab, so dass sie im Bett liegen musste. „Großmutter bist du das?“, fragte Pinkkäppchen leise, während es sich dem Bett langsam näherte. „Natürlich mein Engel!“, antwortete seine Großmutter mit kratziger und verrauchter Stimme. „Du meine Güte, Großmutter, du klingst krank. Geht es dir nicht gut?“, fragte Pinkkäppchen und trat nun ganz besorgt an das Bett. Dann blickte er in das Gesicht seiner Großmutter..., doch irgendwas schien heute anders an ihr zu sein. „Ehm Großmutter…, warst du bei der Maniküre? Deine Fingernägel sind so lang! Oh und hast du deine Nase vergrößern lassen? Die ist so riesengroß! Und… wann hast du das letzte Mal deine Zähne geputzt? Du hast Mundgeruch und stinkst nach Zigaretten! Hat dir dein Arzt das Rauchen nicht strengstens verboten?“ Pinkkäppchens Großmutter blickte ihn mürrisch an und sagte daraufhin: „Ich kann doch auch nichts für meine Nikotinsucht! Wenigstens stößt dich meine erotische Körperbehaarung nicht ab!“ Mit einem Mal fiel bei Pinkkäppchen der Groschen und er stürzte erschrocken zu Boden. „D-Du bist der böse Wolf! Ha-Hast du meine Großmutter e-etwa schon v-ver-verdaut?!“ „Pinkkäppchen was tust du denn da am Boden?“, fragte eine Stimme und als Pinkkäppchen sich umdrehte, erblickte er seine Großmutter, die ihm Türrahmen stand. „Ist zwar sehr nett von dir, dass du meinen Boden mit deiner Arschbacke sauber hältst, aber Wölfchen hat heute Morgen den Hausputz bereits erledigt. Dabei hat er sich leider so überanstrengt, dass der Liebe sich ein wenig ausruhen musste!“ Pinkkäppchen verstand die Welt nicht mehr und berichtete von dem Angriff des Wolfes. Der Wolf klärte ihn darüber auf, dass dies wohl sein böser Zwillingsbruder gewesen sei. Er selber sei aber ein lieber und intelligenter Wolf, der in Harvard studierte und lediglich aufs Rauchen und Motorradfahren abfährt. „Aber sag mal Pinkkäppchen, wieso hast du dir denn deine Hose ausgezogen?“, fragte seine Großmutter, als sie gemeinsam in der Küche den Apfelkuchen anschnitten und den Tisch für Tee und Kuchen deckten. „Der böse Wolf wollte mir an die Wäsche.“, erklärte Pinkkäppchen mit Witz und Ironie. „Sowas aber auch, dabei stehst du doch auf Jungs und nicht auf böse Wölfe.“, entgegnete seine Großmutter, was ihn sehr überraschte. Woher wusste sie von einer sexuellen Vorliebe für Jungs? „Ich bitte dich, das war dir schließlich in die Wiege gelegt, nachdem dein Vater und dein Großvater, bereits deine Mutter und mich für andere Männer verließen. Das liegt in deinen Genen!“ „Und du akzeptierst mich wirklich so wie ich bin?“, harkte Pinkkäppchen etwas genauer nach. „Pinkkäppchen, du bist mein Enkel und ich liebe dich, egal wen du liebst. Enttäuschungen und Ängste gehören im Leben dazu, aber du darfst nie denken, dass du alleine bist. Wir sind für dich da – Ich, deine Mutter, Wölfchen und vielleicht sogar unsere Gäste, die jeden Moment eintreffen dürften.“ „Ach deshalb hast du für fünf Personen gedeckt.“, schlussfolgerte Pinkkäppchen. Kurz darauf trafen auch schon die eingeladenen Gäste ein. Es waren Herr Jäger und sein Sohn. Und jetzt kam die Überraschung des Tages: Der Sohn von Herr Jäger, war kein anderer, als der neue Mitschüler aus Pinkkäppchens Klasse, der ihm des Öfteren zulächelte und Herzklopfen bei ihm auslöste. Auch jetzt lächelte er ihn wieder an und seine Rehaugen strahlten schöner den je. „Hey, na du trägst ja schöne Boxershorts!“, begrüßte er Pinkkäppchen, dessen Gesicht die Farbe seines Käppchens annahm. Da waren sie wieder: Die Schmetterlinge in seinem Bauch. Alle nahmen sie ihre Plätze ein und machten sich daran, den warmen Apfelkuchen zu verspeisen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann hatten Pinkkäppchen und sein zukünftiger Freund noch sehr viel Spaß mit warmen Apfelkuchen – sofern kein böser Wolf dazwischen funkt und sie zu einem Dreier überredete!
Der erste Sonntag im neuen Jahr und wie versprochen, folgt hier meine zweite Märchen-Parodie. Ist nicht ganz so gut gelungen wie "Pinkkäppchen", aber enthält auch ein paar nette Ideen...
Es war einmal... ganz anders!
Parodie: Das verliebte Schneiderlein Originalversion: Das tapfere Schneiderlein Vorlage: Gebrüder Grimm Veröffentlichung: 31.März 2014 Wörter: 1.700
Das verliebte Schneiderlein Es war einmal ein heißer Sommerabend, als der bettelarme Sohn des Schneiders, sich zu einem Date mit einem anderen Jungen hinreißen ließ. Er freute sich sehr auf das Date, dass am Ende allerdings nicht so lief, wie er es sich vorstellte. Beim Abendessen kam es zu unerwarteten Gästen: Sein zuckersüßes Date lockte sieben Fliegen an, die um den jungen Mann herum schwirrten. Genervt von ihrem Summen, schnappte sich das Schneiderlein seine selbstgenähte Handtasche und schlug mit roher Gewalt auf sie ein. Die Fliegen starben – Sieben auf einen Streich! Das Schneiderlein war stolz auf seine Tat und brüstete sich damit vor seinem Date. Doch der junge Mann war von seinem Verhalten alles andere als begeistert, sondern angewidert und zog es vor, dass Date abzubrechen. Das Schneiderlein ließ sich allerdings nicht entmutigen. Er stickte sich die Zahl Sieben auf einen Gürtel und zog in die Welt hinaus, um seinen Traummann zu finden. Er prahlte mit seiner Geschichte, von sieben Besiegten, doch wurde er von allen missverstanden. Fortan wurde er für einen Kriegshelden gehalten, der sieben Schurken besiegte. Männer schwärmten von ihm und warfen sich ihm an den Hals. Das Schneiderlein behagte das sehr und zog es vor, seine Lüge aufrecht zu halten. Irgendwann hörte auch der König des Landes von den Taten des Schneiderleins und ließ diesen zu sich aufs Schloss kommen. Zum ersten Mal in seinem Leben, legte das Schneiderlein sein zu hohes Ego ab und zeigte erste Anzeichen von Nervosität. Als er in den Königssaal trat, in dem der König ihn bereits erwartete, erblickte er zu dessen rechten den jungen und äußerst adretten Prinzen, dessen Augen so blau wie Saphire funkelten. Das Schneiderlein war sehr angetan vom Anblick des Prinzen und spürte das erste Mal tiefere Gefühle für eine Person. Dem König entging dies nicht und er erteilte dem Schneiderlein eine Mission: „In den Wäldern meines Königreiches, treiben sich seit kurzem zwei räuberische Riesen herum. Man sagt, du seist ein tapferer Krieger. Also befehle ich dir, diese Riesen zu töten. Als Gegenleistung verspreche ich dir die Hand meines Sohnes – dem Prinzen.“ Dem Schneiderlein rutschte das Herz in die Hose, doch war dies nicht das Einzige, was in seiner Hose landete. Er bekam Schiss und das nicht nur in Worten ausgedrückt. „I-Ich werde versuchen sie nicht zu enttäuschen.“, sagte er nervös zum König. „Darf ich nur vorher ihr Plumpsklo benutzen?“ Stunden später befand sich das nicht mehr ganz so tapfere Schneiderlein in den Wäldern des Königs, mit nichts weiter ausgestattet, als einer Nähnadel, seinem Mut und seiner Intelligenz. Es war ein dunkler und nebliger Wald, in dem einem die Sicht nur schwer fiel. So kam es, dass das Schneiderlein einen Abhang übersah, ausrutschte, den Abhang hinunter fiel und kopfüber im Schlamm landete. Das Schneiderlein war natürlich alles andere als begeistert. Neben sich hörte er etwas Grunzen – es war ein Wildschwein, das seine feuchte Schnauze gegen die des Schneiderleins stupste. „Na super, von einem Schwein im Schlamm geküsst. So habe ich mir meinen ersten Kuss schon immer vorgestellt.“, beschwerte sich das Schneiderlein im sarkastischen Unterton. Deprimiert und von oben bis unten mit Schlamm besudelt, setzte das Schneiderlein seinen Weg fort. Wie konnte es nur so weit mit ihm kommen. Er wurde zu einem Angeber und einem Lügner und zur Strafe landete er im Schlamm und wurde von einem Wildschwein abgeknutscht. So hatte er sich seine Zukunft wahrlich nicht vorgestellt. Doch aufgeben wollte er nicht – dem Prinzen zuliebe! Es dauerte nicht mehr allzu lange, da fand er das Lager der beiden Riesen, die dem König so viele Scherereien bereiteten. Seltsamerweise trug der erste Riese eine Hockeymaske im Gesicht, während der zweite Riese seine Fingernägel zu zwanzig Zentimeter langen Krallen wachsen ließ. Zumindest schienen die zwei Riesen zu schlafen… Es sah nicht nur so aus, sondern hörte sich auch so an, denn mit ihrem Schnarchen würden sie das homophobe Russland zum Beben und zum Untergang bringen! Das Schneiderlein wollte auf Nummer sicher gehen und kraxelte einen hohen Baum hinauf, um die Lage auszukundschaften. Oben angekommen wurde er erst einmal Opfer von herabfallender Vogelkacke auf seinen Haaren. Es musste sich zusammenreißen, seinem Ekel keine Luft zu machen, denn sonst könnte es ihm passieren, dass er die Riesen weckte. Er ließ es sich also über sich ergehen und überlegte, wie er es nun am besten anstellte, die zwei Riesen außer Gefecht zu setzen. Er entdeckte Tannenzapfen am Baum hängen und kam auf eine geniale Idee. Er würde einen Tannenzapfen auf einen der beiden Riesen werfen, der dann glauben soll, dass sein Partner ihn damit bewarf. Dann sollten sie sich gegenseitig an den Kragen gehen und er selber war aus dem Schneider… Das Schneiderlein aus dem Schneider, was für ein geiler Wortwitz! Okay, Schluss mit lustig! Das Schneiderlein warf einen Tannenzapfen auf einen der großen Köpfe der Riesen. Sofort öffnete dieser seine Augen. Sein Gähnen war wie ein lautes Brüllen, der alle Vögel des Waldes in den Himmel aufstiegen ließ. Dazu streckte er seine Gliedmaßen und traf mit seiner Faust den Baum, auf dem das Schneiderlein hockte. Der ganze Baum begann zu wackeln und das Schneiderlein kam ins taumeln. Am Ende konnte er sich nicht mehr festhalten und fiel hinunter – direkt in die Arme des Riesen. „Guggi mal Freddy, was meine Pratze fing – ein kleines Püppchen!“, sagte der Riese zu seinem Partner, der noch immer ein Nickerchen hielt. Der zweite Riese erwachte ebenfalls und das Schneiderlein konnte seinen Plan als Fehlschlag ansehen. Bestimmt wurde er gleich zu Pflaumenmus verarbeitet…! „Ein Püppchen? Dat ist aber süß. Woher du das hast, Jason?“, fragte der zweite Riese seinen Partner. „Es fiel vom Himmel runter. Darf ich es behalten?“, fragte Jason. „Wir werden es adoptieren und ihm den Namen Chucky geben.“, sagte Freddy. Dem Schneiderlein kam eine neue Idee, wie es aus der Sache unbeschadet herauskam. „Ihr beide… seid ein Paar? Nein, das ist aber herzallerliebst. Ihr seht aber auch richtig verliebt aus.“, meinte es, was natürlich gelogen war. „Ich würde mich freuen, wenn ich euch beide Küssen sehen dürfte.“ „Dat Püppchen will, dass wir uns küssen. Na wie süß es doch it.“, sagte Freddy, den man um diesen Gefallen nicht zweimal bitten musste. Er drückte seine feuchten und dicken Lippen auf die seines Riesenfreundes. Allein schon bei diesem Anblick, spürte das Schneiderlein eine gewisse Abneigung. Dem Grauen wurde die Krone aufgesetzt, als dicker schleimiger Sabber aus den Mündern der Riesen tropfte und dieser sich über das Schneiderlein ergoss. Nun reichte es ihm aber wirklich! Er kletterte vorsichtig aus den Armen des Riesen Jason und sprang schließlich von dessen riesigen Körperbau. Dann suchte er auf dem schnellsten Wege das Weite. Doch schon bald hörte er die beiden Riesen fluchen und brüllen. Die Erde fing zu Beben an und das Schneiderlein bekam es mit der Angst zu tun. Sie waren ihm auf den Fersen und mit seinen kleinen Füßen würde er bestimmt nicht allzu weit kommen. Doch Rettung nahte, in der Gestalt eines regenbogenfarbigen Einhornes! Ein regenbogenfarbiges Einhorn? Wo bin ich hier eigentlich gelandet, fragte sich das Schneiderlein. Ohne groß weiter darüber nachzudenken, sprang das Schneiderlein auf den Rücken des Einhornes und versuchte ihn anzutreiben. „Nun lauf schon, du liebes regenbogenfarbiges Einhorn, oder willst du, dass ich als Püppchen dieser gestörten Riesen ende? Das Einhorn nickte frech. Das Schneiderlein sah sich zu härteren Maßnahmen gezwungen. Er zückte seine Nähnadel und stach damit in den Allerwertesten des Einhorns. Vor Schreck wieherte das Einhorn auf und galoppierte los. Es war ein wilder Ritt durch den Wald und das Schneiderlein hatte zum ersten Mal Spaß an diesem Abenteuer. Ob er auf dem Prinzen auch irgendwann so wild reiten durfte. Das Schneiderlein versank in Gedanken und so traf ihn schon sehr bald ein Ast mitten ins Gesicht. Das Schneiderlein stürzte vom Einhorn und blieb regungslos am Boden liegen. Wieder war das Pech auf seiner Seite, auch wenn er die Riesen inzwischen abgehängt hatte. Aber das war leider noch nicht alles: Das regenbogenfarbige Einhorn kehrte zu ihm zurück und fing an, auf das Schneiderlein zu pullern. „Ernsthaft jetzt?!“ Völlig niedergeschlagen kehrte das Schneiderlein zum Schloss des Königs zurück und brachte ihm die traurige Botschaft seiner Niederlage. Zudem deckte er seine Lüge über die sieben Besiegten auf und zog damit den Zorn des Königs auf sich. „Du bist eine Schande für mein Königreich. Du hast nicht nur dich selbst und mein Volk belogen und betrogen, sondern auch mich! Hinfort in den Kerker mit ihm!“ Das Schneiderlein war erzürnt über die Worte des Königs und entriss sich den Händen der Ritter, die ihn verhaften wollten. „Ich mag ein Lügner und Betrüger sein, mein König.“, sagte er und sein Blick wanderte auch zu dem Prinzen, der enttäuscht vom Schneiderlein zu sein schien. „Doch habe ich viel auf mich genommen. Ich bin von Kopf bis Fuß mit Schlamm besudelt, hab Vogeldreck in meinen Haaren, badete in Riesensabber, ein Ast schlug mir ins Gesicht und ein durchgeknalltes Einhorn pinkelte auf mich! Ich bin der Meinung, dass das genug Strafe für mich war und das ich trotz alledem sehr viel Mut und auch Einfallsreichtum bewiesen hab. Ihr könnt mich in den Kerker stecken, doch meinen Stolz und meinen Mut werdet ihr niemals brechen!“ Der König staunte über die Worte des Schneiderleins, doch war er unschlüssig, wie er mit ihm weiter vorgehen sollte. Doch dann wandte sich der Prinz an seinen Vater und bat Gnade für das Schneiderlein walten zu lassen, der soeben wahre Tapferkeit bewies und sich gegen ihn stellte. Der König kam dem Wunsch seines Sohnes nach und das Schneiderlein war sehr erfreut darüber. Überglücklich lächelte er dem Prinzen zu, der sein Lächeln erwiderte. „Ihr habt wunderschöne saphirblaue Augen, mein Prinz.“, schmeichelte das Schneiderlein mit ehrlich gemeinten Worten, als der Prinz ihn aus dem Schloss begleitete. Dort trafen sie auf das regenbogenfarbene Einhorn. Das Schneiderlein rollte mit den Augen, doch der Prinz streichelte sanft das Fell des Einhorns. „Das Einhorn gehört mir und sein Name ist Jayden!“, erklärte er dem Schneiderlein, der daraufhin vor Scharm rot anlief und sich sowohl bei dem Prinzen, als auch beim Einhorn entschuldigte. Sein Abenteuer ging nun zu Ende und er hatte viel daraus gelernt. Und wenn sie nicht gestorben waren, dann würde er heute seinen und des Prinzen eigenen Hochzeitsanzug nähen, während die beiden Riesen traurig, ohne ein Püppchen, in ihre Heimat zurückkehrten.
Die dritte Märchen-Parodie finde ich mit am gelungensten derer, die ich bislang geschrieben habe. Es steckt voller Wortspiele, aber lest am besten selbst:
Pinacoladio Es war einmal in einer kleinen Ortschaft namens Holzhausen, dass umringt von den zwei Wäldern Grünwald und Schwarzwald war. Da lebten nur Holzköpfe und der größte unter ihnen war Wald Disney, der Puppenmeister. Sein größter Traum, einen eigenen Sohn großzuziehen, wurde ihm von der Waldfee Linda Linde bereits erfüllt, doch hatte auch sein Sohn einen großen Traum. Sein Name war Pinacoladio, geboren aus Pinienholz, Ananassaft und Kokosnusscreme, und er wünschte sich nichts sehnlicher, als die große Liebe zu finden. Allerdings war Pinacoladio nicht holzsexuell, denn die wunderschönen Kirschblüten bekehrten ihn zum gleichen Geschlecht. Jedoch gab es in Holzhausen nicht viele, die so wie er waren und so fühlte er sich schon sehr bald einsam. In der Baumschule zogen ihn seine Mitschüler immer auf und sogar seine Lehrer waren ihm feindlich gesinnt. „Pinacoladio, deine Noten in Holzmatik lassen wieder einmal sehr zu wünschen übrig.“, sagte sein Lehrer Herr Mahagoni zu ihm, als er ihm eine Klassenarbeit zurückreichte. Völlig frustriert, zog es den kleinen Pinacoladio jeden Tag nach der Schule in seine Stammkneipe „Zur goldenen Baumkrone“, in der er sich einen Pina Colada nach dem Anderen gönnte. Als der Kneipenwirt ihn fragte, ob er nicht langsam genug habe, sagte er: „Nein, ich gieß mir jetzt einen hinter die Rinde, dass ich nur so einen hinter der Krone habe, dass die Linde rauscht!“ Eines schönen Tages setzte sich ein anderer Holzkopf an die Bar, den Pinacoladio vom Sehen aus der Schule her kannte. Sein Name war Holzmichel und er war der Sohn des Rebellenführers Baumbart, der einen Aufstand gegen die Menschen anzettelte. Die Beiden fingen an sich zu unterhalten und als sie sich ein wenig näher kennen lernten, wurden sie zu immer engeren Freunden. Pinacoladios Einsamkeit schien sich dem Ende zu neigen, doch war er inzwischen so süchtig nach seinem Pina Colada, dass er seiner Stammkneipe auch weiterhin regelmäßige Besuche abstattete. Holzmichel bat ihn inständig darum, das Trinken sein zu lassen, doch Pinacoladio wollte nicht auf ihn hören und so fand er sich schon sehr bald in der Schwarzwaldklinik wieder. Der Holz-Nasen-Ohren-Arzt diagnostizierte ihm Asthma und verschrieb ihm strenge Brettruhe. Doch Pinacoladio machte sich nicht viel aus Regeln, Gesetzen und Verordnungen und so kam es wie es kommen musste. „Ich war gerade erneut bei meinem HNO-Arzt.“, sagte er zum Holzmichel, während sie einen Spaziergang durch Holzhausen unternahmen. „Jetzt schein ich auch noch Holzwürmer am Astloch und an der Wurzel zu haben. Mir bleibt auch gar nichts erspart!“ „Weil du nie auf die Anderen hörst und immer nur das tust, was dir gefällt.“, erwiderte Holzmichel nur wenig mitfühlend. „Du bist genauso wie meine Tante Tannemarie. Die wollte auch nie auf ihren Arzt hören und nun hat sie nicht mehr alle Tannen an der Nadel und geht am Birkenstock.“ „Also schön…, ich gelobe Besserung.“, sagte Pinacoladio, damit Holzmichel endlich Ruhe gab. Doch dann geschah etwas Unerwartetes und ihm völlig Neues. Seine Holzbeine fingen zu schrumpfen an, so dass er nun ein Kopf kleiner als Holzmichel war. „W-Was ist passiert?!“, fragte er schockiert. Ein grünes Licht erschien vor den beiden Holzköpfen und kurz darauf stand die Waldfee Linda Linde vor ihnen. „Mein lieber Pinacoladio, ich habe dir nicht Leben ins Holz gehaucht, damit du deine Freunde und dich selber anschwindelst. Vergiss nie: Lügen haben kurze Beine! Du wirst erst dann wieder zu deiner alten Größe heranwachsen, wenn du lernst, immer die Wahrheit zu sagen.“ Nach diesen Worten verschwand die gute Waldfee wieder so schnell, wie sie auch kam. „Na toll. Jetzt mutier ich auch noch zu einem Gartenholzzwerg.“, sagte Pinacoladio sarkastisch.
Die Tage vergingen, doch zeigte Pinacoladio keine Besserung und befand sich noch immer auf dem Holzweg. Dafür lernte er aber Holzmichels Vater Baumbart kennen, der an einem Wochenendtag die Holzköpfe von Holzhausen zu einer Demonstration gegen die Menschen aufrief. „Meine sehr verehrten Holzköpfe, es ist an der Zeit, etwas gegen die Grausamkeit der Mensch zu unternehmen. Zu lange schon stehen sie in unserem Schatten, zu lange schon rodeln sie unsere Verwandten ab, um sich ein warmes Feuerchen zu machen, oder Papier daraus herzustellen. Der tragische Verlust von Familie Buche, die zu Büchern verarbeitet wurden, betrübt uns auch heute noch sehr. Auch Familie Tanne leidet alle Jahre wieder, denn sie werden jedes Jahr im Dezember als Schmuckstück in deren Wohnzimmer aufgestellt. Dann tun die Menschen auch noch so, als würden sie ihn anbeten, indem sie „Oh Tannenbaum singen!“. Die Menschen essen ihre Nahrung mit Ahornsirup, womit Familie Ahorn ihre Kinder zeugt. Sie benennen Straßen nach uns, vom Eschenweg bis hin zur Fichtenstraße. Und wollen wir nicht die Augsburger Puppenkiste vergessen, in der Unseresgleichen zu Sklavenarbeit genötigt werden. Das ist barbarisch und verabscheuungswürdig! Es ist an der Zeit, dass wir den Menschen Einhalt gebieten, da wir sonst alle Waldsterben!“ „Dein Vater ist sehr überzeugend.“, sagte Pinacoladio zu Holzmichel, nachdem die Zuhörer seinem Vater laut applaudierten und ihm in allen Punkten Recht gaben. „Mich hat er auf seiner Seite.“ Die Tage vergingen und der Kampf gegen die Menschen kam bedrohlich näher. Pinacoladio und Holzmichel hängten in ganz Holzhausen Blätter aus, die zu einer Demonstration aufriefen. Ein Blatt hängten sie an ein Schaufenster der örtlichen Bäckerei. „Frisch gebackenes Schwarzbrot! Hergestellt aus feinsten biologischem Sägemehl des Schwarzwaldes.“, rief der Bäckermeister Uwe Ulme. „Probieren sie auch unseren Baumkuchen, so knackig wie eine frische Baumkruste.“ „Ich hätte gerne ein Schwarzbrot und ein Stück von dem lecker aussehenden Nusskuchen.“, bestellte der Kunde namens Nussknacker, als Pinacoladio und Holzmichel die Bäckerei gerade verließen. „Willst du dir auch was kaufen?“, fragte Holzmichel seinen Freund. „Ich hab leider kein Moos mehr.“, antwortete Pinacoladio ihm. Holzmichel stutzte, doch wechselte er lieber das Thema. „Nicht mehr lange und es kommt zum Krieg gegen die barbarischen Menschen.“, meinte Holzmichel. „Fühlst du dich fit genug?“ „Selbstverständlich.“, sagte Pinacoladio, was aber leider einer Lüge glich. Trotz neuer Ziele und eines sehr guten Freundes, kam er einfach nicht von seiner Sucht nach Pina Colada los. Zur Strafe schrumpften seine Beine erneut und er reichte Holzmichel gerade mal noch zur Brust. „Wieso lügst du mich an?“, fragte Holzmichel seinen Freund enttäuscht. „Merkst du nicht, wie kaputt du dich damit machst? Selbst ein Kiefernorthopäde wird dir da nicht mehr helfen können.“ „Es ist meine Sache was ich tue und was nicht.“, erwiderte Pinacoladio erzürnt. „Dann habe ich mich wohl in dir geirrt und ich habe kein Platz mehr in deinem Leben. Du tust mir Leid!“, sagte Holzmichel und ließ den klein geratenen Pinacoladio alleine. Frustriert schlenderte Pinacoladio alleine durch die Gegend. Er spazierte durch den blühenden Grünwald, als ihm ein Wesen der Menschen über dem Weg lief. Es war ein streunender Hund, der nichts Besseres zu tun hatte, als an Pinacoladios Bein hinzupinkeln. „Sehe ich etwa so aus, als möchte ich von dir gegossen werden?!“, schimpfte er mit dem Hund und scheuchte ihn davon. Am Ende seiner Kräfte setzte sich Pinacoladio ins Gras und tankte im Sonnenlicht. Die Sonne macht seine Kruste schön knusprig und er würde sich schon sehr bald wieder Besser fühlen. Irgendwann kam eine Cowboypuppe an ihm vorbei. „Verzeihung, aber ich glaube mich verirrt zu haben. Ich suche die Widerstandsbekämpfung gegen die Menschen.“ Pinacoladio war drauf und dran der fremden Puppe aus Frust eine Lüge aufzutischen, doch dann würde er noch weiter schrumpfen, also besann er sich rechtzeitig. Er beschloss, die Cowboypuppe nicht anzulügen: „Folgen sie einfach dem Waldweg in diese Richtung. Dann an der Kreuzung links und schon sind sie am Ziel.“ Pinacoladio erzählte die Wahrheit und wurde dafür belohnt. Seine Beine schossen wieder etwas in die Höhe und zeitgleich wuchs auch seine Nase. „Hey, das ist ja cool.“, sagte die Cowboypuppe begeistert. „Also quasi immer der Nase nach. Woody, der Cowboy bedankt sich recht herzlich. Kann ich dir auch was Gutes tun?“ „Können sie mir sagen, wie ich meinem Freund meine Gefühle gestehen soll, obwohl ich bei ihm unten durch bin?“, fragte Pinacoladio, der Woodys Angebot gerne in Anspruch nahm. „Sag ihm, wie leid es dir täte, aber versprich ihm nichts, was du am Ende nicht zu halten gedenkst. Du musst ihm zeigen, dass es dir ernst ist und darfst ihn nicht enttäuschen. Auf jeden Fall nicht so schnell aufgeben. Ein Freund sagte einmal zu mir: Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter – und er hatte Recht! Also dann, ich bin in Eile. Ich hoffe man sieht sich bald wieder.“ Dann schritt Woody davon. Der Cowboy hatte Recht und Pinacoladio beschloss den Kampf gegen seine Sucht nach Pina Colada zu bekämpfen, indem er einen Entzug antrat. Frohen Mutes suchte er seinen Freund Holzmichel auf, der sehr glücklich über Pinacoladios Entscheidung war. „Es gab da mal einen Holzkopf, der klebte sich mal mit dem Klebestift Pitt ein Brett vor den Kopf. Seitdem nennt er sich Brett Pitt.“, erzählte Pinacoladio seinem Freund. „Auch ich lief mit einem Brett vorm Kopf herum, denn du bedeutest mir so wahnsinnig viel, dass ich Angst hatte, dich für immer zu verlieren. Ich same auf alle Pina Colada dieser Welt, denn mein Herz aus Holz klopft nur für dich – Ich liebe Dich!“ Holzmichel war gerührt über Pinacoladios Liebesgeständnis und er wusste auch, dass dieser ihm die Wahrheit erzählte, denn er wuchs wieder auf seine ursprüngliche Größe. „Jetzt muss ich nur noch den Wachstumsschub meiner Nase in den Griff kriegen.“, meinte Pinacoladio. „Ach… eigentlich finde ich das gar nicht so schlecht. Stell dir nur mal vor, was du mit deiner langen Nase in meinem Astloch alles anstellen kannst.“ Holzmichel lachte und Pinacoladio ebenfalls. Die Beiden waren nun endlich glücklich vereint und wenn sie nicht gestorben waren, dann würden sie Ast in Ast den Kampf gegen die Menschen antreten und Pinacoladio würde fortan Pinienkerne in seinen Freund pflanzen. PS: Der Holzmichel lebt tatsächlich noch!
Heute poste ich meine bislang liebste Märchen-Parodie. Die ist so verrückt, verrückter geht´s gar nicht mehr! Viel Spaß beim Lesen!
Es war einmal... ganz anders!
Parodie: Elvis im Kanalisationen-Land Originalversion: Alice im Wunderland Vorlage: Lewis Carroll Veröffentlichung: 17.April 2014 Wörter: 2.474
Elvis im Kanalisationen-Land Es war einmal ein talentierter Sänger namens Elvis, der stand vor dem größten Auftritt seines Lebens. 6666 Fans warteten bereits vor der Bühne auf ihr großes Idol. Doch Elvis bekam Lampenfieber vor seinen bevorstehenden Auftritt. „Ich glaub ich mach mir gleich in die Hose.“, sagte Elvis zu seinem Manager, der ihm zur Seite stand und beruhigend auf ihn einredete. „Keine Bange! Hier sind ein paar Tampons. Geh da raus und rock die Bühne!“, ermutigte Bill Lizard, sein Manager, ihn. Elvis bedankte sich bei seinem Manager und bat um eine Minute für sich. In dieser Zeit stopfte sich Elvis ein paar Tampons in die Hose. Da sah er in einem Spiegel etwas sehr Ungewöhnliches: Ein rosarotes Kaninchen mit steifen Ohrwaschel. Jedes Mädchen hätte dieses Kaninchen für süß empfunden, doch Elvis empfand ein ganz anderes Gefühl: Geil! Die Neugier war in Elvis geweckt. Sein großer Auftritt war wie weggeblasen und er folgte dem rosaroten Kaninchen hinaus ins Freie. Doch auf einmal war das Kaninchen wie vom Erdboden verschluckt. Elvis blickte sich um und achtete dabei nicht auf eine Umgebung und wo er mit seinen Füßen hin trat. Er bemerkte einen offenen Gullideckel nicht und fiel in die Kanalisation! Nach etwa einer halben Stunde Flugzeit in die Tiefe, bei der die Schwerelosigkeit außer Kraft gesetzt wurde und Elvis ein wenig Zeitung las und Tanzschritte übte, landete er schließlich im eiskalten und miefigen Kanalisationswasser. Es gab sicherlich schönere Orte, an denen er landen konnte – das Schlaraffenland, oder einen Strip-Club zum Beispiel. Während Elvis im kalten und stinkenden Wasser trieb und nach einem Ausgang suchte, hörte er auf einmal einen krächzenden Gesang. Es kam von hinten, doch war es zu dunkel um etwas zu erkennen. Der Gesang wurde lauter und allmählich bildete sich eine schattenhafte Silhouette, die sich mehr und mehr zu einer Person formte. Wobei Person nicht ganz zutreffend war, denn es war ein behaarter Riesenvogel! „Dodo ist da - Dodo das ist der Hit! Dodo ist da - Weil Dodo dodorig klingt. Dodo ist da – Willst du Dodo sein, sing mit Dodo mit! Dodo ist da – Das wird ein Riesenspaß!“ Es war tatsächlich ein Dodo der ein Liedchen trällerte! Er stand auf einem Baumstamm und trieb auf dem Wasser in der Kanalisation. Als er an Elvis vorbei trieb, grüßte er ihn sogar recht freundlich: „Ich wünsche einen wunderschönen Tag und einen nicht allzu harten Aufprall aufs Wasser!“ Aufprall aufs Wasser? Dieser Dodo scheint leicht verrückt zu sein …, doch da hörte Elvis in der Ferne ein Rauschen. Zu spät bemerkte er, dass er auf einen Wasserfall zu trieb und während der Dodo sich mit einem Seemannsgruß bei ihm verabschiedete, stürzte er erneut in die Tiefe. Elvis tauchte unter Wasser und schluckte einiges an Wasser. Er versuchte sich an die Wasseroberfläche zu kämpfen, doch war die Strömung zu stark. Er hatte Glück im Unglück, denn etwas sehr Großes zog ihn aus dem Wasser. Elvis pustete und hustete und als er sich umblickte, wurde ihm klar, dass er sich in einer Art Riesenschüssel befand. Wie er da hinein kam, war ihm nicht so ganz bewusst, dafür erschrak er aber ziemlich, als ihn zwei große Kulleraugen anstarrten. Eine imposante Stimme ertönte: „Na sowas, wer schwimmt den da in meinem Spermientee?!“ Elvis blickte verdutzt zu der riesigen Gestalt und dann zu der Brühe in der er sich gerade befand. Spermientee? Das klingt … abenteuerlich! „Oh verzeih, wie unhöflich ich doch bin.“, entschuldigte sich der Riese bei Elvis. „Wo bleiben nur meine Manieren. Ich bin der verrückte Dildomacher!“ „D-Du bist so groß!“, stieß Elvis erstaunt aus. „Hm ja …ich bitte noch einmal vielmals um Entschuldigung. Ich war ein wenig erregt, da passiert mir sowas ständig.“, gluckerte der verrückte Dildomacher. Kurz darauf schrumpfte er, samt seiner Teetasse in sich zusammen. Elvis sprang noch rechtzeitig aus der Tasse heraus und landete mit einem Purzelbaum auf einer sicherer gelegenen Ebene. „Darf ich dir eine Tasse Spermientee anbieten? Sie ist wirklich köstlich! Möchtest du Pfeffer, Marmelade, Ketchup oder Senf in deinem Tee haben?“ „Vielen Dank, aber ich glaube ich verzichte lieber.“, antwortete Elvis ihm und hoffte, dass er damit nicht zu unhöflich war. Ihm war nur gerade nicht sonderlich nach Spermientee. „Sind Sie alleine?“ „Alleine ja. Einsam und alleine!“, antwortete der verrückte Dildomacher ihm traurig, während er mit einem Dildo in seiner Tasse rumrührte. „Haben sie vielleicht ein rosarotes Kaninchen hier vorbei hoppeln sehen?“, fragte Elvis anschließend. „Ja hab ich, hab ich. Es ist da hinten in meinem bescheidenen Unterhosenhäuschen – zusammen mit dem Fetishhasen. Die treiben es mal wieder wie die Karnickel hö hö.“ Der verrückte Dildomacher lachte erneut und begann ein Liedchen zu trällern: „Die Statistik sagt, der Mensch hat 117mal im Jahr Geschlechtsverkehr, alle anderen Tage im Jahr sind soooo stink öde und mögen wir nicht. Also lass uns feiern! Viel Erfolg beim nächsten Sex …“ „Meinst du mich?“, fragte Elvis irritiert. „Ich mein Dich!“, sang der verrückte Dildomacher. „Drum leg dir einen Dildo zu, denn bist du mal allein, so kannst du es dir selber besoooooorgen – füüüüür Diiiiiiich!“ Elvis klatschte dem verrückten Dildomacher Applaus. Das war für ihn definitiv die verrückteste Tee-Party aller Zeiten. „Und jetzt …“, Der verrückte Dildomacher zwinkerte Elvis verführerisch zu. „…eine Tasse Spermientee?!“ „Nein danke.“, lehnte Elvis erneut ab. „Es war wirklich reizend bei Ihnen, aber ich muss nun weiter. Das rosarote Kaninchen scheint beschäftigt zu sein, da will ich lieber nicht weiter stören. Ich muss wieder nach Hause und ein Konzert geben!“ Elvis verabschiedete sich von dem verrückten Dildomacher ganz schnell. Traurig winkte der verrückte Dildomacher ihm hinterher und als er wieder alleine war, sagte er: „So! Zeit für eine neue Erektion. Wo hab ich nur meinen Dildo hingelegt? Ah, im Spermientee schwimmt er …“ Elvis lief inzwischen seitlich der Kanalisation entlang. Er war auf der Suche nach dem Ausgang, doch konnte er ihn bei bestem Willen nicht finden. Nach einiger Zeit packte ihn die Verzweiflung und er glaubte sich schon in der Kanalisation verirrt zu haben. Da packten ihn auf einmal vier Arme und zogen ihn in einen Seitenzufluss. Zwei identisch aussehende Männchen standen ihm gegenüber. „Na sowas, wer seid ihr denn?“, fragte Elvis die Beiden. „Mein Name ist Tweedle Passiv.“, antworte der Linke. „Und ich heiße Tweedle Aktiv.“, antwortete der Rechte. „Freut mich sehr eure Bekanntschaft zu machen.“, erwiderte Elvis freundlich. „Wisst ihr vielleicht, wie ich aus dieser Kanalisation wieder herauskomme?“ „Hm …eventuell.“, antworteten Elvis Beide zugleich. „Was bist du denn bereit, dafür zu tun, wenn wir dir die Antwort sagen?“ Die beiden Tweedles rückten Elvis auf die Pelle. „Ich äh … weiß nicht. Was wollt ihr denn dafür? Ich hab leider kein Geld dabei.“, sagte Elvis zu ihnen. „Geld? Schauen wir für dich aus, als wären wir zwei Stricher?!“, fragten die Tweedles Elvis beleidigt. „Nein, so war das doch gar nicht gemeint!“, erwiderte Elvis ganz schnell und entschuldigte sich. „Also gut.“, sagten die Tweedles und rückten noch näher an Elvis heran. Inzwischen berührten ihre Körpers bereits den seinen und Elvis fühlte sich unwohl in seiner Haut. „Stehst du auf Abenteuer? Wir sind nämlich sehr abenteuerlustig und würde uns freuen, wenn du uns Gesellschaft leistest.“ „Äh also …“ Elvis bekam ein ganz mulmiges Gefühl bei den Beiden. Tweedle Passiv stand vor ihm und schmiegte sich an ihn heran, während Tweedle Aktiv sich von hinten an ihn heran warf und seine Arme um ihn legte. „I-ich glaube, ich muss gehen. Ja, ich muss definitiv gehen.“ Elvis entriss sich den Beiden und lief in schnellen Schritten davon. Er blickte nicht zurück, doch glaubte er, dass die Beiden ihn nicht verfolgten und er ihnen gerade noch so entkommen war. Allerdings wusste er jetzt immer noch nicht, wie er aus dieser stinkenden und äußerst eigenartigen Kanalisation herausfinden sollte. „Katzenklo, Katzenklo, ja das macht mein Hintern froh. Katzenklo, Katzenklo, ja das macht mein Hintern froh!“ Wo kam denn nun dieser Gesang wieder her. Die Leute hier hatten schon sehr eigenartige Liedtexte. Elvis schaute sich um, doch konnte er niemanden sehen. „Hier oben, du knuffiger kleiner Kerl.“ Elvis blickte zur Decke rauf. Auf einem Rohr konnte er etwas entdecken. Es hatte keinen Körperbau und bestand lediglich aus einem Gesicht, das wiederum aber etwas seltsam aussah, denn es war ein … „Haaallooo, ich bin der Grinsepopo!“ „Duuu … bist ein sprechendes Hinterteil?!“, sagte Elvis verwirrt. „Woran du das nur erkannt hast. Faszinierend!“, grinste der Grinsepopo. „Eigentlich wundert mich hier gar nichts mehr.“, sagte Elvis inzwischen gleichgültig. Er wollte der seltsamen Kreatur keinerlei Beachtung mehr schenken und setzte seinen Weg fort, doch der Grinsepopo holte ihn auf einem Baumstamm im Wasser treibend wieder ein. „Ich weiß wieso du hier bist.“, sagte der Grinsepopo. „Du warst neugierig und bist durch einen Glücksfall hier gelandet. Nun bereust du es allerdings und suchst den Ausgang aus diesem Paradies.“ „Paradies? Ich weiß wirklich nicht, was an diesem stinkenden Ort paradiesisch sein soll.“, entgegnete Elvis mies gelaunt. „Warum? Hier sind doch alle total irre – ist das nicht schön?“, grinste der Grinsepopo freudig. Elvis teilte seine Meinung nicht. „Gib doch zu, dass du es hier bei uns geil findest!“ „Ich werde gar nichts zugeben. Ich will hier nur wieder raus.“, sagte Elvis stur. „Wenn du hier raus willst, dann frag doch den Herzkönig nach dem Ausgang!“, sagte der Grinsepopo. „Den Herzkönig? Welchen Herzkönig denn?“, fragte Elvis nun wieder neugierig. „Na der, der gerade hinter dir steht und dir am liebsten den Schwanz abschneiden will.“, antwortete ihm der Grinsepopo belustigt, nur um sich kurz darauf in Luft aufzulösen. Elvis erstarrte vor Schreck. Er drehte sich um und da stand tatsächlich ein Mann mit Krone vor ihm, gefolgt von einigen seiner Untertanen. „Was führt dich in mein Königreich?“, fragte der Herzkönig. Elvis beschloss einfach die Wahrheit zu sagen: „Ein rosarotes Kaninchen?“ „Hat mich einer gerufen?!“ Da war es. Das rosarote Kaninchen hoppelte herbei, während es gerade an einer Möhre knabberte. „Wer ist das, Schatz?“ Schatz? Hatte das rosarote Kaninchen den Herzkönig gerade Schatz genannt? Elvis dachte, dass es mit dem Fetishhasen zusammen wäre. „Ich weiß es noch nicht, aber ich glaube gleich wird es einen Schwanz weniger in meinem Königreich geben.“, erwiderte der Herzkönig dem rosaroten Kaninchen. Das rosarote Kaninchen applaudiere begeistert mit seinen Vorderpfoten, während Elvis es nur verächtlich anstarrte. „Mein lieber Herzkönig. Wisst ihr eigentlich, dass das rosarote Kaninchen euch mit dem Fetishhasen betrogen hat? Erst vorhin haben sie es wie die Karnickel miteinander getrieben.“, sagte Elvis. Das rosarote Kaninchen wurde starr vor Schreck und verschluckte sich an seiner Mohrrübe. Der Herzkönig blickte zu seinem Gefährten, ehe er Elvis misstrauisch anblickte. „Hast du für solch eine Behauptung denn auch Beweise?“ „Be-Beweise?“, wiederholte Elvis nervös. Wenn er nicht gleich etwas tat, dann würde er für immer seinen Schwanz verlieren! Er hing doch so an seinem Schwanz und der Schwanz an ihm … „Hihi, das wird lustig.“, grinste der wieder erschienene Grinsepopo. Doch nur ich schien ihn zu sehen. „Halt die Klappe!“, rief ich ihm zu und handelte mir damit den Zorn des Herzkönigs ein. „Was hast du gesagt?! Wie spricht du eigentlich mit mir?!“, stieß er erzürnt aus. „Ich habe doch nicht euch gemeint, mein Herzkönig.“, versuchte Elvis, ihn schnell zu besänftigen. „Verzeiht bitte und was die Beweise anbelangt, der verrückte Dildomacher kann es bezeugen!“ „Der verrückte Dildomacher ist verrückt! Keiner der noch alle Tassen im Schrank hat, schenkt diesem durchgeknallten Irren Glauben.“, sagte das rosarote Kaninchen angriffslustig. „Ich finde euch ehrlich gesagt, alle ein wenig durchgeknallt.“, nuschelte Elvis vor sich hin. „Genug!“, schrie der Herzkönig. „Das Gericht wird entscheiden, wer die Wahrheit sagt und wer lügt.“ Es war wie Zauberei, dass sich innerhalb zehn Sekunden ein ganzer Gerichtsaal in der Kanalisation erhob – samt Geschworenen und Zeugen. Der Herzkönig nahm dabei die Rolle des Richters ein. „Ich rufe den verrückten Dildomacher in den Zeugenstand!“, rief eine an der Pfeife rauchende Raupe namens Absalom, die als Anwalt fungierte. „Was können sie uns über die Anklage berichten, dass das rosarote Kaninchen und der Fetishhasen es wie die Karnickel trieben?“ „Wie die Karnickel? Wer sagt denn so etwas Abscheuliches? Das ist alles erstunken und erlogen!“, erklärte der verrückte Dildomacher und ich schnaubte auf. „Als Nächstes rufe ich den Fetishhasen in den Zeugenstand!“, rief die Raupe Absalom, die vor Langeweile gähnte und am liebsten ein Nickerchen halten würde. „Mein Alibi für die angenommene Tatzeit? Ich habe Herrn Fuchs damit beauftragt, dass er Frau Huhn ein paar Eier stehlen soll, damit ich sie bunt anmalen und dann bei ebay verkaufen kann.“, antwortete der Fetishhase. Elvis platzte allmählich der Kragen. „Das Langohr lügt, eure Majestät!“, rief er in den Gerichtssaal und zog sich damit erneut den Zorn des Herzkönigs zu. „Ruhe, oder es heißt ‚Ab mit dem Schwanz!‘.“, drohte er Elvis, während die Raupe Absalom mit Eiern zu jonglieren begann. Da kam Elvis eine verrückte Idee. Da hier alle so durchgeknallt waren, glaubte er, dass sein Plan aufgehen könnte. „Seht eure Hoheit!“, rief er und zeigte auf die Raupe Absalom. „Der Fetishhase kann die Eier von Frau Huhn gar nicht gestohlen haben, da er mit ihnen jongliert!“ Absalom ließ vor Schreck ein Ei nach dem anderen fallen. Das Dotter verteilte sich auf den Boden, was der verrückte Dildomacher sich noch schnell genüsslich in eine Tasse Spermientee mischte. Dem Fetishhasen und dem rosaroten Kaninchen wurden bewusst, dass ihre Affäre aufgeflogen war. Der Herzkönig rief: „Ab mit den Schwänzen!“, und deutete dabei auf die beiden Karnickel, die kurz darauf von Tweedle Aktiv und Tweedle Passiv abgeführt wurden. Elvis war froh, heil aus der Sache raus gekommen zu sein, doch bestand immer noch das Problem, dass er nicht wusste, wie er wieder nach Hause gelangen sollte. „Oh, hab ich was verpasst?“, fragte Dodo, der wie aus dem Nichts erschien. „Kennt ihr schon alle den Dodo-Song?“ Dodo fing wieder zu Krächzen an und nun reichte es Elvis wirklich. Er wollte hier nur noch weg. Absalom erschien es genauso zu ergehen. Der Rauch seiner Pfeife umhüllte ihn in ein regenbogenfarbenes Licht und kurz darauf erhob sich ein wunderschöner Schmetterling. Absalom machte die Flatter. Elvis sprang in die Luft und klammerte sich an seine Füße. „Hey, lass los – du unverschämter Bengel!“, rief Absalom Elvis zu. Absalom schüttelte Elvis ab und erneut fiel Elvis in die Tiefe. Er schrie aus voller Kehle und landete anschließend wieder im dreckigen und stinkigen Wasser. Als er jedoch wieder an die Oberfläche schwamm, konnte er den Sternenhimmel sehen. Vor ihm ragten die Häuser seiner Heimat und die Halle, in der er sein Konzert geben sollte. Elvis schaute auf die Uhr und stellte fest, dass seit seinem Sturz in die Kanalisation gerade mal eine Minute vergangen war. Er konnte also noch immer hinaus auf die Bühne gehen und seinen Fans ordentlich einheizen. Sein Lampenfieber war jedenfalls verschwunden. 6.666 Fans waren ihm dann doch lieber, als dieser verrückte Haufen in der Kanalisation. Elvis trat seinen Rückweg in die Konzerthalle an und merkte dabei gar nicht, dass der Vollmond wie ein grinsender Popo aussah. Und wenn er nicht gestorben war … halt Moment … leider muss ich euch mitteilen, dass er starb, auch wenn einige seiner Hardcore-Fans felsenfest behaupten, dass Elvis lebt!
Parodie: Schneeflittchen und die sieben, minus eins, Zwerge Originalversion: Schneewittchen und die sieben Zwerge Vorlage: Brüder Grimm Veröffentlichung: 3.Mai 2014 Wörter: 2.407
Schneeflittchen und die sieben, minus eins, Zwerge Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin. Ihre Haut war so weiß wie Koks, ihre Lippen so rot wie eine scharfe Chilischote und ihr Haar so schwarz wie ihre Lederpeitsche im Schrank. Der Name der Prinzessin lautete Schneeflittchen. Den Namen erhielt sie von ihrem Vater, der seine Frau bei der Geburt seiner Tochter verlor. Schneeflittchens Mutter war nämlich süchtig nach dem weißen Pulverschnee – auch Koks genannt – und umwarb die Männer in ihrem Königreich. Nun hatte Schneeflittchens Vater aber eine neue Frau zur Königin genommen und die war sehr eifersüchtig auf Schneeflittchens Schönheit und deren Männerverschleiß, den sie ganz offensichtlich von ihrer verstorbenen Mutter geerbt hatte. Eines wunderschönen Tages, stand Schneeflittchens Stiefmutter vor dem Zauberspiegel in ihrem Schlafsaal und sprach ein paar magische Worte: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist das begehrteste Flittchen im ganzen Land?“ Im Spiegel erschien ein kleiner Zwerg, der sich gerade die Haare kämmte und dabei ebenfalls in den Spiegel starrte. Er schenkte der Königin zunächst keinerlei Beachtung, also klopfte diese dreimal gegen den Spiegel. „Hallo? Ich rede mit dir du verdammter Zwerg im Spiegel!“ Der Zwerg im Spiegel war empört. „Man Trulla, sehen sie nicht, dass sie mich stören? Ich hoffe es ist was Wichtiges, denn ich hab noch einen Termin bei der Maniküre. Was wollen sie also von mir?!“ „Spieglein, Spieglein an der Wand…“, wiederholte die Königin. „Jaja, das sagten sie bereits. Kommen sie zum Kernpunkt!“, forderte der Zwerg genervt auf. „Ich will wissen, wer das begehrteste Flittchen im ganzen Land ist.“, erklärte die Königin noch einmal. „Ist das alles? Deswegen stören sie mich bei meiner Haarpflege?“, fragte der Zwerg wiederholt genervt, ohne dabei den Kamm aus seiner Hand zu legen. „Na sie haben vielleicht Nerven. Ich steh kurz davor, Mister Kleinwüchsiger 2014 zu werden und sie…!“ Die Königin funkelte den Zwerg boshaft an und kurz darauf schoss ein roter Blitzstrahl aus ihren Augen. Rauch kam aus dem Spiegel und als die Sicht wieder frei wurde, erblickte man den Zwerg kohlrabenschwarz, dessen Haare in alle Himmelsrichtungen standen. Der Kamm fiel ihm aus der Hand und der Zwerg sagte: „Sie meine Königin, sind das begehrteste Flittchen im ganzen Land, doch Schneeflittchen, die gerade ein heißes Schaumbad zu sich nimmt, ist noch viel begehrter als ihr!“ Die Königin stieß einen lauten Schrei aus und befahl den Jäger zu sich, dessen Name Jack the Ripper war. „Die Gerüchte besagen, dass du der beste und skrupelloseste Frauenmörder aller Zeiten warst. Deshalb befehle ich dir, begleite Schneeflittchen hinaus in den Wald und bring sie zur Strecke!“ Jack the Ripper tat wie ihm befohlen und begleitete das junge Schneeflittchen hinaus in den düsteren Wald. Krächzend hüpfte das Schneeflittchen durch die Gegend und riss ohne jeglichen Grund Blumen aus der Erde und schreckte jedes Tier auf, das ihren Weg kreuzte. Jack the Ripper behagte dies sehr und als Schneeflittchen ihn auch noch augenzwinkernd und verführerisch anlächelte, konnte er nicht mehr an sich halten. Er zog das Schneeflittchen eng an seinen mit Waffen versehenen Körper und gab ihr einen feuchten Kuss. Schneeflittchen steckte ihm daraufhin die Zunge in den Hals und leckte ihm hinterher das Gesicht ab. Von Romantik konnte hier wahrlich nicht die Rede sein! Hinterher warnte Jack the Ripper sie: „Du musst flüchten, Schneeflittchen. Ich glaube, dass die Königin dich tot sehen will. Sie hat ihren Befehl allerdings nicht eindeutig gesagt. Sie sagte, ich soll dich zur Strecke bringen und genau das habe ich getan. Das da vorne ist die Minenstrecke. Setz dich in einen der Minenwaggons und der wird dich in Sicherheit bringen. Pass gut auf dich auf!“ „Vielen dank Jacky.“ Schneeflittchen gab ihrem Flirt noch einen Abschiedskuss, ehe sie sich in eine der Minenwaggons setzte. Sie legte den Hebel um und die wilde Fahrt konnte beginnen. Die Schienen führten durch den ganzen Wald und Schneeflittchen glaubte, Geister und andere Spukgestalten zu sehen. Sie bekam furchtbare Angst und verkroch sich mit den Händen überm Kopf im Minenwaggon. Inzwischen kehrte der Jäger ins Schloss zurück und tischte der Königin ein Lügenmärchen auf. „Ich hab sie wie befohlen in den Wald gelockt, dort habe ich sie dann abgestochen, in tausend Stücke zerlegt und jedes einzelne Körperteil dann im Wald verstreut, wo sie als Tierfutter endete.“ „Das hast du sehr gut gemacht. Als Belohnung erhältst du für eine Nacht meinen Körper, denn ich bin das begehrteste Flittchen im ganzen Land!“, entgegnete die Königin und fing an sich zu entblößen.
Als sich die Königin am nächsten Morgen stolz im Spiegel bewunderte, rief sie erneut die magischen Worte: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist das begehrteste Flittchen im ganzen Land?“ Wieder erschien ihr der eitle Zwerg, der sich gerade eine Gurkenmaske ins Gesicht legte. „Meine Mama sagte mir immer, dass Gemüse gesund sei…, das war allerdings bevor sie an einer Gurke erstickte. Oder war das eine Zucchini? Ich kann die Beiden immer nicht auseinander halten…“ „Antworte auf meine Frage Zwerg, oder ich sorge eigenhändig dafür, dass du den Unterschied zwischen den Beiden erkennen wirst…“, drohte die Königin dem Zwerg. „Schon gut, schon gut… ihr meine Königin, seid das begehrteste Flittchen im ganzen Land, doch Schneeflittchen, sieben Straßen weiter, bei meinen sechs Zwergen-Freunden, ist noch tausendfach begehrter als ihr!“ Diese Antwort erwartete die Königin keineswegs und so kam es, dass sie noch lauter schrie als zuvor und alle Gurken aus dem Gesicht des Zwerges flogen. Derweil nahm Schneeflittchens turbulente Minenfahrt ein Ende und sie landete vor einem kleinen Zipfelmützenhaus, aus dessen Schornstein Rauch zog. Schneeflittchen hatte noch immer furchtbare Angst und so lag es nun an den sechs Zwergen, die in dem Häuschen wohnten, ihr Mut zu machen. „Heyhooo….“, begrüßte sie der älteste Zwerg namens Pädo. „Habt…“, sprach der Zwerg namens Hetero. „…keine…“, sagte der Zwerg namens Homo. „…Angst…“, fügte der Zwerg namens Trans hinzu. „…vor…“, setzte der Zwerg namens Bi fort. „…uns!“, beendete der Zwerg namens A den Satz. „W-Wer seid ihr?“, fragte Schneeflittchen ängstlich, während sie noch etwas unsicher aus dem Minenwaggon stieg, indem sie Hetero und A die Hände reichte und die ihr hinaushalfen. „Wir sind die sieben Zwerge!“, stieß Homo erfreut aus. „Sieben?“ Schneeflittchen zählte kurz durch und benutzte dabei den Taschenrechner, den jede moderne Frau heutzutage bei sich trug. „Aber ich sehe nur Sex… äh ich meine Sechs!“ „Das liegt daran, dass der liebe Metro es vorzog, sich in einen Spiegel einzunisten, damit er sich tagein-tagaus darin bewundern kann.“, erklärte der Zwergen-Anführer Pädo ihr. „Verstehe.“, sagte Schneeflittchen etwas irritiert, während die Zwerge sie in ihr Häuschen begleiteten. Es duftete stark nach was zu Essen und Schneeflittchen leckte sich gierig das Maul. „Heute hab ich gekocht!“, erklärte Homo ihr stolz. „Es gibt Spiegelei auf Omeletts mit Rührei und gekochten Eiern. Heute hergestellt aus stinknormalen Hühnereiern. Wir wechseln uns jeden Tag ab. Letzte Woche gab es Straußeneier, die Woche davor faule Eier und davor Eier vom Mann…!“ Schneeflittchen sah Homo angewidert an und da war sie nicht die Einzige. „W-i-d-e-r-l-i-c-h-!“, stieß Hetero angeekelt aus und auch A schien bereits etwas Grün im Gesicht zu sein. „Wollt ihr auch ein paar Eier?“, fragte Homo Schneeflittchen munter. „Oh nein danke, ich hatte heute schon welche.“, log Schneeflittchen und ließ sich zu einem Rülpser hinreißen, der Hetero und Bi abschreckte, aber dafür Trans gehörig antörnte. „Uh la la, du bist wohl eine ganz wilde Maus.“, sagte er, während er überrascht mit seiner Federboa herumwedelte. Auch sonst war Trans sehr feminin gekleidet. „Genug jetzt!“, rief Pädo lautstark und alle wurden wie auf Befehl mucksmäuschenstill. „Unser Gast ist sicherlich müde und will sich etwas hinlegen. Wer will mit ihr in einem Bett schlafen?“ „Ich, ich, ich!“, riefen Hetero, Bi und A gleichzeitig und voller Begeisterung. „Oh, das freut mich aber. Nehmt euch allerdings in Acht vor mir, denn ich bin ein Männer verschlingendes Flittchen.“, warnte Schneeflittchen die drei Zwerge, während sie amüsiert und verführerisch lächelte. „Na gut, ihr könnt sie haben.“, sagte A, der so gar nicht scharf auf diese Art von Frau war. „Ich trete sie gerne an dir ab.“, sagte Bi zu Hetero, da er gerade ohnehin mehr auf Männer stand. Hetero grinste freudig. Er stand auf hübsche Prinzessinnen und dies wäre das erste Mal, dass er eine in seinem Bett hätte. Allerdings machte ihm Pädo einen Strich durch die Rechnung. „Ich denke, das Beste wird es sein, wenn du heute Nacht in meinem Bett schläft. Du musst nämlich wissen, ich steh auf junges Frischfleisch und wir wollen den armen kleinen Hetero doch nicht so viel Reife zumuten.“ Hetero wollte protestieren, doch traute er sich nicht, da Pädo hier der Zwergen-Boss war. Allerdings sorgte Schneeflittchen bereits für Genugtuung: „Kriegen sie überhaupt noch einen hoch? Außerdem weiß ich nicht, ob ich mich mit so etwas „Kleeeeeinem“ zufrieden gebe.“, sagte sie langsam. Zwerg Pädo baute sich empört vor ihr auf und lief knallrot an. Ihm stand die Wut ins Gesicht geschrieben, aber er riss sich zusammen und ging wortlos alleine zu Bett. „Komm Darling, du darfst dich in meinem Bett ausruhen.“, sagte Trans. „Ich werde mich allerdings nicht zu dir gesellen. Wenn ich dir einen Tipp geben darf: Spiel nicht mit den Herzen der Männer, selbst wenn sie dir noch so klein und noch so dumm erscheinen mögen.“ „Ach, ich weiß eigentlich selber nicht genau, wieso ich so bin wie ich bin.“, erwiderte Schneeflittchen frustriert, während sie vor Trans Bett standen und er ihr das Kissen noch einmal neu ausschüttelte. „Ich glaube ja, dass du dich ein wenig einsam fühlt und einfach nur nach Nähe sehnst.“, mischte sich nun A ein, der bei der Unterhaltung lauschte. „Du suchst die große Liebe…!“ „Da ist sie nicht die Einzige.“, sagte Homo traurig, der im Fenstersims saß und zu den Sternen am Nachthimmel hinaus blickte. Auch er suchte schon seit geraumer Zeit nach der großen Liebe. „Das Problem bei der Suche nach der großen Liebe besteht darin, dass alle Männer Schweine sind.“, sagte Trans nun wieder. „Man sollte ihnen nicht über den Weg trauen, sonst betrügen sie dich hinter deinem Rücken. Ich kenn das und spreche da aus Erfahrung!“ „Männer sind Schweine und Frauen sind Giftschlangen. Wie soll man sich da denn da nur für ein Geschlecht entscheiden?“, fragte Bi genervt, der sich schon seit einiger Zeit mit diesem Dilemma auseinandersetzen muss, da er einfach nicht wusste, ob er mehr auf Frauen, oder auf Männer stand. „Das Beste wird es sein, wir gehen jetzt alle schlafen. Morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.“, sagte Hetero, der die Hoffnung auf ein Liaison mit Schneeflittchen nicht aufgab. Und tatsächlich – am nächsten Morgen sah die Welt für Schneeflittchen wirklich ganz anders aus, da nämlich alle sechs Zwerge zum Arbeiten in den Bergstollen unterwegs waren und sie ganz alleine im Zipfelmützenhaus war. Erstmalig ohne Männer… und Schneeflittchen genoss es in vollen Zügen. „Rote Tomaten, frische rote Tomaten!“, rief eine alte Verkäuferin, die am Nachmittag des Weges kam und sich ein wenig bei Schneeflittchen ausruhen wollte. „Darf ich dem hüb…hust…schen Fräulein eine rote Tomate anbieten?“, fragte die alte Dame das Schneeflittchen. „Haben sie vielleicht auch rote Äpfel? Von Tomaten bekomme ich immer Ausschlag.“, meinte Schneeflittchen, die mit mulmigen Gefühl die Tomaten begutachtete. „Nein, ich habe keine roten Äpfel!“, pflaumte die alte Dame Schneeflittchen nun ungeduldig an. „Jetzt iss schon eine dieser verdammten Tomaten, die ich nur für dich vergif… äh verschönert habe.“ Schneeflittchen wollte nicht unhöflich erscheinen, nahm sich schließlich einer der doch recht köstlich aussehenden Tomaten und biss hinein. Die alte Dame stieß ein boshaftes Gelächter aus. Kurz darauf spürte Schneeflittchen einen stechenden Schmerz im Herzen und kippte leblos um. Es war vollbracht! Die alte Dame, die sich in Wahrheit als die böse Königin herausstellte – Zitat der Königin: „In dieser Verkleidung wird mich niemand erkennen!“ – hatte Schneeflittchen zur Strecke gebracht… äh ich meine um die Ecke gebracht…. Nein halt, das hat sie ja auch nicht… sie hat sie eben einfach getötet! Punkt, Aus, Ende! Wieso verkomplizieren, wenn es auch einfach geht. Als die sechs Zwerge am frühen Abend von dem Bergstollen nach Hause kamen und das leblose Schneeflittchen vor ihrem Zipfelmützenhaus vorfanden, brachen sie sofort in tiefe Trauer aus. Sie kannten sie zwar erst seit vierundzwanzig Stunden, aber innerhalb dieser kurzen Zeit, ist sie ihnen bereits sehr ans Herz gewachsen…, auch wenn Pädo noch immer ein wenig vor sich hin grummelte. Die Zwerge wollten der Prinzessin eine ganz besondere Ehre erweisen und in einem ganz besonderen Sarg beerdigen. Sie zogen ihr zur Beerdigung ein schwarzes Lederoutfit an, das mit ihrem schwarzen Haar harmonierte, sie statteten den Sarg mit weißen Kissen aus, die mit Koks gefüllt waren, dass an ihre schneeweiße Haut erinnern sollte und sie legten ihre eine Kette von roten Chilischoten um den Hals, dass an ihren roten Kussmund erinnerte. In tiefer Trauer nahmen sie Abschied von ihrem heißblütigen Schneeflittchen, als ein Reiter hinzu stieß und der Zeremonie ein Ende setzte. „Sie sieht wunderschön aus.“, sagte der Reiter, als er das Schneeflittchen im gläsernen Sarg näher betrachtete. „Ich werde der Prinzessin ebenfalls eine letzte Ehre erweisen, indem ich ihr einen Kuss meinerseits überreiche, der voller Zuneigung zu ihr ist. Der Reiter bückte sich zu Schneeflittchen hinunter und schenkte ihr zum Abschied einen leidenschaftlichen Kuss – einen Kuss der wahren Liebe! Was nun folgte, überraschte und erfreute die Zwerge und den Reiter gleichermaßen, denn ihr geliebtes Schneeflittchen eröffnete auf wundersame Art und Weise ihre Augen wieder. Neues Leben wurde ihr eingehaucht und sie fühlte sich glücklicher als jemals zuvor. Sie warf ihrem Retter verliebte Blicke zu und war erstaunt, dass es sich dabei um eine junge Frau handelte. „So ist das also.“, sagte Schneeflittchen. „Ich fühle mich in Wahrheit zum weiblichen Geschlecht hingezogen.“ Es war ein Happy End ohnegleichen, nur die böse Königin wusste noch nichts davon. Als sie erneut den Zwerg im Spiegel rief und ihm die Frage, nach dem begehrtesten Flittchen im ganzen Land stellte, da antwortete dieser ihr: „Ihr meine Königin, seid das begehrteste Flittchen im ganzen Land, doch das Schneeflittchen, das die wahre Liebe fand, ist einfach unübertrefflich begehrter als ihr!“ Die Königin war fassungslos. Das war nicht möglich…, oder doch?! Die Königin ertrug diese Schmach nicht länger und verbannte sich selber in den Zauberspiegel, wofür der Zwerg Metro wieder frei kam und Mister Kleinwüchsiger 2014 wurde. „Ich bin einfach traumhaft schön.“, meinte Metro selbstverliebt. Und wenn sie alle nicht gestorben waren, dann fand jeder der Zwerge noch sein wahres Glück, das Schneeflittchen ritt mit ihrer Traumfrau in den Sonnenuntergang und wo immer sie auch landen würden… ob nun in einem fernen Land, oder im Bett…, es würde mit einer Brise Pulverschnee – auch Koks genannt – und einer Lederpeitsche enden.
Parodie: Ich Tarzan, du Jay! Originalversion: Tarzan bei den Affen Vorlage: Edgar Rice Burroughs Veröffentlichung: 17.Mai 2014 Wörter: 2.292
Ich Tarzan, du Jay! Es war einmal in einer längst vergangenen Zeit. Da segelte ein Handelsschiff über die sieben Weltmeere, als es in einen Sturm geriet und von der See verschlungen wurde. Ein Mann und eine Frau konnten sich mit ihrem Neugeborenen zum Glück in einem Beiboot in Sicherheit bringen und strandeten auf einer unbekannten Insel. Dort wurden die Eltern des Neugeborenen jedoch von einem gefährlichen Leoparden getötet. Als der Leopard auch über das Neugeborene herfallen wollte, kam ein Gorillaweibchen dem Baby zur Hilfe und rettete ihm das Leben. Das Gorillaweibchen nahm das Baby mit zu ihrer Herde und fortan wurde es von den Gorillas groß gezogen. Sie nannten es Tarzan, das mit den Jahren zu einem stattlichen Mann heranwuchs. Zwanzig Jahre sind seitdem vergangen und genau hier beginnt unsere Geschichte! „Auuuuwauuuuuwauuuuw!“, schrie Tarzan, der lediglich mit einem Lendenschurz bekleidet war, durch den Dschungel, während er sich von Liane zu Liane schwang. „Heilige Bananenschale! Dieses Gebrüll hält doch kein Affe aus.“, jammerte sein bester Gorillakumpel Terki am Erdboden, der sich bei dem Gejaule lieber die Ohren zuhielt. „Ich versuche nur meine Liebe zum Dschungel zum Ausdruck zu bringen.“, erklärte Tarzan ihm, als er neben ihm zur Landung ansetzte und stolz seine Brust rausdrückte. „Na hoffentlich jaulst du nicht auch so, wenn du dich mal in was beziehungsweise wen anderes verliebst.“, meinte Terki zu ihm. „Und bring deine Brust nicht so zum Ausdruck, oder willst du mich damit etwa beeindrucken?“ Terki streckte seine Brust ebenfalls raus, die allerdings viel haariger war. „Etwas anderes lieben als den Dschungel? Was könnte man denn sonst lieben, Terki?“, fragte Tarzan seinen besten Freund, da er keine Ahnung von der wahren Liebe hatte. „Ähm…äh…also die Sache ist die… ich äh…also äh…“, stotterte Terki herum. „Heilige Krokodilschuppen. Terki, du stotterst herum, wie ein weichgespülter Orang-Utan. Sag mir was los ist! Vielleicht kann ich dir helfen.“ Tarzan blickte seinen besten Freund mit seinen großen Kulleraugen an, während er ihm dezent näher auf den Pelz rückte. Terki schien für einen kurzen Moment nachzudenken und mit sich zu hadern. Tarzan starrte ihn mit einem so freundlichen Gesicht an, dass es ihm nur sehr schwer fiel, ihm nicht seine wahren Gefühle auf den Tisch zu legen. „Musst du mich mit deinen Kokosnuss-Augen so anstarren? Und diese Fratze… diese grinsende, feuchtfröhliche, gutgemeinte, liebevolle Fratze. Bäh! Igitt!“ Nein, Terki konnte Tarzan einfach keinen reinen Bambusmilch einschenken. Wie könnte er auch. Er selber war ein haariger Gorilla und Tarzan ein nackter Affe, der nur leider nichts von seiner Herkunft wusste. Tarzan wollte zwar nicht nachgeben, doch als ein lautes Geräusch den Urwald erschütterte, wurde seine Aufmerksamkeit umgelenkt. Eine Schar Vögel stieg über den Bäumen hervor und flogen über den Urwald und über die Köpfe von Tarzan und Terki hinweg. Dabei fiel Vogeldreck auf Terkis Schulter. „Sag mal, du blödes Federvieh, benutz beim nächsten Mal doch auch Bananenblätter, wie wir Affen. Eine Unverschämtheit! Entleert der blöde Piepmatz seinen Darm auf meiner Schulter…!“ Terki versuchte sich von dem Vogeldreck zu befreien und merkte dabei gar nicht, dass Tarzan inzwischen dem Geräusch nachging. „Tarzan? Tarzan?!“, schrie Terki verzweifelt nach seinem besten Freund, als er dessen Verschwinden bemerkte. Terki hielt das für kein gutes Omen… Tarzan schwang sich elegant von Liane zu Liane, um den fremden Geräusch auf den Grund zu gehen. Was könnte das nur gewesen sein? Er kam der Antwort auf die Spur, als er auf einem Ast zum Stillstand kam und am Boden drei Wesen entdeckte…, die ihm ähnlich und doch auch nicht ähnlich sahen. Sie hatten dieselbe Haut wie er, doch trugen sie ihren Lendenschurz auch über ihre Brüste – ja sogar auf ihren Köpfen und an ihren Füßen! Einer der drei Wesen hielt eine Art Werkzeug in seinen Händen und als er die Elefanten am Wasserfall trompeten hörte, ließ er sein Werkzeug Feuer speien. „Mister Doryan!“, rief der Junge, der hinter dem anderen Mann her trottete – er sah hübsch aus... „Sie führen sich wie ein Elefant im Porzellanladen auf. Wir sind hier um die Tiere zu beobachten und nicht um ihnen Angst einzujagen! Mit ihrer sinnlosen Schießerei, vertreiben sie die Tiere doch nur.“ „Mister Cheeky, würden sie ihrem Sohn bitte erklären, dass meine Aufgabe darin besteht, sie Beide zu beschützen, damit wir nicht alle als Tigerfutter enden?!“, bat Mister Doryan einen älteren Mann. „Daddy, würdest du Mister Doryan bitte erklären, dass es in Afrika keine Tiger gibt? Die leben nämlich in Asien!“, sagte der Junge mit dem braunen strubbeligen Haar. Mister Cheeky, der Vater von dem Jungen, wollte sich allerdings auf keine der beiden Seiten stellen. „Mister Doryan, Jay, würdet ihr Beide bitte eure verdammten Mäuler stopfen und endlich ruhig sein. Wir sind hier im gefährlichsten Dschungel der Welt und ihr habt nichts Besseres zu tun, als euch ständig in den Haaren zu liegen. Ich glaube langsam, dass ihr Zwei total Banane seid!“ „Na schön.“, sagte der Junge namens Jay schließlich etwas beleidigt. „Ihr Beiden dürft gerne alleine weiter ziehen. Ich ziehe es vor hier zu bleiben und werde versuchen den Aracombus Norahla Nervigus auf meinem Kunstbrett zu verewigen. Wenn ihr gestattet?!“ Der Junge verließ seine Herde und da er Tarzan so sehr in den Bann zog, folgte dieser ihm erst einmal unauffällig, von Ast zu Ast. Jay setzte sich auf einen Felsen und beobachtete einen sehr ansehnlichen Vogel, der ihm gegenüber auf einem Zweig saß. Der Junge zog etwas aus seiner Tasche hervor und fing an, darauf herum zu werkeln. Voller Neugier und Interesse beobachtete Tarzan den Jungen. Ein so wundersames Wesen hatte er noch nie erblickt. Er wollte näher an das Geschöpf herantreten und es aus der Nähe beobachten. Tarzan hatte keine Furcht, denn er hielt sich für den König des Dschungels. Er ging also volles Risiko ein. Er kletterte zwischen den Bäumen entlang und ließ sich dann vor dem Jungen zu Boden fallen. Der Junge schrak beim Anblick von Tarzan fürchterlich auf. Er warf ihm das Kunstbrett entgegen, als er das Gleichgewicht verlor und rücklings vom Stein runterfallen zu drohte. Tarzan reagierte sofort und griff nach dessen Hand, die seiner so ähnlich war. Dies war ihre erste Berührung und Tarzan hatte das erste Mal in seinem Leben Schmetterlinge im Bauch. Info nebenbei: Terkis Leibspeise waren Schmetterlinge, doch Tarzan stand nicht auf dieses Flatterinsekt. Der Junge brach in Panik aus und wusste nicht wie ihm geschah. Er riss sich von Tarzan Hand los und kroch rücklings auf allen Vieren zu einem Baum. „E-Ein nackter Mann…!“, stieß er entsetzt aus. Tarzan hob inzwischen das Kunstbrett auf und musterte die Zeichnung bis ins kleinste Detail. So fremd und doch so wunderschön! Dann hob Tarzan den Bleistift auf, den der Junge ebenfalls zu Boden fallen ließ. Zuerst schnupperte er misstrauisch daran, dann knabberte er an der Spitze, nur um die Mine kurz darauf wieder auszuspucken und zu keuchen wie alter ein Opa, der im Sterben lag. Tarzan juckte es am Hinterteil und er fragte sich, ob dieses kleine Gerät auch geeignet war, um… „B-Bist du vielleicht unterbelichtet, oder sowas?“, fragte der Junge ihn vorsichtig, doch Tarzan verstand kein Wort, was er zu ihm sagte. „Hallooo ich rede mit dir… was immer du auch sein magst.“ Tarzan ging auf allen Vieren, aber in anmutiger Haltung auf den Jungen zu. Mit seinen großen Kulleraugen musterte er den Jungen von oben bis unten. Dabei kam er ihm ganz nah, bis sich ihre Körper berührten. Tarzan schnupperte an dem Jungen, der nicht nach Affen roch. Er sah dabei zu, wie das Gesicht des Jungen so rot wie die ein Arsch vom Pavian wurde. Tarzans Nase berührte nun die Nase des anderen Jungen, der wie gelähmt zu sein schien. Dann spürte Tarzan eine Regung etwas weiter unten – es kam aus dem langen Lendenschurz, den der Junge trug. „Wage es ja nicht!“, warnte der Junge ihn eindringlich, doch da Tarzan kein Wort verstand… Er wollte die Beule im Lendenschurz des Jungen gerade mit seinen Händen untersuchen, als dieser ihn mit seinem Fuß wegtrat. „Ich hab gesagt, hör auf!“, schrie der Junge ihn nun wütend und knallrot an. Tarzan ließ sich vom Geschrei des Jungen nicht beirren. Stattdessen schlug er sich mit einer Faust stolz auf die Brust und rief ihm seinen Namen zu: „T-A-R-Z-A-N!“ „Taaarzaaan?“, wiederholte der Junge langsam. „Was für ein bescheuerter Name ist das denn bitte? Welcher hirnamputierte Idiot hat dir diesen Namen verabreicht? Da hätte man dich genauso gut Mowgli oder Pocahontas nennen können.“ Tarzan räusperte sich freudig, denn er verstand: „Ich Tarzan, du Mowgli-Pocahontas!“ Der Junge musste unweigerlich lachen. „Nein, nein, nein, ich heiße Jay!“ Tarzan schaute den Jungen schief an. „Ich Tarzan, du nein, nein, nein, ich heiße Jay?!“ Der Junge lachte erneut und versuchte Tarzan mit seinem Herzen zu erklären, wie er hieß. „Jay.“, sagte er, mit der Handfläche an seinem Herzen. „Tarzan.“, sagte er, nachdem er seine Handfläche auf Tarzans Brust legte, an der Stelle, wo sich dessen Herz befand. „Jay.“, wiederholte Tarzan langsam und dahinschmelzend, der nun verstanden hatte. Dann tat Tarzan etwas, was Jay sehr in Verlegenheit brachte. Er zog ihn an sich heran, so dass sie Brust an Brust lagen. Tarzan konnte das Herzklopfen des Jungen spüren und fühlte sich glücklich. Jay hingegen wurde knallrot im Gesicht, da er einem halbnackten Mann noch nie so nahe war. Allerdings konnte er nicht abtreiten, dass es ihm nicht gefiel und er schmunzelte. Tarzan wollte mehr über Jay erfahren und von wo er herkam und auch Jay wollte mehr über Tarzans Leben im Dschungel erfahren. So trafen die Beiden sich in den darauffolgenden Tagen immer heimlich und Jay brachte Tarzan dabei die Sprache der Menschen bei. Lediglich Tarzans Mutter, die Gorilladame Kalai, und sein bester Freund Terki bekamen Tarzans heimliche Ausflüge mit. Kalai war bewusst, dass Tarzan zu den Menschen gehörte und hinderte ihn nicht daran, doch Terki war sehr betrübt darüber und auch enttäuscht von Tarzan, dass er seine Familie und ihn im Stich ließ. Eines wunderschönen Tages als Tarzan sich heimlich an das Camp der Menschen anschlich, um Jay zu beobachten, bekam er eine Unterhaltung zwischen ihm und Mister Doryan mit. „Sechs Tage sind wir nun schon hier und noch immer keine Spur von Gorillas oder anderen wildgewordenen Affen.“, sagte Mister Doryan, der sich lauthals bei Jay beschwerte, der derweil in einem Buch zu lesen schien. „Mister Doryan. Affen sind sehr intelligente Tiere.“, erwiderte Jay. „Theorien besagen zwar, dass wir vom Affen abstammen, aber ich glaube, dass sie als Einziger vom Esel abstammen.“ „Jaaaay.“, sagte Mister Doryan nun ganz langsam. „Mir gefällt dein Humor. Hast du schon einmal übers Heiraten nachgedacht. Ich könnte dir da einen reifen und attraktiven Mann empfehlen.“ Jay stand von seinem Stuhl auf und schlug das Buch abrupt zu, indem er las. „Danke kein Bedarf, Mister Doryan. Vielen Dank dafür übrigens, dass sie meine neue Orientierung schamlos ausnutzen.“ Als Tarzan spätabends wieder in das Nest seiner Familie zurückkehrte, erwartete Terki ihn bereits. „Na, auch mal wieder da?“, fragte er seinen besten Freund säuerlich. „Hast du deinem neuen Freund erzählt, wie du als kleiner Junge mal mit einer Liane gegen einen Baum geknallt bist?!“ „Warum bist du so wütend? Hab ich dir was getan?“, fragte Tarzan nun. „Da laust mich doch der Affe. Du musst echt Bananenmatsch in den Augen haben… bleib mir bloß vom Laib, du haarloser Affe!“, antwortete Terki ihm nun richtig wütend. Dann ging er auf allen Vieren davon und ließ einen verwirrten Tarzan zurück. Tarzan legte sich zu seiner Mutter ins Nest zum Schlafen. Nur das er überhaupt nicht müde war. Seine Gedanken kreisten ständig um Jay und seine Welt, während er zum Sternenhimmel empor blickte. Irgendwann, spät in der Nacht, hörte er ein Rascheln im Gebüsch. Tarzan ging in Verteidigungsstellung, denn es könnte ja ein gefräßiger Leopard sein… doch es war kein Leopard, sondern Jay, der Tarzan aufsuchte, um ihn vor Mister Doryan zu warnen. „Er hat dich entdeckt, Tarzan! Er ist dir in euer Nest gefolgt und will alle Gorillas einsperren und mit aufs Festland nehmen.“ Es verging keine Sekunde, da hörte Tarzan einen Schuss. Sofort rannten er und Jay zu der Stelle, von der der Schuss kam. Terki lag tot auf dem Erdboden, vor ihm, Mister Doryan mit einem hämischen Grinsen und einem Gewehr in der Hand. „Doryan, sie Mörder!“, schrie Jay ihn an und ging mit geballten Fäusten auf ihn zu, doch Mister Doryan schubste ihn einfach zur Seite. „Klappe zu, Affe tot!“, rief Mister Doryan erfreut und zielte mit seinem Gewehr nun auf Tarzan. Doch Tarzan war agil und wich seinem Schuss aus. Dann stürzte er sich auf den entsetzten Mister Doryan und es kam zu einem Handgemenge. Es folgte ein weiterer Schuss. Jay stand erschrocken daneben und fürchtete um Tarzans Leben. Doch der Schuss traf Mister Doryan, der nun leblos in Tarzans muskulösen Armen hochgehoben wurde, als Zeichen seines Triumphes. Bereits am Tag darauf, beschloss Jays Vater, Mister Cheeky, wieder abzureisen. „Oh Tarzan, es tut mir so furchtbar Leid, was da im Dschungel geschehen ist. Vielleicht sieht man sich eines Tages wieder.“, sagte er und verabschiedete sich bei Tarzan mit einem Händeschütteln. Jay tat sich nur sehr schwer, Abschied von Tarzan zu nehmen. Er brachte keine Worte heraus, also legte Tarzan seine Hand auf Jays Herz und brachte ihn damit zum lächeln. „Ich werde dich sehr vermissen.“, sagte Jay schließlich. Tarzan blickte ihn traurig an. Zuerst verlor er seinen besten Freund und nun auch noch sein Herz. Jay marschierte zusammen mit seinem Vater zurück zum Boot, als er plötzlich stehen blieb, kehrt machte und zurück in Tarzans Arme rannte. Er warf ihn zu Boden, woraufhin sie im Sand landeten, und schenkte ihm einen leidenschaftlichen Kuss auf den Mund. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ist Jay entweder bei Tarzan geblieben, oder er ist mit seinem Vater mitgegangen, aber eines Tages wieder gekommen, da ihre Herzen nun eins waren. Tarzan war der König des Dschungels und fand die Liebe seines Lebens.
Tut mir Leid. Ich hab es gestern total verpeilt, ein weiteres Märchen hochzuladen. Nun eben einen Tag später...
Es war einmal... ganz anders!
Parodie: Die flotten Flirtmusikanten Originalversion: Die Bremer Stadtmusikanten Vorlage: Gebrüder Grimm Veröffentlichung: 1.Juni 2014 Wörter: 2.115
Die flotten Flirtmusikanten Die flotten Flirtmusikanten Es war einmal auf einem Bauernhof, da lebte ein junges Pferd, das stets vom Sohn des Bauers schikaniert wurde. Als das junge Pferd diese Qual eines Tages nicht mehr ertrug, warf er den Bauernsohn bei einem Ausritt vom Sattel und galoppierte in die Wildnis davon. Auf seinem abenteuerlichen Ritt, entdeckte das Pferd prachtvolle Städte, wundersame Wälder und gewaltige Berge. Als es eines späten Abends völlig erschöpft nach einem Rastplatz Ausschau hielt, fand es ein altes Haus, mitten im Volkswald. Das Haus schien bewohnt zu sein, denn aus dem Inneren drang Licht und laute Musik. Vorsichtig lugte das junge Pferd durchs Fenster hindurch und entdeckte dort einen singenden und tanzenden Wissenschaftler, der sich über irgendetwas zu freuen schien. „Endlich hab ich es geschafft! Die ultimative Formel, die mir zu Reichtum, Macht und Ruhm führen wird. Ich bin ein Genie!“ Der Wissenschaftler hüpfte wie ein wild gewordenes Känguru in seinem Häuschen umher, während auf einem Tisch mehrere, farblich unterschiedliche, Elixiere in Glasbehältern standen. Doch etwas viel Wichtigeres zog die Aufmerksamkeit des jungen Pferdes auf sich. In dem kleinen Häuschen standen mehrere Käfige, in denen Tiere gefangen waren. Das junge Pferd hatte keinen Schimmer was sich dort drinnen zutrug, aber es wusste, dass es den anderen Tieren helfen musste. Das junge Pferd hielt sich nämlich für ein edles und starkes Ross, mit einer ordentlichen Portion Mut und kraftvollen Hufeisen an allen vier Beinen. Es machte sich zum Angriff bereit und schlug mit seinen beiden Vorderbeinen die morsche Holztür ein. Der verrückte Wissenschaftler hörte abrupt zu tanzen auf und erschrak beim Anblick des starken Pferdes. Dabei stürzte er gegen den Tisch und der Inhalt in den Glasbehälter verteilte sich über den gesamten Boden. Das junge Pferd bedrohte den Wissenschaftler mit seinen kraftvollen Hufeisen, woraufhin dieser panisch die Flucht ergriff und in der Dunkelheit des Volkswaldes verschwand. Das junge Pferd befreite die Tiere aus den Käfigen, die ihm dafür sehr dankbar waren und sofort in ihre Freiheit hinaus zogen. Lediglich ein Sperling, der nicht mehr fähig war zu fliegen, eine Zecke, die einfach zu langsam vom Fleck kam und ein Bieber, der unter Rückenschmerzen litt, befanden sich nun noch mit dem jungen Pferd im Raum. Da leuchteten die Elixiere hell auf und ein mächtiger Zauber befiel die vier Tiere. Das Licht erfüllte das ganze Häuschen und leuchte bis in den Nachthimmel hinauf… Am Rande des Volkswaldes lebte ein junges Mädchen alleine mit ihrer Mutter, da ihr Vater sich gerade im Krieg befand. Sie marschierte zum Brunnen, um Wasser mit einem Eimer daraus hervor zu ziehen. Dabei trällerte sie ein leises und trauriges Lied vor sich hin, zu Ehren ihres Vaters. Da hörte sie ein Geräusch aus den Büschen, die am Waldrand lagen und als sie der Ursache auf den Grund ging, stockte ihr der Atem. Vier splitternackte Jungs traten hervor, die ihre „Kronjuwelen“ zur Schau stellten. Das Mädchen kreischte auf, wurde tomatenrot im Gesicht und hielt sich die Hände vors Gesicht. Als sie vorsichtig durch ihre Finger hindurch sah, musterte sie die einzelnen Jungs etwas genauer. Der ganz links außen war der Größte der Vier und trug Schlagringe an beiden Händen und seltsamerweise auch an den Füßen… Neben ihm stand ein frisch tätowierter Junge, der unter Rückenschmerzen litt. Ganz rechts außen stand ein Junge, der sich recht ritterlich benahm, wenn ihn auch irgendetwas zu bedrücken schien. Und der letzte der vier Jungs war zugleich auch der Kleinste und streckte stolz seine Brust raus, die sich aber auch sehen lassen konnte. „W-Wer seid ihr?“, fragte das junge Mädchen die vier Jungs etwas ängstlich, aber nach wie vor auch peinlich berührt. „Wiiiir….“, sagte der Kleinste ganz langsam. „Wir sind die flotten Flirtmusikanten!“, kam ihm der tätowierte Junge zuvor und die anderen Drei bestätigten dies nach kurzem Zögern mit einem Nicken. „Ich bin Justin Bieba.“, stellte sich der tätowierte Junge bei dem Mädchen vor und kam ihr dabei so nah, dass sie fast in Ohnmacht fiel. „Ich nenne mich Hoch zu Ross Lynch.“, prahlte der Junge mit den Schlagringen. „Bei mir reicht es, wenn du mich Sperling Knight nennst.“, erklärte der betrübte Junge ihr. „Ich heiße Zecke Efron.“, stellte sich der kleinste Junge bei ihr vor, ging vor ihr auf die Knie und gab ihr zur Begrüßung einen zärtlichen Kuss auf ihre rechte Handfläche. „Ihr seid Musiker? Schwimmen Musiker in der Regel nicht in Geld? Wieso streunt ihr hier also nackt durch die Gegend?“, stellte das Mädchen ihnen als unzählige Fragen. „Weil die Menschenmädels doch auf nackte Jungs stehen, ist doch klar!“, stieß Justin Bieba euphorisch aus, der keine Hemmungen an den Tag legte und sich hübsch, cool und geil fand. „Kannst du uns vielleicht Unterschlupf gewähren?“, fragte Zecke Efron das Mädchen höflich. „Und äh… vielleicht hast du auch etwas für uns, das wir uns Überziehen können.“ „Ja sicherlich. Die Kleidung meines Dads müsste euch passen. Wartet hier. Wenn meine Mutter euch so sieht, kriegt sie einen Herzinfarkt.“, antwortete das Mädchen ihm und ging in ihr Haus zurück.
Drei Monate später: Die Bremer Pop-Arena war gefüllt mit kreischenden Teenies – vorwiegend junge Mädchen mit Zahnspangen – die darauf warteten, dass ihre Idole, die flotten Flirtmusikanten, die Bühne betraten und die Arena rockten. Ein Mädchen hatte ein Schild gebastelt, auf dem geschrieben stand: „Justin Bieba, ich will ein Kind von dir!“. Ein anderes Mädchen trug ein Top mit reichlich Ausschnitt – der hüpfen ihre Zwillinge regelrecht heraus… - auf dem geschrieben stand: „Justin Bieba, ich will dich – nimm mich!“ Hinter der Bühne warteten die vier Jungs auf ihren großen Bühnenauftritt – inzwischen natürlich angezogen. Sperling Knight schaute betrübt hinterm Vorhang hervor. „Das ist unfair. Neunzig Prozent der Mädchen da draußen, sind nur deinetwegen hier.“, sagte er empört zu Justin Bieba. „Ich bin eben ein heißer Vulkan.“, erwiderte Justin cool, dessen Hose so weit unten hing, dass ein Baby darin hineinpassen würde. „Na hoffentlich brichst du nicht irgendwann aus. Finger weg von Cannabis, Alkohol und anderen Drogen!“, warnte Hoch zu Ross Lynch seinen Bandkumpanen und drohte ihm zusätzlich mit seinen Schlagringen. In seinem Lederoutfit und seiner gestylten Frisur, wirkte er viel cooler als Justin Bieba. „Mich interessiert nur die Musik. Ich will singen und tanzen, weil es mir Freude bereitet.“, sagte Zecke Efron, der sein Glück bei dem Mädchen fand, das ihnen vor drei Monaten Unterschlupf gewährte. Bevor es auf Tournee ging, versprach er ihr etwas: „Wenn ich wieder zurückkehre, dann werden wir Beide heiraten und dann bleibe ich bei dir und deiner Mutter und pass auf euch auf!“ „Es geht los.“, sagte Hoch zu Ross Lynch schließlich. „Ach und Justin… reiß dich bitte zusammen. Wir wollen nicht, dass wieder alle Mädchen aus der ersten Reihe in Ohnmacht fallen, nur weil du ihnen mal kurz zuzwinkerst. Und hup mit deinen Wurstfingern nicht auf ihren Melonen herum!“ Die große Show begann und die vier Jungs legten einen atemberaubenden ersten Auftritt hin. Jeder zeigte sein Können. Justin Bieba war eindeutig der Beliebteste bei den Mädchen, einfach weil er cool rüber kam. Zecke Efron kam bei den Mädels zwar auch cool rüber, aber er war offen vergeben. Hoch zu Ross Lynch besaß ebenfalls sehr viele Fans. Lediglich Sperling Knight schien niemanden zu mögen. Er war ein in sich gekehrter Junge, wirkte oftmals traurig, was seinem rechten unbeweglichen Arm zu schulden kam. Der verrückte Wissenschaftler hatte ihm bei seiner Gefangenschaft den rechten Flügel gebrochen. Seitdem konnte er nicht mehr in die Lüfte gleiten und er vermisste das Fliegen so sehr. Fast zwei Stunden volle Power für die vier Jungs, doch sie genossen es in vollen Zügen. In ihrer Tiergestalt waren sie nie so begehrt gewesen. Hoch zu Ross Lynch erinnerte sich nur zu gut daran, wie er vom Sohn des Bauern täglich schikaniert wurde und auf Zecke Efron wurde gerne hin und wieder mal herumgetrampelt. Er rächte sich dann allerdings meistens dadurch, dass er seinem Angreifer eine Krankheit übertrug. „Er hat es verdient.“, grummelte Zecke Efron nachtragend. Bei ihrem letzten Auftritt gaben die Vier noch einmal alles und sangen, was ihre wundersamen Stimmen hergaben. Ob die Elixiere des Wissenschaftlers etwas mit ihrem betörenden Gesang zu tun hatten? Eine Frage, die wohl nie geklärt werden würde… „Das war der absolute Megawahnsinn!“, rief Justin Bieba, nach ihrem Auftritt, in der Kabine. Sein Körper war verschwitzt, was er zu seinem Vorteil ziehen zu wusste. „Ich geh jetzt noch einmal da raus und such mir ein heißes Schneckerl… also ein Mädchen, keine Schnecke, wenn ihr versteht.“ „Bist du es nicht langsam leid, jeden Abend ein anderes unschuldiges Mädchen abzuschleppen?“, fragte Sperling Knight ihn, dem Justin Biebas Eskapaden langsam gehörig auf die Nerven gingen. „Warum denn? Die Mädels stehen drauf. Ich bin ihr Spielzeug und ich spiele gerne…“, grinste Justin Bieba. „Ist dir wieder mal eine Laus über die Leber gelaufen? Deine depressive Art geht mir allmählich auf den Chips…“ „Keks… das heißt „das geht mir auf den Keks“.“, korrigierte Zecke Efron ihn. „Mir doch Fleisch… Wurst… oder was die Menschen da sagen.“, erwiderte Justin Bieba nun aufbrausend. „Was hast du eigentlich für ein Problem, Sperling?!“ „Justin, jetzt beruhig dich bitte wieder ein wenig.“, mischte sich nun Hoch zu Ross Lynch ein, der die Position als Anführer innehatte. „Siehst du nicht, dass Sperling immer noch frustriert darüber ist, dass er womöglich nie wieder fliegen kann? Für ihn ist das Menschendasein die größte Umstellung!“ „Das ist es doch gar nicht…, ja auch…, aber das ist nicht das Hauptproblem.“, sagte Sperling nun. Seine drei Bandkumpane blickten ihn an, doch Sperling rückte nicht mit der Sprache raus. „Waoh, dieses elektronische Ding in meiner Hosentasche vibriert schon wieder.“, sagte Zecke Efron und zog sein Handy heraus. „Ist bestimmt mein kleines Zeckenweibchen. Bin mal kurz weg.“ Zecke Efron verließ den Raum und Hoch zu Ross Lynch tat es ihm kurz darauf gleich. „Ich rede mal kurz mit unserem Manager. Stellt in der Zwischenzeit bitte keine Dummheit an.“ Stille kehrte in den Raum ein. Sperling Knight saß niedergeschlagen auf dem Sofa und blickte zum Teppichboden, während Justin Bieba sich vor einen Spiegel setzte und seine Augenbrauen zupfte. Im Spiegel beobachtete er unterdessen auch Sperling. Irgendwann legte er schließlich seine raue Schale ab, setzte sich zu seinem Kumpanen aufs Sofa und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Tut mir Leid. Was immer dich auch bedrückt, du kannst jederzeit mit mir reden. Das weißt du doch, oder?“ Sperling traute sich nicht, Justin in die Augen zu sehen, aber er antwortete ihm: „Danke, das weiß ich wirklich sehr zu schätzen… vor allem, weil es von dir kommt.“ Sperling entfuhr ein Lächeln, das auch Justin nicht entging und er grinste. „Darf ich dir eine Frage stellen?“, fragte Sperling ihn hinterher. „Du frägst mich, ob du mir eine Frage stellen kannst? Ist das nicht ein Widerspruch in sich?“ Justin lachte. Sperling warf ihm einen bockigen Blick zu und haute ihm sachte aufs Knie. „Glaubst du eigentlich an Liebe auf den ersten Blick?“, fragte Sperling ihn schließlich. Justin hörte abrupt zu Lachen auf und blickte seinen Kumpan verdutzt an. Sperling war es unangenehm mit ihm darüber zu reden. Er wurde unruhig, doch musste nun das raus, was er seit drei Monaten mit sich herum schleppte. „Weißt du…, als ich dich das erste Mal sah…, also damals im Wald… wo wir Beide ganz nackt waren…“ Sperling räusperte sich und wurde rot im Gesicht. „Du bist mir auf den ersten Blick aufgefallen und ich hab mich in jener Nacht Kopf über Hals in dich verliebt.“ Zuerst war Justin Bieba sprachlos, doch dann sagte er: „Das heißt „Hals über Kopf“ und nicht „Kopf über Hals“ du Spinner… und wenn ich ehrlich bin… mir erging es bei dir genauso. Doch hab ich nicht deinen Mut, und verbarg meine wahren Gefühle hinter meiner vorgegaukelten Coolness.“ Nun war es Sperling, der Justin verdutzt anstarrte. „Soll das etwa heißen…?“ „Genau das soll es heißen.“ Justin beugte sich zu Sperling rüber und gab ihm einen leidenschaftlichen Kuss auf den Mund. Sperling musste nicht mehr fliegen können, um glücklich zu werden. Er schwebte auch so schon auf Wolke Sechs… Sex… oder war es Sieben? Die Tür zur Kabine ging abrupt auf und Zecke Efron stürmte herein. „Fantastische Neuigkeiten! Der Vater meiner Freundin ist endlich nach Hause zurückgekehrt und das Beste ist, er steht auf meine Musik! Oha…, hab ich was verpasst? Zecke Efron blickte überrascht zum Sofa, auf dem Justin Bieba und Sperling Knight bereits oberkörperfrei lagen und sich ihrer Liebe hingaben. „Ich sag ja, euch kann meine keine Sekunde aus den Augen lassen.“, meinte Hoch zu Ross Lynch, der nun ebenfalls zurückkehrte und lächelnd das Schauspiel vor ihm beobachtete. Und wenn sie nicht gestorben waren, so waren die vier flotten Flirtmusikanten auch noch heute Menschen, genossen ihr neues Leben in vollen Bussen… ich meine Zügen und sangen ihre Lieder aus vollen Nieren… Herzen. Entschuldigung! The Show must go on für die vier flotten Flirtmusikanten!
Diese Woche bin ich aber pünktlich mit meiner Veröffentlichung des nächsten Märchens. Hier kommt der Froschkönig!
Es war einmal... ganz anders!
Parodie: Der Froschkönig, nur in rosa-violett und im Karo-Jackett Originalversion: Der Froschkönig Vorlage: Gebrüder Grimm Veröffentlichung: 25.September 2014 Wörter: 1.758
Der Froschkönig, nur in rosa-violett und im Karo-Jackett Es war einmal vor sehr langer Zeit, da hüpfte eine junge Prinzessin wie ein Känguru durch den Schlossgarten und spielte mit ihrer goldenen Kugel. Durch ein Missgeschick ihrerseits – Frauen, diese Tollpatsche – fiel ihr ihre goldene Kugel in einen Brunnen. Die Prinzessin blickte in den Brunnen hinunter und sah ihre Kugel im Wasser versinken, als plötzlich ein seltsames Wesen herbei sprang und sich vor der Prinzessin auf den Brunnen niederließ. Das Wesen war von Kopf bis Schenkel rosa-violett und es trug ein Karo-Jackett. Jawohl ein Karo-Jackett! Es war ein Frosch und als es nur einmal laut quakte, verfiel die Prinzessin in Panik, schrie sich die Seele aus dem Leib: „Iiiiiiiiihhh, aaaahhhhhhh, bääääääh!“… und ergriff vor Ekel und Abscheu die Flucht – Frauen, diese krächzenden Krähen. Keine viertel Stunde später kehrte die Prinzessin mit ihrem ärmlich gekleideten Stallburschen zurück. „Stallbursche, klettere in den Brunnen und hol mir meine goldene Kugel zurück. Das ist ein Befehl!“, richtete sie ihre krächzende Stimme an den Stallburschen und warf ihm einen hochnäsigen Blick zu. Dann schritt sie wieder davon, denn sie wollte dem Frosch keinesfalls noch einmal begegnen und lieber im Schloss auf ihre geliebte goldene Kugel warten. Der Stallbursche warf einen unsicheren Blick in den Brunnen. Dann drehte er sich um und blickte der Prinzessin hinterher. „Blöde Kuh!“ Anmerkung: Frauen, diese blöden Kühe. „So spricht man aber nicht mit seinen Schlossgebietern.“, sagte eine Stimme hinter ihm. „Ja ich weiß, aber bei der alten Schnepfe mach ich eine Ausnah…“, der Stallbursche drehte sich wieder dem Brunnen zu und merkte erst jetzt, dass er sich gerade mit einem Frosch unterhielt. „Was zum Froschteufel… du bist ja rosa-violett und trägst ein Karo-Jackett. Wie abgefahren ist das denn?!“ „Und das ich sprechen kann, obwohl ich ein Frosch bin, ist nicht abgefahren? Du bist ein seltsamer Junge.“, entgegnete der Frosch. „Oh verdammt, mich juckst am Rücken. Kannst du mal kratzen?“ „Äh nein, ganz sicher nicht.“, antwortete der Stallbursche ihm angewidert. „Dann eben nicht. Zum Glück hab ich eine Alternative.“, sagte der Frosch und klappte seine lange und dehnbare Zunge aus, mit derer Hilfe er sich den Rücken kratzte. Der Stallbursche versuchte den Frosch zu ignorieren, was sich als schwierig erwies, denn schließlich trug er ein Karo-Jackett. Ja ein Karo-Jackett! Wieder blickte er den Brunnen hinunter und er wurde das ungute Gefühl nicht los, dass er sich alle Knochen brechen würde, wenn er dort hinunter kletterte. Als sein Blick erneut zum Frosch wanderte, kam ihm eine Idee. „Sag mal, du lieber, hübscher, eleganter und gar nicht schleimiger Frosch…, kannst du mir einen Gefallen tun?“ „Lass mich raten. Du willst, dass ich dort hinunter springe, um die goldene Kugel der krächzenden Krähe zurück zu bringen, da ich ein Amphibie bin und mir keine Knochen brechen kann.“ „Ganz genau!“, gluckste der Stallbursche frech. „Also gut, ich mach es. Auch auf die Gefahr hin, dass ich als Froschmatsch ein jähes Ende finde, aber dafür musst du mir auch einen Gefallen erwidern.“, sagte der Frosch. Der Stallbursche setzte einen skeptischen Blick auf und der Frosch fing ein quakendes Kichern an.
Eine Stunde später konnte die Prinzessin – auch unter den Titeln blöde Kuh und krächzende Krähe bekannt – ihre heißgeliebte goldene Kugel wieder in ihren Händen halten. Ihre Freude war groß, doch wollte sie ihre Kugel erst einmal von dem dreckigen Brunnenwasser reinwaschen – Frauen, die sind nicht nur blond, sondern auch blöd. Die Freude des Stallburschen hielt sich jedoch in Grenzen, denn er musste dem Frosch für das Wiedererlangen der Kugel ein Versprechen geben. Als er sich abends in seiner bescheidenen Kammer befand, klopfte der Frosch mit seiner Zunge an seinem Fenster. Er saß auf dem Fenstersims, über ihm der sternenklare Nachthimmel. „Ich bin so frei.“, sagte der Frosch und hüpfte mit einem Sprung in die Kammer, nachdem der Stallbursche das Fenster öffnete. „Oh cool, ist das die Besenkammer?“ „Äh… das ist mein Schlafzimmer.“, entgegnete der Stallbursche verwirrt. „Oh.“, quakte der Frosch und blickte sich bestürzt in der Kammer um, in der sich außer einem Tisch mit Stuhl, noch eine kleine Kommode und ein Bett befanden. „Machen wir das Beste daraus. Ich hoffe wenigstens, dass in der Kommode Platz für mein Jackett ist.“ „Ich glaube, dass lässt sich einrichten.“, sagte der Stallbursche, der den Frosch erstmals anlächelte. „Und du bist dir sicher, dass du hier einziehen willst?“ „Das war unser Abkommen. Ich besorge dir die goldene Kugel der Prinzessin und dafür darf ich bei dir einziehen, an deinem Tisch Speis und Trank verzehren und in deinem Bettchen schlafen.“ „Also beim Essen werde ich meinen Würgereiz noch zurückhalten können, aber ich bin mir nicht sicher, ob mir das auch beim Schlafen im Bett gelingt.“, meinte der Stallbursche ehrlich. „Macht es dir Spaß, auf meinen Gefühlen rum zu trampeln? Ja, ich bin ein schleimiger und rosa-violetter Frosch im Karo-Jackett, aber ich hab auch Gefühle, eine Seele… und ein Herz!“ Der Frosch ließ traurig seinen Kopf sinken und dem Stallburschen taten seine Worte auf einmal Leid. Er nahm den kleinen Frosch auf seine Hand und streichelte mit einem Finger über seine glatte Haut – die im Übrigen alles andere als schleimig war. Der Stallbursche und der Frosch waren sich auf einmal ganz nah. Erstmals verspürte der Stallbursche keine Abscheu mehr gegenüber dem Frosch. Kurz darauf setzte er ihn auf dem Tisch wieder ab und servierte sich und dem rosa-violetten Amphibie etwas zu Essen. Fliegen waren leider ausverkauft, aber dafür gab es Brot, Wurst und Käse, dazu ein köstlicher Met und etwas Milch von einer Kuh. Anmerkung: Die Kuhmilch stammt natürlich nicht von der sogenannten blöden Kuh… Erst als sie fertig zu Abend gegessen hatten, bemerkte der Frosch, auf was für einen wunderschönen, handgemachten Holztisch er die ganze Zeit saß. „Da ist aber jemand handwerklich sehr begabt.“ „Oh, vielen Dank.“, sagte der Stallbursche. „Wie? Den Tisch hast du fertiggestellt?“, erwiderte der Frosch perplex. „Den Tisch, den Stuhl, die Kommode und das Bett. Alle Möbel die hier stehen, sind durch meine eigenen Hände entstanden.“, klärte der Stallbursche ihn auf. „Du hast das Zeug zu einem Zimmerer und verschwendest dein Talent hier am Hofe dieser eitlen und hochnäsigen Prinzessin?!“, meinte der Frosch ehrlich. „Junge, mach was aus deiner Zukunft!“ „Das ist nicht möglich. Ich hab zwar zwei sehr begabte Hände, aber dafür zwei linke Füße. Außerdem hab ich nicht genug Geld, um mir eine eigene Zimmerei aufzubauen.“, erklärte der Stallbursche ihm. „Es mangelt dir also an Geld… hm…“, nuschelte der Frosch vor sich her. Der Stallbursche ließ ein lautes Gähnen von sich und sagte hinterher: „Ich bin müde und es ist auch schon spät. Wir sollten langsam schlafen gehen. Sicher, dass du in meinem Bett schlafen willst? Nicht, dass du doch noch als Matsch endest, falls ich mich versehentlich auf dich drauf lege.“ Der Frosch quakte lachend. „Haha, schon okay, ich mach es mir einfach hier auf dem Tisch ein wenig gemütlich. Falls du aber noch eine weiche Unterlage und eine kleine Decke für mich hast, wäre ich dir zutiefst dankbar, edler Stallbursche.“ Der Stallbursche brachte dem Frosch ein kleines Kissen, auf dem er schlafen konnte, und seinen Schal für den Winter, der als Zudecke diente. Der Frosch machte es sich gemütlich und bereits nach kurzer Zeit schlummerte er im Reich der Amphibienträume. Der Stallbursche beobachtete ihn lächelnd und war ihm zutiefst dankbar. Der Frosch veränderte ihn irgendwie zum Positiven. Danach ging auch er ins Bett und träumte von einer eigenen Zimmerei und einem Jungen, der ihm beim Aufbau half. Der Junge war sehr ansehnlich und trug eine Krone auf den Kopf. Er war bestimmt ein Prinz. „Aufmachen! Im Namen der Prinzessin, öffnet die Tür!“, rief eine bedrohliche Stimme und als der Stallbursche die Tür zu seiner Kammer öffnete, stand die königliche Wache vor ihm. „Du wirst beschuldigt, aus der Vorratskammer des Schlosses den Met gestohlen zu haben. Du wirst dazu aufgefordert, mich unverzüglich ins Schloss zu geleiten. Was zur Hölle…“ Der Blick der Wache fiel auf den rosa-violetten Frosch, der gerade dabei war, sich sein Karo-Jackett überzuziehen. „Ich begleite den Jungen, aber vorher zieh ich mir was drüber, sonst fühl ich mich so nackt.“, meinte der Frosch und sprang danach auf die Schulter des Stallburschen, der inzwischen jegliche Abscheu vor der Amphibie überwunden hatte. Zurück im Schloss, standen der Stallbursche und der Frosch der blöden Kuh, pardon, ich meine natürlich der geschätzten Prinzessin gegenüber, die sie voller Hass und Ekel anstarrte. „Das glaub ich ja wohl nicht. Dieses abscheuliche Vieh gehört als zu euch. Dafür und für den Diebstahl werde ich euch in die Kerker des Schlosses werfen lassen, wo ihr jämmerlich verhungern werdet!“ „Oh das glaube ich kaum.“, quakte der Frosch feuchtfröhlich, während dem Stallburschen vor Angst die Knie zitterten. „Hab keine Furcht, edler Stallbursche. Ihr könnt uns Beide retten.“ „Wie denn?“, fragte der Stallbursche den Frosch ungläubig. „Küsst mich und ihr werdet Zeuge eines Wunders!“, bat der Frosch ihn freundlich darum. „Ich soll was?!“, stieß der Stallbursche entsetzt aus, während die Prinzessin in schallendes Gelächter ausbrach. Frauen, sind ätzender als jede Säure oder Lauge dieser Welt. „Bitte, ihr müsst mir vertrauen.“, sagte der Frosch. „Wir haben uns doch gestern Abend wahrhaft prächtig unterhalten. Wir waren auf einer Wellenlänge, trotz meines abscheulichen Aussehens.“ „J-Ja schon, aber wie soll ein Kuss uns weiter helfen?“, fragte der Stallbursche weiterhin verwirrt, doch der Frosch blieb stumm. Sie sahen sich gegenseitig in die Augen, während die Prinzessin dem ganzen Trauerspiel ein Ende bereiten wollte und die Wache zu sich rief. Sollte der Stallbursche wirklich diesen Frosch küssen? Er vertraute dem Frosch und ließ es drauf ankommen. Sein Kopf näherte sich seiner Hand, auf der der Frosch saß. Er konnte nur hoffen, dass der Kuss wenigstens ohne Zunge vonstattenging. Dann küsste der Stallbursche den Frosch und ein rosa-violetter Rauch umhüllte die Beiden. Als sich der Rauch lichtete, spürte der Stallbursche die zarten Lippen eines Menschen. Er öffnete die Augen und blickte in das Gesicht des Prinzen, aus seinem Traum. Der Prinz strahlte ihn fröhlich und dankbar an, während er auf sein Karo-Jackett hinabblickte. Auf dem Prinzen lag nämlich ein böser Fluch und nur der Kuss des Glaubens und der Liebe konnte ihn davon befreien. Die Prinzessin saß wie versteinert da – Frauen… -, während der Prinz den Stallburschen unter seinen Schutz nahm. Hand in Hand marschierten sie aus dem Schloss und kehrten in das Königreich des Prinzen zurück, dessen Volk ihn bereits sehnsüchtig vermisste. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann errichteten sie gemeinsam eine Zimmerei, in der der ehemalige Stallbursche sein Talent ausführen konnte. Jeder hat des Anderes sein Leben verändert und dafür waren sie sich nicht nur dankbar, sondern sie liebten sich auch für immer und ewig.
Ich gebe zu, das heutige "Märchen" zählt nicht zu meinen Glanzstücken, aber es gehört hier dennoch rein. Und wie schrieb ein Leser mal: "Das Original ist noch immer schwuler!"
Es war einmal... ganz anders!
Parodie: Gaylight - Bis(s) zum ersten Kuss Originalversion: Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen Vorlage: Stephenie Meyer Veröffentlichung: 18.Mai 2015 Wörter: 2.054
Gaylight – Bis(s) zum ersten Kuss Es war einmal ein italienischer Junge mit rosa Schweinehaut – sein Name Bastiano Duck. Seine Eltern lebten geschieden und an zwei verschiedenen Orten. Während seine Mutter in Italien zu Hause war und dort als Callgirl ihr Geld verdiente, lebte sein Vater in Orks, einer kleinen hässlichen Ortschaft in Amerika, und arbeitete dort als einer dieser Freund und Helfer, auch „Polizist“ genannt. Bastiano zog gerade zu seinem Vater, als er jemanden kennen lernte, der sein Leben für immer verändern sollte. „Und wie gefällt es dir hier bisher so?“, fragte Carlos Duck seinen Sohn am Mittagstisch in seiner Lieblingskneipe „Blutdurst“. In seiner Stimme lag eine gewisse Nervosität, da er Bastiano seit mehr als einem Jahr nicht mehr zu Gesicht bekam und dieser bereits wieder ein Jahr älter geworden war. „Es ist nass… es regnet den ganzen Tag.“, antwortete sein Sohn ihm sehr gelangweilt. „Nun ja… mit dem sonnigen Italien ist das hier natürlich nicht zu vergleichen.“, erwiderte Carlos, als die Tür der Kneipe sich öffnete und vier Jugendliche reinstolzierten. Die vier Jugendlichen sahen optisch nicht viel älter als Bastiano aus, doch dieser wurde das unruhige Gefühl nicht los, das sie innerlich um einiges älter waren, als sie vorgaben. Die vier Jugendlichen setzten sich gemeinsam an einen Tisch. Bastiano musterte sie neugierig. „Dad, wer sind die?“ „Die da? Oh das sind die Addams, von denen du dich aber lieber fern halten solltest. Die sind nicht ganz richtig im Hirn.“, erklärte sein Vater ihm. „Sie sind eigentlich allesamt Geschwister, aber Gerüchten zufolge treiben sie es miteinander. Dieser muskulöse Knabe mit dem Kreuz eines Stiers und dem kurzen Haar heißt Damon und sein Bruder mit dem rotblonden Haar und dem Modelblick heißt Stefan. Die zwei Mädels die sich ständig gegenseitig in den Haaren streicheln heißen Caroline und Elena. Beide haben sich ihre Brüste vergrößern lassen. Sowohl die beiden Jungs, als auch die Mädels sollen ein Paar sein. Ich halte ja nicht viel von Gerüchten, aber wer weiß was da dran ist. Da fällt mir gerade ein, da fehlt glaube ich noch einer…“ Die Tür zur Kneipe ging erneut auf und ein weiterer Jugendlicher kam herein. „Wer ist das?!“, fragte Bastiano seinen Vater erneut, während ihm vor Verwunderung sein Mund weit offen stand. „Wenn man vom Teufel spricht… das ist Edgardo. Er ist der Jüngste der Addams und vermutlich der einzige Single unter ihnen.“, antworte Carlos seinem Sohn, bevor er aus seinem Glas trank. Als er es wieder abstellte, fügte er noch hinzu: Wobei Single zu sein bei ihm so viel bedeutet wie, jeden Abend eine oder einen abzuschleppen, die er dann mit seiner Mörderaussehen umbringen kann… oder einfach nur flachlegt, je nachdem welchem Gerücht man Glauben schenken mag. Bastiano konnte seinen Blick von Edgardo gar nicht abwenden. Dieser stolzierte in die Kneipe nicht einfach so wie seine vier Geschwister herein, sondern schien er regelrecht zu schweben. War er vielleicht sowas wie eine Fee, … oder eine Art Geist. Zumal von Edgardo eine besondere Ausstrahlung ausging, die Bastiano zusätzlich in seinen Bann zog. Edgardo bemerkte, dass Bastiano ihn anstarrte und als sich ihre Blicke trafen, setzte Edgardo ein verschmitztes Lächeln auf. Ab diesem Moment war Bastiano eines ganz klar: Er musste Edgardo genauer kennen lernen!
Die Tage vergingen und Bastiano kehrte des Öfteren in die Lieblingskneipe seines Vaters zurück um noch einmal auf Edgardo zu treffen – doch ohne Erfolg. Er war bereits ganz deprimiert und als er an einem der selten sonnigen Tage über den Parkplatz schlenderte, war er so sehr in seinen Gedanken bei Edgardo, dass er die Gefahr nicht kommen sah, die auf ihn zuraste. Ein Autofahrer verlor die Kontrolle über seinen Wagen und raste auf Bastiano zu. Als dieser die Gefahr endlich bemerkte, schien für ihn bereits alles zu spät sein. Er bückte sich, legte die Hände über den Kopf und schloss seine Augen. Aus. Vorbei. Nun würde er ins Jenseits wandern. Wer weiß… wenn Edgardo wirklich ein Geist war, dann würde er ihn dort vielleicht wieder treffen. Bastiano wartete auf sein bevorstehendes Ende, doch blieb dieser überraschenderweise aus. Als Bastiano nämlich seine Augen wieder langsam öffnete, sah er Edgardo neben sich knien, der mit einer Hand das Auto abgewehrt und Bastiano somit das Leben gerettet hat. Bastiano blickte Edgardo verwundert an, aber nicht schockiert oder verängstigt. „Okay, was bist du? Superman?“ Edgardo antwortete ihm nicht, doch blickte er ihn weiterhin hypnotisch an. „Meeeein Auuuutooo!“, jammerte der Fahrer, der ausgestiegen war und die große Delle in seinem Wagen entdeckte, für die Edgardo verantwortlich war. „Das wirst du mir zahlen!“ „Halt die Klappe, oder ich fresse dich bei lebendigem Leibe auf.“, drohte Edgardo ihm mit einem ernsten Blick und der Fahrer bekam es sofort mit der Angst zu tun. Plötzlich lächelte Edgardo und das bereitete mir nun Angst. „Nur Spaß.“, sagte er und klopfte dem Fahrer freundschaftlich auf die Schulter. „Meine Versicherung wird für den Schaden aufkommen, mach dir da mal keine Sorgen.“ Als der Fahrer fort war und Bastiano und Edgardo alleine waren, zog Letzterer es vor in den Wald zu verschwinden. Bastiano folgte ihm, denn seine Neugier kannte keine Grenzen und der mysteriöse Junge zog ihn regelrecht in seinen Bann. Doch als sich Bastiano mitten im Wald befand, verlor er Edgardo aus den Augen. In der Ferne hörte er das Heulen eines Wolfes, obwohl es noch helllichter Tag war und die Sonne brütend heiß von oben herunter schien. Bastiano wollte schon wieder nach Hause gehen, als etwas hinter ihm hoch oben von einem Baum runter sprang. Bastiano drehte sich erschrocken um und entdeckte Edgardo – splitterfasernackt. „Zum Teufel nochmal, was…?!“, stieß Bastiano erschrocken aus, während er peinlichst berührt war und versuchte wegzuschauen. Edgardo schien das Ganze weitaus weniger auszumachen und er kam Bastiano barfuß entgegen. „Zum Teufel? Naja knapp vorbei, ist auch vorbei.“, sagte Edgardo, der Bastiano nun freundlich entgegen lächelte, während er seine Hände berührte und diese auf seinen nackten Oberkörper legte. „Fühlst du das?“, fragte Edgardo ihn, während er Bastianos Hand langsam seinen Körper abtasten ließ. „Fühlst du die Kälte meines Körpers?“ „Ehrlich gesagt fühl ich gerade was ganz anderes und das ist lang, hart und seeehr erregt.“, antwortete Bastiano ihm, der nun einen Blick riskierte und dabei Edgardos bestes Stück bestaunte. „Deine unschuldige süße Art gefällt mir.“, flüsterte Edgardo Bastiano ins Ohr. „Rate was ich bin!“ „Ehm… ich weiß nicht.“, sagte Bastiano leicht verlegen. Er wollte nichts Falsches sagen. „Du bist nicht Superman…, auch nicht der Teufel, aber was bist du dann?“ Bastianos Augen rollten nun über den ganzen Körper von Edgardo. Seine Haut war blass, sein Körper kalt, seine Augen funkelten wie Sterne und seine Zähne… „D-Du bist ein Va-Vampir?!“, antwortete Bastiano schließlich mit zittriger Stimme, als er erstmals die spitzen Eckzähne von Edgardo bemerkte. „Ganz genau.“, bestätigte Edgardo ihm leise. „Hast du nun Angst vor mir?“ „Hätte ich denn einen Grund, Angst vor dir zu haben?“, erwiderte Bastiano mit einer Gegenfrage. Edgardo wich von sich aus ein paar Schritte zurück. Er schien sich nicht ganz wohl zu fühlen und mit sich selbst zu kämpfen. Bastiano blickte ihn besorgt an, doch Edgardo streckte ihm seine Hand entgegen, damit er ihm nicht näher kam. „Ich bitte dich, bleib fern von mir. Ich mag dich irgendwie und will dich deshalb nicht verletzen. Dein Blut… es riecht so appetitlich, dass ich dir am liebsten um den Hals fallen würde, um es zu kosten. Doch wenn ich erst einmal zubeiße, dann kann es passieren, dass ich die Kontrolle über mich verliere und… und dich töte! „Ich habe keine Angst.“, sagte Bastiano daraufhin tapfer, denn ihm gefiel was er sah… und das nicht nur, weil Edgardo nackt vor ihm stand und erregt war. Edgardo gefiel ihm auch schon deshalb, weil er eine ungeheure Anziehungskraft auf ihn ausübte und er gerne mehr über ihn wissen wollen würde. „Ich sollte jetzt gehen.“, sagte Edgardo, nachdem er sich wieder unter Kontrolle hatte. „ Zuhause wartet eine Orgie mit meinen Geschwistern auf mich. Die will ich auf gar keinen Fall versäumen und danach kommt mein Lieblingsfilm im Fernsehen: „Vampire Diaries vs. Teen Wolf“ Ich liebe es, wenn die Vampire denn Wölfen das Fell über die Ohren ziehen und sie als Kuscheldecken verwenden.“ „Öhm… okay. Sehen wir uns wieder?“, fragte Bastiano hoffnungsvoll. „Ich werde immer in deiner Nähe sein.“, antwortete Edgardo ihm verführerisch lächelnd, ehe er wie ein Eichhörnchen auf einen hohen Baum kraxelte und dann von Baum zu Baum sprang. Inzwischen brach auch die Dämmerung herein und die Sonne verschwand hinter den Wolken. Bastiano beschloss sich ebenfalls auf den Heimweg zu machen, doch da tauchte eine Person auf und versperrte ihm den Weg. Die Person hatte rotes lockiges Haar, trug ein schwarzes Lederkleid und Netzstrümpfe an den Beinen. „Findest du mich sexy?“, fragte die Person Bastiano bedrohlich. „Um ehrlich zu sein: Nein!“, antwortete Bastiano angewidert, denn die Person, die vor ihm stand, war ein erwachsender Mann in Frauenkleidern. „Bist nicht mein Typ, sorry.“ „Schon klar. Du stehst lieber auf zarte Jungs, wie diesen Edgardo. Das der liebe Eddy mir aber auch immer dazwischen funken muss.“, jammerte der Mann, während er seine spitzen Fingernägel in einen Baumstamm rammte und dort Kratzspuren hinterließ. „Ich bin Victor, aber für dich Darling bin ich gerne Vicky. Du darfst gerne mal an mir lecken, wenn ich dich dafür mal anknabbern darf.“ „Tut mir Leid, aber ich sollte jetzt nach Hause gehen. Mein Dad ist Polizist und er macht sich bestimmt schon Sorgen um mich.“, sagte Bastiano, der absichtlich erwähnte, dass sein Dad ein Cop ist, damit der fremde Mann ihn schneller in Ruh ließ. Doch es kam anders… „Uuuuh ein Bulle, wie aufregend. Vielleicht darf Daddys kleiner Liebling ja mal seine Handschellen ausleihen. Dann können wir Fesselspiele miteinander spielen.“ Victor leckte sich mit seiner Zunge verführerisch über den Mund, während er vor Bastiano die Beine spreizte. „Ich gehe jetzt.“, sagte Bastiano bestimmend, doch Victor ließ ihn nicht so einfach gehen. Er setzte zu einem Sprung an und versperrte Bastiano den Weg, der nun ängstlich zurück wich. „Dich muss man wohl zu deinem Glück zwingen.“, meinte Victor. „Also schön, dann eben auf die altmodische Art und Weise. Eiskalt zubeißen und dir das Blut aussaugen, hat durchaus seine Vorzüge. So kann ich mich wenigstens an dem süßen Klang deines qualvollen Schreies ergötzen.“ Victor kam Bastiano bedrohlich nahe und drängte ihn in eine Ecke. Weglaufen war zwecklos. Bastiano stolperte über eine Wurzel und landete rücklings im Laub der Blätter. Er kroch auf allen Vieren vor Victor davon, denn nun hatte er wirklich Angst. Victor war kurz davor sich auf ihn drauf zu stürzen, als plötzlich Edgardo vom Baum sprang und sich dem bösen Vampir in die Quere stellte. „Finger weg, das ist meine Beute!“, befahl Victor ihm, doch Edgardo stellte sich schützend vor Bastiano. „Der Junge ist nicht zum Verzehr gedacht!“, erwiderte Edgardo wütend, während er Victor seine scharfen Zähne zeigte. Die Beiden stürmten schließlich aufeinander zu und kämpften mit ihren Krallen und Spitzzähnen. Bastiano beobachte das Schauspiel und hoffte, dass Edgardo den Kampf gewann. Victor fügte Edgardo eine fiese Wunde am linken Arm zu, doch Edgardo kämpfte trotz seiner Verletzung erbittert weiter. Er stürzte sich auf Victor, riss ihn zu Boden und biss ihm den Kopf ab. Bastiano drehte verängstigt seinen Kopf zur Seite und schloss seine Augen, bis der Spuk vorbei war. Er hörte leise Schritte auf sich zukommen und als er seine Augen wieder öffnete, stand Edgardo vor ihm. „Du bist nun in Sicherheit.“ Bastiano war erleichtert und glücklich. Er sprang vom Boden auf und legte seine Arme um Edgardo. Er war so froh, dass ihm nichts zugestoßen ist. Edgardo fühlte sich von dieser Umarmung völlig überrumpelt, doch ließ er sich dazu hinreißen, die Umarmung zu erwidern. „Dieser Victor hat mir Angst gemacht.“, sagte Bastiano noch immer leicht aufgelöst. „Er sagte, ich wäre seine Beute.“ „Du bist aber keine Beute. Du bist viel mehr als das. Du bist vielleicht der erste Junge, den ich nach all den vielen Vampirjahren wieder lieben könnte.“ Edgardos Worte berührten Bastianos Herz sehr. So sehr, dass er sich noch näher an ihn heranwagte und ihn zärtlich küsste. Er spürte keine Furcht, dass Edgardo ihn beißen könnte. Er vertraute ihm und sein Herz klopfte wie wild. Und wenn Bastiano nicht gestorben ist, denn Edgardo ist ja bereits tot, dann würde er noch viele weitere Abenteuer mit Edgardo erleben. Er würde dessen Familie kennen lernen und deren ungewöhnlichen Essensgewohnheiten – das alles und noch viel mehr bei „Bis(s) zum ersten Date“!
Heute in der Sonntagsausgabe: Ein orientalisches Märchen
Es war einmal... ganz anders!
Parodie: Galadin und die Liebeslampe Originalversion: Aladin und die Wunderlampe Vorlage: Hanna Diab; Antoine Galland Veröffentlichung: 26.Januar 2016 Wörter: 2.162
Galadin und die Liebeslampe Es war einmal im Orient, in Bagdad – der Stadt von Reichtum und Macht. Im prachtvollen Palast lebte der Sultan zusammen mit seinem Sohn, Prinz Ali Gaga, und samt seinen 40 Leibwächtern. Sie besaßen unendlich viel Gold, doch der Reichtum allein, machten den Prinzen nicht glücklich. Er sehnte sich nach der großen Liebe, einem Menschen, mit dem er sein Leben teilen konnte. Doch sein Vater der Sultan erduldete nur eine Prinzessin an der Seite seines Sohnes, womit des Prinzen Leids besiegelt wurde. Der Prinz hatte nämlich nicht vor, jetzt oder jemals eine Prinzessin zu heiraten. Er zog das männliche Geschlecht dem weiblichen vor, was sein Vater jedoch keineswegs duldete. Prinz Ali Gaga fühlte sich unendlich traurig und glaubte bereits, niemals wirklich glücklich zu werden. Doch war er nicht der Einzige, der das Gefühl der Einsamkeit in sich trug. Außerhalb des Palastes, hinter den Mauern, in den schmutzigen und dunklen Gassen von Bagdad, gab es einen jungen Mann, der das gleiche Gefühl empfand: Sein Name war Galadin, dessen Eltern bereits vor vielen Jahren am Hungertod verstarben. Seitdem streunte Galadin als Waisenjunge durch die Straßen von Bagdad, immer auf der Hut vor dem Gesetz. Sein Lebenswille war schon beinahe erloschen, wäre ihm eines Nachts nicht ein Wunder widerfahren. Galadin befand sich in seinem Versteck, über den Dächern von Bagdad. Über ihn erstreckte sich der endlose Nachthimmel, der heute sternenklar war. Galadin guckte verträumt hinauf und wünschte sich so sehr, einmal im Leben Glück zu haben, als gerade eine Sternschnuppe vorbeiflog. Galadin musste etwas genauer hinsehen, als er plötzlich ein Funkeln im Himmel beobachten konnte. Das Funkeln wurde größer und kam mit unaufhaltsamer Geschwindigkeit auf ihn zu. Galadin wollte schon davon laufen, als sich das Funkeln lediglich als kleiner Gegenstand in Form einer Lampe herausstellte. Die Lampe landete unversehrt, aber laut klimpernd, vor Galadins Füßen. Verblüfft und misstrauisch blickte Galadin auf die Lampe herab. Dass eine Lampe einfach so vom Himmel fiel, konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. Vielleicht hatte ein Dämon seine Finger im Spiel. Andererseits… dann wäre die Lampe aus der Erde empor gestiegen und nicht vom Himmel gefallen, wo doch angeblich die Engel hausten. Galadin nahm die Lampe – wenn auch leicht zögerlich – in die Hand und musterte sie von oben bis unten. Die Lampe war staubig und sehr wertvoll sah sie auch nicht aus. Schade, dachte sich Galadin, der sich schon erhofft hatte, die Lampe gegen ein wenig Essbares umtauschen zu können. Vielleicht wäre sie ja wertvoller, wenn sie nicht so verdreckt wäre… Galadin rieb ein wenig an der Lampe, um sie sauber zu bekommen, bis er eine Einschrift darauf entziffern konnte: „Dies ist keine Öllampe, sondern eine batteriebetriebene Lampe. Lege bitte deshalb eine Batterie ein!“ Ganz zuuufällig... hatte Galadin noch eine Batterie über. Er legte die Batterie in das dafür vorgegebene Fach ein, ehe etwas Unglaubliches geschah: Die Lampe fing wie eine Teekanne zu pfeifen an und heißer Dampf stieg in Form von kleinen Herzchen empor. Vor Schreck ließ Galadin die Lampe zugleich zu Boden fallen, während er rücklings auf allen Vieren Abstand davon nahm. Die Herzchen aus Dampf blieben in der kühlen Nachtluft hängen und formten sich anschließend zu einer Gestalt mit einem Kopf und zwei Armen. Die Gestalt besaß keine Füße, dafür aber einen langen Schwanz, der bis in die Lampe zurückreichte. Mit großen Augen starrte Galadin auf die Gestalt vor sich, die einem männlichen Bodybuilder glich – wenn auch in rosa! Bei solch Muskeln, würde Prinz Hercules, der Vetter dritten Grades von Prinz Ali Gaga, vor Neid erblassen. Mit tiefer männlicher Stimme sprach die Gestalt schließlich zu Galadin: „Ich bin Hubbjann, der Dschinn aus der Liebeslampe! Drei Wünsche hast du frei und die Liebe einer Person sei dein.“ „Ernsthaft? Dich gibt es wirklich? Ich dachte das sei nur ein Märchen…“, erwiderte Galadin. „Sehe ich für dich etwa wie eine Märchenfigur aus?!“, erwiderte der Dschinn aufgebracht und verwandelte sich daraufhin in die gute Fee aus „Aschenputtel“. „Was kann ich für dich tun, mein Liebster?“, fragte er Galadin nun mit weiblicher Stimme. „Oh warte einen Moment. Bibbidi Babbidi Boo!“ Der Dschinn verwandelte sich erneut und zwar diesmal in kein irdisches Wesen. „So besser? Du kannst mich O:Evo-1570 nennen.“ Der Dschinn lachte famos. „Nur ein Scherz. So bescheuert schau ich nicht aus. Meine wahre Gestalt ist um einiges beeindruckender und imposanter!“ Daraufhin verwandelte sich der Dschinn ein drittes Mal und kehrte wieder in seine Ausgangslage zurück. „Hm… du sagtest ich hab drei Wünsche frei?“, wiederholte Galadin unsicher und skeptisch. „Drei! Uno, due, tre und nix quattro, du italienisch verstehen?!“, antworte Hubbjann ihm. „Und egal was?“, fragte Galadin weiter. „Da ich ein Dschinn der Liebe bin, kann ich auch nur Wünsche erfüllen, die mit der Liebe zu tun haben und selbst da gibt es öhm naja… ein paar gewisse Regeln. Regel Nummero Eins: Ich kann dich nicht mit Geschwistern von dir zusammen bringen. Inzest, du verstehst? Regel Nummero Zwei: Auch Tiere sind in der Liebe ein Tabu – vor allem Schlangen, Kakerlaken, Papageien und Drachen! Und Regel Nummero Drei: Ich kann keine verloren gegangenen Lieben wieder zum Leben erwecken! Tote sollte man besser nicht wecken, danach sind sie so mürrisch, dass sie zu Koffeinjunkies werden und dich für Kaffee sogar bei einem Sklavenhändler verkaufen würden.“ „Ähm okay…“ Galadin merkte sich die drei Regeln, von denen er ohnehin keine brechen wollte. Doch welche drei Wünsche sollte er nun äußern. Er ging ein wenig in sich und schloss die Augen. In seinen Träumen hatte er schon oft von der großen Liebe geträumt. Ein Traum hatte es ihm ganz besonders angetan und das war der Traum, in dem der beliebte Prinz Ali Gaga drin vorkam und für ihn den Bauchtanz tanzte. „Ich hab einen Wunsch: Ich wünsche mir, dass sich Prinz Ali Gaga in mich verliebt!“ Auf des Prinzen Reichtum war Galadin nicht aus, aber immerhin hätte sich dann seine Hungersnot erledigt, dachte er sich. Der Dschinn klatschte dreimal in die Hände und rief: „Dein Wunsch oh Herr, sei mir Befehl!“
Drei Tage später: Galadins Wunsch wurde wahr. Prinz Ali Gaga hatte sich unsterblich in den Straßenjungen verliebt, sehr zum Ärgernis des Sultans. Nun befand sich Galadin ihm Palast, wurde von oben bis unten bedient und musste sich nie mehr auf der Straße um das letzte gammelige Brot kloppen. Das Leben im Palast könnte nicht schöner sein, wenn sich nicht die Eintönigkeit schnell im Alltag von Galadin ausbreitete. „Hey Gal.“, flüsterte Hubbjann aus seiner Liebeslampe seinem Herrn zu. „Wie nennt man die Frau eines Sultans? Sultanine!“ Der Dschinn lachte sich über seinen eigenen Witz kaputt, doch Galadin fand das alles andere als komisch. Zu gelangweilt war er inzwischen. Dabei wollte Hubbjann ihn doch nur ein wenig aufheitern. „Hey komm schon. Du hast das bekommen, was du immer wolltest und noch mehr! Vergiss nicht, du hast noch immer zwei Wünsche frei!“ „Sehr schön. Kannst du dann dafür sorgen, dass sich ein Tiger in mich verliebt?“, fragte Galadin ihn müde. „So ein zahmer Tiger zum Kuscheln wäre jetzt was Feines.“ „No Way – Keine Chance! Regel Nummero Zwei, schon vergessen? Zumal Tiger nie zahm sind, außer vielleicht in diesem einen Billig-Film… wie hieß der doch gleich… ach ja genau „Aladdin“.“ Hubbjann lachte sich kaputt. „Der Film war so hirnverbrannt: Zahme Tiger, fliegende Teppiche, Aladdin mit Doppel-D und dann auch noch dieser lächerlich aussehende blaue Dschinn! War der zur Hälfte ein Schlumpf oder einfach nur sturzbetrunken?!“ Die große Tür zum Gemach ging auf und Prinz Ali Gaga trat mit einem breiten Lächeln herein. Er hatte rosa Herzchen in den Augen, so verliebt war er in Galadin – ja wirklich, da waren tatsächlich rosa Herzchen zu sehen! „Gute Neuigkeiten!“, rief er seinem Schatz zu. „Ich habe alles Notwendige in die Wege geleitet, dass uns eine unvergessliche Traumhochzeit arrangiert wird.“ „Was?!“, stieß Galadin erschrocken aus, für den das völlig unerwartet kam. Zumal er jetzt noch gar nicht ans Heiraten dachte. „Freust du dich?“, fragte der Prinz erfreut. „Die Einladungen wurden bereits verschickt. Könige, Lords, Sultans – die Größten der Großen werden erscheinen, ganz Bagdad ist eingeladen, dazu an die zehntausend Kamele, tausend Elefanten und fünfzigtausend Vögel verschiedenster Arten, die in den Himmel empor steigen werden… , also die Vögel, nicht die Elefanten.“ „Weil Elefanten auch nicht fliegen, denn das können sie nicht, es sei denn, sie trinken Red Bull.“, meinte Hubbjann verschmitzt, den Prinz Ali Gaga gar nicht wahrnahm. „Gute Idee. Red Bull könnte ich jetzt auch gebrauchen, zu aller erst um mich zu betrinken und dann davon zu fliegen.“, sagte Galadin, der über die Hochzeitspläne des Prinzen alles andere als erfreut zu sein schien. „Welche Torte wünscht du dir zu unserer Hochzeit?“, fragte Prinz Ali Gaga weiterhin vergnügt. „Wie wäre es mit einem Sandkuchen?“, schlug Hubbjann vor und zauberte zugleich einen Kuchen in seiner Hand hervor, der wirklich aus Sand bestand. „Sand gibt es hier schließlich in Hülle und Fülle!“ Nun riss der Geduldsfaden von Galadin vollends. „Genug!“, schrie er und sowohl Hubbjann, als auch Prinz Ali Gaga wurden mucksmäuschenstill. „Das geht zu weit! So hatte ich mir das Alles nicht vorgestellt. Dschinn, ich wünsche mir, dass alles wieder so wird, wie es vorher war und Prinz Ali Gaga keinerlei romantische Gefühle mehr für mich hegt.“ Hubbjann runzelte zunächst mit der Stirn, doch dann klatschte er dreimal in die Hände und rief wie auch schon beim ersten Wunsch: „Dein Wunsch oh Herr, sei mir Befehl!“ Der Liebeszauber löste sich sofort und Prinz Ali Gaga wurde bewusst was er getan hatte. Natürlich war er stinkwütend auf Galadin, weshalb er ihn auch zugleich in den Kerker werfen ließ. Zwar versuchte Galadin seinem Schicksal zu entfliehen, doch seine Versuche waren vergebens: „Mohn öffne dich! ...Kümmel öffne dich! … Ecstasy öffne dich! …, ach verdammt, wie ging das doch gleich?“ Einige Zeit später suchte der Prinz Galadin im Kerker auf, um ihn aufgrund seiner Tat zur Rede zu stellen: „Wieso hast du das getan? Warst du hinter meinem Vermögen her?“ „Nein.“, antwortete Galadin ihm reumütig, während seine Arme an Ketten festgebunden waren. „Als Prinz könnt ihr es euch vielleicht nicht vorstellen, aber das Leben in den Straßen Bagdads ist dreckig, hart und gefährlich. Jeden Tag kämpft man ums nackte Überleben, tagsüber ist es zu heiß und nachts manchmal bitterlich kalt. Ich hatte es satt, beziehungsweise war ich nicht satt, denn mein Magen war immer leer, da es nicht genug Essen für mich gab.“ „Wie gerne würde ich dich in die Wüste schicken…, aber da laufen schon genug Kamele herum!“, erwiderte Prinz Ali Gaga daraufhin, woraufhin Galadin den Prinzen ganz verwundert ansah. Der Prinz ließ sich zu einem Lächeln hinreißen und erklärte: „Ja, ich verzeihe dir und werde dich begnadigen. Du bist frei, aber nur unter der Bedingung, dass du fortan mein Diener sein wirst. Du wirst tun was ich dir auftrage und mir nicht mehr von der Seite weichen, es sei denn ich befehle es dir. Ach… und natürlich erhältst du demnach auch ein eigenes Zimmer, mit Bett, Nahrung und allem was dazu gehört.“ Galadin blickte den Prinzen weiterhin verwundert an. Er wusste, dass was der Prinz für ihn tat, war mehr als nur großzügig, weshalb er ihm auch zu tiefst dankbar war. Galadin war nun glücklich, doch gab es da noch immer einen Wunsch, den er beim Dschinn frei hatte. „Was ist denn nun dein dritter Wunsch?“, fragte Hubbjann ihn allmählich ungeduldig. Galadin hatte im Kerker genug Zeit gehabt, über seinen dritten Wunsch nachzudenken und nun, wo er selber frei war, hatte er nur noch einen Wunsch: „Hubbjann…, ich wünsche dir die Freiheit!“ Hubbjann schaute seinen Meister erstaunt an, doch dann schüttelte er den Kopf: „Lieb von dir, aber geht leider nicht. Ich kann nur Wünsche erfüllen, die die Liebe betreffen.“ Galadin lächelte zärtlich. „Ja ich weiß und weil ich dich so sehr liebe, schenke ich dir auch die Freiheit! Du hast so viel für mich getan. Ohne dich wäre ich heute nicht hier und dafür danke ich dir von ganzen Herzen. Hubbjann – du bist frei!“ Hubbjann wurde umringt von funkelnden Herzen. Seine Ketten, die ihn an die Lampe fesselten, lösten sich und er war von nun an frei. „YEAH!“, schrie Hubbjann begeistert aus und verwandelte sich zugleich in eine Rakete, die in den Himmel schoss, wo sie zugleich explodierte, woraufhin er sich in buntes Konfetti verwandelte, das auf Bagdad und deren Bewohner regnete. Auch Galadin war nun glücklich, wenn er sich auch eingestehen musste, dass er den verrückten Dschinn vermissen würde. Doch… „Wieder da!“, rief Hubbjann auf einmal und Galadin war überrascht und erfreut zugleich. „Ich habe mich so an deine Anwesenheit gewöhnt, dass ich dir gerne auch weiterhin Gesellschaft leisten möchte… natürlich nur wenn du erlaubst.“ Hubbjann verbeugte sich vor Galadin, der dem Dschinn diesen Wunsch gerne von den Lippen ablas. Fortan waren Galadin und Hubbjann ein unzertrennliches Duo, die Prinz Ali Gaga mehr als nur einmal in den Wahnsinn trieben, mit ihren verrückten Ideen, ihm aber auch des Öfteren ein Lächeln ins Gesicht zauberten. Keiner von ihnen war nun mehr allein und wenn sie nicht gestorben sind, dann lebten sie glücklich und verliebt bis ans Ende ihre sonnigen Tage in Bagdad.
Parodie: Die drei kleinen Schweinchen Originalversion: Wolfi und die drei versauten Schweinchen Vorlage: Joseph Jacobs Veröffentlichung: 4.April 2016 Wörter: 2.062
Wolfi und die drei versauten Schweinchen Es war einmal vor langer Zeit, da lebte tief im Wald verborgen, ein einsamer, aber doch sehr mutiger Wolf. Er nannte sich selber Wolfi, eigentlich war er aber nur ein Junge im Alter von 17 Jahren, der ohne Eltern aufwuchs und tagein tagaus auf die Pirsch ging, um sich ein schmackhaftes Abendmahl zu besorgen. Er war dreckig bis hin zu den Zehennagel, er stank schlimmer als ein Stinktier und seine Manieren waren unter aller Sau! Apropos Sau, denn nun kommen wir zum Kern der Geschichte. Eines schönen Tages, entdeckte der junge Wolfi zwei junge Männer und ein junges Mädchen, die Geschwister waren. Sie schienen sich prächtig miteinander zu verstehen und sangen ein fröhliches Lied vor sich, ungeachtet der Gefahren, die im Wald lauern könnten. Wolfi leckte sich gierig das Maul, denn so junges und frisches Fleisch, hatte er schon lange nicht mehr zwischen die Zähne bekommen. Doch halt, was rede ich denn da, Wolfi war doch kein Kannibale! Nein, aber dafür sehr experimentierfreudig! Ihm gefiel was er sah und endlich sah er seine Zeit gekommen. Denn ihr müsst wissen, dass der junge Wolfi sich schon länger über seine sexuelle Neigungen Gedanken machte. Die Geschichte über Bienchen und Blümchen wurde ihm nie erzählt, so dass er auf eigene Faust auf Erkundungstour bei sich ging… wenn ihr versteht. Doch nun war die Zeit gekommen, Taten sprechen zu lassen! Wolfi legte sich auf die Lauer, um zu erspähen, wo die zwei Jungs und das Mädchen wohnten. Zu seiner Freude fand er heraus, dass die drei nicht zusammen lebten, sondern jeder für sich allein. Der Jüngste der Drei wohnte in einem kleinen und sehr bescheidenen Häuschen aus rosa Zuckerguss. Zuerst dachte Wolfi schon, er wäre der böse Hexer aus dem Lebkuchenhaus, aber da irrte er sich zum Glück. Der Jüngste schien nur eine sehr spezielle Vorliebe zu Rosa zu haben. Das Mädchen hingegen schien auf schwarzes Leder zu stehen, denn daraus war ihr etwas größeres Häuschen errichtet. Doch das größte und schönste Haus von allen besaß der Älteste der drei Geschwister. Er wohnte in einer Villa, aus der sanfte Klaviermusik drang. Alle Drei weckten in Wolfi die Neugier und so stand sein Plan schnell fest: Er würde einen nach dem Anderen aufsuchen und das Abenteuer seines Lebens erleben! Es war ein regnerischer Tag, als Wolfi den Jüngsten der Drei in seinem rosa Zuckergusshaus aufsuchte. Er klopfte an dessen Tür und der Junge trat heraus, verpackt in einem rosa Bademantel. „Wer bist du denn? Du siehst ja fürchterlich aus und… oah… wie du stinkst!“ Der Junge hielt sich vor Abscheu die Nase zu, während er Wolfi von oben bis unten musterte. „Ich bin Wolfi, darf ich reinkommen?“ „Niemals!“, entgegnete der Jüngste ihm konsequent. „Bitteee! Ich brauch ein wenig Zuneigung.“, flehte Wolfi ihn an und zwinkerte dabei verführerisch. „Kleiner Tipp. Leg dir einen Dackel zu, der schleckt dich morgens bis abends ab.“, erwiderte der Jüngste nun kichernd. „Also schön, komm rein, aber bitte gleich ins Badezimmer. Dort kannst du dich erstmal gründlich waschen… und bitte Zähneputzen nicht vergessen!“ „Wie heißt du eigentlich?“, fragte Wolfi den Jungen interessiert. „Ich bin Ferkel, aber nun hopp, sonst verpass ich noch meine Lieblingsshow „Schwein gehabt!“ Wolfi tapste ins Badezimmer, wo er sich zugleich ein warmes Schaumbad einließ. Nebenbei putzte er sich gründlich die Zähne und als die Badewanne voll mit Wasser war, sprang er voller Begeisterung hinein. Das erste Bad seit… seit… oh, es ist das allererste Bad seit seinen Lebzeiten. Als Wolfi in der Badewanne herumalberte, entdeckte er ein feuchtfröhliches Entlein. Gegrillt oder gebacken schmeckte es zwar um Längen besser, aber Wolfi hatte solch einen Hunger, dass er es einfach so in sich hineinstopfte. Wolfi fuhr mit seinen langen Fingernägeln zwischen die Zähne, denn die Ente war wirklich sehr zäh und schmeckte wie Gummi. Da rief Ferkel aus dem Wohnzimmer: „Ach, in der Badewanne schwimmt übrigens Donald…, meine Quietscheente!“ Nach einiger Zeit stieg Wolfi schließlich aus der Wanne, just in dem Moment, als Ferkel das Bad betrat. Wolfi hatte sich noch kein Handtuch um die Hüfte gewickelt und so stand er nun gänzlich nackt vor ihm da. Ferkels Gesichtsfarbe wurde schweinerosa, was Wolfi nicht entging und nun sah er seine Zeit gekommen: „Gefällt dir was du siehst?“, fragte er Ferkel, der nach Zögern leicht nickte. „Schön, denn ich finde dich süß und du siehst zum Anbeißen aus!“ Ehe Ferkel wusste wie ihm geschah, viel Wolfi über ihn her. Er streifte ihm den rosa Bademantel vom Leib und bewunderte dessen kleinen, aber sehr knackigen Po. „Das wird ein unvergessliches Erlebnis.“, sagte Wolfi zuletzt, ehe er lustvoll an Ferkels Schweinsöhrchen knabberte. Zwei Stunden später verließ Wolfi das Haus von Ferkel, mit einem Gefühl der Glückseligkeit. Doch ihn durstete es nach mehr! Es hatte inzwischen zum Regnen aufgehört, sodass er trocken beim Leder-Haus ankam, in dem das junge Mädchen wohnte. Wie schon bei Ferkel, klopfte er auch an dieser Tür, doch wurde er hier ganz anders in Empfang genommen als erwartet. Als das Mädchen nämlich die Tür öffnete, trug sie ein schwarzes, enorm erotisches Lederoutfit mit Netzstrümpfen. „Hi, mein Hübscher. Ich bin Sau und du bist ganz sicher dieser Schweinbesteiger, der Fußballprofi aus der deutschen Nationalmannschaft. Ich hab dich schon erwartet. Hab gehört du stehst auf Leder.“ Allem Anschein nach schien Sau einen anderen Kerl zu erwarten, aber dass Wolfi nicht ihr „Kunde“ war, musste er ihr ja nicht auf die Schweineschnauze binden. „Oh ja, ich steh auf Leder.“, sagte Wolfi sabbernd, denn er war dem Mädchen bereits jetzt hoffnungslos verfallen. In jenem Moment kamen zwei Kinder vorbei, ein Junge und ein Mädchen, die die Beiden mit offenen Mündern beobachteten. „Oh Heidi was bin ich froh, dass ich heute meine Lederhose nicht an hab.“ Heidi kicherte vor sich: „Dabei steht dir deine Lederhose so gut, Peter.“ Die Kinder marschierten weiter und Wolfi wurde in das Domizil von Sau hereingebeten. „Tritt doch ein mein Süßer. Wir machen es uns gleich gemütlich. Leg dich doch schon einmal aufs Bett, es geht sofort los!“ Sau vergeudete keine Zeit. Sie schubste Wolfi regelrecht auf das Bett und warf sich auf ihn. Ihr Lederoutfit schmiegte sich an seinen Körper, was ihn ganz besonders in Wallung brachte. Sau grinste verführerisch, als sich ihre roten Lippen auf seine pressten. Ohne es zu bemerken, fesselte sie ihn mit Handschellen an ihr Bett. Nun war er ihr Sklave! „Jetzt kann ich mit dir tun und lassen, was immer ich auch möchte. Du wirst mein sein – mein gehorsamer Diener!“ Sau lachte böse, stellte sich aufrecht auf das Bett und drückte ihm ihren Highheel in seine Brust. Wolfi schrie auf vor Schmerzen. „Oh du stehst auf Schmerzen, das ist teuflisch gut!“ Sau ließ sich wieder auf ihn fallen, drehte ihn auf den Bauch und kratzte mit ihren langen Fingernägeln seinen Rücken entlang. Die Schmerzen waren ungeheuerlich, doch irgendwie gefiel es Wolfi sogar. Es ging eine ganze Zeit lang so weiter, bis endlich der Höhepunkt erreicht war und Wolfi vor Begeisterung stöhnte. Als es vorbei war, sagte Sau: „Das war sooo gut. Ich hoffe du vergisst nicht, mich zu bezahlen!“ „Bezahlen? Aber ich hab doch gar kein Geld.“, erwiderte Wolfi überrascht. Sau schaute ihn überrascht an, dann stieg Zorn in ihr hoch. Sie stieg von dem Bett herunter und zog etwas aus einer Schublade. „Wenn du kein Geld bei dir hast, dann musst du eben auf eine andere Art und Weise bezahlen.“, sagte sie und knallte eine Peitsche auf den Boden. In Wolfis Gesicht breitete sich Entsetzen aus: „100 Schläge… und wehe du schreist nicht. Ich liebe Schreie!“ Nach 100 Peitschenhieben war Wolfi erlöst. Wankend verließ er das Haus der heißblütigen Sau, als gerade ein sportlicher und gutaussehender junger Mann erschien. „Sorry, ich bin zu spät, ich weiß, aber meine Jungs vom Fußballverein luden mich zu einer wilden Orgie unter der Dusche ein, da konnte ich natürlich schlecht nein sagen. Ich bin Sebi Schweinbesteiger!“ Nun klappte Sau der Mund auf, denn die Lüge von Wolfi flog auf. So schnell ihn seine Beine tragen konnten, rannte er davon. Davon zum letzten Haus der drei Geschwister, dem Ältesten. Dessen Villa war geschützt durch einen Wachhund, einer Bulldogge, die jedoch friedlich schlummerte. Wolfi versuchte ganz leise zu sein, um sich an dem Wachhund vorbei zu schleichen. Da entdeckte er einen wertvollen Schatz zu den Füßen des Hundes. Er hob es auf und grinste vor Schadenfreude, dann ging er zur Haustür, an der er nicht klopfen musste, denn es gab eine Klingel. Bevor der große Bruder von Ferkel und Sau ihm die Tür öffnete, sprach er zu Wolfi mittels eines Lautsprechers. „Wer sind sie?“ „Ich bin Wolfi und hab dich neulich mit deinen Geschwistern gesehen. Ich find dich heiß und möchte ein wenig Spaß mit dir haben!“, erklärte Wolfi ihm ehrlich. Zu Wolfis großer Freude öffnete sich die Tür und der Größte der drei Geschwister stand im Smoking und mit Fliege vor ihm. Seine Haare waren mit Gel zur Seite geschleckt und er roch auffallend nach Parfüm, welches ungeheuer anziehend auf Wolfi wirkte. Er stellte sich ihm als Eber vor, der auf seine jüngeren Geschwister Acht gab. „Was hast du da in deinen Händen?“ „Oh das? Ich wollte deine Wertsachen sichern. Der Hund hat geschlafen.“, erklärte Wolfi und zeigte ihm voller Stolz den Dildo in meinen Händen.“ „Das genügt. Wedel damit nicht so in der Öffentlichkeit rum und komm herein.“, sagte Eber mit ernster Miene. Als Wolfi seine Villa betrat, staunte er nicht schlecht, denn es glich einem Museum aus Kunstwerken. Eber schien bereits in der ganzen Welt herumgekommen zu sein. So war er bereits in Hamhatten, auf dem PigBen von London und in Schweinfurt… wo auch immer das sein mag. „Gefällt dir mein Anwesen?“, fragte Eber ihn weiterhin ernst. „Oh ja, es ist sehr hübsch hier.“, antwortete Wolfi neugierig, während er sich weiterhin umsah. Auch Eber sah sich neugierig um…, denn er musterte Wolfi von oben bis unten. „Du hast gesagt, du möchtest Spaß mit mir haben. Wieso ausgerechnet mit mir?“ Wolfi beendete seine Besichtigung und grinste Eber keck an. „Weil ich Schweinefleisch liebe! Ich muss übrigens mal sagen, dass Vegetarier grausam sind. Ihr Schweine könnt wenigstens versuchen wegzurennen, aber Salate nicht! Das gleicht ja regelrecht einer Vergewaltigung!“ „Du redest Schweinemist!“, erwiderte Eber und Wolfi schluckte. Offenbar gefiel er ihm nicht. Doch plötzlich breiteten sich des Ebers Mundwinkeln auseinander und ein Lächeln war zu sehen. „Ich liebe Schweinemist! Los komm mit!“ Wolfi begleitete Eber hinter das Haus in den Garten. Der Regen hatte die Erde aufgeweicht, sodass sich dort jetzt ein gigantischer Schlammhaufen befand. „Wälz dich im Dreck wie ein Schwein und ich treib es mit dir.“ Was? Hatte Wolfi ihn gerade richtig verstanden? Sollte er sich wirklich im Schlamm wälzen? Dann hätte er sich das Duschen vorhin sparen können. „Deine Entscheidung!“ Eber hatte offenbar einen ganz besonderen Fetish: Dirty! Nach seinen überraschend guten Erfahrungen mit seinen Geschwistern, wollte Wolfi unbedingt mit Eber Sex haben! Er tat also wie ihm befohlen und wälzte sich ausgiebig im Schlamm wie ein Schwein – und genauso roch er hinterher auch. Eber lachte, denn er hatte darauf gewettet, dass Wolfi seinen Schwanz einziehen würde. Er streifte sich die Klamotten vom Leib und zeigte ihm sein prachtvolles Glied. Doch das war es nicht, was Wolfi zu spüren bekommen sollte, denn in seiner rechten Hand hielt Eber den Dildo, denn Wolfi vorm Hauseingang fand. Eber warf sich zu Wolfi in den Schlamm und schon konnte das dreckige Abenteuer beginnen! Es war der Wahnsinn! Nach drei Stunden lag Wolfi fix und fertig, aber frischgeduscht im Königsbett von Eber. Er hatte sein Ziel erreicht und mit den drei Schweinchen seine ersten sexuellen Erfahrungen gemacht. Ferkel war süß und zärtlich, Sau war dominant und hart und Eber war dreckig, aber leidenschaftlich! Doch wie immer kam das Beste zum Schluss: Eber kehrte in Begleitung seines kleinen Bruders und seiner kleinen Schwester zurück. „Ich hab dir eine Überraschung mitgebracht! Wie ich gehört habe, hast du Schwein es mit uns allen Drei getrieben. Ich war es ja, der meine kleine Schwester damals zur Sau gemacht hat, aber du hast meinen kleinen Bruder entjungfert. Für euch war es wohl Beide das erste Mal. Und noch eine Premiere: Jetzt heißt es Gruppensex!“ Wolfi konnte sein Glück kaum fassen. Als Wolf ging er auf die Jagd nach Erfahrungen und nun war er ein Schwein, der den Sex vergötterte! Und wenn er und die drei Schweinchen nicht gestorben waren, dann ging es auch heute noch ordentlich versaut bei ihnen zu.
Parodie: Rob-in Love Originalversion: Robin Hood Vorlage: mehrere Balladen Veröffentlichung: 11.Juli 2016 Wörter: 1.848
Rob-in Love Es war einmal in Engstrumpfland, genauer gesagt in Hottingham, dort lebte ein gerissener Gauner, der vom Prinzen gehasst und vom Sheriff steckbrieflich gesucht wurde. Sein Name war Robin Love, doch ein jeder nannte ihn nur Rob. Jeder Bürger von Hottingham kannte Rob, denn er war es, der mit seinen Pfeilen, die Liebe in derer Herzen zurückbrachte, die der eitle und selbstverliebte Prinz John ihnen stahl, um sie alle für sich zu beanspruchen. Denn Prinz John liebte es über alle Maßen, wenn ihm sein Volk zu Füßen lag, ihn verehrten und ihm Honig um seine zarten Lippen schmierten. Mit all seiner Macht und seinem prachtvollen Aussehen zog er die Bürger von Hottingham auf seine Seite und machte sie zu willenlosen Sklaven seinerseits. Doch da tauchte Robin Love auf, ein attraktiver und stattlicher Mann mit Engelsflügen, der Liebespfeile auf die Menschen schoss, so dass sie nicht mehr den Prinzen liebten, sondern einen anderen Menschen um sich herum. Auch Lady Camille war davon betroffen, sie stand zwar nicht unter dem Einfluss von Prinz John, dafür war sie unsterblich verliebt… „Das Scheusal hat mir einfach meinen herzallerliebste Charlie geklaut.“, sagte sie unter Tränen auf dem Revier zum Sheriff. „Mein geliebter Charlie wurde von einem dieser dubiosen Pfeile getroffen und wandte sich für immer ab von mir. Das ist so traurig, buhuhu!“ „So beruhigen sie sich doch, meine Teuerste.“, sagte der einfühlsame Sheriff von Hottingham mit einem süffisanten Grinsen im Gesicht zu ihr. „Zum Glück konnten wir ein paar Verdächtige einfangen, die wie Robin Love aussehen. Jetzt liegt es nur noch an ihnen, diesen auch zu identifizieren.“ Lady Camille wurden fünf Männer vorgeführt, die alle dieselbe Kleidung wie Robin Love trugen. Besonderes Merkmal: Strumpfhosen! Alle Bewohner in Engstrumpfland trugen bekanntlich enganliegende und äußerst sexy aussehende Strumpfhosen. Lady Camille musterte alle Verdächtigen ganz genau und kam bei jedem einzelnen zu einem Ergebnis: Der Erste war ein gebrechlicher alter Mann namens Dean Connery. „Zu alt!“ Der zweite Mann hieß Erwin Cockster. „Das ist doch nur ein Schauspieler…“ Der dritte Mann grinste blöd aus der Wäsche und hieß Carey Elvis. „Das ist erstens nur eine billige Kopie von Erwin Cockster und zweitens ist das eine Frau!“ Der vierte Mann… pardon… „Was zur Queen hat ein Fuchs hier zu suchen?!“ Kommen wir zum fünften Mann, der jedoch bereits friedlich in seinem gläsernen Sarg schlummerte. „Ach selbst als Skelett macht Errol Vagabund noch eine gute Figur, aber er ist es auch nicht.“ Der Sheriff pfiff in die Hände und sieben Zwerge kamen herbei, die den Sarg abtransportierten. „Der böse Robin Love war leider nicht dabei.“, sagte Lady Camille, die zugleich erneut zum Weinen anfing. „Zudem trugen die ja alle grüne Strumpfhosen, aber Robin Love trägt doch rosa Strumpfhosen, ihr Strumpfhirne!“ „Keine Sorge Lady Camille, wir werden den Übeltäter schon noch in die Finger kriegen.“, versuchte der Sheriff sie zu beruhigen. „Ich, Sheriff Ben von Hottingham, gebe ihnen mein Ehrenwort!“
„Haha, die kriegen mich nie zu fassen!“ lachte Robin Love feuchtfröhlich, als er zusammen mit seinem Bruder am Frühstückstisch saß und sich Honig aufs Brot schmierte. „Der Sheriff ist viel zu dumm, als das ich ihm jemals ins Netz gehen würde und der selbstverliebte Prinz John… der sitzt faul auf seinem Thron, bis sein Hintern alt, runzlig und verfault ist!“ „Jaja, mach dich nur lustig Rob. Am Ende sind wir die Leidtragenden.“, erwiderte Tuck besorgt. „Ach keine Sorge Tucki. Du bist doch ein Mann der Kirche. Dir wird der Sheriff doch niemals was antun!“, lachte Rob auch weiterhin, ohne auch nur die geringste Sorge zu verspüren. „Danke, dass du mich daran erinnerst wer ich bin.“, sagte Tuck und machte sich Kreuze über die Stirn und über die Brust, während er betend zur Decke schaute. „Der Papst würde mir die Beine lang machen, wüsste er, was ich für eine Sünde begangen habe.“ „Tuckiii…, du machst dir immer viel zu viele Sorgen. Genieß doch das Leben so wie es ist, oder gefällt dir das etwa nicht?“ Rob rückte näher an seinen Bruder heran und schlang verführerisch seine Arme um ihn. Er kraulte Tuck den Rücken, was dieser mit einem Kichern entgegen nahm. „Tuck, bevor du heute wieder ins Kloster zurückkehrst, wollen wir nochmal… na du weißt schon…“ Rob rückte noch näher heran, bis er fast auf dem Schoß seines Bruders saß. Rob war nämlich sehr vernarrt in seinen Bruder und zwar so sehr, dass sie letzte Nacht heißen und hemmungslosen Sex ausübten. „Aaargh… du weißt, dass ich dir einfach nicht widerstehen kann.“, sagte Tuck, der seinem Verlangen nachgab und sich augenblicklich die Mönchkutte vom Leib riss. Zum Vorschein kam ein muskulöser Körper mit beharrter Brust. Rob schwang sich in seine Arme und streichelte seinem Bruder über den kahlgeschorenen Kopf, als dieser seine Lippen auf seine presste und sie sich voller Leidenschaft küssten. Tuck behandelte seinen Bruder wie einen Engel und trug ihn in seine Gemächer. Er war schon immer scharf auf seinen Bruder, dessen Haut so weich war, dessen Stimme so hell klang und dessen Augen so leuchtend himmelblau waren, dass er ihn wirklich für einen Engel halten musste. Auch Rob war in seinen eigenen Bruder verliebt und es war ihm egal, dass es dafür ein Gesetz gab, dass ihre Tat verbot, denn niemand konnte ihre Liebe zueinander trennen.
Die Tage vergingen, doch der Sheriff bekam Robin Love einfach nicht zu fassen. In der Zwischenzeit wurde Prinz John immer ungeduldiger und hasserfüllter. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er seiner Wut freien Lauf ließ, zumal er auch noch damit zu kämpfen hatte, dass Engstrumpfland sich gerade eben erst mithilfe des Brexit von der EU löste und Schrottland damit alles andere als einverstanden war. „Ich weiß die Lage sieht nicht rosig aus Sir, aber ich hab auch gute Neuigkeiten zu verkünden.“, sagte der Sheriff zu seinem Prinzen. „Wir konnten einige der Rebellen einfangen: Dieser Schönling David Kochschinken und dieser Möchtegernmagier Harry Stotter kuscheln eng einander im Tower von Bonbon und naschen Süßigkeiten, damit sie so fett werden, dass sie nicht fliehen können. Oh und erst heute haben wir einen Mönch eingesperrt, der der Bruder von Robin Love ist. Wie war doch gleich sein Name? Vater Tuck? Opa Tuck? Tante Tuck? „Bruder Tuck, du jämmerlicher Trottel!“, schrie Prinz John und plötzlich brach alles aus ihm heraus, was sich die letzten Tage, Wochen, Monate in ihn angestaut hatte. „Solange Robin Love auf freien Fuß ist, ist es mir egal, wer alles im Tower von Bonbon sitzt, du Nichtsnutz von einem Versager!“ Der Sheriff wich erschrocken und bibbernd zurück, als Prinz John plötzlich inne hielt. „Moment. Sagtest du gerade, ihr hättet Bruder Tuck verhaftet?“ Der Prinz hatte eine Erleuchtung. Er hatte nicht viele davon im Leben, aber heute meinte es das Schicksal wohl gut mit ihm. „Jaja doch Sir, Bruder Tuck.“, bestätigte der Sheriff noch immer ein wenig ängstlich. Plötzlich fing Prinz John fies zu Kichern an. „Hehe, heureka, das ist es!“ „Was ist was, ich verstehe nicht.“, sagte der Sheriff verwirrt. „Natürlich nicht. Du bist ja auch nur der dumme Sheriff, während ich ein Prinz bin, der von Schönheit und Intelligenz gesegnet ist.“, erklärte der Prinz ihm arrogant. „Bruder Tuck, das ist meine Chance! Robin Love wird alles daran setzen seinen Bruder zu befreien und wenn es soweit ist…“ Prinz John tat so, als würde er sich mit einem Finger die Kehle durchschneiden und lächelte dabei boshaft.
Heute war ein besonderer Tag in Hottingham, denn heute ließ sich Prinz John zum König krönen und zu diesem feierlichen Anlass, ließ er Bruder Tuck hinrichten. Hm…, sagte ich feierlich? Natürlich war Prinz Johns wahrer Plan, Robin Love hinzurichten, der seinem Bruder bestimmt zur Rettung eilte. Der Sheriff und seine Leute waren bereits auf ihren Positionen und würden denn mit Liebespfeilen umherschießenden Engel schon die Flügel stutzen, doch ganz so einfach machte Rob es ihnen dann doch nicht. Rob war klug genug, um nicht als er selbst auf der Veranstaltung aufzutauchen. Er hatte sich verkleidet und trug nun eine dunkelbraune Hose, ein weißes Hemd, ein hellbraunes Jackett und eine rote Krawatte. Zudem setzte er einen irren Blick auf und nannte sich fortan Mr. Bohne! Natürlich kam ganz Engstrumpfland zu der Krönung des Prinzen und ein jeder durfte dem Prinzen die Hand küssen, denn es gab nichts Schöneres für den Prinzen, als begehrt zu werden… und von ganz Engstrumpfland die Spucke auf der Hand zu haben. Auch Rob, als Mr. Bohne getarnt, stellte sich brav in die Reihe, um dem Prinzen seine Untergebenheit zu beweisen. Doch als er endlich vor dem Prinzen stand, verbeugte er sich so stark, dass er den Prinzen mit seinem Kopf niederschlug. Zuerst sah auch Rob nur kleine Sternchen um seinen Kopf herumfliegen, doch dann riss er sich zusammen, um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Der Prinz war gerade bewusstlos, das war seine Chance! Rob entledigte sich seiner Tarnung, spreizte seine Engelsflügel aus und flog hoch empor. „Das ist er! Das ist der Bastard, der mir meinen Charlie geklaut hat!“, schrie Lady Camille aufgebracht. Doch war sie einer der Wenigen, die aufgebracht zu sein schien, denn die meisten Bürger von Engstrumpfland vergötterten Rob und seine Taten und jubelten ihm zu. Sie ließen es auch nicht zu, dass der Sheriff und seine Leute Gewalt an ihm ausübten. So zog Rob ungehindert einen Liebespfeil hervor und legte ihn an den Bogen. Er nahm sein Ziel ins Visier und… feuerte! Der Pfeil traf das Herzen des Prinzen. Inzwischen kam der Sheriff dem Prinzen zu Hilfe, als dieser seine Augen wieder öffnete. „Oh my Darling, was ist nur passiert? Wo bin ich?“ „Sir, geht es ihnen nicht gut? Soll ich jemanden für sie köpfen lassen?“, fragte der Sheriff besorgt. „Du meine Güte nein, das wäre doch fürchterlich!“, entgegnete Prinz John entsetzt, der nun ein ganz anderer Mensch zu sein schien. „Das einzige was ich brauche bist nur du, Darling!“ Prinz John legte seine Arme um den Sheriff, der nicht wusste wie ihm geschah und versuchte sich loszueisen, doch da traf auch ihn ein Liebespfeil von Rob. Nun war auch der Sheriff verliebt und zwar in den Prinzen! „Natürlich Johnnyboy. Ich werde mich gut um dich kümmern.“, sagte der Sheriff nun ebenfalls im liebreizenden Ton, während das ganze Volk bebte vor Lachen, beim Anblick der zwei Verliebten. Doch es kam noch besser: „Ich führe dich nun an einen Ort, wo wir beide ungestört sind und ich dir stolz meinen Big Ben zeigen kann.“ „Oh Darling, das ist wundervoll und ich zeige dir meinen Little John.“, erwiderte der Prinz. Ein Barde namens Alan a Date hörte begeistert zu. „Ich glaube das eignet sich alles hervorragend für eine Ballade, über die man sich noch in vielen Jahrhunderten erzählen wird.“ In der Zwischenzeit konnte Rob seinen Bruder befreien und ihn glücklich in die Arme nehmen. „Du hast es geschafft Rob!“, rief Tuck außer sich vor Freude. „Du hast nicht nur mir das Leben gerettet, sondern ganz Engstrumpfland die Liebe geschenkt!“ „Hoch lebe Robin Love!“, rief ihm das Volk begeistert zu und wenn sie nicht gestorben waren, dann lebte Rob noch heute glücklich mit seinem Bruder zusammen. Gesetze waren ihnen gleichgültig, denn welchen Sinn hatte das Leben, wenn man nicht den lieben durfte, der einen glücklich machte.
Parodie: König Drosselglied Originalversion: König Drosselbart Vorlage: Brüder Grimm Veröffentlichung: 9. Januar 2017 Wörter: 2.292
König Drosselglied Es war einmal ein Königssohn, der brachte seinem Vater, dem König, nichts als Ärger und Sorgen. Der Königssohn, der auf den Namen Prinz Schnattergans hörte, war nämlich von Grund auf kratzbürstig und schlecht gelaunt. Der König beschloss deshalb, ihm eine Frau zur Seite zu stellen, die ihm fortan mit Liebe entgegentrat, in der Hoffnung, auch er würde sich eines Tages bessern und seinen Mitmenschen gegenüber freundlicher entgegen treten. Doch als wäre es nicht anders zu erwarten gewesen, wies der Prinz jedes Mädchen von sich, die ihm sein Vater vorstellte. An allen hatte er etwas auszusetzen: Zu dünn, zu dick, zu klein, zu groß, zu gestylt, zu ungepflegt – die Liste war lang! Eines Tages stellte sich dann heraus, dass der Prinz in Wirklichkeit gar nicht auf Frauen stand und sich eher dem männlichen Geschlecht hingezogen fühlte. Nachdem der König sich von diesem Umstand erholt hatte, ließ er alle Prinzen des Landes zu sich rufen, um sich seinem Sohn vorzustellen. Doch erneut hatte dieser allerhand auszusetzen: „ Nein, nein und nochmals nein!“, rief Prinz Schnattergans durch die Thronsaal. „Die taugen doch alle nichts. Der eine hat ein Doppelkinn, der andere ist zu dick und der letzte hat eine krumme Nase. Wen wollt ihr mir als nächstes vorsetzen? Quasimodo?“ „Nur Geduld mein Sohn.“, sagte der König nervös, aber auch genervt von den üblen Launen seines Sohnes. „Ich bin mir sicher, der nächste Prinz wird zu deiner vollsten Zufriedenheit sein. Tretet ein, König Drosselglied!“ Das Tor zum Thronsaal öffnete sich und ein junger Mann trat herein. Prinz Schnattergans musterte ihn von oben bis unten und er musste zugeben, dass König Drosselglied ausgesprochen ansehnlich war. Seine Gesichtszüge waren sehr fein, seine Augen strahlend schön und sein Haar schimmerte vor Glanz. Schon fast war der Königssohn geneigt, sich endlich zufrieden zu geben, als ihm doch noch ein markantes Detail auffiel, welches unübersehbar war. „Was ist das denn in deiner Hose?!“ Der junge König Drosselglied wurde augenblicklich rot im Gesicht. Es war ihm unangenehm, denn von seinem Vater, dem vor einem halben Jahr verstorbenen König, hatte er einen Fluch geerbt, der ihm eine Hexe vor vielen Jahren auferlegt hatte. „Verzeiht Prinz Schnattergans, aber das ist mein bestes Stück, das durch den Fluch einer Hexe zu einer enormen Größe herangewachsen ist. Prinz Schnattergans blickte erst skeptisch zu König Drosselglied, doch dann fing er allmählich zu Lachen an. Sein Gelächter war so laut, dass es ihm ganzen Schloss zu hören war und in den Gängen wiederhallte, bis ihm die Tränen kamen. König Drosselglied war über das Verhalten von Prinz Schnattergans sehr verletzt und zog traurig von dannen, während der König innerlich tobte vor Wut. „Genug!“, schrie er, als er mit seinem Sohn allein im Thronsaal sich befand. „Ich hab genug von deinen üblen Launen der Natur. Du bist es nicht würdig ein Prinz zu sein. Das ganze Land lacht über uns und das Volk verspottet dich. Ich werde mir das nicht mehr länger mitansehen und dich für dein Verhalten bestrafen.“ Prinz Schnattergans verging das Lachen, denn was sein Vater der König sagte, das wurde auch in die Tat umgesetzt. Drei Tage später wurde die Strafe des Königs vollzogen: Er verbannte seinen Sohn aus seinem Königreich und übergab ihm einen bettelnden Spielmann. Der alte Mann hatte einen weißen Bart, trug zerlumpte Kleider und ging in gebückter Haltung. Er hatte keine lebenden Verwandten und so war er sehr froh über die Hilfe, die er für sein Geschäft nun erhielt. Prinz Schnattergans war dem Ganzen natürlich gar nicht wohlgesinnt und sprach zu jeder Zeit schlecht über den alten Spielmann, der zu seinem Glück aber nicht mehr allzu gut hörte und von den ständigen Beleidigungen des Königssohnes nichts mitbekam. Der alte Spielmann wohnte zudem sehr bescheiden in einem alten kleinen Häuschen, was Prinz Schnattergans als Bruchbude abtat. Allerdings befand sich dort auch ein kleines Kämmerchen, in dem sich allerhand interessante Gegenstände befanden, so auch eine kleine Holzpuppe. „Die erinnert mich an ein Märchen, die mir meine Mutter in meiner Kindheit immer vorgelesen hat: „Pinacoladio“. Sie sind aber nicht zufällig dieser alte Puppenmeister?“ „Rede keinen Unsinn und mach dich endlich an die Arbeit.“, sprach der alte Spielmann. „Das Geschirr muss gewaschen werden, der Boden gefegt werden und die Spinnweben an der Decke müssten auch mal wieder beseitigt werden. Mit meinem Rücken geht das nicht mehr. Los an die Arbeit!“ Der junge Königssohn tat wie ihm geheißen, doch hatte er in seinem ganzen Leben noch kein Finger krumm gemacht, sodass er gänzlich unfähig zu allem war, was der Spielmann ihm auftrug. Das Geschirr ließ er zu Boden fallen, den Staub verteilte er nur noch mehr und beim Anblick einer Spinne rannte er wie ein kreischendes Mädchen aus dem Haus, wo er schließlich im Schnee ausrutschte und ihn die Kinder aus der Nachbarschaft auslachten. Jetzt wurde ihm auch bewusst, wie es sich anfühlte, von anderen Menschen ausgelacht zu werden. Doch der Spielmann hatte nur wenig Geduld mit dem jungen Prinzen und so war er es irgendwann leid, ihm weitere Arbeit aufzutragen. „Du bist der unfähigste Mensch, der mir je untergekommen ist. Scher dich raus aus meinem Haus!“ „Pah, als ob man diese Bruchbude Haus nennen konnte.“, entgegnete der Prinz eingeschnappt und tat anschließend wie ihm geheißen. Er fühlte sich in der Bruchbude ohnehin nicht wohl, doch nun war er allein auf den Straßen und da gerade Winter war, fror es ihm am ganzen Leib. Nachdem er frierend durch die Straßen und von Haus zu Haus zog, um Asyl zu betteln, knickte er in einer Gasse neben einem Wirtshaus zusammen. Köstlicher Duft von gebratenem Wildschwein zog aus einem der Küchenfenster und Prinz Schnattergans glaubte schon, sich im Himmel zu befinden, als ihn die kalte Realität einholte. „Hey du!“, rief eine Stimme und ein schwarzbärtiger Mann in Ritterrüstung stand plötzlich vor dem Prinzen. „Wenn du nicht erfrieren willst, dann komm mit mir. Ich bin Soldat im Schloss von König Drosselglied und wir könnten noch ein paar Küchenhilfen gebrauchen. Ich hoffe du kannst Kartoffeln schälen…, aber wenigstens hast du dann ein Dach über dem Kopf.“ Prinz Schnattergans nickte und folgte dem Soldaten zum Schloss von König Drosselglied. Er schämte sich, dass er nun ausgerechnet bei dem Menschen Zuflucht erhielt, den er einst so hämisch ausgelacht hatte. Prinz Schnattergans wollte nicht wieder in die Kälte hinausgetrieben werden und bemühte sich redlich, die Aufgaben in der Küche umzusetzen. In der Tat gab er sich endlich mehr Mühe und stellte sich am Ende gar nicht mal so schlecht an. Die Wochen vergingen und mit der Zeit bekam Prinz Schnattergans Gefallen an seiner Arbeit. In seinem Gesicht war ein Lächeln abzuzeichnen, das nicht von Spott und Häme gezeichnet war, sondern von Glück und Zufriedenheit. Doch dieses Lächeln verschwand je, als die Köchin des Schlosses ihm eine große Neuigkeit verkündete: „Hast du schon gehört, unser hochgeschätzter König Drosselglied hat endlich den Mann fürs Leben gefunden und möchte ihn heiraten. Die Hochzeit soll in einer Woche stattfinden. Adelige aus allen Herrn und Ländern werden herbeikommen. Das wird unsere Küche zum Kochen bringen, aber ich freu mich so für unseren König. Er ist ein gnädiger Herr und hat es verdient glücklich zu sein, wo doch dieser Fluch der Hexe auf ihm lastet.“ „Dürfen Schlossangestellte ebenfalls auf der Hochzeit erscheinen?“, fragte Prinz Schnattergans neugierig, denn er wollte gerne sehen, wen König Drosselglied zum Mann nahm. „Aber selbstverständlich…“ Die Köchin lächelte, doch irgendetwas störte Prinz Schnattergans daran. Eine Woche später stand der Prinz tatsächlich im Thronsaal, in der die Feierlichkeiten zur Hochzeit stattfanden, doch nicht als Gast, wie er es sich vorgestellt hatte, sondern als Kellner, der die dreckigen Gläser einsammelte. Doch Prinz Schnattergans wollte nicht meckern, bekam er doch wenigstens ein bisschen was von der Hochzeit zu sehen. Er staunte nicht schlecht, als er König Drosselglied in seinem prachtvollen Königsgewand erblickte, in dem er einfach fabelhaft aussah. Zwar machte sich sein großes Glied noch immer durch die Hose bemerkbar, aber der Prinz störte sich gar nicht mehr daran. Das einzig Seltsame war, dass er den Bräutigam von König Drosselglied nirgends erblicken konnte. Prinz Schnattergans stellte sich auf Zehenspitzen und blickte im Saal umher, doch konnte er keine Person entdecken, die auch nur ansatzweise danach aussah, als würde sie sich gleich mit König Drosselglied vermählen. Er belauschte die Gespräche der Gäste, doch auch da erfuhr er nicht mehr über den Bräutigam. Es schien sogar so, als ob niemand den Bräutigam des Königs kannte, geschweige denn je zuvor gesehen hätte. Sehr mysteriös! „Ah siehe da, wenn das nicht mein stets unzufriedener Sohn ist.“, sagte plötzlich eine Stimme und vor dem Prinzen stand plötzlich sein Vater, der König aus dem Nachbarsland. „Wie ich gehört habe, hast du es nicht sehr lange bei dem Spielmann ausgehalten. Jetzt bist du Küchenhilfe in diesem Schloss? Erstaunlich, wie sich die Dinge entwickeln…“ „Vater ich…“ Prinz Schnattergans wusste nichts zu erwidern. Ihm war es inzwischen unangenehm, welche Probleme er seinem Vater all die Jahre bereitet hatte. „Bitte verzeih mir Vater!“ Der König blickte seinen Sohn ernst an, schien aber positiv überrascht über dessen Worte zu sein. Doch zu einer langen Aussprache kam es nicht, denn plötzlich ertönte die Musik im Saal und alle Gäste fingen zu Tanzen an. Prinz Schnattergans wollte sich spurten und die dreckigen Gläser schnell zurück in die Küche bringen, als völlig unerwartet König Drosselglied vor ihm stand und ihm den Weg versperrte. „Kennen wir uns nicht?“, fragte er mit Argwohn, doch schien er sich schnell an den Prinzen zu erinnern. „Ach ja richtig, seid ihr nicht Prinz Schnattergans? Wobei Prinz Meckerziege wohl eher zu euch gepasst hätte. Wie dem auch sei. Ich war gerade auf der Suche nach meinem zukünftigen Bräutigam, da stolpere ich über euch. Ihr seht in eurer Kleidung zwar nicht wie ein Adeliger aus, aber dennoch will ich euch wie einen der Unseren behandeln. Deshalb meine Frage: Würdet ihr diesen einen Tanz mit mir tanzen?“ Prinz Schnattergans schaute leicht verblüfft. Mit solch einer Wendung der Ereignisse hatte er am allerwenigsten gerechnet. Früher hätte er König Drosselglied schimpfend von dannen gejagt, doch nun freute er sich über dessen freundliches Angebot und sagte schüchtern ja. Als der Prinz den König auf die Tanzfläche begleitete, berührte er erstmals seine Hand. Völlig unerwartet bekam der Prinz weiche Knie. Was war nur los mit ihm? Hatte er etwa Gefühle für König Drosselglied entwickelt? Ich Dummerchen, dachte sich Prinz Schnattergans, wo er doch genau wusste, dass dies die Hochzeit von König Drosselglied war und irgendwo im Saal sein Bräutigam umherschwirrte. „Wo ist eigentlich der Glückliche, den Sie zu ihrem Gatten erwählt haben?“, fragte Prinz Schnattergans ganz beiläufig. König Drosselglied antwortete nicht, stattdessen lächelte er verschmitzt, als ob Prinz Schnattergans die Antwort kennen müsste. Beim Tanzen kamen sie sich immer näher und alle Augen waren auf den König und den Prinzen gerichtet. Plötzlich zog König Drosselglied den Prinzen näher zu sich heran und Prinz Schnattergans spürte mehr als nur Herzklopfen. „Oh… ist das etwa… verzeiht mein König.“ „Schon in Ordnung, mein Prinz.“, erwiderte König Drosselglied, der nur noch breiter grinste. „Wenn ihr mein zukünftiger Bräutigam werden möchtet, dann werdet ihr mein Glied ohnehin öfters spüren.“ „Wenn ich was werden möchte?!“, fragte Prinz Schnattergans verwirrt, tanzte aber weiter. „Mein Bräutigam.“, wiederholte König Drosselglied, der mit einem Mal etwas ernster wirkte. „Schon am ersten Tag, als ich euch gesehen habe, war ich hin und weg von euch. Nur euer Charakter war verdorben, aber das haben euer Vater und ich euch zum Glück aller ausgetrieben.“ Nun hörte der Prinz gänzlich zum Tanzen auf und blickte zunächst erschrocken zu seinem Vater und dann zu König Drosselglied. Dieser wiederum klärte ihn auf: „Verzeiht mein Prinz, dass wir euch in die Irre geführt haben, aber euer Vater bat mich ihm zu helfen, euch auf den richtigen Weg zu führen. Also hab ich mich zunächst als alter Spielmann verkleidet und danach als Soldaten, um euch hierher zu locken.“ „Das wart ihr?!“, stieß Prinz Schnattergans erschrocken aus. „A-Aber…, das kann nicht sein. I-Ich meine…, das hätte ich doch gemerkt. Euer Glied… es ist unübersehbar!“ „Deshalb trug ich als Spielmann ja auch zerlumpte Kleider und lief in gebückter Haltung, damit ihr es nicht merkt, und bei einem Soldaten in einer Ritterrüstung sieht man sowieso nichts.“, klärte König Drosselglied ihn auf. „Auch wenn ich zugebe, dass es in der Rüstung ganz schön gezwickt hat…“ Prinz Schnattergans war über diese Offenbarung schockiert. Er fühlte sich betrogen und hintergangen und das von den Menschen, die ihm inzwischen am Allerwichtigsten waren – von seinem Vater und von König Drosselglied, für den er tatsächlich Gefühle entwickelt hatte. Weil er sich bloßgestellt fühlte, rannte der Prinz davon, raus aus dem Thronsaal und raus aus dem Schloss. Doch allzu weit kam er nicht, denn König Drosselglied holte ihn auf der Marmortreppe schnell ein und versperrte ihm den Weg. „Bitte mein Prinz, wenn ich euch verletzt habe, dann tut es mir Leid, aber ich hab das nur getan, weil ihr dabei wart, euer eigenes Leben zu zerstören… und weil ich euch liebe.“ König Drosselglied rückte keinen Schritt zur Seite und wer glaubte, Prinz Schnattergans würde nun rückfällig werden und wieder grenzenlose Wut empfinden, der irrte sich. Der Prinz schritt langsam auf König Drosselglied zu. Seine Miene wirkte wie versteinert – ernst und traurig zugleich – bis sich plötzlich ein Lächeln in seinem Gesicht abzeichnete. „Naja, eine Flucht wäre ohnehin zwecklos gewesen, denn an eurem langen Glied wäre ich im Leben nicht vorbeigekommen.“ König Drosselglied schmunzelte und Prinz Schnattergans beugte sich zu ihm vor und drückte ihm einen langen Kuss auf die Lippen. Hinter ihnen hatten sich die adeligen Gäste versammelt und applaudierten den frisch Verliebten zu, darunter auch der Vater von Prinz Schnattergans. Zwei Welten prallten aufeinander, einer unterschiedlicher als der andere und doch haben sie sich am Ende gefunden. Die Liebe bahnt sich eben immer ihren Weg und wenn Prinz Schnattergans nicht gestorben war, dann durfte er höchstpersönlich Hand am Glied der Drossel anlegen!
Ich wünsch euch Frohe Ostern! Hier ist nun meine bislang letzte Märchen-Parodie, die das Mittelalter um Artus, Merlin und Lancelot aufs Korn nimmt. Viel Spaß beim Lesen!
Es war einmal... ganz anders!
Parodie: Artie und die Stripper der Tafelstange Originalversion: Arthur und die Ritter der Tafelrunde Vorlage: Chrétien de Troyes, Hartmann von Aue, Ulrich von Zatzikhoven, Wace Veröffentlichung: 14.Februar 2018 Wörter: 2.796
Artie und die Stripper der Tafelstange Es war einmal vor sehr langer Zeit, da lebte ein junger Knabe auf dem Hof seines Stiefvaters Sir Erektor. Der Name des Knabes lautete Arthur, doch wurde er von allen einfach nur Artie genannt. Arties Mutter, Miss Vibrator, verstarb bereits im vorherigen Winter an einer tödlichen Grippe und so wurde Artie von seinem Stiefvater allein großgezogen. Sir Erektor behandelte Artie als wäre er sein eigener Sohn, doch verhätschelte er ihn ein wenig zu sehr, so dass aus ihm nie ein richtiger Mann wurde. Er war nur von sehr mickriger Statur, der keinen blassen Schimmer von Schwerstarbeit hatte, was auch seine dünnen Ärmchen erklärte. Muskeln suchte man an ihm vergeblich, doch dafür besaß Artie etwas sehr viel wichtigeres im Leben: Ein Herz! Wie so ziemlich jeder Mensch auf Erden, trug auch Artie ein Geheimnis mit sich herum, von dem er bisher noch niemanden erzählt hatte: Er stand auf Jungs! Doch da er von zierlicher Statur war und nur selten von seinen Mitmenschen ernst genommen wurde, hatte er sich nie getraut, seiner Vorliebe näher nachzugehen. Bis er irgendwann den Entschluss fasste, endlich ein richtiger Mann zu werden! Eines Nachts schlich er sich leise vom Hof seines Stiefvaters, um ein einmaliges Abenteuer zu erleben: Er suchte einen Stripclub für schwule Männer auf! Zugegeben, etwas unwohl war ihm schon dabei, aber als er den ersten Fuß über die Schwelle setzte, gab es für ihn kein Zurück mehr. „Komm nur herein, mein Kleiner.“, sagte der Besitzer des Stripclubs „Camelot“. „Hier wird für jeden etwas Spaß geboten, sogar für einen süßen Twink wie du einer bist.“ Artie trat näher herein und wurde mit jedem Schritt etwas mutiger. An der Bar hockten zwei etwas ältere Männer ohne Haar, die sich ein Bier gönnten und dabei Zärtlichkeiten miteinander austauschten. Nervös blickte sich Artie weiter um und ließ sich dabei von der mittelalterlichen Musik mitreißen. Er fing an, sein Tanzbein zu schwingen, um auf sich aufmerksam zu machen, doch musste er dabei sehr lächerlich ausgesehen haben, da ihn viele Männer nur stirnrunzelnd ansahen. Da wurde die Musik plötzlich lauter und die Männer um ihn herum, brachen in Begeisterung aus. Artie musste sich nicht lange fragen wieso das so war, denn es dauerte nur wenige Sekunden, da kamen sieben junge Kerle hinter einem Vorhang hervor, von denen einer attraktiver als der andere war. Die sieben Jungs tanzten auf einem höher gelegenen Podest, ließen sich von den Jubelrufen der Männer anspornen und brachten den Schuppen zum Beben. Sie ließen nichts ungenutzt, tanzten wie wild an einer Stange, oder züngelten miteinander, während die Männer ihnen Geldscheine zusteckten. Für jeden Geldschein, den die jungen Kerle erhielten, entledigten sie sich eines Kleidungsstückes, bis sie nur noch in silberner Unterwäsche dastanden, die reichlich knapp bemessen war. Artie glaubte seinen Augen nicht zu trauen: Die sieben jungen Kerle waren megagutgebaut, denn ein jeder besaß einen Sixpack und die Oberarme eines Gorillas. Artie trat näher heran, um mehr zu sehen, da packten ihn plötzlich zwei Hände von unten, die ihn auf das höher gelegene Podest hinauf hievten. Völlig unerwartete fand sich Artie unter den Strippern wieder, während die Männer vor Freude und Geilheit pfiffen und applaudierten. Einer der Stripper kam auf Artie zu. Er hatte langes blondes Haar und den Ansatz eines Bartes. Artie rutschte das Herz in die Hose, als der Stripper seine Hände um seine Taille legte und ihn dazu aufforderte mitzuschwingen. Etwas störrisch versuchte Artie mit dem Hintern zu wackeln, was lautes Gelächter der Männer zur Folge hatte. Artie wurde rot im Gesicht und schämte sich, doch der Stripper gab nicht auf. „Los, zeig was du kannst und vor allem was du hast!“ Mit einem Mal standen zwei weitere Stripper hinter Artie, die ihm die Hose samt Unterwäsche runterzogen, sodass Artie in seiner vollen Pracht dastand. „Ups, war wohl doch keine so gute Idee.“, sagte der Stripper vor ihm lächelnd, als er bei Artie nach unten sah. Die Männer im Stripclub fingen zu lachen an, denn bei Artie war nicht besonders viel zu sehen… Beschämt rannte Artie schnell hinter den Vorhang, wo ihn keiner mehr angaffen konnte. Er war das Gespött aller Männer. Tränen schossen ihm ins Gesicht, bis der Stripper mit dem langen blonden Haar hinter ihm trat und ihm ein Taschentuch reichte. „Hier ein Tempo…“ „Meine Hose wäre mir lieber.“, erwiderte Artie gekränkt. „Tut mir Leid, aber die ist wohl flöten gegangen. Ich kann dir einen Schottenrock anbieten…“ Der Stripper ging schnell in seine Umkleide und brachte Artie den Schottenrock. „Besser als nichts.“, meinte der Stripper, nachdem er ein letztes Mal bei Artie nach unten blickte. „Mein Name ist Lanzelang und ich entschuldige mich dafür, dass wir dich gerade so bloßgestellt haben.“ „Ach lass mich doch in Ruhe.“, sagte Artie eingeschnappt. „Es muss schwer für dich sein, mit nur so wenig gesegnet zu sein.“, meinte Lanzelang, woraufhin Artie ihn nur noch verärgerter ansah. „Verzeih, aber vielleicht gibt es einen Weg, um dies zu ändern!“ „Ach ja, mit Magie oder was?“, fragte Artie, der Lanzelang ansah, als wäre er verrückt. „In gewisser Weise ja.“, bestätigte Lanzelang. „Es gibt da einen Druiden namens Marlin. Er wohnt außerhalb der Stadt im Zauberwald, in dem ein mysteriöser See liegt. Den ganzen Tag über herrscht dort dichter Nebel und nur wenige trauen sich in die Nähe des Sees, da gemunkelt wird, dass ein Monster dort sein Unwesen treibe. Doch mitten im See, im Verborgenen, soll sich die legendäre Insel Avalon befinden, die einen Schatz beherbergt.“ „Und wie soll mir dieser Schatz nun weiterhelfen?“, fragte Artie skeptisch. „Eine Legende besagt, dass dieser Schatz nur von einem Jungen in Besitz genommen werden kann, der mit dessen Hilfe zu einem echten Mann wird.“, erklärte Lanzelang Artie genauer. Dieser jedoch blickte den Stripper weiterhin skeptisch an, als wäre das Blut in seinen Adern übergekocht. Wenn du mir nicht glaubst, dann begleite ich dich eben. Dann weißt du, dass ich dich nicht in die Irre führen will und dich belüge. Ich hab gleich Feierabend, dann können wir sofort aufbrechen. Was sagst du?“ Artie war damit einverstanden. Er hatte zwar nach wie vor Bedenken, aber sein Wunsch, ein echter Mann zu werden, war stärker. Also wartete er auf Lanzelang und etwa eine halbe Stunde später begann die Reise zum Zauberwald.
In binnen einer Stunde hatten sie den Zauberwald erreicht. Lanzelang schien sich dort gut auszukennen, denn er führte sie auf direktem Wege zu einem kleinen Häuschen, aus dessen Kamin Rauch emporstieg. Artie stellte überraschend fest, dass das kleine Häuschen aus Lebkuchen und anderen süßen Leckereien bestand. „Wer wohnt hier? Eine alte Hexe?“ „Ich muss doch sehr bitten.“, sagte plötzlich ein alter Mann mit langem weißem Bart. Artie erschrak und fiel rücklings in eine Wanne aus rosa Zuckergussglasur. „Jetzt noch ein Marzipanherzchen auf seine Nase geklebt und er gäbe ein süßes Valentinstags-Geschenk ab.“ „Onkel Marlin!“, rief Lanzelang inzwischen laut und umarmte den alten Greis. „Lanzelang? Mensch, wir haben uns ja seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Wie viel Zeit ist seit unserer letzten Begegnung vergangen?!“, rief Marlin glückselig. „Äh… ein Tag?!“, antwortete Lanzelang irritiert. „Onkel, hast du wieder mal deine „Ich-erinnere-mich-an-alles-Pillen“ mit deinen „Amnesie-Tabletten“ verwechselt?“ „Papperlapapp. Sehe ich etwa so aus? Ich mein ja nur… Jedes Mal wenn ich dich sehe, bin ich aufs Neue von deinen beeindruckenden Oberarmen überrascht.“, sagte Marlin froh und munter, während Artie sich aus der rosa Zuckergussglasur befreite und den ganzen Boden damit bekleckerte. „Wer ist dein süßer Begleiter?“ Süß? Artie horchte auf. Dieser alte Mann war doch nicht etwa pädophil, oder etwa doch? „Also süß, weil er von oben bis unten in Zuckerguss getunkt ist.“ Artie atmete sowohl erleichtert, als auch genervt aus. Ein Bad wäre jetzt nicht schlecht, dachte er sich.
Nachdem sich die Beiden etwas bei dem Druiden Marlin ausruhten – und Artie baden konnte – machten sie sich gemeinsam auf zu dem See, von dem Lanzelang sprach. Marlin führte sie unbeschadet bis ans Ufer. Der See war in dichten Nebel gehüllt. Lanzelang hatte bislang also die Wahrheit gesagt, aber ob es hinter dieser Nebelwand tatsächlich eine legendäre Insel gab, auf der sich ein geheimnisvoller Schatz verbarg? „Seid auf der Hut. Hinter diesem Nebel verbergen sich viele Gefahren. Viele die dort hinein gegangen sind, wurden nie wieder gesehen – hauptsächlich Männer.“ „Wie kommen wir über den See?“, fragte Artie besorgt. „I-Ich kann nicht schwimmen.“ „Das hab ich befürchtet.“, meinte Lanzelang, der sich bereits in Badehose präsentieren wollte. „Überlasst das nur mir. Es gibt da eine Zauberformel, mit dessen Hilfe ich euch trocken über den See bringe.“, sagte Marlin, der sich stolz die Ärmel hochkrempelte. Offenbar freute er sich richtig, endlich mal etwas zu tun zu bekommen. Marlin wollte gerade loslegen, als er innehielt. „Was ist los Onkel?“, fragte Lanzelang. „Ich hab die Zauberformel vergessen.“, antwortete Marlin und fing zu lachen an. Ich beugte mich zu Lanzelang vor. „Wie alt ist dein Onkel eigentlich? 130?“ „Ich bitte dich. So alt nun auch wieder nicht.“, antwortete Lanzelang pampig. „Er ist erst 129!“ „Oh ja…, das ist natürlich sehr viel jünger.“, gab Artie sarkastisch von sich. „Ah, jetzt erinnere ich mich wieder!“, rief Marlin zwischenzeitlich hellauf begeistert. „Jetzt weiß ich die Zauberformel wieder.“ Marlin schloss seine Augen, streckte seine Hände aus und versuchte sich zu konzentrieren. Dann sagte er laut und deutlich: „Boot!“ Wie aus dem Nichts, tauchte ein kleines Holzboot am Seeufer auf. Lanzelang und Artie starrten Marlin verwirrt an. „Das war alles?“, fragte Artie argwöhnisch. „Das war alles.“, bestätigte der alte Mann. „Wieso? Wolltet ihr einen Luxusdampfer? Das hat den Menschen auf der Titanic auch nicht viel geholfen…“ „Los jetzt! Lasst uns keine Zeit mehr verlieren!“, rief Artie sichtlich genervt. „Jawohl! So stell ich mir einen mutigen Seefahrer vor.“, sagte Lanzelang begeistert. „Keine Zeit verlieren. Das Ziel vor Augen!“ Artie und Lanzelang stiegen in das Boot und paddelten los. Der Nebel umgab sie schneller als gedacht und schon bald war vom Abschied winkenden Marlin nichts mehr zu sehen. Die See war ruhig und lediglich das Plätschern des Wassers war zu hören. „Glaubst du, hier gibt es ein Seemonster?“, fragte Artie nach einer Weile verängstigt. „Keine Ahnung, aber wenn, dann werden wir es sicherlich bald erfahren.“, antwortete Lanzelang ihm, während dieser eifrig weiterpaddelte. An Ausdauer und Kraft mangelte es ihm schließlich nicht. Die Beiden trieben lange über das Gewässer. Für Artie fühlte es sich wie eine Ewigkeit an, als ihr Boot plötzlich auf Grund lief. „Land. Ist das die Insel Avalon?“, fragte Artie, während er sich umsah. Lanzelang taute das Boot an einem Felsen fest, ehe sie ins Innere der Insel aufbrachen. Die Bäume standen hier dicht beieinander, was ihnen die Sicht auf das was vor ihnen lag erschwerte. Nach einer Weile hörten sie ein seltsames Geräusch. „Hörst du das?“, fragte Artie. „Was ist das?“ „Dieses Geräusch würde ich unter tausenden von Geräuschen erkennen.“, meinte Lanzelang zugleich. „Da stöhnt jemand, als hätte er gerade wilden und hemmungslosen Sex!“ „WAS?! Hier? Auf dieser Insel?!“, stieß Artie ungläubig aus. „Ja warum denn nicht? Ist das Paradies auf Erden. Natur, Freiheit, Stille…, naja bis auf das Stöhnen.“, sagte Lanzelang und schmunzelte jetzt. „Los, lass uns nachsehen, wer hier so viel Spaß hat.“ Lanzelang schritt voran. Artie, der noch etwas unsicher war, folgte ihm schließlich. Sie erreichten eine Lichtung, in dessen Mitte ein großer Felsen stand. Etwas ragte daraus empor, aber ihre Aufmerksamkeit galt erst einmal etwas anderem: Am Felsen lehnten zwei Kerle, splitterfasernackt und hatten – wie Lanzelang schon richtig festgestellt hatte – Sex. „Oh ja Ness. Du bist wahrhaftig ein Sexgott!“, rief der Mann, der den passiven Part einnahm. Artie wurde schon rot beim Zusehen, wohingegen Lanzelang sichtlich begeistert zu sein schien. Was sollten sie jetzt tun? Weiterhin zusehen und auf den Höhepunkt warten? Doch so weit kam es gar nicht erst, denn der Mann namens Ness wurde auf die ungebetenen Zuschauer aufmerksam. „Wer seid ihr denn?“, fragte er, während er sich die Hose wieder hochzog und sein Partner vor Scharm die Flucht ergriff. „Seid ihr gekommen, um an meiner Orgie teilzunehmen?“ „Orgie, was? Nein, vielen Dank!“, lächelte Artie beschämt. „Auf jeden Fall!“, rief Lanzelang hingegen zugleich, was Artie weniger überraschte. Ness grinste. „Ich sehe schon. Einer mit dem man(n) Spaß haben kann und einer, der noch etwas schüchtern ist. Ich stehe ja auf beide Sorten von Mann. Mein Name ist Ness und ich bin der Herrscher über Avalon. Die Gestrandeten auf dieser Insel nennen mich aber auch den Sexgott oder aber das Monster im Loch!“ (Anmerkung des Autors: In Schottland ist ein „Loch“ ein „Gewässer“, aber wer hier zweideutig denkt, der denkt goldrichtig!) Ness schien sichtlich stolz auf seine Titel zu sein, wenngleich Artie ihn ein wenig eingebildet fand, so musste er dennoch zugeben, dass Ness eine Augenweide an Mann war. Er schien einen großen Hammer in seiner Hose zu beherbergen. „Der Junge hier…“ Lanzelang zeigte auf Artie, „… sucht nach dem geheimnisvollen Schatz von Avalon. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als ein echter Mann zu werden.“ „Diesen Wunsch hatten viele, die hierher gereist sind.“, meinte Ness. „Seht her, hier im Felsen befindet sich dieser besagte Schatz, aber keinem ist es bislang gelungen, diesen für sich zu beanspruchen, denn er steckt tief im Felsen drin und keiner konnte ihn bislang herausziehen. Alle gaben sie auf und verloren das Vertrauen in ihre Männlichkeit. Also versuchte ich sie aufzuheitern und machte sie zu meinem Eigen. Nun leben zwei Dutzend an Männern in Avalon. Ohne Sorgen, dafür mit viel Testosteron. In Avalon gibt es nur ein Gesetz: „Keiner gehört irgendwem. Jeder mit jedem und das so oft wie jeder will!“ „Oh mein Gott, dass ist das Paradies auf Erden!“, rief Lanzelang begeistert. „Ja, ich bin ein Gott. Wollt ihr jetzt mein Monsterteil in euch spüren?!“, fragte Ness selbstverliebt. „Nein.“, antwortete Artie. Keine Ahnung woher auf einmal dieser Mut kam, denn beim Anblick von Ness konnte er sich selbst kaum zurückhalten, um sich nicht auf ihn zu stürzen, aber im Moment wollte er nur eines: Den Schatz, um endlich ein echter Mann zu werden. „Dann versuche dein Glück. Ich werde später da sein, um dich in meinen starken Armen aufzufangen.“, sagte Ness. „Danach lasse ich dich erst wieder gehen, wenn ich dich beglückt habe. Ob du dann jedoch noch gehen willst, wage ich zu bezweifeln.“ Artie schluckte. Er konnte seine Augen kaum von Ness abwenden. Dennoch versuchte er sich jetzt auf den Schatz zu konzentrieren. Alles andere war unwichtig. Artie bestieg den Felsen mit all seiner Kraft. Dort ragte etwas aus dem Stein. Etwas langes, etwas gigantisches! Was auch immer es war, er hoffte so sehr, dass es ihm dabei half, endlich auch ein Mann zu werden. Artie legte seine Hände an den Schatz und zog daran, so fest er nur konnte und siehe da… es rührte sich nichts. „Tja, netter Versuch Kleiner, aber das war wohl nix.“, sagte Ness schadenfroh. Artie überlegte. Mit bloßer Kraft war der Schatz nicht aus dem Felsen zu kriegen. Desillusioniert wollte er schon aufgeben, als er ausrutschte und mit einem Schrei auf den Schatz fiel. Sein Mund nahm den Schatz gänzlich in sich auf. Artie war überrascht, denn der Schatz schmeckte überraschend gut. So gut, dass er sich gar nicht mehr davon befreien konnte und den Schatz mit seiner Zunge abtastete. Dann geschah etwas Unglaubliches: Der Schatz wurde länger und länger und auf einmal hatte Artie ihn in seinen Händen. Lanzelang und Ness fielen die Münder auf. „Das glaube ich einfach nicht!“, rief Ness erstaunt. „Wie ist dir dieses Wunder gelungen?“ Artie zuckte mit den Schultern. „Ein Mann muss nicht nur gut mit seinem eigenen Stück umgehen können, er sollte sich auch gut in die anderen hineinfühlen können. Seht her, das ist der Schatz: Der Dildo aus dem Stein!“ Ness war so beeindruckt von Arties Errungenschaft, dass er sofort auf die Knie ging und sich vor Artie verneigte. „Ich bitte untertänigst um Verzeihung. Ab sofort seid ihr der Herrscher über Avalon! Ich will nicht anmaßend sein, aber bitte…, bitte lasst mich euren Schatz in mir spüren!“ Artie schaute Ness verwundert an. Doch dann grinste er, denn er wusste genau, was er jetzt zu tun hatte. Fünf Minuten später drang er mit dem Dildo in Ness ein, während dieser zeitgleich Lanzelang beglückte. So gingen die Wünsche aller in Erfüllung. Doch Artie zog es wieder in seine Heimat zurück. Den Dildo überreichte er vor seiner Abreise aber Lanzelang, der bei Ness auf Avalon blieb. Artie brauchte den Dildo nicht, um ein echter Mann zu sein. Alles was er jemals gebraucht hat, war Selbstvertrauen. Die Reise nach Avalon hat ihm das verdeutlicht. Denn nicht der Weg zum Ziel war wichtig, sondern dass das Ziel der Weg war. Und wenn er nicht auf seiner Heimreise gestorben war, dann suchte er die Stripper der Tafelstange anschließend aufs Neue auf, um ihnen zu zeigen, was ein echter Mann alles kann. „Jawohl, Dance, Dance, Dance! Schwingt eure Hüften ihr geilen Hengste. Marlin will was sehen!“, rief der alte Druide aus den Zuschauerreihen und er lebte vergnügt bis an sein Lebensende.