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Svimmi
Beiträge: 3 | Punkte: 3 | Zuletzt Online: 26.12.2017
Name
Sven-Enrico
E-Mail:
svenkopile@gmail.com
Geburtsdatum
5. September 1996
Hobbies
Lesen, Schreiben, meine Haustiere
Wohnort
Am Ammersee
Registriert am:
01.11.2017
Beschreibung
Schwul, verliebt, verlobt und bald verheiratet
Geschlecht
männlich
    • Svimmi hat einen neuen Beitrag "Welches Buch habt ihr als letztes gelesen?" geschrieben. 27.11.2017

      Also ich liebe Stephen King. Hab eine riesige Sammlung von seinen Büchern zuhause.
      Im Moment stecke ich gerade in der "Turm-Reihe" von ihm. Bin erst beim zweiten Buch angelangt, aber von Kapitel zu Kapitel gefällt mir es besser.

    • Svimmi hat einen neuen Beitrag "Traummann" geschrieben. 27.11.2017

      In den zwei nächsten Wochen schrieb ich immer intensiver mit Kelly. Schon während dem Frühstück schaltete ich meinen Laptop an und loggte mich bei TheperfektMan ein. Meine Laune verschlechterte sich automatisch dann, wenn er nicht zeitgleich mit mir online war. Auch während der Arbeit hatte ich mich in ruhigen Momenten im Forum anmelden können, zum Glück hatte mein Chef das noch nicht bemerkt. Er wäre nicht sehr erfreut, wenn er davon erfahren würde. Trotzdem konnte ich es nicht lassen. Es war wie eine Sucht. Wenn ich mit Kelly schrieb, war ich glücklich und zufrieden. Stundenlang konnte ich mich mit ihm über das Internet unterhalten. Es war so, als würde ich ihn schon Ewigkeiten kennen, doch dabei hatte ich weder einmal seine Stimme gehört, noch ihn persönlich gesehen. Ich hatte nur das Bild von ihm und trotzdem entwickelte ich langsam Gefühle für den dunkelhaarigen Mann. Ich konnte ihm einfach alles anvertrauen. Ich redete mit ihm über meine Sorgen, erzählte ihm von meinem Alltag und von meinem Leben. Aber ich erhielt genauso viele Informationen von ihm zurück. So schrieb er beispielsweise über seine Mutter, die ihm vor Jahren von einen auf den anderen Tag verlassen hatte und von seinem Vater, welcher seine Arbeit verloren hatte. Ich tröstete ihn, hörte ihm zu und sprach ihm Mut zu. Wir waren mittlerweile richtig gut befreundet, aber nur über das Internet. Ich wünschte mir so sehr, dass ich ihn endlich mal persönlich kennenlernen würde.

      Mein Handy klingelte. Mit einer Hand drückte ich auf das grüne Symbol, während ich mit der anderen meine Nachricht an Kelly absendete.
      „Ja, hallo“, meldete ich mich genervt. Ich hatte keine Lust zum Telefonieren.
      „Hey Elias. Störe ich gerade?“, ertönte es vom anderen Ende.
      „Wer ist denn dran?“ Ich überlegte angestrengt, doch ich kam nicht drauf, wem die Stimme gehörte.
      „Oh Entschuldigung. Hier ist Noel. Kennst du mich noch? Wir haben uns in der Bar kennengelernt.“
      Natürlich erinnerte ich mich an den Blonden. Aber wieso meldete er sich jetzt? Vierzehn Tage war es jetzt schon her, seitdem wir uns zum ersten Mal getroffen hatten.
      „Tut mir leid, dass ich mich erst jetzt melde. Mein Handy war kaputt und in der Reparatur. Ich habe es erst heute wieder bekommen.“
      „Kein Problem“, antwortete ich nur.
      „Ich wollte dich jetzt eigentlich fragen, ob du am Wochenende Zeit hast? Wir könnten ja wieder was trinken gehen oder so? Hättest du Lust?“
      Ich dachte nach. Ich hatte kein Interesse an Noel. Er war zwar ganz hübsch und ich hatte mich super mit ihm verstanden, aber er war einfach nicht der Typ Mann, auf den ich stand. Kelly war für mich attraktiv, aber nicht er. Aber... Er war ja ganz nett gewesen. Wieso sollte ich mich nicht mit ihm treffen und mich einfach nur mit ihm unterhalten? Mein Freundeskreis war seit Ende der Schule ganz schön geschrumpft und einen männlichen Kumpel hatte ich gar nicht mehr. Würde also schon nicht schaden, wenn ich über meinen Schatten springe und mit Noel wegging. Daher willigte ich ein.
      „Das freut mich. Passt dir Samstag Abend?“, fragte dieser begeistert.
      „Ja, müsste hinhauen.“
      „Perfekt. Wollen wir uns wieder im Ted treffen? Wir können dann natürlich auch woanders hin gehen. Ist zwanzig Uhr okay?“
      „Ja, das passt.“
      „Okay. Freu mich, bis dann, Elias.“
      „Schönen Abend“, murmelte ich ins Handy, legte auf und wandte mich wieder meinem Laptop zu.

      Kelly hatte bereits seine nächste Nachricht gesendet. Mit Vorfreude öffnete ich sie und erstarrte, als ich seine Frage las. Ich rieb mir die Augen, mein Mund stand offen. In meinem Magen machte sich ein riesiges Feuerwerk bereit zur Zündung. Kurz schloss ich die Augen und zählte bis zehn. Dann öffnete ich sie wieder, doch die Nachricht war immer noch da. Ich hatte sie mir nicht nur eingebildet. Auch die Wörter standen immer noch in der selben Reihenfolge und bildeten folgenden Satz: „Hast du eigentlich mal Lust, dass wir uns treffen?“
      Mein Herz schlug schneller. Oh ja! Ja, und was für eine Lust ich hatte, Kelly zu treffen! Am liebsten wäre ich sofort los gefahren.
      „Sicherlich“, tippte ich so schnell wie möglich.
      Mit klopfendem Herzen und schweißnassen Fingern wartete ich auf seine Antwort.
      „Das freut mich. Wie wäre es am Freitag Nachmittag?“
      Freitag? Mhm, dann müsste ich mir Urlaub nehmen. Zum Glück hatte ich noch reichlich Urlaubstage übrig. Mein Chef würde es mir schon genehmigen, hoffte ich, daher willigte ich ein.
      „Kannst du zu mir nach Stuttgart kommen? Wir könnten uns am Hauptbahnhof treffen.“
      Für Kelly würde ich sogar nach Honolulu fligen, wenn es hätte sein müssen. Dagegen war doch Stuttgart ein Klacks.
      „Ich freue mich auf dich, Elias“, schrieb mir Kelly noch, „ich werde nur die nächsten Tage nicht mehr zum Antworten kommen. Bin nämlich mit meiner Schwester in Frankreich. Wir gönnen uns zu zweit ein paar freie Tage. Wir hören spätestens am Freitag voneinander, okay?“
      „Okay, viel Spaß“; antwortete ich ihm, war aber etwas enttäuscht, als ich erfuhr, dass ich ihn erst in fünf Tagen wieder mit ihm schreiben könnte.
      Aber ich würde mich mit ihm treffen! Ich würde Kelly persönlich kennenlernen. Man, war ich aufgeregt! Und so voller Vorfreude. Ich wünschte, es wäre heute schon Freitag...

      „Daya, du glaubst es nicht“, kreischte ich begeistert ins Telefon.
      Sicherlich hielt Daya ihr Handy einige Zentimeter vom Ohr entfernt, so brüllte ich in den Hörer. „Was ist denn los, Elias?“
      Daya war die letzten Tage ziemlich beleidigt gewesen, da ich ihr mehrmals abgesagt hatte, weil ich lieber mit Kelly geschrieben hatte. Aber ihr Pech, sie hatte mir das Forum gezeigt.
      „Ich fahr am Freitag nach Stuttgart“, verkündete ich stolz.
      „Wieso das denn?“
      „Kelly wohnt dort.“
      „Uhh, ihr trefft euch?“ Ich konnte mir gut vorstellen, wie sich Dayas Augen weiteten.
      „Ja.“
      „Na das ist ja cool.“
      „Natürlich. Freue mich schon total.“
      „Das glaube ich dir. Wo trefft ihr euch denn?“
      „Am Hauptbahnhof.“
      „Sehr gut. Ich hab befürchtet, dass ihr euch bei ihm zuhause trefft.“
      „Nein“, entgegnete ich darauf nur. Aber gemacht hätte ich es wahrscheinlich schon, wenn Kelly es mir vorgeschlagen hätte. Ich vertraute ihm, auch wenn ich noch nie mit ihm persönlich gesprochen hatte, war ich mir sicher, dass Kelly eine reale und nette Person war und kein alter Mann, der Bilder gefaket hatte. Das konnte ich mir gar nicht vorstellen.

      Die Tage schlichen nur so dahin. Es schien so, als würde es nie Freitag werden wollen. Schon am Mittwoch hatte ich meinen Koffer gepackt. Von meinem Chef hatte ich zum Glück den freien Tag genehmigt bekommen. Mit Kelly hatte ich nur einmal kurz geschrieben, in der er mir die Uhrzeit für unser Treffen geschickt hatte. Über das Internet hatte ich mir eine Fahrkarte und einen Sitzplatz im ICE reserviert. Jetzt konnte nichts mehr schief gehen. In wenigen Stunden würde ich Kelly zum ersten Mal sehen. In der Nacht schlief ich schlecht und so wachte ich am Morgen total gerädert und alles andere als ausgeruht auf. Aber das machte nichts, durch meine Vorfreude vergaß ich meine Müdigkeit recht schnell.
      Ich ging duschen, föhnte meine Haare besonders schön und zog mir eine dunkle Jeans und einen weißen Pullover an. Daya hatte ihn damals im Laden für mich ausgesucht und auch ich fand, dass dieser perfekt zu meinen braunen Haaren passte. Hoffentlich war Kelly der gleiche Meinung.

      Um kurz nach neun Uhr verließ ich unser Haus. Jetzt musste ich abermals mit der Sbahn nach München fahren, aber von dort aus ging es dann weiter zu meinem Traummann. Zum Glück hatte ich daran gedacht, mir ein Buch mitzunehmen, so wurde die Fahrt nicht allzu langweilig.

      Recht schnell kam ich am Münchner Hauptbahnhof an. Ich sah meine Armbanduhr. Sie verriet mir, dass ich noch reichlich Zeit hatte. Mein ICE nach Stuttgart würde erst in einer halben Stunde gehen. Gemütlich schlenderte ich durch den Bahnhof, sah mir einige Dinge im Souveniershop an und kaufte mir eine Pizzaschnitte. Gerade wollte ich den ersten Bissen nehmen, doch da fiel mir der Knoblauch ein, der auf das Pizzastück gestreut wurde. Schnell entsorgte ich das Essen im nächsten Mülleimer. Wenn Kelly mich küssen wollte, konnte ich doch nicht nach Knoblauch stinken! Das wäre der Abtourner schlecht hin.
      Pünktlich zur Abfahrtszeit stand ich vor dem weißen Zug, der mich zu meinem Traummann bringen sollte. Ein letztes Mal atmete ich tief durch, stieg ein und suchte mir meinen Sitzplatz. Ich hatte einen Platz am Fenster reserviert, denn ich fand es jedes Mal sehr langweilig, wenn ich beim Fahren nicht raus schauen konnte. Eine alte Frau saß bereits im Abteil, als ich eintrat. Sie hob nicht mal den Kopf, als ich mich ihr gegenüber setzte und strickte weiter ununterbrochen an einem Schal. Eine Zeit lang beobachtete ich sie, aber dann wurde es mir zu langweilig und ich holte mein Buch aus der Tasche. Gerade hatte ich die Seite aufgeschlagen, öffnete sich die Abteiltür noch einmal und eine Frau mit einem Baby auf dem Arm gesellte sich zu uns. Freundlich nickte sie mir zu, ich lächelte sie an und sie nahm den Platz neben der strickenden Dame ein.
      „Reisen Sie alleine?“, fragte sie und es dauerte etwas, bis ich kapierte, dass sie mich meinte.
      Ich bejahte.
      „Ihr Ziel ist auch Stuttgart?“
      „Ganz genau.“ Dumme Frage, wenn ich nicht nach Stuttgart wollen würde, würde ich auch nicht in diesem Zug sitzen.
      „Ich besuche dort einen Freund“, verkündete ich weiter.
      „Ah das ist doch toll. Ich bin mit Sam auf den Weg zu meiner Mutter“, sie deutete auf ihr Baby, „ich habe sie lange nicht mehr gesehen.“
      „Das freut mich, dass Sie sie wieder besuchen können“, antwortete ich freundlich.
      „Ganz genau. Und was ist mit Ihren Eltern? Sehen Sie sie oft?“
      Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Ich wohne zwar noch bei ihnen, aber sie sind die meiste Zeit geschäftlich im Ausland.“
      „Das ist aber schade. Ich finde es so wichtig, dass Eltern Zeit für ihre Kinder haben.“
      Wir unterhielten uns noch ein wenig, aber dann wurde die Frau von ihrem Kind abgelenkt. Sam schrie ununterbrochen, obwohl seine Mutter ihm mit allem Möglichen abzulenken versuchte.
      Ich versuchte zu lesen, aber durch das Geschrei des Babys gelang es mir nicht gut. Außerdem wurde ich immer aufgeregter, umso näher mein Ziel kam. Zum hundertsten Mal malte ich mir aus, wie es werden würde, wenn ich Kelly gleich in die Arme schließen würde. Nervös rutschte ich auf meinem Sitzplatz hin und her. Ob er mich sofort erkennen würde?

      Ich schnellte nach oben, als die Lautsprecherdurchsage verkündete, dass wir die Baden-Württembergische Hauptstadt in Kürze erreichen würden. Ich war der erste, der an der Tür stand. Gleich – Gleich war es so weit. Gleich hatte ich Kelly bei mir. Der Zug wurde immer langsamer, fuhr schließlich in das Bahnhofsgebäude ein und blieb endlich stehen. Unruhig zappelte ich hin und her, bis sich die Türen öffneten. Ich erwartete, dass Kelly mit einem breiten Grinsen im Gesicht direkt hinter der Tür stand, die sich nur langsam öffnete. Sobald es möglich war, sprang ich hinaus. So viele Leute standen am Bahnsteig. Sie begrüßten ihre Freunde, redeten miteinander oder tippten auf ihrem Handy herum. Aber nirgends sah ich einen Mann mit schokoladenbrauner Haut und schwarzen Haaren. Mein Traummann – Kelly – war nirgends zu sehen.
      „Vielleicht wartet er am anderen Ende“, sprach ich mir zu und machte mich auf den Weg. Aber auch dort wurde ich enttäuscht. Kein Kelly befand sich am Bahnsteig.
      Er kommt bestimmt noch. Ich versuchte positiv zu denken. Bestimmt kommt er gleich an gerannt und nimmt mich in die Arme. Ich setzte mich auf eine Bank und wartete. Wartete vergebens. Auch nach einer halben Stunde war ich immer noch alleine.
      Hatte ich mich in der Zeit getäuscht? Aber ich war mir doch so sicher gewesen, dass er mir zwölf Uhr mittags geschrieben hatte. Ich holte mein Handy aus der Tasche und öffnete TheperfektMan. Grinsend nahm ich zur Kenntnis, dass er mir eine Nachricht geschrieben hatte. Na also, bestimmt entschuldigte er sich darin für seine Verspätung und verkündete mir, dass er in wenigen Augenblicken bei mir war.
      Ich erstarrte, als ich seine Nachricht las. Konnte es kaum glauben, was er da geschrieben hatte.
      „Sorry, ich kann mich nicht mit dir treffen.“ Genau das stand da. Dieser einfache Satz löste einen Schock in mir aus. Was... Was meinte er? Wieso ging das nicht? Ich klickte in das Textfeld und wollte ihn fragen, was er damit meinte. Wieso er mich nicht sehen konnte. Doch ich konnte die Nachricht nicht abschicken. „Benutzer inaktiv“ leuchtete jedes Mal auf, nachdem ich auf 'Senden' klickte. Ich konnte es nicht fassen. Kelly hatte sein Benutzeraccount gelöscht.

      Hilflos saß ich auf der Bank und drückte immer wieder auf das Senden-Symbol. Doch es brachte nichts. Kelly bekam meine Nachricht nicht. Was war da los? Wieso bestellte mich Kelly nach Stuttgart, um mir dann zu schreiben, dass er mich doch nicht sehen konnte? Und wieso löschte er sogar sein Profil? Lag es an mir? Hatte ich etwas falsch gemacht?
      Tränen stiegen in mir auf, als ich realisierte, dass das alles nichts nützte. Mein Traummann wollte mich nicht sehen. Am besten, ich fuhr sofort wieder zurück...
      Ich hatte keinen Zug zurück reserviert. Ich hatte ja schließlich nicht gewusst, ob ich über Nacht bei Kelly bleiben durfte oder nicht. Natürlich hatte ich es stark gehofft, aber da war mir auch noch nicht klar gewesen, dass ich ihn gar nicht sehen würde. Traurig schniefte ich in mein Taschentuch, ehe ich aufstand und mich nach einem Fahrplan umso. Ganz in der Nähe stand ein Glaskasten mit einem Plakat, auf dem die Abfahrtszeiten der Züge standen, im Inneren. Ein Blick darauf verriet mir, dass ich Glück hatte und in einer halben Stunde ein ICE zurück nach München fahren würde. Hoffentlich war noch ein Sitzplatz frei.
      Die Zeit verbrachte ich mit warten und hoffen. Auch wenn es schier unmöglich war, vielleicht würde Kelly doch noch auftauchen. Vielleicht hätte er sich ja umentschieden. Aber es war nicht der Fall. Bedrückt stieg ich zwanzig Minuten später in den Schnellzug und sprach die Schaffnerin an, fragte sie nach einem unreservierten Platz. Wenigstens gelang mir dies. Als der Zug abfuhr, fand ich mich in einem vollen Abteil wieder. Ein letzter Platz war dort jedoch noch frei und der gehörte mir. Natürlich befand der sich direkt an der Tür und nicht am Fenster, aber wenigstens musste ich nicht stehen. Ich kramte mein Buch hervor, doch abermals konnte ich mich nicht auf die geschriebenen Wörter konzentrieren. Sie verschwammen vor meinen Augen. Im Minutentakt aktualisierte ich die Website von TheperfektMan, doch ich erhielt keine weiteren Nachrichten und Kellys Profil blieb gelöscht. Mit Bedauern stellte ich fest, dass ich so sein Bild auch nicht mehr sehen würde. Sein prächtiger Oberkörper und sein traumhaftes Lächeln... Nie wieder könnte ich es stundenlang anschmachten können.

      Die Rückfahrt kam mir doppelt so lange wie die Hinfahrt vor. Das lag vielleicht auch an meiner Traurigkeit, die jetzt in mir herrschte. Es dauerte Ewigkeiten, bis ich endlich wieder vor meiner Haustür stand. Mein Zug von München zurück nach Herrsching hatte Verspätung gehabt und ich hatte lange auf seine Ankunft warten müssen.
      Aber jetzt war ich endlich wieder zuhause. In meinem Reich. Dort, wo ich mich auskannte. Dort, wo ich sicher war. Toni sprang mir entgegen, als ich die Tür öffnete.
      „Ja, mein Kleiner. Ich freue mich auch, dich zu sehen.“ Sanft strich ich durch das braune Fell des Hundes und die Tränen, die ich bisher mehr oder weniger erfolgreich unterdrücken konnte, liefen jetzt wie Bäche aus meinen Augen. Toni spürte, dass es mir nicht gut ging und leckte winselnd meine Hand ab. Oh, wie schön war es doch, einen Hund zu haben...
      „Komm, wir gehen Gassi“, flüsterte ich ihm zu und nahm seine Leine in die Hand. Ein wenig frische Luft würde mir gut tun. Aber zuerst hatte ich etwas anderes zu tun... Ich lief in mein Zimmer und schaltete den Laptop ein. Sofort loggte ich mich in dem allbekannten Forum ein. Vielleicht hatte es ja an meinem Handy gelegen, dass ich Kellys Profil nicht mehr sehen konnte. Vielleicht war die Verbindung einfach zu schlecht gewesen. Jetzt, an meinem Laptop war vielleicht alles wieder normal. Aber ich wurde enttäuscht, wieder einmal. Natürlich war Kellys Profil auch dort gesperrt. Es fühlte sich an, als hätte ich ihn jetzt endgültig verloren.

      Den ganzen restlichen Tag und auch den halben Samstag verbrachte ich mit Trübsal blasen. Lag nur im Bett, hörte traurige Musik, loggte mich dennoch im Stundentakt bei TpM ein, doch es nützte nichts. Ich wusste auch nicht, wie ich anders Kontakt mit ihm aufnehmen könnte. Handynummern hatten wir nicht getauscht. Daya hatte angerufen und sich nach meinem Date erkundigt. Als sie von meinem Unglück hörte, bot sie an, sofort bei mir vorbei zu kommen, um mich abzulenken, aber ich sagte ihr ab. Ich wollte nicht, dass Daya versuchte, mich aufzumuntern. Wahrscheinlich würde sie den erstbesten schwulen Typen für mich aufgabeln, der meine Ablenkung sein sollte. Nein, darauf konnte ich getrost verzichten.
      Den Samstagnachmittag verbrachte ich in der Bücherei. Früher war ich häufig dort gewesen, aber in den letzten Monaten hatte ich zu wenig Zeit dafür gehabt. Umso erfreuter war ich, als ich feststellte, dass sie mittlerweile auch jeden Samstag geöffnet hatte und nicht nur wie früher unter der Woche. Stundenlanges lesen und nach Büchern suchen stand mir bevor. Diese Aussicht brachte mir ein Lächeln zustande.
      Fünf Stunden später saß ich mit einem großen Bücherstapel auf meiner Couch. Ich wusste gar nicht, welches ich zu erst lesen wollte. Sie alle klangen so vielversprechend. Wahllos zog ich einen dicken Roman aus dem Stapel hervor und schlug die erste Seite auf. Ich machte es mir auf der Couch gemütlich und wollte gerade zum Lesen anfangen, als mein Handy klingelte. Kelly! Ich fuhr erschrocken zusammen. Ob es er war? Aber dann fiel mir ein, dass er meine Nummer gar nicht hatte. Unmöglich konnte er derjenige an der anderen Leitung sein. Trotzdem ergriff ich mein Mobiltelefon und nahm das Gespräch an.
      „Na, Elias. Hast du unser Treffen vergessen?“
      „Wer ist denn dran?“, nuschelte ich. Welches Treffen meinte derjenige bloß? Das einzige Date, an das ich mich erinnerte, war das mit Kelly gewesen.
      „Noel. Wir wollten uns doch heute im Ted treffen. Erinnerst du dich nicht?“
      Oh scheiße. Stimmt, jetzt fiel es mir ein. Ich hatte meine blonde Bekanntschaft total vergessen.
      „Tut mir leid, Noel. Ich habe es wirklich vergessen.“
      „Kommst du noch?“
      Ich sah auf die Uhr. Es war bereits halb neun.
      „Ich glaube nicht. Ich wäre frühestens in einer Stunde im Ted.“
      „Aber das macht doch nichts. Der Abend ist noch lang und morgen ist Sonntag.“
      „Ich weiß nicht...“ Ich war unentschlossen. Einerseits wollte ich Noel gerne sehen, andererseits fühlte es sich komisch gegenüber Kelly an. Obwohl der mich versetzt hatte...
      „Ach komm schon. Gib dir nen Ruck. Bitte, Elias. Wir müssen ja nicht lange bleiben.“
      „Na schön.“ Er hatte mich überredet. „Ich schau, dass ich um halb zehn da bin.“
      „Super, bis gleich.“
      „Bis dann.“ Ich legte auf und seufzte. Hoffentlich tat ich das Richtige. Und hoffentlich machte sich Noel keine Hoffnungen, dass das aus uns etwas werden könnte. Er war schließlich nicht mein Traummann.

      Um kurz nach halb zehn stand ich tatsächlich vor der Schwulenbar. Kaum hatte ich sie betreten, fiel mir auf, dass fast die selben Gäste wie bei meinem ersten Besuch dort waren. Auch der selbe Kellner hatte heute Dienst. Er stand hinter der Theke und winkte mir zu, als er mich erblickte. Auch er schien mich zu erkennen. Einen Mann überlegte ich, ob ich mich zu ihn stellen sollte, aber da sah ich Noel, der auf einem Sofa saß. Er stand auf, als er mich sah und nahm mich zur Begrüßung in die Arme.
      „Schön, dass du doch noch bekommen bist.“
      „Ja, sorry. Hab's komplett verplant.“
      „Wie gesagt, kein Problem. Ich hab dir schon was zum Trinken bestellt.“ Er deutete auf das Glas Cola vor mir.
      „Dankeschön.“ Ich nahm einen Schluck.
      „Und, wie war deine Woche so gewesen?“
      „Schrecklich“, entgegnete ich und erinnerte mich an das schief gelaufene Treffen mit meinem Traummann.
      „Wieso das? Was war los?“
      „Ach, ist ne lange Geschichte.“ Ich wollte ihm nicht von Kelly erzählen.
      Noel ging zum Glück nicht mehr darauf ein, sondern begann von seinem Alltag zu erzählen. Ich hörte ihm gerne zu. Mit ihm ließ es sich gut unterhalten und er war richtig nett. Irgendwann waren wir bei dem Thema Filme angekommen.
      „Ich erinnere mich schon gar nicht mehr, was der letzte Film war, den ich im Kino angeschaut habe“, verkündete er gerade.
      „Echt? Wieso denn?“ Ich selbst ging relativ oft ins Kino. Ich mochte die Atmosphäre dort und die Popcorn.
      „Weiß nicht. Ich kaufe mir die Filme lieber selbst und schaue mir sie dann zuhause an. Ist billiger.“
      Ja, da gab ich ihm recht. Die Kinokarten, das Popcorn und die Getränke waren dermaßen überteuert.
      „Welche Filme magst du denn besonders?“, wollte er anschließend wissen.
      „Hauptsächlich Aktion oder Horror. Selten mal eine Komödie“, gab ich zu und überlegte angestrengt nach einem Filmtitel, der mir gefiel.
      „Na das ist doch interessant, ich mag Horrorfilme auch. Ich hab ein paar DVDs von diesem Genre zuhause.“
      „Echt? Welche denn?“
      „Die Freddy Krüger – Reihe zum Beispiel. Oder, ganz aktuell, der zweite Teil von Conjuring.“
      „Den wollte ich im Kino anschauen, also Conjuring“, gab ich zu, „aber ich hab es nicht mehr rein geschafft.“
      „Na dann. Können wir ja anschauen, hast du Lust?“
      „Jetzt?“
      „Klar, wieso nicht? Wir können es bei mir zuhause gemütlich machen, hast du Lust? Hier wird es doch eh mit der Zeit langweilig.“
      Ich sollte mit zu Noel nach Hause zum DVD schauen? Ich wusste genau, was das hieß und dass er wohl nicht vor hatte, den Abend nur mit mir vor dem Fernseher zu verbringen. Aber wollte ich das? War ich dazu bereit? Ich musste schnell entscheiden, denn Noel sah mich auffordernd an. Einerseits... Wieso nicht? Mein letzter Sex lag ein halbes Jahr zurück. Er war auch zeitgleich mein erstes Mal gewesen, am Strand an der Nordsee mit einem Mann, den ich kaum kannte und danach auch nie wieder gesehen hatte. Noel war zwar für mich kein Traummann, aber auch nicht so unattraktiv, dass ich niemals mit ihm ins Bett steigen würde. Und irgendwie... Lust hatte ich schon.
      Also willigte ich ihm ein.
      „Super, dann los. Ich wohne ganz in der Nähe.“ Er winkte Carl, den Kellner zu uns und bezahlte unsere Getränke. Ganz selbstverständlich lud er mich ein.
      Auf den Weg nach draußen nahm er meine Hand in seine. Sie fühlte sich schön weich an. Er lächelte mir zu, als er mir die Tür aufhielt und in mir machte sich eine gewisse Vorfreude breit. Zwar bei Weitem keine so große und intensive, die ich gefühlt hatte, als ich auf den Weg nach Stuttgart war, aber trotzdem zeigte sie mir, dass ich mich auf den Blonden einlassen wollte.
      „Nur hier einmal um die Ecke und schon sind wir da“, verkündete Noel und zog mich mit sich. Ob er wohl noch bei seinen Eltern wohnte? Er hatte nichts darüber gesagt. Aber in wenigen Minuten würde ich es sowieso merken.

      Ich behielt unrecht, Noel besaß seine eigene kleine Wohnung. Es war eine richtige Studentenwohnung, klein und unordentlich. Aber ich fühlte mich hier wohl. Der Blonde zog mich direkt mit sich in sein Wohnzimmer, das jedoch gleichzeitig auch als Schlafzimmer diente, denn in der Ecke befand sich ein großes Doppelbett, das die Hälfte des Zimmers einnahm.
      „Soll ich den Film anmachen oder wollen wir das auf später verschieben?“, fragte er verschmitzt und bugsierte mich nach hinten auf seine weiche Matratze.
      „Ich glaube, später reicht.“ Oh ja, ich hatte mittlerweile wirklich Lust.
      „Na dann.“ Er kroch zu mir aufs Bett und setzte sich neben mich. „Nur keine falsche Scheu.“ Er packte mich an den Schultern und versuchte, mich auf den Rücken zu legen.
      „Halt warte“, rief ich ihm zu und Noel zog erstaunt seine Augenbrauen nach oben. Dachte er, ich wollte jetzt doch Reißaus nehmen? Das hatte ich nicht vor.
      „Ich muss nur noch meine Schuhe ausziehen“, verkündete ich und machte mich an meinen Schnürsenkeln zu schaffen. Noel lachte. Er selbst hatte seine Schuhe schon auf mysteriöse Art und Weise im Flur verloren.
      „So jetzt“, grinste ich und legte mich von selbst auf den Rücken und in die weichen Kissen.
      Der Blonde war sofort über mir. Seine Hand durchstrich sanft meine braunen Haare, fuhr hinunter zu meinem Hals und legte zeitgleich seine Lippen auf meine. Es fühlte sich schön an, endlich mal wieder jemanden zu küssen. Und mit geschlossenen Augen konnte ich mir vorstellen, dass der andere Kelly war. Leise seufzte ich auf und Noel nutzte diesen Moment und bugsierte seine Zunge in meine Mundhöhle. Seine Zunge umrundete die meine, mal langsamer, mal energischer. Ich bekam nur am Rande mit, das er bereits dabei war, mir mein Oberteil immer weiter nach oben zu schieben. Ich merkte es erst, als er den Kuss unterbrach und mich aufforderte, meine Arme zu heben. Sofort landete mein Shirt auf den Boden und Noel fuhr mit seinen Streicheleinheiten fort. Seine Fingerspitzen wanderten über meinen ganzen Brustkorb, hinunter bis zu meinem Bauchnabel. Er steckte sogar zwei Finger in meinen Hosenbund, machte jedoch nicht weiter, sondern strich mit seiner Handfläche wieder nach oben. Es fühlte sich so schön an. Genießerisch lag ich auf der weichen Matratze und ließ den Blonden machen. Ich zögerte nicht lange und drückte seinen Kopf wieder zu mir hinunter. Er küsste so gut, da konnte ich gar nicht genug von haben. Doch seine Lippen blieben nicht lange auf meinen. Sie wanderten von meinem Gesicht weg und landeten an meinem Hals. Ich keuchte leise auf, als er vorsichtig in die weiche Haut biss und daran saugte. Meine Güte... War das geil. Währenddessen begann ich, ihm sein Hemd aufzuknöpfen, das er trug. Nach und nach, natürlich viel zu langsam, öffnete ich einen Knopf nach dem nächsten. Ich wollte endlich sehen, wie er mit freiem Oberkörper aussah. Als das Hemd ihm endlich von den Schultern fiel, erstaunte ich nicht schlecht. Noel hatte bei Weitem mehr Muskeln, als ich gedacht hatte. Sehr schön, das gefiel mir.
      Er selbst ließ von meinen Hals ab, auf dem sicherlich ein roter Fleck thronte und küsste sich seinen Weg nach unten. Ich lächelte und legte mich bequemer hin. Noel war währenddessen an meinem Bauch angekommen. Während er meinen Bauchnabel immer wieder mit seiner Zunge reizte, begann er, meinen Gürtel und meine Hose zu öffnen. Endlich – sie war mir schon reichlich eng geworden. Mit einem Ruck zog er sie mir hinunter und meine Boxershort folgte. Jetzt lag ich völlig nackt vor ihm, aber es störte mich nicht. Im Gegenteil.
      Er leckte und knabberte noch ein wenig an dem Ende meines Bauches, ehe er mein Glied in die Hand nahm und sie quälend langsam auf und ab bewegte. Ich keuchte auf. Gott – war das gut!
      Genießerisch leckte ich mir über die Lippen und schloss die Augen.
      Ich riss sie jedoch erstaunt wieder auf, als ich etwas warmes, aber feuchtes an der Spitze fühlte. Seine Zunge. Noel grinste mich kurz verschmitzt an, ehe er das Angefangene fortfuhr. Ganz langsam fuhr seine Zunge meine Erregung auf und ab. Ich keuchte und seufzte abwechselnd. Es wurde noch besser. Statt nur seiner Zunge nahm er jetzt seinen ganzen Mund zum Einsatz und stülpte diesen über mein Glied. Jetzt konnte ich mich nicht mehr beherrschen. Leicht bäumte ich mich auf, ließ mich jedoch sofort wieder auf die Matratze fallen. Oh mein Gott! Das war … das war fantastisch. Noel wusste genau, was zu tun war. Immer intensiver und fester behandelte er meine Erregung. Fast war es um mich geschehen, aber er ließ von mir ab, kurz bevor ich meinen Höhepunkt erreichte. Keuchend und schnaufend lag ich in seinen Kissen und sah ihn dabei zu, wie er sich selbst weiter auszog. Kurz bevor er sich wieder zu mir legte, öffnete er die Kommode neben dem Bett und zog eine kleine Plastikverpackung und eine Tube hervor. Danach verwickelte er mich wieder in einen traumhaften Kuss. Meine Hände fuhren seinen Oberkörper entlang. Die Muskeln gefielen mir. Gleichzeitig begann er, mich vorsichtig auf die Seite zu drehen.
      „Ist das okay?“, flüsterte er mir ins Ohr.
      Ich nickte nur. Ich war jetzt zu allem bereit.
      Er legte sich hinter mich, hörte wie die Plastikverpackung aufriss und wenig später spürte ich etwas kaltes und feuchtes an meinem Hintern und ließ mich erzittern.
      „Sorry, ich hätte es vorher erwärmen sollen“, kicherte er, doch ich winkte ab.
      Er drückte sich fest gegen meinen Rücken, anschließend spürte ich seine Schwanzspitze an meinem Po. Ich versuchte mich so gut es ging zu entspannen und ließ ihn in mich gleiten. Kurz tat es weh, aber der Schmerz verging schnell und machte Platz für eine unglaubliche Lust.
      Noel küsste meinen Nacken und fuhr durch meine Haare, als er begann, sich langsam in mir zu bewegen. Wir merkten aber beide recht schnell, dass das nicht genug für uns war. Wir wollten mehr. Immer schneller wurden Noels Bewegungen, immer lauter unser Keuchen und Stöhnen. Ich griff mit beiden Händen fest ins Laken, während mich der Blonde auf den Bauch drehte und über mir Platz nahm. Oh ja! So war das alles noch viel geiler. Ich spürte jede einzelne Bewegung von ihm und es fühlte sich so hervorragend an. Von mir aus könnte es Stunden dauern, bis wir fertig wären. Ich konnte einfach nicht genug von den gleichmäßigen Stößen und von Noels lautem Keuchen bekommen. Trotzdem merkte ich, dass es tief in mir immer stärker zum Prickeln anfing. Bald – bald würde ich kommen. Noels Bewegungen wurden noch schneller und kurz darauf erreichten wir beide gleichzeitig unseren Höhepunkt.
      Tief atmend und schwitzend lagen wir nebeneinander im Bett.
      „Das war gut gewesen“, gab Noel zu.
      Ich brachte nur ein „Ja“ aus meinen Lippen hervor. Lange lagen wir noch nebeneinander und kuschelten. Noel war kurz aufgestanden und hatte die Conjuring – DVD in den Player geschoben, aber ich achtete kaum auf den Film. Viel lieber lag ich hier in seinen Armen.
      „Du, so langsam muss ich dich leider raus werfen.“
      „Wie?“ Ich war mir nicht sicher, ob ich ihn richtig verstanden hatte, denn ich war fast ins Land der Träume abgedriftet.
      „Mein Freund kommt bald nach Hause.“
      „Dein was?!“ Ich sah ihn entsetzt an.
      „Mein Freund. Wir führen eine offene Beziehung, also ist das okay, was wir gemacht haben.“
      Ich brachte kein Ton hervor.
      „Dachtest du etwa, das zwischen uns wäre etwas ernstes? Oh nein! Das tut mir aber Leid, Elias.“ Er sah mich entschuldigend und entsetzt an.
      Ich winkte ab. „Nein, das dachte ich echt nicht. Außerdem bist du gar nicht der Typ Mann, auf den ich stehe.“ Es war die Wahrheit.
      Noel lachte. „Na dann ist es ja gut. Trotzdem musst du jetzt verschwinden. Pascal weiß zwar, dass ich auch mit anderen Männern rummache, aber in unserem Bett muss er dich nicht unbedingt liegen sehen.“
      Ich stand auf und zog mich an. Noel begleitete mich noch bis zur Wohnungstür. Im Flur fiel mir ein Foto ins Auge. Es zeigte Noel mit einem anderen Mann. Wahrscheinlich war dies Pascal. Ich schaute ihn mir genau an. Dieser fremde Mann hatte dunkle Haare, aber keine so tief gebräunte Haut wie Kelly. Trotzdem fand ich ihn sehr attraktiv. Wenn Noel und er wirklich eine offene Beziehung führten, könnte ich ja vielleicht auch mit ihm.... Schnell verwarf ich den Gedanken wieder. Ich kannte diesen Mann auf dem Bild nicht mal.
      „Wenn du willst, können wir uns trotzdem gerne wieder sehen“, schlug Noel vor und nahm mich zum Abschied in die Arme.
      „Klar, wieso nicht“, entgegnete ich und verließ seine Wohnung. Der Sex mit Noel war gut gewesen, bei Gelegenheit wollte ich den sicherlich wiederholen.

      Völlig müde kam ich zuhause an. Das parkende Auto in der Einfahrt verriet mir, dass meine Eltern zuhause waren. Ich schlich ins Haus. Ich hörte sie im Wohnzimmer miteinander reden, doch ich war zu erschöpft, um sie heute noch zu begrüßen. Leise lief ich die Treppe hinauf und in mein Zimmer. Toni lag schlafend in seinem Körbchen und wachte nicht einmal auf, als ich in mein Reich trat. Am liebsten würde ich jetzt direkt ins Bett gehen, doch zuvor wollte ich noch eines tun. Ich setzte mich an meinen Schreibtisch und fuhr mein Laptop hoch. Kellys Profil war immer noch gelöscht. Obwohl ich es erwartet hatte, war ich enttäuscht. Ich schloss meine Augen und rief mir sein Bild in Erinnerung.
      „Traummann“, flüsterte ich leise und war gerade dabei das Programm zu schließen, als ein Ping ertönte. Der allbekannte Ton, wenn eine neue Nachricht erschien. Ich öffnete die Nachricht. Es war nicht Kelly, der mir diese Nachricht geschrieben hatte, sondern ein anderes Mitglied. Marco nannte derjenige sich. Ich klickte auf sein Profilfoto und erstarrte: Oh mein Gott, sah der gut aus!
      Ein weiterer Traummann.

      Ende

    • Svimmi hat das Thema "Traummann" erstellt. 27.11.2017

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