Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Sie weiß einiges über die Evos, da sie wie Dylan einen Evo an der Seite hat - Luna. Ihr Verhältnis zu Dylan ist über die Wochen hinweg besser geworden. Luna Alister (N:Evo-900): Ein Evo, der bei Ariana und ihrer Mutter lebt. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kam er zunächst gar nicht zurecht.
Nebenrollen: Emmet Harding: Seinen undankbaren Spitznamen „Caterpillar“ hatte er Dylan zu verdanken, der ihn einst als Raupe zeichnete. Er ist zu seinem Vater gezogen und besucht nun eine Theaterschule. Sydney Alister: Mutter von Ariana und Kollegin von Phil. Sie weiß von der Existenz der Evos. Tamara Harding: Zwillingsschwester von Emmet. Aufgrund ihrer taffen Art ist sie sehr beliebt bei den Mitschülern. Tamara führte eine Beziehung mit Dixon, trennte sich jedoch von ihm. Jens Huge: Ein sehr großer Kerl und ein ausgesprochen guter DJ. Seine Eltern leiten das Restaurant „Dinner for Two“. Seit Kurzem führt er eine Beziehung mit Joyce. Joyce Price: Beste Freundin von Tamara. Eine lange Zeit schwärmte sie für Mika, bis sie in Jens ihre wahre Liebe fand, mit dem sie nun auch zusammen ist. Joyce ist sehr eitel und wenn es sein muss, geht sie über Leichen, aber innerlich hat sie einen guten Kern. Henry Knighton: Feuerwehrmann, den Sydney datet. Conner Eastbrook: Urlaubsflirt von Dylan.
N:Date-85 Es war die Überraschung schlechthin, als plötzlich mein Urlaubsflirt Conner vor mir stand und mich in den Arm nahm. Mit ihm hatte ich so gar nicht gerechnet, denn ehrlich gesagt, hatte ich ihn schon fast wieder aus meinem Gedächtnis gestrichen. Nicht weil er mir gleichgültig war, sondern weil der letzte Monat mein Gehirn auf andere Weise beschäftigte. Doch nun war er hier und ehrlich gesagt, freute ich mich ein wenig ihn wiederzusehen. Cosmo hingegen war alles andere als begeistert, dass Conner mich besuchte. Seine kindische Eifersucht spiegelte sich in Ignoranz und Unhöflichkeit gegenüber Conner wider. Zum Glück hatte Conner ein Zimmer in einer Pension, wo wir Cosmo im Notfall aus dem Weg gehen konnten. Zu meiner Erleichterung waren Ariana und Luna Conner gegenüber nicht so feindselig gestimmt. „Er ist süß.“, meinte Ariana beim Zähneputzen zu mir, als Conner fort war. Luna konnte Cosmos Misstrauen gegenüber Conner nicht verstehen, da es keinerlei Anzeichen gab, dass er ein Evo-Hunter sein könnte. „Wäre er ein Evo-Hunter, hätte er Dylan auf Hawaii angegriffen und nicht hier!“ Berechtigte Aussage ihrerseits, dem ich nur beipflichten konnte. Conner blieb mehrere Tage zu Besuch und auch wenn mich gerade ganz andere Dinge beschäftigten, nahm ich mir gerne die Zeit, ihm meinen Heimatort zu zeigen und ihm meine Freunde vorzustellen. Ein wenig eigenartig wirkte es schon, da jeder zu glauben schien, Conner sei mein fester Freund. „Ist das dein Freund? Also der mit dem du gehst und mit dem du na du weißt schon was machst …“, fragte Joyce mich ganz aufgeregt, während mir die Schamesröte ins Gesicht stieg. „Ariana hat Recht, er ist süß.“, sagte Tamara und fügte hinzu: „Warte, ich mach ein Foto mit meinem Handy und schick es Emmet, damit er sieht, was er verpasst!“ Ich stutzte, doch ließ ich Tamara gewähren. Auf Emmets Reaktion wäre ich ja schon gespannt gewesen. Conner beeindruckte alle mit seiner heiteren und sonnigen Ausstrahlung – vor allem die Mädels – aber leider war er nur eine begrenzte Zeit zu Besuch: „In zwei Tagen muss ich leider schon wieder zurück. Ich kann die Uni schließlich nicht noch eine weitere Woche lang schwänzen…“, teilte Conner mir am fünften Tag mit, was mich doch ein wenig traurig stimmte.
Am Abend vor Conners Abreise, verabredete ich mich mit ihm zu einem Abschiedsdate im „Dinner for Two“. Es sollte keine große Sache werden, doch mein Dad und Cosmo machten daraus eine superdupergigantische Sache! „Denk an unsere Hausordnung: Bis spätestens 22 Uhr bist du Zuhause!“, warnte mein Dad mich, als ich frisch angezogen die Treppe runterkam. „Und egal was er tut…, tu das Gegenteil.“, sagte Cosmo, der mich und meinen Dad damit mehr als verwirrte. „Hallo? Wenn er S – E – X will, dann solltest du schleunigst das Weite suchen!“ Mein Dad lachte beunruhigt und nervös. „Dylan würde doch niemals…, also er würde doch nicht…“ „Einatmen und wieder ausatmen Dad.“, sagte ich amüsiert. „Du musst dir um mich keine Sorgen machen und du…“, ich zeigte mit einem Finger auf Cosmo, „… du bist jetzt still, sonst kracht es!“ „Ja aber, Dylan…“ „Nein Cosmo, es reicht, kein aber!“, schrie ich nun laut und aufgebracht. „Ich will nichts mehr davon hören, dass du Conner nicht magst und dass er eventuell ein Evo-Hunter sein könnte. Schluss damit!“ Cosmo schaute mich wie ein trauriges kleines Kind an. Ihm hatte es tatsächlich die Sprache verschlagen, jedoch nur für kurze Zeit: „Ich wollte dir doch nur sagen, wie umwerfend du aussiehst.“ Ich schnaufte wie ein Nashorn, doch fand ich das Kompliment sehr süß und dankte Cosmo dafür.
Conner und ich trafen uns vor dem „Dinner for Two“. Er hatte sich wie ich für das Date in Schale geworfen. Er trug ein himmelblaues Hemd und hatte seine Haare gestylt. Zudem trug er eine Kette um den Hals, an dem ein Anhänger in Form eines Wassertropfens hing. Als er mich sah, lächelte er, dabei kamen seine weißen Zähne zum Vorschein. Wenn es Engel wirklich gab, dann stand gerade wahrhaftig einer vor mir. „Wollen wir?“, fragte ich lächelnd und verdrängte meine Nervosität. Conner hielt mir elegant die Tür auf und ich trat in das Restaurant ein. „Ein Tisch für Zwei…?“ fragte ein mir bekannter Ober. Es war Jens! „Oh, guten Abend Dylan … und du musst ganz sicher Conner sein. Joyce schwärmt pausenlos von dir, äh ich meine sie redet fast nur noch von dir, aber nichts Besonderes, nur gewöhnliche Sachen.“ Jens redete sich um Kopf und Kragen. Man spürte förmlich, dass er eifersüchtig auf Conner war, weil er Joyce so den Kopf verdreht hat, dennoch benahm er sich galant und schüttelte Conner die Hand. Dass Jens heute Abend arbeiten musste, wusste ich vorher nicht – und jetzt musste er uns auch noch bedienen. Er führte uns Zwei zu unserem Tisch, zündete eine am Tisch stehende Kerze an und brachte uns zugleich die Speisekarte. Nebenbei empfahl er uns ein vorzügliches Fischgericht, wofür Conner sofort Feuer und Flamme war. „Es ist nett hier…“, sagte Conner, der sich umsah und dabei genau wie ich nervös zu sein schien. „Es ist wirklich schade, dass du morgen schon wieder abreisen musst.“, sagte ich schließlich. „Ich hab mich ehrlich tierisch gefreut, dass du hier warst. Damit hab ich im Leben nicht gerechnet, vor allem… nachdem dich unsere Trennung im Hotel auf Hawaii so belastet hat.“ „Seit jenem Tag hab ich an nichts anderes mehr als an dich denken können.“, erwiderte Conner, der zugleich seinen Kopf über den Tisch beugte, um mich küssen zu können. Ich wusste, dass ich es auch wollte, ihn küssen, aber war das richtig? Er reiste morgen ab und das wäre doch nur unnötiges Pingpongspielen am Herzen. Zu einem Kuss kam es ohnehin nicht, denn kurz davor, setzte sich ein anderes Paar an den Tisch auf der anderen Seite der Hecke. Mir fiel die Kinnlade runter, als ich Sydney erkannte, die ein anmutiges Abendkleid trug und in Begleitung des Feuerwehrmanns Henry Knighton war. „S-Sydney!“, gab ich perplex von mir, während nun auch Conner rüber sah. Sydney schien nicht weniger überrascht zu sein. „Na sowas, ihr Zwei auch hier? Das ist ja eine Überraschung. Ich glaube ihr kennt Henry bereits?! Er ist meine Begleitung für heute Abend.“ „Freut mich sehr Jungs!“, begrüßte Henry uns über die Hecke hinweg freundlich. „Sooo, einmal der Seelachs und einmal die Penne.“, sagte Jens, der auf zwei Händen jeweils einen Teller mit unseren bestellten Speisen herbeitrug. „Lasst es euch schmecken!“ Conner und ich begannen zu essen und ließen uns auch nicht zu sehr von Sydney und ihrem unerwarteten Date ablenken. Doch irgendwann bekam ich das ungute Gefühl, beobachtet zu werden und ein Déjà-vu spielte sich in meinem Kopf ab. Ich drehte mich augenblicklich um, doch da war nichts. Dann schien es so, als würde ein etwas kräftiger Windstoß die romantische Kerze ausblasen. Moment … ein kräftiger Windstoß in einem Restaurant? Erneut blickte ich mich um und konnte dabei gerade noch erkennen, wie sich eine Gestalt hinter der Hecke versteckte. „Du entschuldigst mich für einen Moment.“, sagte ich mit aufgesetztem Lächeln zu Conner, schritt jedoch dampfend davon. „Was zum Teufel treibst du hie … Ariana, du?!“ Ich starrte Ariana erschrocken an. „Bitte sei leise.“, zischte Ariana mich an und zog mich zu sich herunter. „Meine Mum darf nicht mitbekommen, dass ich sie ausspioniere, sonst bekomme ich eine Woche lang Hausarrest.“ „O-Okay, ich dachte ehrlich gesagt du bist Cosmo, der mich und Conner ausspioniert.“, erwiderte ich. „Tu ich auch!“, rief Cosmo plötzlich, der hinter einer weiteren Hecke zum Vorschein kam. Erneut klappte mir die Kinnlade herunter. Cosmo grinste mich unschuldig an. „Hallo!“ Ich schäumte vor Wut. „Wolltest du nicht eigentlich bei meinem Dad zuhause bleiben? Und sag mir jetzt bitte nicht, dass mein Dad sich als Ober getarnt hat und mich ebenfalls hier ausspioniert.“ „Äh … ist das eine dieser Fangfragen?“, entgegnete Cosmo verdutzt und vorsichtig. Ich versuchte cool und gelassen zu bleiben und mich nicht aufzuregen. „Geh nach Hause Cosmo und was dich angeht Ariana, denkst du nicht auch, dass deine Mum alt genug ist, um zu wissen, mit wem sie ausgeht?!“ Fast wie auf Kommando, schüttelten Cosmo und Ariana gleichzeitig den Kopf. Frustriert und mit gleichgültiger Haltung ging ich zu meinem Platz zurück, wo Conner bereits ungeduldig auf mich wartete. Von seinem Seelachs hingegen war nichts mehr übrig. Ich machte mich über meine nur noch lauwarmen Penne her, als Jens erneut an unseren Tisch trat und sagte: „Ach bevor ich es vergesse, Dylan. Danke für deine Einladung. Ich komme am Samstag sehr gerne zu deiner Geburtstagsfeier. Ab 16 Uhr, richtig?“ Ich riss meine Augen weit auf und nickte zaghaft. Meine Aufmerksamkeit galt jedoch Conner, der von diesen Neuigkeiten begeistert war „Du hast Geburtstag? Na dann bleib ich wohl doch noch ein paar Tage.“ Sollte ich mich darüber nun freuen oder nicht? Ich verspürte so gar kein Herzklopfen mehr … und hörte Cosmo hinter der Ecke fluchen.
Fortsetzung folgt ... am Samstag, den 27.Mai 2023!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Sie weiß einiges über die Evos, da sie wie Dylan einen Evo an der Seite hat - Luna. Ihr Verhältnis zu Dylan ist über die Wochen hinweg besser geworden. Luna Alister (N:Evo-900): Ein Evo, der bei Ariana und ihrer Mutter lebt. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kam er zunächst gar nicht zurecht.
Nebenrollen: Sydney Alister: Mutter von Ariana und Kollegin von Phil. Sie weiß von der Existenz der Evos. Tamara Harding: Zwillingsschwester von Emmet. Aufgrund ihrer taffen Art ist sie sehr beliebt bei den Mitschülern. Tamara führte eine Beziehung mit Dixon, trennte sich jedoch von ihm. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; in der Schule gibt er sich gerne als Klassenclown; er weiß das Cosmo kein Mensch ist. Jens Huge: Ein sehr großer Kerl und ein ausgesprochen guter DJ. Seine Eltern leiten das Restaurant „Dinner for Two“. Seit Kurzem führt er eine Beziehung mit Joyce. Joyce Price: Beste Freundin von Tamara. Eine lange Zeit schwärmte sie für Mika, bis sie in Jens ihre wahre Liebe fand, mit dem sie nun auch zusammen ist. Joyce ist sehr eitel und wenn es sein muss, geht sie über Leichen, aber innerlich hat sie einen guten Kern. William „Bill“ Woodstock: Ein alter Farmer und Großvater von Fynn. Fynn Woodstock: Enkelsohn von Bill; geht an die gleiche Schule wie Dylan. Henry Knighton: Feuerwehrmann, den Sydney datet. Conner Eastbrook: Urlaubsflirt von Dylan. Donald „Don“ Sinclair: Großvater von Dylan; Vater von Natalie; Schwiegervater von Phil; ist Witwer und reist viel um die Welt.
Ξ:Geburtstag-86 Der heutige Tag war mein Tag! Heute feierte ich meinen 16.Geburtstag und zu diesem Anlass lud ich einige Leute in unser Haus ein. Es sollte ein schöner Tag mit Musik, Tanz, Kuchen, Pizza und natürlich reichlich Geschenken, die an mich bestimmt waren, werden. Für die nötige Stimmung sorgte zudem mein Grandpa, der eine ganz besondere Geburtstagsüberraschung für mich dabei hatte. Mir fielen die Augäpfel aus dem Kopf, als ich sah, wer zusammen mit ihm aus dem Auto ausstieg. „Ist nicht wahr.“, sagte ich schockiert, überrascht, erfreut und das alles zur selben Zeit! „Ich nehme mal an, du kennst Zayn Malik?!“, rief mein Grandpa mir zu, als er aus seinem Wagen stieg und mit ihm ein Mitglied meiner Lieblings-Boyband „One Direction“! „Ich muss träumen.“, sagte ich ganz verdattert. Da schnipste Cosmo mir mit seinen Fingern an die Schläfe, was etwas wehtat. „Für mich machst du einen wachen Eindruck.“ „Guten Tag. Du musst Dylan sein. Dein Großvater hat mir bereits viel von dir erzählt.“, sagte Zayn lächelnd zu mir, der wahrhaftig vor mir stand und mir die Hand schüttelte. „Ich wünsch dir alles Gute zu deinem Geburtstag. Dein Großvater hat mich eingeladen, um dich zu überraschen.“ „Tse, als würde er dem Kerl das erste Mal gegenüber stehen.“, hörte ich Cosmo im Hintergrund zu Luna sagen und spielte damit zweifelsohne auf den Tag an, als er sich in Zayn Malik verwandelte und stolz durch die Schule stolzierte, während alle Mädels anfingen zu kr… „Aaaaaah! Oh mein Gott, das ist Zayn Malik!“, schrie Ariana, die soeben die Treppe runterkam. „Mein größter Traum wird wahr! Oh mein Gott, oh mein Gott! Vielleicht träum ich ja auch noch…!“ „Wieso sagt eigentlich jeder, dass er träumen muss?“, fragte Cosmo verständnislos. „Ihr habt doch alle eure Augen auf, also könnt ihr gar nicht träumen, weil ihr auch nicht schlaft!“ „Cosmo, ich glaube das hat mit dem Menschsein zu tun.“, versuchte Luna ihm zu erklären. Nachdem bereits die erste große Überraschung des Tages geglückt war, konnte es ja nur noch ein unvergesslicher Geburtstag für mich werden. Sobald meine anderen Gäste eintrafen, konnte die Party so richtig beginnen. Mein Dad setzte bereits den Kaffee auf, während Sydney ihren Himbeerkuchen anschnitt, den sie auf meinen Wunsch hin heute Morgen gebacken hat. Cosmo leckte sich bereits gierig das Maul, doch jedes Mal, wenn er dem Kuchen zu nahe kam, gab´s ein paar auf die Finger. „Dylan, geh bitte zur Tür. Deine Gäste trudeln ein!“, rief mein Dad mir zu. Ich ging zur Tür und öffnete sie. Jens und Joyce kamen wie erwartet zusammen und ich freute mich sehr, dass sie meiner Einladung gefolgt sind. Sie hatten noch keinen Fuß über die Türschwelle gelegt, als ein alter blauer Truck vorfuhr, aus dem Fynn mit seinem Großvater ausstieg. Fynn hielt einen Behälter in seiner Hand, indem sich ein Johannisbeeren-Creme-Kuchen befand, den Großmutter Woodstock für mich machen ließ. Sie waren noch nicht ganz angekommen, da hörte ich auch schon den ersten Schrei aus dem Wohnzimmer. Zuerst erschrak ich und fragte mich, was jetzt wieder los sei. Heute wollte ich auf keinen Fall Ärger haben, aber dann wurde mir schnell klar, dass Joyce wohl gerade Zayn Malik gegenüberstand. Na hoffentlich hatte Jens seine Eifersucht im Griff. „Was war das?“, fragte Fynn mich irritiert. „Ach das, nur ein Schrei von vielen heute.“, antwortete ich belustigt. „Es ist wirklich schön, dass ihr gekommen seid. Mr. Woodstock, warum haben Sie denn ihre Frau nicht mitgebracht?“ „Ach du weißt doch, dass sich meine Frau bei zu vielen Menschen unwohl fühlt. Sie zog es also vor, lieber Zuhause zu bleiben und ein wenig zu stricken, aber ich soll dir liebe Grüße von ihr ausrichten.“, erklärte der alte Woodstock mir und die Grüße nahm ich sehr gerne entgegen. „Kommt herein. Sobald Tamara mit den Bananen-Muffins da ist, gibt es Kaffee und Kuchen.“, sagte ich und fünf Minuten später kam Tamara auch. Bevor sie jedoch unser Haus betrat, nahm ich ihr die Box mit den Muffins ab, damit sie keinen Schaden erlitten – sonst hätte Cosmo noch geweint – denn es dauerte keine zehn Sekunden, da entdeckte auch sie Zayn Malik, gefolgt von einem Schrei. „Geht das etwa den ganzen Tag nun so?“, fragte Sydney, die sich vor Schreck die Ohren zuhielt. „War wohl doch keine so gute Idee. Ach hätte ich doch nur Sandra Bullock eingeladen…“, sagte mein Dad, von dem ich nur zu gut wusste, wie scharf er Sandra Bullock fand. „Soso, Sandra Bullock...“, wiederholte Sydney, die meinen Dad schelmisch angrinste. „Kommt Henry eigentlich auch?“, fragte mein Dad Sydney unerwartet, aber vermutlich, um das Thema zu wechseln. „Nein. Wir hielten es für das Beste, Ariana noch ein wenig Zeit zu geben.“, antwortete Sydney ihm. „Also ist es was Ernstes? Du und Henry … ihr seid …?“ Mein Dad sah Sydney fragend an und auch ich war neugierig darauf zu erfahren, ob Ariana womöglich bald einen neuen „Stiefvater“ bekam. „Wir verstehen uns sehr gut, falls es das ist, was du wissen möchtest.“, antwortete Sydney, die sich zu einer weiteren Aussage nicht hinreißen ließ und das Schweigen über das Thema legte. „Gibt es bald Essen? Ich verhungere…“, sagte Cosmo, der in die Küche gestapft kam und sich hungrig auf den Küchenstuhl fallen ließ, wo er betrübt auf die verschiedenen Kuchen starrte. „Was ist los mit dir?“, fragte ich, da mir sein Verhalten selbst für ihn eigenartig erschien. „Ach keine Ahnung. Ich fühl mich heute irgendwie ein wenig schlapp.“, antwortete Cosmo mir. „Ach echt? Können Evos eigentlich krank werden? Seit wann fühlst du dich denn so?“, fragte ich weiter, da Cosmo in meinen Augen auch einen relativ blassen Eindruck machte. „Hm … keine Ahnung. Angefangen hat das glaube ich heute Morgen nach dem Duschen.“, erklärte Cosmo mir. Ich stutzte. Nach dem Duschen? Wasser war doch normalerweise die Kraftquelle der Evos, demnach sollte er doch eigentlich frisch gestärkt sein. Es klingelte an der Tür. „Na das kann ja eigentlich nur eine Person sein.“, sagte Cosmo, der mit den Augen rollte. Meine Sorge um ihn war auf einmal wie weggewischt, denn sein Missfallen gegenüber Conner wurde langsam mehr als krankhaft. „Da kann ich dich beruhigen. Es fehlen noch zwei Leute. Conner und…“ Ich konnte meinen Satz nicht zu Ende sprechen, denn ich hörte laute Stimmen vor dem Haus. Ich trat näher an das Küchenfenster, um mehr sehen zu können. In der Hofeinfahrt standen zwei Jungs, der eine war Conner mit einem Strauß Blumen und der andere Mika, mit meiner Lieblingsschokolade. „Oh, das ist nicht gut.“ „Oh super, endlich wird´s spannend!“, rief Cosmo glückselig, dessen Hunger wie weggeblasen zu sein schien. „Ich hab gar nicht gewusst, dass du Mika auch zu deinem Geburtstag eingeladen hast.“ „Warum nicht? Schließlich ist er doch dein bester Freund…“, antworte ich, was sich hinterher jedoch ein wenig dämlich anhörte, da es ja nicht Cosmos Geburtstag war, aber ich wollte einfach nicht zugeben, dass ich Mika insgeheim auch gerne hatte. „Ich geh da lieber mal dazwischen, bevor sie sich die Köpfe einschlagen.“, sagte ich schnell. „Warum streiten die sich eigentlich?“, hörte ich meinen Dad noch verwirrt fragen Cosmo hatte natürlich die passende Antwort: „Vermutlich, weil beide denselben Jungen lieben.“
Fortsetzung folgt ... am Dienstag, den 30.Mai 2023!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Sie weiß einiges über die Evos, da sie wie Dylan einen Evo an der Seite hat - Luna. Ihr Verhältnis zu Dylan ist über die Wochen hinweg besser geworden. Luna Alister (N:Evo-900): Ein Evo, der bei Ariana und ihrer Mutter lebt. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kam er zunächst gar nicht zurecht.
Nebenrollen: Emmet Harding: Seinen undankbaren Spitznamen „Caterpillar“ hatte er Dylan zu verdanken, der ihn einst als Raupe zeichnete. Er ist zu seinem Vater gezogen und besucht nun eine Theaterschule. Sydney Alister: Mutter von Ariana und Kollegin von Phil. Sie weiß von der Existenz der Evos. Tamara Harding: Zwillingsschwester von Emmet. Aufgrund ihrer taffen Art ist sie sehr beliebt bei den Mitschülern. Tamara führte eine Beziehung mit Dixon, trennte sich jedoch von ihm. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; in der Schule gibt er sich gerne als Klassenclown; er weiß das Cosmo kein Mensch ist. Joyce Price: Beste Freundin von Tamara. Eine lange Zeit schwärmte sie für Mika, bis sie in Jens ihre wahre Liebe fand, mit dem sie nun auch zusammen ist. Joyce ist sehr eitel und wenn es sein muss, geht sie über Leichen, aber innerlich hat sie einen guten Kern. Fynn Woodstock: Enkelsohn von Bill; geht an die gleiche Schule wie Dylan. Conner Eastbrook: Urlaubsflirt von Dylan. Donald „Don“ Sinclair: Großvater von Dylan; Vater von Natalie; Schwiegervater von Phil; ist Witwer und reist viel um die Welt. Hannibal: Kater der Winters; wurde tot auf dem Friedhof vorgefunden.
O:Geschenke-87 Es war mir mehr als unangenehm, was sich gerade vor meinem Haus zutrug. Ich öffnete die Haustür und konnte sehen, wie Mika mit stählerner Brust auf Conner zuschritt. Conner wirkte jedoch nicht weniger bedrohlich, kein Wunder, fühlte er sich von Mika doch angegriffen. „Wieso gehst du nicht wieder dorthin, wo du hergekommen bist, hm? Dylan braucht einen Kerl wie dich nicht.“, sagte Mika. „Hallo? Geht´s noch?!“, stieß ich wütend aus und packte Mika kräftig am Arm, um ihn von Conner wegzuzerren. „Was soll der Scheiß hier? Wieso gehst du auf Conner los?!“ Mikas Wut verwandelte sich in Verwirrung um. Ich blickte ihn zornig an, während er plötzlich hilflos und traurig zu sein schien. Mika war ja schon immer etwas seltsam, aber inzwischen benahm er sich völlig daneben. „E-Er…“ Mika stotterte herum und brachte kein Wort aus sich heraus, so sehr hat ihn das alles aus der Fassung gebracht. Schließlich reichte es ihm: „Ach lasst mich doch alle in Ruhe! Hier für dich und noch einen schönen Geburtstag wünsche ich.“ Mika drückte mir die Schokolade in die Hände und kehrte um. Ich verspürte nicht das Verlangen, ihm hinterher zu rennen, da er sich unmöglich gegenüber Conner benahm. Doch leider stimmte mich das Ganze auch irgendwie traurig. „Warte. Ich übernehme das schon.“, sagte Cosmo plötzlich, der an mir vorbei rannte, Mika hinterher. Conner warf Mika einen letzten zornigen Blick nach, ehe er sich voll und ganz mir widmete. Dabei setzte er plötzlich ein Lächeln auf, das ich fast schon ein wenig unheimlich fand. „Das ganze Chaos tut mir Leid. Hier, das ist für dich. Ich hoffe es ist nicht zu schmalzig, aber sie sind wirklich sehr hübsch.“ Conner überreichte mir den Strauß Blumen und mit einem Mal war mein Kummer wie weggeblasen. Die Blumen dufteten einfach herrlich und ich war Conner sehr dankbar für dieses Geschenk. Als Gegenleistung drückte ich ihm einen Kuss auf die Wange, was auch meine Freunde im Haus mitbekamen, die zum Kichern und zum Tuscheln anfingen – wie im Kindergarten! „Dylan!“ Ich drehte mich um, denn mein Dad stand an der Haustür und blickte nervös zu uns. „Jetzt steht da nicht rum, wie Falschgeld. Deinen Gästen knurrt der Magen. Kommt, lass uns Kuchen essen!“ Conner und ich marschierten ins Haus zurück, doch warf ich noch einmal einen Blick die Straße runter, in Richtung, in der Mika verschwand. Hoffentlich konnte Cosmo ihn besänftigen.
„For he’s a jolly good fellow, for he’s a jolly good fellow. For he’s a jolly good fellow, which nobody can deny.“ Meine Gäste sangen alle gemeinsam mir dieses Geburtstagslied, was mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte, auch wenn es mich mit Scham erfüllte, dass für mich gesungen wurde. Immerhin war Einer dabei, der singen konnte. Als Zayn Malik sang, schmolzen Ariana, Joyce und Tamara dahin. Noch während des Liedes kehrte Cosmo zurück und zur Überraschung aller, hatte er auch Mika im Schlepp. Er und Conner warfen sich nur ganz kurz gegenseitige Blicke zu, ehe sie sich anderen Dingen widmeten. Conner wurde von meinem Grandpa in ein Gespräch verwickelt und Mika wandte sich schuldbewusst an mich. „Ich hab mich wie ein Vollidiot aufgeführt. Ich hoffe du kannst mir noch einmal verzeihen?“ Ich runzelte die Stirn und schaute Mika mit ernster Miene an, doch dann lächelte ich, denn natürlich verzieh ich ihm. Zu seiner und auch meiner eigenen Überraschung, umarmte ich ihn innig. Dies entging auch Conner nicht, der seine Augen nicht von uns abwandte. „Und wie fühlst du dich nun mit Sechszehn? Erwachsener? Merk dir eins: Dein Vater hat immer noch die Macht!“ Nach dieser Aussage, setzte sich Mika zu Cosmo an den Tisch und gemeinsam verdrückten sie mehrere Kuchenstücke und Muffins. Nach einer Weile, in der sich jeder mit jedem ein wenig unterhielt, stand mein Dad auf und schlug mit einem Löffel sachte gegen ein Weinglas, um eine Rede zu halten. Ich schluckte, denn ich rechnete mit allem … vor allem mit peinlichen Geschichten aus meiner Kindheit. „Der heutige Tag gebührt ganz meinem Sohn, denn heute, vor sechszehn Jahren, hat er mein Leben … und auch das von meiner verstorbenen Frau mit Glück und Liebe bereichert. Ich will gar nicht viele Worte verlieren, denn ich möchte niemanden zu Tränen rühren, oder in Verlegenheit bringen, aber an dieser Stelle will ich meinem Sohn sein Geschenk überreichen.“ Während mein Dad redete, schlich sich Sydney aus dem Wohnzimmer, vermutlich um mein Geschenk hereinzuholen. „Dylan…, ich weiß noch genau, wie deine Mutter dir vor drei Jahren Hannibal zu deinem Geburtstag geschenkt hat. Leider wurde dein Kater dir auf schmerzvolle Art und Weise aus deinem Leben gerissen. Ich weiß wie lieb du ihn hattest…, auch wenn ich mich meistens um ihn kümmern durfte.“ Die Gäste lachten und auch ich musste schmunzeln. War sein Geschenk etwa…? „Ich denke, wenn Hannibal eine Sternschnuppe gesehen hätte, dann hätte er sich gewünscht, dass du nicht um ihn trauerst und dein Leben weiter lebst…, vielleicht sogar mit einem neuen Spielgefährten.“ In diesem Augenblick trat Sydney wieder ins Wohnzimmer und in ihrem Armen hielt sie ein Katzenbaby, dass jedem im Raum ein „Awww“ entlockte. Sydney überreichte mir das Katzenbaby, das mich mit seinen Kulleraugen süß ansah und mein Herz somit im Sturm eroberte. „Das ist Tatze und er ist eine Tigerkatze.“, erzählte mein Dad. „Oh mein Gott, ist der süß.“, hörte ich Fynn laut sagen. „Danke Dad.“, sagte ich glückselig und umarmte meinen Dad dankbar mit einem Arm, während ich in der anderen Hand Tatze hielt, der mit seinen kleinen Pfoten herumwedelte.
Die Geburtstagsfeier ging weiter und ich öffnete die Geschenke meiner Freunde. Von Sydney, Ariana und Luna erhielt ich drei Tickets für einen Besuch im Nationalpark. Klar, dass ich da Cosmo und meinen Dad mitnahm. Auch von Cosmo erhielt ich ein Geschenk. Es war ein Zeichenset mit Bleistift, Lineal, Spitzer, Geodreieck, Radiergummi, Buntstiften und Pinsel. Damit hatte er genau das richtige Geschenk für mich gefunden, da das Zeichnen zu meinen leidenschaftlichsten Hobbys zählte. Nachdem alle Geschenke geöffnet waren, zog Tamara mich zur Seite. Ich begleitete sie in den Flur, wo sie noch eine kleine Überraschung für mich parat hielt: „Das hier hat mich vor einer Stunde erreicht. Sieh es dir an, danach kannst du mir das Handy ja wieder zurückgeben.“ Tamara überreichte mir ihr Handy und ging anschließend zurück zu den Anderen – unter anderem um Zayn Malik weiter anzuhimmeln. Ich schaute auf das Display ihres Handys. Das Gesicht von Emmet strahlte mir entgegen. Offenbar hatte er mir eine Videonachricht hinterlassen. Ich drückte auf „Play“ und das Video wurde abgespielt: „Oookay, wie funktioniert das hier? H-Hey Dylan. Ich hoffe du hörst mich, denn eigentlich hasse ich Videobotschaften, aber für dich mache ich eine Ausnahme. Ich wünsch dir alles Liebe zu deinem 16.Geburtstag! Sorry, dass ich nicht mit dir feiern kann, aber ich denke an dich und ich vermiss dich auch. Du bist für mich immer noch der beste Freund, den man sich nur wünschen kann und ich wünsch dir Glück, Gesundheit und viel Liebe. So … das war´s eigentlich schon … denke ich…, äh wo macht man das aus? …Ah da!“ Das Video war zwar kurz, aber wunderschön. Emmet zu sehen, zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht.
Fortsetzung folgt ... am Donnerstag, den 1.Juni 2023!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Sie weiß einiges über die Evos, da sie wie Dylan einen Evo an der Seite hat - Luna. Ihr Verhältnis zu Dylan ist über die Wochen hinweg besser geworden. Luna Alister (N:Evo-900): Ein Evo, der bei Ariana und ihrer Mutter lebt. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kam er zunächst gar nicht zurecht.
Nebenrollen: Emmet Harding: Seinen undankbaren Spitznamen „Caterpillar“ hatte er Dylan zu verdanken, der ihn einst als Raupe zeichnete. Er ist zu seinem Vater gezogen und besucht nun eine Theaterschule. Sydney Alister: Mutter von Ariana und Kollegin von Phil. Sie weiß von der Existenz der Evos. Tamara Harding: Zwillingsschwester von Emmet. Aufgrund ihrer taffen Art ist sie sehr beliebt bei den Mitschülern. Tamara führte eine Beziehung mit Dixon, trennte sich jedoch von ihm. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; in der Schule gibt er sich gerne als Klassenclown; er weiß das Cosmo kein Mensch ist. Joyce Price: Beste Freundin von Tamara. Eine lange Zeit schwärmte sie für Mika, bis sie in Jens ihre wahre Liebe fand, mit dem sie nun auch zusammen ist. Joyce ist sehr eitel und wenn es sein muss, geht sie über Leichen, aber innerlich hat sie einen guten Kern. William „Bill“ Woodstock: Ein alter Farmer und Großvater von Fynn. Fynn Woodstock: Enkelsohn von Bill; geht an die gleiche Schule wie Dylan. Aiden (Δ:Evo-1593): Ein Evo, der sich auf der Erde als Deputy ausgibt. Conner Eastbrook: Urlaubsflirt von Dylan. Mister Yard: Frührentner und Nachbar der Winters. Donald „Don“ Sinclair: Großvater von Dylan; Vater von Natalie; Schwiegervater von Phil; ist Witwer und reist viel um die Welt.
Π:Conner-88 In den letzten zwölf Monaten sind viele traurige Dinge in meinem Leben passiert und trotzdem hatte ich einen doch ganz schönen Geburtstag, bei dem ich von den Menschen die mir am wichtigsten sind, umgeben war. Zum Glück hatte sich Mika wieder eingekriegt und ein weiterer Schlagabtausch zwischen ihm und Conner blieb uns allen erspart. Mika saß ruhig in seiner Ecke, trank ein wenig Kirschschorle und unterhielt sich mit Jens über das peinliche Verhalten der Mädchen, die noch immer Zayn Malik anhimmelten. Apropos Zayn Malik: Ich konnte es immer noch nicht so recht glauben, dass mein Dad und mein Grandpa es geschafft haben, ihn auf meine Geburtstagsparty einzuladen. Ich brachte keinen Ton heraus, als Zayn sich mit mir über Musik unterhielt, so schüchtern war ich. Cosmo war wieder einmal derjenige, der aus einer peinlichen Situation, eine Lustige machte, indem er sagte, dass er die Band „BTS“ besser als „One Direction“ fand. So schritt der Tag dahin und mein Geburtstag näherte sich dem Ende. Fynn und sein Grandpa waren die Ersten, die sich von mir verabschiedeten und nach Hause fuhren. Doch zuvor lud der alte Woodstock uns alle in den Sommerferien zu sich auf die Farm ein, wo er für uns ein nettes Barbecue veranstalten wollte. Kurz darauf gingen auch Jens, Joyce und Tamara. Bei Letzterer bedankte ich mich noch einmal ganz herzlich für die überraschende Nachricht von Emmet. Zum Schluss blieben noch mein Dad, mein Grandpa, Zayn Malik, Sydney, Ariana, Cosmo und Mika über. Luna hatte sich in ihr Zimmer zurückgezogen, da sie sich müde fühlte und ihr auch ein wenig schwindlig war. Auch Cosmo schien es immer noch nicht besser zu gehen. Ich bemerkte, wie er mehrmals auf die Toilette rannte, denn offenbar spielte sein Magen verrückt. „Vielleicht ein Evo-Grippevirus.“, meinte Ariana zu mir. „Hoffentlich geht es Beiden morgen wieder besser.“, fügte ich hinzu. „Ich werde es dann auch langsam mal packen.“, sagte Mika, der sich von seinem Platz erhob. Ich begleitete Mika zur Tür. „Danke, dass du da warst. Das hat mich wirklich sehr gefreut.“ „Du musst nicht aus Freundlichkeit lügen. Wir wissen beide, dass ich dir beinahe deinen Geburtstag versaut habe.“, entgegnete Mika schwerfällig. Ich legte meinen Kopf schief und sah Mika an. „Du hast ihn nicht versaut … wirklich nicht.“ Ich konnte Mika ein Lächeln entlocken, dennoch wirkte er traurig, als ob ihn etwas beschäftigen würde. Ich könnte jetzt raten, was mit ihm los war, doch war mir nicht danach. Meine Gedanken kreisten bereits um so viele Themen, dass ich mir nicht auch noch über ihn den Kopf zerbrechen möchte. Mika war einfach Mika, der nett, aber eben auch ein Arsch sein kann. „Also dann.“, sagte er und zur Verabschiedung umarmten wir uns kurz, was sich unerwartet angenehm anfühlte. Danach schritt er zur Tür raus, die ich erst wieder zuzog, als er hinter der nächsten Biegung verschwand. Noch bevor ich ins Wohnzimmer zurückmarschierte, kam Conner auf mich zu, der mich mit einem breiten Lächeln ansah und mir dann einen Kuss auf den Mund drückte. Es war unser erster richtiger Kuss, seitdem er zu Besuch war. Bisher hatte ich mich immer zurückgehalten, da ich nicht wieder falsche Hoffnungen in ihn wecken wollte und ihm ging es bestimmt auch so. Keine Ahnung warum er mich jetzt so plötzlich küsste, aber es fühlte sich leider auch nicht so gut wie früher an. Ich musste mir und auch ihm wohl oder übel eingestehen, dass ich keine tieferen Gefühle für ihn hegte. „Zeigst du mir euer Baumhaus?“, fragte Conner mich plötzlich. „Ich war noch nie in einem und du sahst so glücklich aus, als du mir davon berichtet hast, wie du es mit deinem Dad zusammen gebaut hast.“ Ich musste nicht lange überlegen. Meine restlichen Geburtstagsgäste kamen, dem Gelächter aus dem Wohnzimmer nach zu urteilen, sehr gut ohne mich aus, so dass ich und Conner uns Schuhe anzogen, vorne zur Haustür rausschlichen und uns heimlich in den Garten verzogen. Ich kletterte vor Conner die Leiter zum Baumhaus hoch, von dem man nun einen wundervollen Ausblick hatte. Die Sonne war gerade am Untergehen und schaute nur noch ein bisschen hinterm Horizont hervor. Conner stellte sich neben mich und war begeistert. „Wow! Das ist wunderschön!“ Es war ein wirklich schöner Augenblick und ich ruinierte ihn nur ungern, aber Conner verdiente die Wahrheit. „Du Conner, ich…“ „Hey, sind das am anderen Baum Kirschen?“, fragte Conner mich plötzlich, der zum Kirschbaum von Mister Yard blickte. „Sind die schon reif?“ „Nein, ich glaube nicht, aber das ist jetzt auch unwichtig, weil ich dir was sagen möchte.“, antwortete ich knapp. „Wir müssen nämlich darüber reden, was wir füreinander emp…“ Wieder wurde ich von Conner unterbrochen, der sich nun im Baumhaus umsah, und eine alte Decke und zwei Wasserpistolen fand. „Boah cool. Pistolen. Peng, Peng, Peng!“ Conner tat so, als würde er um sich schießen. Ich schnaufte, denn allmählich wurde das Ganze anstrengend. „Conner, jetzt hör mir doch bitte mal zu. Ich will dir schon die ganze Zeit etwas sagen!“, rief ich ihm zu, doch Conner drehte mir den Rücken zu und ich wusste nicht, ob er mir Gehör schenkte. „Hallo?“ Wieder war es Conner der sprach, doch dieses Mal klang seine Stimme anders und zwar eiskalt: „Du willst mir sagen, dass du nichts für den lieben Conner empfindest?“ Ich runzelte die Stirn, denn seit wann sprach Conner von sich in der dritten Person. „Nun … damit würdest du ihm sicher das Herz brechen…, wenn es noch schlagen würde.“ Conner drehte sich zu mir um, dessen Miene steinhart wurde. Von seinen leuchtenden Augen war nichts mehr zu sehen. Auf einmal ging eine ungeheuer böse Aura von ihm aus, was mich einen Schritt zurückweichen ließ. Inzwischen war ich jedoch so schlau, was dieses Verhalten bedeutete: Conner war ein Evo-Hunter! „Überrascht?“, fragte Conner mich, der bedrohlich auf mich zuschritt. „Nun ich hab mir auch wirklich Mühe gegeben nicht aufzufliegen. Es war gar nicht so einfach, das kann ich dir sagen. So zu tun, als wäre ich dieser Junge, den du auf Hawaii kennen gelernt hast, aber es war die einzige Möglichkeit für mich, nahe an dich heranzukommen, ohne dass irgendjemand Verdacht schöpfte. Leider war es mir bis jetzt nie vergönnt, unter vier Augen mit dir zu sein. Immer musste sich Cosmo dazwischen drängen, also hab ich euer Wasser mit einem Virus infiziert, dass Evos kampfuntauglich macht.“ „Deshalb geht es Cosmo und Luna also so schlecht. Ich hätte wissen müssen, dass da irgendetwas nicht stimmt.“, sagte ich und versuchte trotz zitternden Knien tapfer zu sein. „Was ich aber nicht verstehe, du hattest auf Hawaii doch so viele Gelegenheiten. Warum erst jetzt?“ Conner lachte hämisch. „Hast du es nicht begriffen? Der Conner, den du auf Hawaii kennengelernt hast, das war wirklich der Echte! Ich hab mich erst danach in ihn verwandelt, nachdem ich herausgefunden habe, dass du auf ihn stehst. Dabei hab ich mir so viel Mühe gegeben, mit dir zu flirten, egal wie zuwider es mir auch war.“ Ein Teil von mir atmete erleichtert aus. Wenigstens hatte ich keinen Sex mit einem Evo-Hunter! Mit einem Mal verwandelte Conner sich in einen schwarzen Jungen. Ich überlegte kurz, doch dann erinnerte ich mich an den schwarzen Jungen vom Strand wieder, der den Beachvolleyball versehentlich soweit warf, dass er bei mir landete. „Ich hab diesen Kerl hier getötet, seine Identität angenommen und mich an dich ran geworfen, aber du hast mir eine Abfuhr erteilt, also hab ich dich weiter beschattet und gesehen, was du für Conner empfindest. Als du fort warst, war Conner soooo traurig, da hab ich ihn ein wenig getröstet … und ihn umgebracht!“ „Nein!“, schrie ich und nun packte mich die kalte Wut. Tränen stiegen in mir hoch und da ich mich nicht mehr unter Kontrolle hatte, stürmte ich auf den Evo-Hunter zu und griff ihn mit meinen Fäusten an. Leider war ich kein Gegner für ihn, denn mit nur einem Handgriff wehrte er mich ab und schlug mich zu Boden, wo ich schluchzend liegen blieb. „Ich begreife nicht, wie ein dummer Junge wie du es geschafft hat, von unserem Heimatplaneten zu entkommen. Dir muss doch klar gewesen sein, dass man Jagd auf dich machen würde, nachdem was du dort angerichtet hast.“ Ich hatte keine Ahnung wovon er redete, da ich keinerlei Erinnerung daran hatte, was ich auf Neró erlebte. Der Evo-Hunter, der sich wieder in Conner zurückverwandelte, um mir auch seelischen Schmerz zuzufügen, beugte sich zu mir runter, damit ich ihn besser verstand. „Und jetzt sag mir was ich wissen will und keiner muss mehr sterben. Wo ist der Omega?!“ Ich hatte auf diese Frage schon die ganze Zeit gewartet. Aiden hatte mich davor gewarnt. Der Omega war eine Evo-Unterrasse, so wie Cosmo ein Omikron, Luna ein Ny und Aiden ein Delta war. Laut Aidens Aussage gehörte der Omega zu den Stärksten der Evos und es gab nur einen Einzigen davon! „Ich warte und meine Geduld neigt sich dem Ende. Es wäre also besser du antwortest mir!“ „Ich schwöre, ich hab keine Ahnung wo sich der Omega befindet.“, antwortete ich ehrlich. „Lüg mich nicht an!“, keifte der Evo-Hunter mich wütend an, der mir nun das Handgelenk verdrehte. Ich schrie und der Evo-Hunter fügte mir weiteres Leid hinzu, als plötzlich eine dritte Person im Baumhaus erschien und dem Evo-Hunter die Gartenschaufel ins Gesicht rammte. Blut spritzte mir ins Gesicht, als der Evo-Hunter tot umfiel. Schockiert blickte ich in das Gesicht von Zayn Malik, der sich vor mir in Aiden verwandelte. Von unten hörte ich Stimmen, darunter auch die von meinem Dad, der panisch die Leiter raufgeklettert kam und mich schützend in seine Arme nahm. Ich war gerettet!
Fortsetzung folgt ... am Samstag, den 3.Juni 2023!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Sie weiß einiges über die Evos, da sie wie Dylan einen Evo an der Seite hat - Luna. Ihr Verhältnis zu Dylan ist über die Wochen hinweg besser geworden. Luna Alister (N:Evo-900): Ein Evo, der bei Ariana und ihrer Mutter lebt. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kam er zunächst gar nicht zurecht.
Nebenrollen: Sydney Alister: Mutter von Ariana und Kollegin von Phil. Sie weiß von der Existenz der Evos und datet aktuell den Feuerwehrmann Henry. Tamara Harding: Zwillingsschwester von Emmet. Aufgrund ihrer taffen Art ist sie sehr beliebt bei den Mitschülern. Tamara führte eine Beziehung mit Dixon, trennte sich jedoch von ihm. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; in der Schule gibt er sich gerne als Klassenclown; er weiß das Cosmo kein Mensch ist. Joyce Price: Beste Freundin von Tamara. Eine lange Zeit schwärmte sie für Mika, bis sie in Jens ihre wahre Liebe fand, mit dem sie nun auch zusammen ist. Joyce ist sehr eitel und wenn es sein muss, geht sie über Leichen, aber innerlich hat sie einen guten Kern. Rodney Stark: Anführer einer Punk-Gang, zu der auch Dixon dazu gehört. Er vertickt angeblich Drogen. Dr. Archimedes Tibbet: Lehrer für Geschichte und Geografie. Frau Silly: Spanischlehrerin; Sie ist sehr streng, alt und bieder. Miss Giggles: Religionslehrerin; Hat eine Piepsstimme und kichert häufig. Sie führt eine Beziehung mit Mister Cage. Miss Sheffield: Die Sekretärin des Schulrektors. Aiden (Δ:Evo-1593): Ein Evo, der sich auf der Erde als Deputy ausgibt. Conner Eastbrook (Γ:Evo-4834): Urlaubsflirt von Dylan. Stattet ihm einen Überraschungsbesuch Zuhause ab. Doch es stellte sich heraus, dass der echte Conner von einem Evo-Hunter umgebracht wurde und dieser die Gestalt von Conner annahm. Der Evo-Hunter wurde von Aiden getötet.
P:Herzrasen-89 Knapp eine Woche war seit meinem Geburtstag und dem Vorfall im Baumhaus vergangen. Die ganze Woche kreisten meine Gedanken über diesen einen Tag: „Also hab ich dich weiter beschattet und gesehen, was du für Conner empfindest. Als du fort warst, war Conner soooo traurig, da hab ich ihn ein wenig getröstet … und ihn umgebracht!“ Mir kamen noch immer die Tränen, wenn ich daran dachte, dass Conner meinetwegen sterben musste. „Dir muss doch klar gewesen sein, dass man Jagd auf dich machen würde, nachdem was du auf Neró angerichtet hast.“ Ich fluchte innerlich, mein Kopf drohte zu explodieren, so sehr war ich darauf erpicht zu wissen, was mir auf Neró widerfahren war. „Wo ist der Omega?!“ Die Evo-Hunters konnten mich so oft foltern wie sie wollten, ohne Erinnerungen wusste ich nichts über den Omega. Ein Räuspern. Doch offensichtlich muss auf Neró etwas passiert sein, dass ich zu dem Entschluss kam, den Omega zu kennen. Wieder ein Räuspern. „Dylan Winter!“ Die Stimme von Dr. Tibbet riss mich völlig aus meinen Gedanken und erst jetzt bemerkte ich, dass mein Lehrer direkt vor mir stand und mich mit einem strengen Blick ansah. Nicht einmal Cosmos dezenten Ellenbogencheck hatte ich bemerkt, der mich darauf hinwies, dass mir zugleich Ärger drohte. „Mister Winter, sind Sie in meinem Unterricht überhaupt noch anwesend?“ „T-Tut mir Leid, Dr. Tibbet, ich habe nicht aufgepasst.“, antwortete ich wahrheitsgetreu. Dr. Tibbet schaute durch seine Brille hindurch auf mich herab. Seine Mimik blieb ernst, aber in seiner Stimme lag nun ein gewisser Ton von Besorgnis: „Bald stehen die Prüfungen an und nur für sie alle nehme ich mir die Zeit, die wichtigsten Themen noch einmal durchzugehen. Ich hatte Ihnen eine Frage gestellt, aber offenbar waren Sie wieder einmal in ihren Tagträumen vertieft.“ „Wie lautete denn die Frage?“, fragte ich schuldbewusst. „Wie lautet der letzte Buchstabe vom griechischen Alphabet und welche Bedeutung hat er?“ Natürlich musste es ausgerechnet diese Frage sein. „Omega! Er wird meist dann verwendet, um ein Ende zu verdeutlichen und ist damit auch das Gegenteil vom Anfang, dem Alpha.“, antwortete ich flüssig, musste hinterher jedoch kräftig schlucken. Unterm Pult griff Cosmo nach meiner Hand, der mein rasendes Herz ein wenig zur Ruhe brachte. Ich sah ihn nicht an, denn seine Anwesenheit genügte, um mich von meinen seelischen Schmerzen zu befreien.
Meine innere Ruhe hielt jedoch nicht lange an. Bereits im Spanischunterricht von Frau Silly begann mein Herz wieder von neuem zu rasen, als die gute alte Frau mich wieder einmal auf dem Kicker hatte und mir eine Frage nach der anderen stellte. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass ich zumeist die Antworten nicht kannte, weil ich einfach nicht gelernt hatte, musste ich dabei auch noch aufstehen. Dabei fühlte ich mich bloßgestellt und irgendwie nackt. Ich spürte die Blicke meiner Klassenkameraden auf mir, wie sie mich mit großen Augen anstarrten: Tamara und Ariana in der ersten Reihe, die mir besorgte Blicke nach hinten warfen, Mika am Fenster, der keinerlei Miene verzog, aber das Geschehene mit Interesse verfolgte und Cosmo, der nun keine Gelegenheit mehr hatte, mir nebenbei die Hand zu halten, da dies dann doch ein wenig eigenartig gewirkt hätte. Als Frau Silly mir die letzte Frage gestellt hatte, wollte ich mich bereits wieder setzen, doch dann: „Nein Mister Winter, ich bin noch nicht mit Ihnen fertig. Gehen Sie bitte ins Büro zu Miss Sheffield und lassen Sie sich dieses Aufgabenblatt zwanzigmal kopieren. Vielleicht tut Ihnen die Bewegung gut, um bei Ihnen für einen klaren Kopf zu sorgen. Na los, Beeilung wenn ich bitten darf!“ Ich brabbelte etwas Unverständliches vor mich hin, entriss Frau Silly förmlich das Aufgabenblatt aus ihren Händen und stürmte aus dem Klassenzimmer. Wütend stapfte ich die Korridore entlang und rannte dabei beinahe unseren Hausmeister über den Haufen. Im Rektorat angekommen, saß Miss Sheffield hinter dem Tresen und tippte gerade irgendwas in ihren Computer. „Frau Silly hat mich beauftragt, zwanzig Kopien davon zu machen.“, erklärte ich ihr lediglich und erneut wurde ich mit einem strengen Blick gemustert. Miss Sheffield schien alles andere als begeistert zu sein, doch nahm sie das Blatt entgegen und legte es in den Kopierer. Nach drei Minuten hielt ich die Kopien in meinen Händen. Auf dem Weg zurück in mein Klassenzimmer kam ich an der Kammer unseres Hausmeisters vorbei, aus der ich zwei Stimmen vernahm. Die eine gehörte dem Hausmeister und die andere Stimme war von … Rodney: „Das macht fünfzig Mäuse. Es ist immer wieder eine Freude, Geschäfte mit Ihnen zu machen. Ich muss jetzt zurück, bevor die einfältige Miss Giggles noch Verdacht schöpft, warum ich solange auf der Toilette bin. Viel Spaß mit dem Stoff!“ Ich hörte wohl schlecht. Rodney vertickt Drogen an den Hausmeister?! Ich rannte um die nächste Ecke, bevor die Tür zur Kammer aufsprang und Rodney in die andere Richtung verschwand. Er bemerkte mich zum Glück nicht, doch mein Herz klopfte wie wild.
Mein Dad sollte von meiner neusten Entdeckung unbedingt in Kenntnis gesetzt werden. Vielleicht konnte er den Hausmeister in die Mangel nehmen und ihn zu einem Geständnis bewegen. Ich war schon lange nicht mehr im Polizeirevier gewesen, doch kannte ich fast jeden einzelnen Kollegen meines Dads, da sie früher zusammen öfters auf ein Bierchen zu uns zu Besuch kamen. Seitdem der Partner von meinem Dad jedoch bei einem Schusswechsel ums Leben kam, kamen die Besuche zum Erliegen. Dennoch wurde ich von allen liebevoll in Empfang genommen. Einem schüttelte ich die Hände und ein anderer fragte mich nach meinem Wohlbefinden. Natürlich log ich. Kurz bevor ich das Büro meines Dads erreichte, kam ich jedoch zum Stehen. Mein Dad schien in ein Gespräch verwickelt zu sein und nach kurzer Zeit wusste ich auch mit wem: „Ich versuche ihren Sohn zu beschützen. Wann fangen Sie an, mir zu vertrauen?!“, erklang die eindrucksvolle Stimme von Aiden. „Ich weiß, dass Sie meinen Sohn gerettet haben und dafür bin ich Ihnen auch unendlich dankbar, dass können Sie mir glauben, aber wer garantiert mir, dass das nicht wieder nur irgendeine Masche von euch Evos ist, um meinen Sohn in eine Falle zu locken?!“, hörte ich meinen Dad laut sagen und natürlich konnte ich nicht anders, als weiter zu lauschen, indem ich mein Ohr gegen die Tür hielt. „Sie glauben wohl auch, dass alle Evos böse sind, oder?“, entgegnete Aiden gereizt. „Eine ehrliche Antwort? So langsam glaube ich das wirklich, denn seitdem ihr alle hier seid, geht es meinem Sohn zunehmend beschissener.“, antwortete mein Dad, woraufhin ich spürte, dass mein Herz vom Neuen zu rasen anfing. Heute war es wirklich besonders schlimm. „Dann halten sie Cosmo und Luna auch für böse?“, hörte ich Aiden fragen, doch die Antwort meines Dads bekam ich nicht mehr zu hören, da just in diesem Augenblick Sydney vor mir stand. „Dylan, was tust du denn hier?“, fragte sie mich irritiert. „Oh äh … ich äh…, wollte nur kurz meinem Dad ‚Hallo‘ sagen.“, log ich und das über alle Maßen schlecht. „Doch jetzt sollte ich schleunigst nach Hause gehen und … Hausaufgaben machen. Ciao!“
Wie ein Phantom flog ich aus dem Polizeirevier, stieg in den nächstbesten Bus ein und kam nach etwa zwanzig Minuten Zuhause an. Es war mucksmäuschenstill im Haus und ich nutzte die Gelegenheit, um mich auf den Boden fallen zu lassen, angelehnt an der Haustür und mir mit den Händen übers Gesicht zu fahren. Das war alles zu viel für mich. Ich spürte wieder, wie meine Augen feucht wurden, doch riss ich mich dieses Mal zusammen. Dennoch hörte ich es plätschern. Es kam aus unserem Badezimmer. Ich wusste, dass Ariana und Luna noch mit Tamara und Joyce beim Shoppen waren, also konnte es sich nur um Cosmo handeln, der sich gerade eine Dusche gönnte. Inzwischen war das Wasser wieder rein und ihm und Luna ging es schon wieder sehr viel besser. Ich legte beide Hände auf meine Brust und spürte mein Herz, das in mir schlug. Wie in Trance ging ich langsam die Treppe hinauf. Vor dem Badezimmer hielt ich für einen Moment inne, doch dann drückte ich die Klinke nach unten. Cosmo hatte natürlich wieder einmal nicht abgesperrt. Er stand unter der Dusche und ließ das Wasser über seinen Körper gleiten. Dabei sang er fröhlich. Er schien mich nicht bemerkt zu haben und so schritt ich wie eine Marionette auf die Dusche zu. Ich zog den Duschvorhang zur Seite und trat mitsamt meiner Kleidung unter die Dusche. Nun bemerkte Cosmo mich endlich und er war mehr als nur verblüfft. „Dy-Dylan, w-was?“ Ich legte einen Finger auf seinen Mund, um ihn zum Schweigen zu bringen. Inzwischen ergoss sich das Wasser auch über mir und nach kurzer Zeit war ich klatschnass. Cosmo schaute mich mit großen Augen an. Mein Herz klopfte wie verrückt. Inzwischen war mir alles egal und so drückte ich meine Lippen auf Cosmo seine. Ich küsste ihn unter der Dusche und es war das schönste Gefühl seit langem. Zuerst versuchte Cosmo dem Kuss auszuweichen, doch dann gab auch er seinem Drang nach. Mein Herz hörte auf zu schlagen.
Fortsetzung folgt ... am Dienstag, den 6.Juni 2023!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Sie weiß einiges über die Evos, da sie wie Dylan einen Evo an der Seite hat - Luna. Ihr Verhältnis zu Dylan ist über die Wochen hinweg besser geworden. Luna Alister (N:Evo-900): Ein Evo, der bei Ariana und ihrer Mutter lebt. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kam er zunächst gar nicht zurecht.
Nebenrollen: Sydney Alister: Mutter von Ariana und Kollegin von Phil. Sie weiß von der Existenz der Evos und datet aktuell den Feuerwehrmann Henry. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; in der Schule gibt er sich gerne als Klassenclown; er weiß das Cosmo kein Mensch ist. Mister Yard: Frührentner und Nachbar der Winters.
Σ:Kuss-90 Meine Lippen berührten die Lippen von Cosmo. Ich dachte gar nicht groß darüber nach – ich tat es einfach! Zuerst schien Cosmo zu zögern, doch dann gab auch er seinem Verlangen nach und küsste mich mit Leidenschaft zurück. Das Wasser aus dem Duschhahn plätscherte über unsere Köpfe und es war mir vollkommen egal, dass ich noch all meine Klamotten anhatte. Mir war gerade alles egal – sogar die Gefahr, dass ich wieder ins Koma fallen könnte. Nur Cosmo schien sich dieser Gefahr doch noch bewusst zu werden. Auf einmal hielt er inne und löste sich von mir. Erschrocken sah er mich an und fragte: „Geht es dir gut? Alles in Ordnung bei dir?“ Ich versuchte mich zu sammeln, doch egal wie sehr ich es versuchte, ich konnte nicht. Meine Knie zitterten, mein Herz pulsierte, doch meine Augen sahen alles ganz klar vor sich. „Es ging mir nie besser!“ Wieder presste ich meine Lippen auf die von Cosmo und dieses Mal küssten wir uns sogar mit Zunge. Geschah das hier gerade wirklich? Ich und Cosmo? Ein Mensch und ein … Außerirdischer?! Bevor ich es vergesse … Cosmo sah unter der Dusche natürlich nicht mehr wie Cosmo aus, er hatte sein wahres Ich angenommen, womit ich ihn zum ersten Mal in dieser Gestalt küsste. Zuerst glaubte ich keine Veränderung zu spüren, doch schnell kamen mir seine spitzen Eckzähne ins Gehege, was sich etwas unangenehm anfühlte. Doch Cosmo war ein so guter Küsser, dass es alles andere in den Schatten stellte. Ich schlang meinen rechten Arm um seine Taille und streichelte ihm zärtlich über seinen orangefarbenen Rücken. Ich zögerte jedoch, zu weit nach unten zu gehen, denn wusste ich, dass ich dort mehr als nur seinen Hintern vorfinden würde. Beim Küssen bemerkte ich, wie Cosmo nebenbei zum Grinsen anfing. Er wusste genau, was ich gerade dachte … und es gefiel ihm! Zum Glück hatten wir Beide etwas was uns gefiel: Es dauerte nicht allzu lange, da kam es zu einer Erektion seitens Cosmo. Ich traute mich gar nicht nach unten zu sehen, denn dem Gefühl nach, musste mich dort das Abenteuer meines Lebens erwarten! Zu diesem Abenteuer kam es jedoch nicht, denn urplötzlich ging die Tür zum Badezimmer auf. Cosmo und ich lösten uns erschrocken voneinander. Der Duschvorhang war zur Seite gezogen, so dass die Person, die gerade ins Badezimmer gestürmt kam, uns auf frischer Tat ertappte. Wäre es Ariana oder Luna, wäre es halb so schlimm, doch zu unser aller Ersetzen war es mein … „Dad!“ Mit erstarrter Miene stand mein Dad vor uns, doch Cosmo und ich waren nicht weniger erstarrt. Bei Cosmo regte sich nun gar nichts mehr…, doch das war egal, denn mein Dad sah genug, um zu erahnen, was sich hier gerade zutrug. Sein Entsetzen spiegelte sich in seinen Augen wieder. Mich packte die Angst, als ich seine Adern aus der Haut herausstechen sah. „Was zur Hölle?!“, stieß mein Dad bereits etwas lauter aus, doch war das kein Vergleich zu dem, wie er danach seine Stimme erhob und das Haus zum Beben brachte: „NIMM DEINE GRIFFEL VON MEINEM SOHN!“, schrie er und stürmte auf uns Beide zu. Er packte Cosmo gewaltsam an seinen Armen, zerrte ihn aus der Dusche und warf ihn regelrecht gegen die gegenüberliegende Wand. Ich befand mich in einer Schockstarre und konnte nur sprachlos zusehen, was sich nun zutrug. Mein Dad stürmte wie ein Besessener auf Cosmo ein, er ballte seine Faust und wollte auf ihn losgehen, doch Cosmo war schneller und wich aus. Cosmo krabbelte auf allen Vieren aus dem Badezimmer, doch mein Dad jagte ihm nach. „WILLST DU MICH VERARSCHEN? ICH LASS DICH IN MEIN HAUS REIN, LASS DICH BEI UNS WOHNEN UND DU VERGREIFST DICH AN MEINEM SOHN?!“ Meine Knie wurden butterweich und ich sackte in der Dusche zusammen, von der noch immer das Wasser runterkam. Ich hörte wie mein Dad Cosmo die Treppe runterjagte. „RAUS HIER! VERSCHWINDE! RAUS AUS MEINEM HAUS UND LASS DICH HIER NIE MEHR BLICKEN! ERWISCHE ICH DICH NOCH EINMAL IN DER NÄHE MEINES SOHNES, DANN ERSCHIESSE ICH DICH!“ Ich hörte die Haustür zuknallen, ehe es totenstill im Haus wurde. Ich legte meine Hände über den Kopf und fing zu weinen an…, oder war es nur das Duschwasser? Ich wusste es nicht. Kurz darauf hörte ich jedoch wieder Stimmen. „Phil, du meine Güte, was ist geschehen? Dich hört man ja in der ganzen Nachbarschaft schreien.“, sagte Sydney, die soeben nach Hause kam. „War das gerade Cosmo, der die Straße runtergesaust ist? Ich hab gesehen, wie er sich gerade noch so in einen Menschen verwandelt hat, bevor Mister Yard ihn noch sehen konnte.“ „Erwähne ihn nie wieder!“, hörte ich meinen Dad laut zu Sydney sagen. „Wen?“, fragte Sydney ihn irritiert. „COSMO!“, antwortete mein Dad laut, ehe ich ihn wieder die Treppe raufpoltern hörte. Mir war klar, was mich jetzt erwartete und ich versuchte mich so gut es ging auf das Schlimmste vorzubereiten. Mein Dad stürmte zurück zu mir ins Badezimmer und knallte auch diese Tür hinter sich zu. In seinen Augen spiegelte sich noch immer blankes Entsetzen. Er sagte kein Wort, rannte nur immer wieder im Kreis umher, mit geballten Fäusten. Das erste Mal in meinem Leben, verspürte ich Angst vor meinem eigenen Vater. „Wie konntest du sowas Abscheuliches nur tun?“, fragte er schließlich. „Dad ich…“ Ich wollte alles erklären, doch jeder Versuch erschien zwecklos. „Hör auf zu reden! Ich will jetzt kein Wort von dir hören!“, schrie er mich an und ich fühlte mich mehr wie ein Häufchen Elend. „ER ist ein Außerirdischer! Bist du jetzt komplett übergeschnappt?! Er ist kein Mensch!“ Ich hatte meinen Dad noch nie so wütend erlebt und inzwischen fühlte ich mich wirklich so, als befände ich mich in der Hölle. Mein Dad fuhr mit seinen Händen über seinen Kopf und schien nachzudenken. Doch vermutlich konnte er genauso wenig wie ich einen klaren Kopf bekommen. Dann sagte er: „Du wirst ihn nicht wieder sehen. Hast du mich verstanden? Ich hätte das niemals erlauben dürfen. Was habe ich mir nur dabei gedacht? Du gehst nicht mehr aus dem Haus, außer zur Schule. Keine Freizeitaktivitäten mit Freunden mehr, solange ich nicht weiß, was zu tun ist.“ „Aber Dad…!“ Ich wollte Einspruch erheben, aber mit Vernunft kam ich bei meinem Dad nicht an. „Kein aber! Du wirst das tun was ich dir sage. Haben wir uns verstanden?!“ Mein Dad sah mich drohend an und mir blieb nichts anderes übrig als zu nicken. Danach stürmte mein Dad wieder aus dem Badezimmer. Vor der Tür wartete bereits Sydney, die noch immer irritiert, aber auch geschockt zwischen uns hin und her sah. Als mein Dad fort war, kam sie zu mir ins Badezimmer. Mein ganzer Körper zitterte, auch weil ich nass war und fror. Inzwischen war ich mir sicher, dass ich wirklich weinte. Sydney legte tröstend ihre Hände auf meine, doch nichts und niemand konnte nun mehr das Chaos beseitigen, das ich angerichtet habe.
Noch am selben Tag ließ mein Dad alle Besitztümer von Cosmo in die Garage verfrachten, wo es darauf wartete, auf dem Sperrmüll zu landen. Mein Dad machte kurzen Prozess und ließ auch nicht mit sich reden. Selbst Sydney drang nicht zu ihm durch. Als Ariana und Luna nach Hause kamen, glaubte ich schon, dass er nun auch noch auf Luna losging, als er sie mit teuflischen Augen ansah. Doch zum Glück geschah nichts dergleichen, wenn auch deutlich merkbar war, dass er sie nun in einem anderen Tonfall ansprach. Auch an Sydney richtete er eine Warnung aus: „Lass deine Tochter lieber nicht mit einem Außerirdischen allein.“ Ich war am Ende meiner Kräfte und auch Ariana vermochte es nicht, die Wogen zu glätten. Am späten Abend lag ich allein auf einer Matratze in Cosmos Zimmer. Keine Musik, kein Schnarchen, es war totenstill. Eigentlich hätte ich schlafen müssen, doch ich konnte nicht. Da vibrierte mein Handy, eine Nachricht von Mika. Der hatte mir heute gerade noch gefehlt. Zuerst ignorierte ich die Nachricht, doch dann las ich sie doch: „Cosmo ist in Sicherheit. Er ist bei mir! Mach dir keine Sorgen!“
Fortsetzung folgt ... am Donnerstag, den 8.Juni 2023!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Sie weiß einiges über die Evos, da sie wie Dylan einen Evo an der Seite hat - Luna. Ihr Verhältnis zu Dylan ist über die Wochen hinweg besser geworden. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kam er zunächst gar nicht zurecht.
Nebenrollen: Tamara Harding: Zwillingsschwester von Emmet. Aufgrund ihrer taffen Art ist sie sehr beliebt bei den Mitschülern. Tamara führte eine Beziehung mit Dixon, trennte sich jedoch von ihm. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; in der Schule gibt er sich gerne als Klassenclown; er weiß das Cosmo kein Mensch ist. Dixon Waller: Mitglied der Basketball-Schulmannschaft und Sohn der Bürgermeisterin, die nur wenig Zeit für ihren Sohn erübrigt. Er führte eine Beziehung mit Tamara, bis sie sich von ihm trennte. Mitglied in Rodneys Gang. Jens Huge: Ein sehr großer Kerl und ein ausgesprochen guter DJ. Seine Eltern leiten das Restaurant „Dinner for Two“. Seit Kurzem führt er eine Beziehung mit Joyce. Rodney Stark: Anführer einer Punk-Gang, zu der auch Dixon dazu gehört. Er vertickt angeblich Drogen. Dr. Archimedes Tibbet: Lehrer für Geschichte und Geografie. Frau Silly: Spanischlehrerin; Sie ist sehr streng, alt und bieder. Mister Cooper Cage: Sportlehrer und Trainer der Basketball-Schulmannschaft. Er führt eine Beziehung mit Miss Giggles. Mr. T: Der Schulrektor wird von all seinen Schülern nur „Mr. T“ genannt. Er unterrichtet Biologie. Miss Sheffield: Die Sekretärin des Schulrektors. Gina Stone: Mutter von Mika; Witwe. Tatze: Dylans neuer Kater, den er von seinem Dad zum Geburtstag geschenkt bekam.
T:Vorahnung-91 Die nächsten Tage kam Cosmo nicht mehr zur Schule. Zum einen traute er sich vermutlich nicht, zum anderen hat mein Dad ihn auch abgemeldet, als hätte es Cosmo nie gegeben. Das war der endgültige Schritt vom Ende einer schönen Zeit. Eine Leere durchströmte meinen Körper, als ich den leeren Platz neben mir sah. Ich fühlte mich einsam und Frau Sillys Unterricht trug auch nicht gerade zur Erheiterung bei. Meine einzige Hoffnung war Mika, der sich jedoch wieder einmal komisch verhielt. Erneut versuchte er mir aus dem Weg zu gehen, doch im Sportunterricht von Mister Cage schnappte ich ihn mir dann doch, als es darum ging, Hilfestellung bei Kraftübungen zu geben. „Wie geht es Cosmo? Kann ich zu ihm?“ „Dylan … ich wollte das du dir keine Sorgen um ihn machst, aber ich glaube auch, dass es das Beste für alle Beteiligten ist, wenn ihr euch nicht mehr seht.“, antwortete Mika mir und ich erschrak. „Jetzt lass den Scheiß Mika. Das geht dich doch alles überhaupt nichts an.“, entgegnete ich erzürnt. „Und wie mich das was angeht, mehr als du denkst!“, erwiderte Mika daraufhin erbost. „Jungs, nicht schwafeln, trainieren!“, ermahnte Mister Cage uns, der zur Kontrolle an uns vorbei schritt. „Morgen findet übrigens unser letztes Basketballspiel vor den Sommerferien statt. Ich erwarte Bestleistungen von euch und hochmotivierte Zuschauer!“ Das letzte Basketballspiel? „Was ist mit dem Basketballspiel morgen? Mein Dad hat Cosmo zwar aus der Schule abgemeldet, aber er ist immer noch ein Mitglied im Basketballteam.“ „Er wird aber nicht kommen Dylan. Er will mit alldem nichts mehr zu tun haben, verstehst du das denn nicht?“ Mika hielt während seiner Übung inne und sah mich eindringlich an. Ich hielt dem Blick stand, in der Hoffnung, so etwas an den Tatsachen ändern zu können. „Dixon? Dixon!“ Jens laute Stimme hallte plötzlich in der Sporthalle wieder und alle drehten sich zu ihm um. Jens kniete vor Dixon, der auf dem Boden lag und wie ein Verrückter zitterte. „Weg da! Geht alle weg!“, schrie Mister Cage laut, der augenblicklich herbeigerannt kam und Dixon in Augenschein nahm. „Jens, was ist passiert?“ „I-Ich hab keine Ahnung. Wir haben zusammen trainiert und auf einmal ist er zusammen gebrochen und hat zu Zittern angefangen.“, antwortete Jens verzweifelt. „Das sieht mir sehr nach einem epileptischen Anfall aus.“, schlussfolgerte unser Sportlehrer. „Dylan, renn ins Rektorat. Miss Sheffield soll augenblicklich einen Krankenwagen rufen. Schnell!“ Die Schulkorridore waren allesamt leer und ich rannte wie vom Blitz getroffen. Als ich beim Rektorat ankam, stolzierte Dr. Tibbet gerade heraus. „Dylan, im Schulkorridor ist das rennen verbo…“ „D-Dixon! Er ist in der Sporthalle zusammengebrochen.“, unterbrach ich meinen Lehrer sofort. „W-Wir müssen schnell den Notarzt rufen!“, fügte ich leicht außer Puste hinzu. Dr. Tibbet reagierte sofort und ich folgte ihm ins Rektorat, wo Miss Sheffield wie immer hinter ihrem Tresen saß und eifrig ihren Papierkram abarbeitete. „Geben Sie mir schnell das Telefon Miss Sheffield, ich muss den Notarzt verständigen, dass einer unserer Schüler zusammengebrochen ist.“, sagte Dr. Tibbet ohne Umschweife.
„Tamara hat mir geschrieben, dass Dixon gerade noch rechtzeitig im Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Ärzte haben ihm den Magen ausgepumpt, in dem sich offenbar eine Überdosis an Drogen befand. Meine Mum und dein Dad haben gehandelt, der Hausmeister hat ausgepackt und wurde von Mr. T gefeuert. Rodney wurde von der Schule verwiesen. Ach und die Presse weiß nun auch Bescheid, dass der Sohn der Bürgermeisterin auf Abwegen ist. Ich seh schon die Schlagzeile in der morgigen Zeitung vor meinem Auge.“ Ich hörte Ariana neben mir mit mir reden, doch hörte ich nur halbherzig zu. Meine Gedanken kreisten um Cosmo und um all die Ereignisse der letzten Wochen. Plötzlich bekam ich eine ganz dunkle Vorahnung. Eine Vorahnung, dass schon sehr bald etwas Schlimmes passieren wird. „Ariana, du musst mir einen Gefallen tun.“ Ariana blickte mich stirnrunzelnd an, doch musste ich sie einfach danach fragen: „Kannst du mich vor meinem Dad decken und ihm sagen, dass ich lerne und dabei nicht gestört werden möchte?“ „Na klar, aber was hast du vor?“, fragte Ariana mich irritiert. „Ich … ich muss mit Cosmo reden.“, antwortete ich unsicher. „Dylan…“ „Bitte Ariana!“, flehte ich und sah sie dabei fast genauso süß und unschuldig an, wie Tatze es zurzeit immer bei mir vermochte. „Ich hab das ungute Gefühl, dass hier was im Gange ist und wir schon bald noch mehr Probleme bekommen. Wir brauchen Cosmos Hilfe!“ In Arianas Gesicht zeigte sich ein sanftes Lächeln, aber auch Besorgnis. „Das weiß ich Dylan, aber was ist mit dir? Morgen beginnen die Prüfungen. Solltest du da nicht wirklich lernen?“ „Das ist doch jetzt völlig unwichtig. Ich muss los. Danke Ariana.“ Ich hatte nicht wirklich eine Bestätigung von Ariana erhalten, aber bevor sie nein sagte, ergriff ich selbst die Initiative. Zum Dank schenkte ich ihr einen Kuss auf die Wange, was nicht nur sie überraschte.
Ich machte mich schleunigst auf den Weg zu Cosmo. Ich war noch nie bei Mika Zuhause, doch wusste ich, in welcher Straße er wohnte. Lediglich die Hausnummer fiel mir nicht mehr ein und so musste ich jedes Haus einzeln abklappern. Zum Glück dauerte es nicht allzu lange und bei der Hausnummer 9 wurde ich fündig: Stone. Das Haus war größer als das in dem ich lebte, aber kleiner als die Villa von Elijah. Mikas Mutter war eine erfahrene Geschäftsfrau, so dass es ihnen an Geld nicht mangelte. Selbst nach dem Tod ihres Mannes ließ sie sich von der Arbeit nicht abbringen, auch wenn sie nie zu so ein Workaholic wie Dixon´s Mum geworden ist. Ohne zu zögern drückte ich auf die Klingel und nach wenigen Sekunden, konnte ich Schritte aus dem Inneren des Hauses vernehmen. Die Tür öffnete sich und Mikas Mutter stand vor mir, die mich bereits erwartet zu haben schien. „Hallo Dylan…, ich glaube du bist nicht hier, um meinen Sohn einen Besuch abzustatten, auch wenn ich der Meinung bin, dass du ihm gut tun würdest.“ „Ähm … guten Tag Frau Stone.“, sagte ich höflich. Ich würde ihrem Sohn gut tun? Wie war diese Aussage denn zu verstehen? „Ich möchte gerne zu Cosmo.“ Bevor Frau Stone mir antwortete, kam Mika ihr zuvor, der oben am Treppengeländer stand und hinunter blickte. „Habe ich dir nicht gesagt, dass Cosmo dich nicht sehen will?“ Ich blickte zu Mika, der sich keine Mühe machte, die Treppe runterzukommen. „Ich will doch nur mit ihm reden. Bitte, es ist wichtig!“ „Er will aber nicht mit dir reden. Wann begreifst du das endlich?“, entgegnete Mika gereizt. „Jungs bitte. Mika, wieso lässt du Cosmo nicht für sich selber sprechen?“, fragte Frau Stone, die zu vermitteln begann. „Mum, halt dich bitte da raus. Das ist eine Angelegenheit unter Männern!“, forderte Mika seine Mutter auf. Ich war baff, als ich sah, wie Mika mit seiner Mutter sprach. Würde ich bei meinem Dad so einen Befehlston an den Tag legen, hätte ich nichts mehr zu lachen. Apropos mein Dad… „Phil, du auch hier?!“, rief Frau Stone überrascht zur Straße hinaus und als ich mich umdrehte, sah ich meinen Dad in der Hofeinfahrt mit seinem Polizeiwagen stehen. Er schaute mich bitterböse an, denn er wusste genau, was ich hier zu suchen hatte. Das war das Ende meines Ausflugs. Widerwillig stieg ich in den Polizeiwagen, doch als wir davon fuhren, warf ich einen letzten Blick zurück zum Haus der Stones und da sah ich Cosmo! Er stand im ersten Stock am Fenster und blickte mir hinterher.
Fortsetzung folgt ... am Samstag, den 10.Juni 2023!
Es ist mal wieder soweit: Part IV befindet sich auf der Zielgeraden, nächste Woche ist der große Showdown! Doch bereits heute wird es spannend, denn allmählich werden die Geheimnisse gelüftet und Rätsel gelöst, wer oder was hinter all den Vorkommnissen der letzten Zeit steckt. Es wird dabei auch einzelne Abschnitte in den Kapiteln gehen, die nicht aus Dylan´s Sicht erzählt sind, weil er in dieser Szene gar nicht vorkommt. Das mach ich äußerst selten, aber neben Dylan, hab ich ja auch noch andere Hauptrollen, die ich nicht unbeachtet lassen möchte.
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Sie weiß einiges über die Evos, da sie wie Dylan einen Evo an der Seite hat - Luna. Ihr Verhältnis zu Dylan ist über die Wochen hinweg besser geworden. Luna Alister (N:Evo-900): Ein Evo, der bei Ariana und ihrer Mutter lebt. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kam er zunächst gar nicht zurecht.
Nebenrollen: Sydney Alister: Mutter von Ariana und Kollegin von Phil. Sie weiß von der Existenz der Evos und datet aktuell den Feuerwehrmann Henry. Tamara Harding: Zwillingsschwester von Emmet. Aufgrund ihrer taffen Art ist sie sehr beliebt bei den Mitschülern. Tamara führte eine Beziehung mit Dixon, trennte sich jedoch von ihm. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; in der Schule gibt er sich gerne als Klassenclown; er weiß das Cosmo kein Mensch ist. Dixon Waller: Mitglied der Basketball-Schulmannschaft und Sohn der Bürgermeisterin, die nur wenig Zeit für ihren Sohn erübrigt. Er führte eine Beziehung mit Tamara, bis sie sich von ihm trennte. Mitglied in Rodneys Gang. Rodney Stark: Anführer einer Punk-Gang, zu der auch Dixon dazu gehört. Er vertickt angeblich Drogen. Hank: Mitglied in Rodneys Gang. Er ist körperlich ein Bulle und der beste Freund von Rodney. Zara: Mitglied in Rodneys Gang. Sie ist Rodneys Freundin. Frau Silly: Spanischlehrerin; Sie ist sehr streng, alt und bieder. Miss Giggles: Religionslehrerin; Hat eine Piepsstimme und kichert häufig. Sie führt eine Beziehung mit Mister Cage. Miss Sheffield: Die Sekretärin des Schulrektors. Aiden (Δ:Evo-1593): Ein Evo, der sich auf der Erde als Deputy ausgibt. Henry Knighton: Feuerwehrmann, den Sydney datet. Conner Eastbrook (Γ:Evo-4834): Urlaubsflirt von Dylan. Stattet ihm einen Überraschungsbesuch Zuhause ab. Doch es stellte sich heraus, dass der echte Conner von einem Evo-Hunter umgebracht wurde und dieser die Gestalt von Conner annahm. Der Evo-Hunter wurde von Aiden getötet. Hannibal: Kater der Winters; wurde tot auf dem Friedhof vorgefunden.
Y:Falle -92 Der Wind des Todes zog durch die Straße, die zu diesem Zeitpunkt menschenleer erschien. In Wirklichkeit standen hier aber vier Polizeiwagen, mit acht Polizisten, die auf den Einsatzbefehl ihres Sheriffs warteten. „Keiner unternimmt was, bevor ich nicht den Befehl dazu gebe.“, sprach mein Dad durch die Funkanlage, während eine ungeduldige Sydney neben ihm auf dem Beifahrersitz saß. „Wie lange sollen wir denn noch warten, verdammt nochmal?!“, fluchte Sydney wütend. „Solange bis wir ein Lebenszeichen von Luna erhalten haben.“, antwortete mein Dad ihr. „Und was wenn sie auch schon zu einer Geisel wurde, wie Ariana?“, erwiderte Sydney ungeduldig. Mein Dad zog das Schweigen einer falschen Antwort vor, als die Stimme von Aiden durch den Funksprecher zu hören war: „Sheriff Winter hören Sie mich?“ „Was gibt es denn Aiden?“, fragte mein Dad ihn und schnaufte dabei gestresst. „Ich habe Ihren Anweisungen Folge geleistet, doch wenn ich das richtig sehe, dann ist Dylan nicht bei Ihnen Zuhause.“, antwortete Aiden, was meinen Dad natürlich alles andere als gefiel. „Wo steckt der Junge denn schon wieder? Etwa wieder bei den Stones?“, fragte mein Dad weiter. „Das er bei Cosmo ist, dürfte glaube ich ihre geringste Sorge sein…“, hörte man Aiden sagen und nun bekam mein Dad ein ungutes Gefühl. Zu Recht, kauerte ich doch gerade auf dem kalten Boden hinter einer alten Waschmaschine, die im Keller stand. Ich riskierte einen Blick, doch zog ich meinen Kopf schnell wieder zurück, als ich Schritte von oben hörte. Ich saß wie eine Maus in der Falle. Auf dem Kellerboden lag eine Leiche und oben lauerte ein Evo-Hunter von der übelsten Sorte!
Sechs Stunden zuvor: „Viel Glück bei der Spanischklausur.“, sagte mein Dad zu mir, als er mich im Polizeiwagen vor der Schule absetzte. Ich brabbelte etwas Unverständliches vor mich hin und öffnete die Beifahrertür, als mein Dad mich am Arm zurückhielt. „Dylan…“ Ich blickte mich widerwillig zu ihm um. „Ich hab dich lieb, vergiss das bitte nicht.“ Ich legte einen sanfteren Gesichtsausdruck auf, dennoch schwieg ich auch weiterhin. Nachdem mein Dad mich am Haus der Stones abholte, kam es zu einem heftigen Streit zwischen uns. Seit diesem Zeitpunkt wechselte ich kein Wort mehr mit ihm. Ich ging in die Schule, in der heute kein regulärer Unterricht stattfand. Die Prüfungen hatten begonnen und wie nicht anders zu erwarten, war ich sehr schlecht vorbereitet. Das Feuer im Haus der Alisters, der Tod von Hannibal, das Auftauchen meiner Mum, der Angriff des Evo-Hunters als Conner, die Drogengeschichte mit Rodney und nicht zuletzt meine Trennung von Cosmo sorgten dafür, dass ich total neben der Spur stand und nur wenig für die Prüfungen gelernt hatte. Zu allem Übel legte ich meine erste Prüfung auch noch in Spanisch bei Frau Silly ab. Als ich das Klassenzimmer betrat, war bereits alles vorbereitet. Nur die Hälfte der Klasse legte seine Prüfung heute hier ab, die andere Hälfte befand sich in einem anderen Klassenzimmer, das heute leer stand. Da es nach dem Alphabet der Familiennamen ging, wurden Ariana und ich voneinander getrennt. Ich setzte mich an einen der freien Tische und wartete gespannt ab. Auch Mika war in meiner Gruppe. Er setzte sich auf den Platz neben mir und wünschte mir viel Glück, doch ich ignorierte ihn eiskalt. Ich war sauer auf ihn, dass er mich nicht zu Cosmo ließ. Was bildete der Kerl sich ein? Cosmo war schließlich nur meinetwegen auf der Erde! „Bitte schaltet alle Handys aus!“, rief Frau Silly uns allen zu, die die Prüfungsblätter in ihren Händen hielt. „Sollte ich auch nur ein Handy während des Unterrichts sehen, geschweige denn klingeln hören, fliegt der- oder diejenige ohne Wenn und Aber raus. Frau Silly war gnadenlos. Wie gerne wäre ich in Arianas Gruppe … die hatten Miss Giggles … okay, auch nicht besser. „Ihr habt eine Stunde und dreißig Minuten für diese Prüfung Zeit und die läuft … ab jetzt!“
„Das Fax auf das du gewartet hast ist gekommen.“, sagte ein Deputy auf dem Revier zu Sydney, die gerade hinter ihrem Schreibtisch saß. Sie hatte Nachforschungen bezüglich einer Person aus ihrer Vergangenheit angestellt und das Fax sollte ihr Aufschluss über die wahre Identität dieser Person geben. „Allem Anschein nach handelt es sich bei der Person tatsächlich um Tucker Graham. Er hat sich das Gesicht umoperieren lassen, aber seine Fingerabdrücke sind identisch.“ Sydney nahm ihrem Kollegen das Fax aus den Händen und betrachtete es selber genauer. Ihr Herz wurde schwer wie Blei. Sie griff sofort zu ihrem Handy. Sie rief ihre Tochter an, doch die ging nicht ran. Sydney fluchte. Sie suchte ihre Kontaktliste weiter ab und wählte schließlich die Nummer der Schule: „Ja hallo? Hier spricht Sydney Alister, die Mutter von Ariana. Könnte ich bitte mit meiner Tochter sprechen? Nein? Ach ja, sie hat ja Prüfung. Könnten Sie ihr dann bitte ausrichten, dass der Mann von früher wieder aufgetaucht ist! Und wenn es keine Umstände macht, dann passen Sie bitte gut auf sie auf.“ „Aber natürlich Frau Alister. Machen Sie sich keine Sorgen. Ihre Tochter ist bei uns in guten Händen.“, antwortete Miss Sheffield ihr am anderen Ende der Leitung mit einem Lächeln.
Jeder Schüler, der mit seiner Prüfung fertig war, durfte still und leise das Klassenzimmer verlassen. Natürlich war ich der letzte Schüler, der seine Prüfung abgab. Frau Silly saß an ihrem Schreibtisch und sah mich an, als ich ihr die Prüfung quasi vor die Nase legte. Danach ging ich wortlos raus. Der Korridor war menschenleer. Heute war schönes Wetter draußen. Demnach vermutete ich, dass die Anderen im Schulhof ihre Zeit bis zur nächsten Prüfung vertrieben. Ich wollte auch ein wenig frische Luft schnappen, doch dann wurde ich von Dixon überrascht, der plötzlich vor mir stand. „Di-Dixon. Was tust du denn hier? Ich dachte du bist noch im Krankenhaus.“ „Sei still und komm mit!“, befahl Dixon mir, der sehr blass im Gesicht aussah und auch sonst recht wacklig auf den Beinen war. „Er weiß es. Er weiß alles! Wieso musstest du dich da auch einmischen?“ „Was? Wovon redest du Mann?“, entgegnete ich verwirrt, während er mich mit sich zerrte. „Von Rodney natürlich. Glaubst du er ist so dumm, dass er eins und eins nicht zusammen zählen kann? Er weiß, dass du deinem Dad das mit den Drogen gesteckt hast.“ Dixon schleifte mich um die nächste Kurve, doch dann blieben wir abrupt stehen, als Zara, Rodneys Freundin, mit zwei weiteren Jungs aus ihrer Gang vor uns stand. Zara setzte ein böses Grinsen auf. „Hier entlang.“, sagte Dixon leicht panisch, der augenblicklich einen anderen Weg mit mir einschlug. „Also stimmt es tatsächlich. Rodneys Drogen sind daran schuld, dass Tamara bei der Demo zusammenbrach.“, sagte ich schlussfolgernd zu Dixon unterm Laufen. „Ja und ich wollte unbedingt Beweise dafür sammeln, aber du musstest ja dazwischenfunken und meinen ganzen Plan, den ich über Wochen aufgebaut habe, ruinieren.“, antwortete Dixon mir. Jetzt ging mir ein Licht auf. „Du hast nur so getan als wärst du Rodneys Freund!“ „Ja doch.“, erwiderte Dixon gestresst. „Ich hab mir schon gedacht, dass er hinter den Drogen in Tamaras Getränk steckt, also wollte ich auf eigene Faust gegen ihn ermitteln. Die Polizei hätte ohne Beweise doch niemals etwas unternommen. Außerdem…, außerdem…“ „Du liebst Tamara noch immer, stimmt´s?“ Dixons Schweigen war mir Antwort genug. Wir konnten sowieso kein langes Gespräch mehr führen, denn wieder wurde unser Weg abgeschnitten. Dieses Mal stand Hank vor uns. Sein massiver Körper allein, versperrte uns bereits den halben Weg. „O-Okay, jetzt stecken wir in der Patsche.“, sagte ich und musste schlucken. „Jungs bitte, hört auf vor uns wegzurennen. Damit zögert ihr das Unvermeidliche doch nur hinaus.“, sagte Zara, die uns gefolgt war und nun hinter uns stand. „Rodney will mit euch reden.“
Ich hatte ein Talent dafür, mich in unangenehme Schwierigkeiten zu bringen. Wenigstens Ariana konnte ihre Prüfungen mit Erfolg hinter sich bringen … oder? „Sydney ist also nun offiziell mit Henry zusammen?!“, schlussfolgerte Luna überrascht, nachdem was Ariana ihr nach der Prüfung erzählte. „Das hat sie nicht gesagt. Ich denke das Thema ist ihr etwas unangenehm, aber ich glaube, dass sie Henry sehr gerne hat.“, erklärte Ariana ihrer Freundin weiter. „Naja, sexy ist der Feuerwehrmann ja schon … vor allem in Uniform.“, reagierte Luna schwärmend. „Leider konnte ich mich deswegen nur schwer auf die Prüfungen konzentrieren.“, sagte Ariana, die sich zwar für ihre Mutter freute, aber auch an ihren Dad denken musste. „Kein Grund zur Sorge. Du bist eine sehr gute Schülerin.“, sagte Luna, die versuchte ihre Freundin aufzumuntern. „Kinder, es geht weiter! Auf zur nächsten Prüfung!“, rief Miss Giggles freudig durch den Schulhof. Da tauchte Miss Sheffield neben ihr auf. „Miss Giggles es tut mir Leid, aber Ariana kommt etwas später. Sie muss mich ganz dringend ins Rektorat begleiten, ihrer Mutter ist etwas zugestoßen und sie liegt im Krankenhaus!“ „WAS?!“, schrie Ariana entsetzt auf, die sofort Einzelheiten wissen wollte. „Keine Sorge es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Sie ist am Telefon und möchte nur mit dir reden.“, erzählte Miss Sheffield ihr, was Ariana aber nur geringfügig beruhigte. Luna wollte Ariana begleiten, doch Miss Sheffield ließ das nicht zu: „Nichts da! Du schreibst schön deine Prüfung!“ Daraufhin begleitete Ariana Miss Sheffield alleine ins Rektorat. Luna blickte ihr besorgt hinterher. Sie hatte ein mulmiges Gefühl … auf das sie mal lieber gehört hätte, denn als Ariana im Rektorat ankam, wurde sie hinterrücks angegriffen und mit Chloroform betäubt.
Fortsetzung folgt ... am Dienstag, den 13.Juni 2023!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Sie weiß einiges über die Evos, da sie wie Dylan einen Evo an der Seite hat - Luna. Ihr Verhältnis zu Dylan ist über die Wochen hinweg besser geworden. Luna Alister (N:Evo-900): Ein Evo, der bei Ariana und ihrer Mutter lebt. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kam er zunächst gar nicht zurecht.
Nebenrollen: Sydney Alister: Mutter von Ariana und Kollegin von Phil. Sie weiß von der Existenz der Evos und datet aktuell den Feuerwehrmann Henry. Tamara Harding: Zwillingsschwester von Emmet. Aufgrund ihrer taffen Art ist sie sehr beliebt bei den Mitschülern. Tamara führte eine Beziehung mit Dixon, trennte sich jedoch von ihm. Dixon Waller: Mitglied der Basketball-Schulmannschaft und Sohn der Bürgermeisterin, die nur wenig Zeit für ihren Sohn erübrigt. Er führte eine Beziehung mit Tamara, bis sie sich von ihm trennte. Mitglied in Rodneys Gang. Joyce Price: Beste Freundin von Tamara. Eine lange Zeit schwärmte sie für Mika, bis sie in Jens ihre wahre Liebe fand, mit dem sie nun auch zusammen ist. Joyce ist sehr eitel und wenn es sein muss, geht sie über Leichen, aber innerlich hat sie einen guten Kern. Rodney Stark: Anführer einer Punk-Gang, zu der auch Dixon dazu gehörte. Er vertickte Drogen u.a. an den Hausmeister der Schule. Hank: Mitglied in Rodneys Gang. Er ist körperlich ein Bulle und der beste Freund von Rodney. Zara: Mitglied in Rodneys Gang. Sie ist Rodneys Freundin. Frau Silly: Spanischlehrerin; Sie ist sehr streng, alt und bieder. Miss Sheffield: Die Sekretärin des Schulrektors. Amanda Waller: Die Mutter von Dixon ist die amtierende Bürgermeisterin er Kleinstadt. Durch ihre viele Arbeit hatte sie bisher nur sehr wenig Zeit, sich um ihren Sohn zu kümmern. Aiden (Δ:Evo-1593): Ein Evo, der sich auf der Erde als Deputy ausgibt. Henry Knighton: Feuerwehrmann, den Sydney datet. Mister Yard: Frührentner und Nachbar der Winters. Hannibal: Kater der Winters; wurde tot auf dem Friedhof vorgefunden. Tatze: Dylans neuer Kater, den er von seinem Dad zum Geburtstag geschenkt bekam.
Φ:Rache-93 Nicht nur, dass ich bei der Spanischklausur dermaßen verkackt habe, nun verpasste ich auch noch die nächste Prüfung ganz. Hank und Zara schleppten Dixon und mich mit in das Waldstück am Bahnhof, wo ich sie erst neulich mit Tamara ausspioniert habe. Dort wartete Rodney mit dem Rest seiner Gang bereits auf uns und er schien alles andere als gut gelaunt zu sein. „Hier sind sie, Rod.“, sagte Hank mit bulliger Stimme zu seinem besten Kumpel. „Meine Herren, meinen Glückwunsch.“ Rodney klatschte zweimal in die Hände. Mir war klar, dass uns gleich enormer Ärger drohte, wenn uns niemand zu Hilfe eilte. „Ihr habt es geschafft, mein Geschäft zu ruinieren. Die Polizei hat mich auf den Kicker und das ist allein eure Schuld. Dixon … Dixon, Dixon, Dixon.“ Rodney rückte Dixon auf die Pelle, bis sie nur noch eine Nasenspitze voneinander entfernt waren. Ohne Vorwarnung holte Rodney schließlich aus und schlug mit seiner rechten Faust in Dixons Magengrube. Dixon brach neben mir zusammen. Ich wollte ihm zu Hilfe eilen, doch Hank hielt mich mit seinen starken Armen fest. „Hör auf!“, schrie ich laut. „Was?“ Rodney kam bedrohlich auf mich zu. „Willst du an seiner Stelle da auf dem Boden liegen? Nein? Dann hältst du besser deine vorlaute Klappe, du Sohn von einem Bullenschwein.“ „Du willst Rache? Dann nur zu, aber lass Dixon daraus.“, sagte ich entschieden. Rodney fing zu lachen an. „Hörst du das Dixon? Wie sehr sich dein Freund für dich einsetzt?“ Rodney drehte mir den Rücken zu und wandte sich wieder an Dixon. „Dachtest du, ich wüsste nicht, warum du meiner Gang beigetreten bist? Ich hab dich von Anfang an durchschaut. Deshalb hab ich dir ja auch eine Überdosis verabreicht, um dich elendes Gesindel loszuwerden und das alles wegen diesem törichten Mädchen. Wusstest du eigentlich, dass deine Freundin nur unabsichtlich zum Opfer wurde? Ja, denn die Drogen galten eigentlich Ariana. Ohne Zara, die dem naiven Blondchen Joyce Honig ums Maul schmierte, damit sie unbemerkt die Drogen ins Getränk mischen konnte, hätte ich es nie geschafft. Dafür hab ich eine Menge Kohle von dem Kerl erhalten.“ „Dem Kerl?“, fragte ich irritiert und nochmals etwas lauter: „Welcher Kerl?!“
Als Ariana wieder zu sich kam, saß sie gefesselt auf einem Stuhl im Feuerwehrhaus. Ihr war noch ein wenig schwindelig und sie fühlte sich betreten, aber je munterer sie wurde, desto mehr sah sie – sehr zu ihrem Leidwesen. Um sie herum lagen die Leichen dreier Feuerwehrmänner. Ariana versuchte nicht in Panik zu verfallen, was im Angesicht der Umstände sich als schwierig erwies. „Buh!“ Plötzlich stand Henry neben ihr und hauchte ihr ins Ohr. Ariana lief es eiskalt den Rücken runter. „Na, endlich aufgewacht, Prinzesschen?“ Ariana versuchte Fassung zu bewahren. „S-Sie?! W-Warum haben Sie die Männer getötet?!“ Henry ging zu einem Tisch und zog ein Feuerzeug aus der Schublade, mit dem er herumspielte. Henry ließ sich Zeit mit der Antwort. Er musste nicht überlegen, aber er schien es auch nicht besonders eilig damit zu haben. „Hm … sie waren im Weg. Doch tröstet es dich vielleicht zu wissen, dass ich es nicht war, der sie umgebracht hat.“ „Wer dann? Was wollen Sie von mir und warum tun Sie das?!“, schrie Ariana ihn nun an. „Von dir? Ich will das du die Klappe hältst und nicht zu viele Fragen stellst.“, entgegnete Henry finster. „Du weißt es vielleicht nicht, aber deine Mutter weiß ganz genau warum ich das tue.“ Mit einem Schlag wurde Ariana alles klar. „Sie sind es! Sie sind Tucker Graham!“ Henry grinste böse. „Ja ich bin es und es war gar nicht so leicht euch zu finden, das kann ich dir sagen. Deine Mutter hat ihre Spuren gut verwischt. Doch gegen einen Evo ist selbst sie machtlos!“ „Ich hab keine Ahnung wovon Sie reden.“, sagte Ariana, die nicht wusste, ob Henry, beziehungsweise Tucker, sie auf eine Art Probe stellte, damit sie sich verplapperte und die Identität der Evos preisgab. „Oh doch, das weißt du ganz genau. Deine Freundin Luna … sie ist doch auch einer von ihnen.“ Ariana zitterte vor Angst, als Tucker ihr zärtlich über den Arm streichelte. „Keine Sorge. Ich tu dir nichts. Mir geht es einzig und allein um die Rache an deine Mutter.“ „Warum haben sie dann solange gewartet? Sie hatten die letzten Wochen so viele Gelegenheiten. Was sollte der ganze Mist von Dates und all dem Geflirte?“, fragte Ariana verwirrt. „Weil ich will, dass sie leidet, für das was sie meinem Bruder angetan hat. Sie hat ihn gejagt und in die Enge getrieben, bis er nicht mehr weiter konnte. Sein Auto ging in Flammen auf, doch anstatt ihm das Leben zu retten, rettet sie meines. Doch mein Leben war verkorkst. Mein Bruder war tot und mein Gesicht entstellt. Merk dir eins kleines: Rache schmeckt nur solange süß, wie du sie auskostest. Deshalb hab ich auch das Feuer bei euch gelegt und mich dann als Feuerwehrmann ausgegeben. Es war so leicht deine Mutter in die Irre zu führen.“ „Haben Sie auch Hannibal getötet?“, fragte Ariana, die nun alles haargenau wissen wollte. „Ja habe ich. Ich dachte der verflixte Kater gehört dir und damit würde ich dich verletzen, aber dann erfuhr ich, dass du nur auf den Kater aufgepasst hast. Tja, ein unglückliches Missverständnis.“ Tucker spielte auch weiterhin mit dem Feuerzeug herum. Ariana ahnte schon, was sein Plan war. Er wollte sie bei lebendigem Leibe verbrennen … und ihre Mum sollte dabei tatenlos zusehen! „Jetzt hör schon auf, mit diesem Ding herumzufuchteln und komm in die Gänge. Wir haben schon genug Zeit verplempert!“ Mit einem Mal stand eine weitere Person im Raum. Ariana konnte es kaum glauben, aber es war tatsächlich die Sekretärin des Schulrektors, Miss Sheffield! „Was glotzt du mich denn so blöd an, hm?“, fragte sie Ariana. „Was dachtest du, wer dich betäubt hat?“ „Weißt du Ariana…“, Nun war es wieder Tucker der zu ihr sprach, „… du bist nicht die Einzige, die jemals einen Wunsch hatte und daraufhin Bekanntschaft mit einem Evo machte.“ Ariana starrte schockiert zu Miss Sheffield. „Darf ich dir meinen persönlichen Evo vorstellen: Θ:Evo-391!“
Ich wollte Sydney und Ariana vor Henry warnen, bevor es zu spät war, doch aktuell befand ich mich in meiner eigenen Misere. „Was hast du jetzt mit ihnen vor Rod?“, fragte Zara, während Dixon nach wie vor auf dem Boden im Laub kauerte und Hank mich mit seinen bulligen Armen festhielt. „Gute Frage. Am liebsten würde ich beide mit so vielen Drogen vollpumpen, dass sie rosa Elefanten sehen, bevor sie kollabieren, aber dazu ist mir der Stoff zu schade.“, erklärte Rodney ihr, als ich ein Rascheln vernahm. Doch auch Rodney und seine Gang hörten es. „Was war das? Hank sieh nach!“ „Vielleicht war das nur ein Fuchs.“, meinte Zara, die sich zunehmend unsicherer fühlte. „Kein Risiko.“, erwiderte Rodney, der mich in Gewahrsam nahm, nachdem Hank mich losließ, um nachzusehen, was da im Gebüsch lauerte. Es war eine bedrückende Stille. Kein Rascheln mehr, nur das Zwitschern der Vögel war zu hören. Alle Augen waren auf die Stelle gerichtet, von der das Rascheln zu hören war, doch das sollte sich für Rodney und seine Gang als schwerer Fehler erweisen. Jemand stupste Rodney von hinten auf die Schulter und als dieser seinen Kopf wandte. „Hallo. Finger weg von meinem Sohn!“ Mein Dad schlug mit seiner Faust zu und Rodney ging mit blutender Nase zu Boden. Zara schrak furchtbar auf, doch Hank war bereits gewillt, seine Fäuste fliegen zu lassen. Doch da stürmte die Polizei die Lichtung, so dass weder er noch der Rest der Gang eine Chance mehr hatte. „Wow…, woher wusstet ihr, dass wir hier sind?“, fragte ich meinen Dad verblüfft. „Och … nenn es Intuition.“, antwortete er mir, wobei er mir nicht in die Augen sah. Verbarg er was? „Immerhin haben wir Rodney und seine Gang beschatten lassen.“, hörte ich von einem Deputy sagen und Aiden kam auf mich zu stolziert. „Leider haben wir zu spät bemerkt was er vorhatte, sonst hätten wir natürlich schon längst eingegriffen. Deinem Vater sei es gedankt, dass er dir einen…“ „Ja wir sollten hier nicht länger Wurzeln schlagen.“, meinte mein Dad ganz schnell und schnitt Aiden damit das Wort ab. „Dixon sieht alles andere als gut aus. Frau Waller macht mich einen Kopf kürzer, wenn ich ihren Sohn nicht unbeschadet nach Hause bringe.“ „Keine Sorge, erste Hilfe ist bereits unterwegs.“, sagte Aiden. „Ich denke er kommt mit blauen Flecken und einer leichten Gehirnerschütterung davon.“ Nachdem er das sagte, klingelte das Handy meines Dads. „Hey Sydney, rate wer für lange Zeit ins Jugendgefängnis wandert. Jetzt warte doch mal Sydney, ich kann dich nur ganz schlecht verstehen.“ Mein Dad stellte sein Handy auf Lautsprecher ein, sodass wir alle mithören konnten: „Henry ist es Phil! Henry ist Tucker Graham! Ich hab versucht Ariana zu warnen, aber offensichtlich steckt Tucker mit der Sekretärin des Schulrektors unter einer Decke! Das hat mir zumindest Luna mitgeteilt. Sie ist auf dem Weg zum Feuerwehrhaus, wo sie sie vermutet. Ich mach mich auch sofort auf den Weg, aber es wäre besser, wenn du mit der gesamten Eskorte anrückst!“
Natürlich hätte ich meinen Dad gerne begleitet, aber ich durfte nicht und so saß ich Zuhause einsam auf dem Sofa und wartete auf gute Nachrichten, während ich Tatze über das weiche Fell streichelte. „Das ist heute ein grauenhafter Tag, nicht wahr Tatze?“, sagte ich zu meinem jungen Kater, der mir sogar mit seinem süßen Miauen antwortete. Doch auf einmal sprang Tatze von meinem Schoß und da ich die Terrassentür offen stehen ließ, damit frische Luft reinkam, konnte Tatze ungehindert aus dem Haus tapsen. „Nein Tatze, bleib hier!“, rief ich, da ich mir um ihn stets Sorgen machte, ihn könnte das ähnliche Schicksal wie Hannibal erleiden. Ich rannte ihm also in den Garten hinterher und konnte dabei gerade noch sehen, wie er durch die Hecke auf Mister Yards Grundstück lief. Ich stöhnte genervt. „Tatze!“ Ich stieß einen Pfiff aus, der ihn anlocken sollte, doch er gehorchte mir nicht. „Tatze bitte. Ich hab dafür heute echt keine Nerven.“, sagte ich, während ich auf eine Leiter stieg und über die Hecke in den Garten von Mister Yard sah. „Tatze nicht!“, rief ich, denn mein Kater tapste ins Haus von Mister Yard, der wie ich seine Terrassentür offenstehen ließ. Ich fluchte innerlich. Sollte ich vorne rum gehen und bei meinem Nachbarn klingeln? Ach was soll´s … Ich kletterte höher auf die Leiter, stieg über die Hecke drüber und betrat Mister Yards Garten. „Dylan, das wirst du noch bitterlich bereuen.“, sagte ich zu mir selbst und schlich mich auf leisen Sohlen in das Nachbarshaus. Ich sah mich leise um. Mister Yard hatte einen sehr sterilen Einrichtungsgeschmack. Sein Wohnzimmer wirkte nicht besonders einladend, aber was rede ich denn da. Ich bin quasi gerade in ein fremdes Haus eingebrochen. Ob Mister Yard überhaupt Zuhause war? „Tatze!“, rief ich erneut, aber im Flüsterton. Ich sah mich weiter nach Tatze um und im Flur entdeckte ich eine weitere Tür, die einen Spalt breit offenstand. Ich lugte vorsichtig hinein. Offensichtlich ging es dort in den Keller hinunter. Eine Stimme in meinem Kopf warnte mich dort hinunterzugehen, aber aus einem mir unerklärlichen Grund zog es mich dort wie ein Magnet runter. Es war sehr dunkel und kühl im Keller. Als ich das Licht einschalten wollte, bemerkte ich, dass der Strom nicht ging. Entweder war also die Glühbirne kaputt, oder Mister Yard hat seine Stromrechnung nicht bezahlt. Todesmutig setzte ich einen Schritt vor den Anderen, bis ich am Fuß der Treppe ankam. Ich trat versehentlich in Spinnweben und musste pusten, während ich mein Gesicht von dem klebrigen Zeug zu befreien versuchte. Dann stolperte ich über etwas was am Boden lag. Ich stürzte und schlug mir mein Knie auf dem harten Boden auf. „Argh verdammt.“, fluchte ich, als ich mein blutendes Knie betrachtete. Dann richtete ich meine Augen auf das, worüber ich gestolpert bin. Mir stockte der Atem. „Oh mein Gott, Mister Yard!“, schrie ich und blickte auf den leblosen Körper meines Nachbarn, der offensichtlich die Kellertreppe runtergestürzt war und sich dabei das Genick brach. Er musste schon sehr lange hier liegen, denn sein Körper sah schon etwas verwesen aus. Genaugenommen … müsste er seinem Aussehen nach zu urteilen, hier bereits seit Monaten liegen! Plötzlich hörte ich von oben Schritte und vor Schreck versteckte ich mich hinter der Waschmaschine.
Fortsetzung folgt ... am Donnerstag, den 15.Juni 2023!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Sie weiß einiges über die Evos, da sie wie Dylan einen Evo an der Seite hat - Luna. Ihr Verhältnis zu Dylan ist über die Wochen hinweg besser geworden. Luna Alister (N:Evo-900): Ein Evo, der bei Ariana und ihrer Mutter lebt. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kam er zunächst gar nicht zurecht.
Nebenrollen: Sydney Alister: Mutter von Ariana und Kollegin von Phil. Sie weiß von der Existenz der Evos und datet aktuell den Feuerwehrmann Henry. Tucker Graham (Henry Knighton): Tucker ist der Bruder des verstorbenen Gordon Graham, den Sydney auf dem Gewissen hat. Um Rache an ihr zu nehmen, hat er sich das Gesicht umoperieren lassen und sich als Henry Knighton ausgegeben. Miss Sheffield (Θ:Evo-391): Die Sekretärin des Schulrektors. In Wahrheit ist sie jedoch ein Evo, die auf der Erde gelandet ist, nachdem sich Tucker Graham (Henry Knighton) sich etwas gewünscht hat. Aiden (Δ:Evo-1593): Ein Evo, der sich auf der Erde als Deputy ausgibt. Mister Yard (Γ:Evo-3611): Frührentner und Nachbar der Winters. Dylan fand den echten Mister Yard tot in seinem Keller auf. Ein Evo-Hunter nahm dessen Gestalt an. Natalie Winter: Ehefrau von Phil und Mutter von Dylan. Sie starb vor über einem Jahr. Hannibal: Kater der Winters; wurde tot auf dem Friedhof vorgefunden. Tatze: Dylans neuer Kater, den er von seinem Dad zum Geburtstag geschenkt bekam.
X:Showdown-94 Mein Dad war vor ein paar Minuten aufgebrochen, um mir erneut den Hintern zu retten und Sydney wartete noch immer ungeduldig im Polizeiwagen. Ihre Sorge um Ariana wurde immer größer, als sich Luna endlich über die Funksprechanlage meldete. „Sydney, kannst du mich hören?“ „Ich bin da Luna. Hast du Ariana gesehen?“, fragte Sydney angespannt. „Noch nicht, aber ich kann sie hören“, antwortete Luna ihr, die nur wenige Meter von Ariana entfernt lauerte. „Dein Feuerwehrmann ist bei ihr. Henry…, er ist der Bruder von Gordon Graham!“ „Ich weiß … ich hab seine Fingerabdrücke untersuchen lassen, weil mein Bauchgefühl mich vor ihm gewarnt hat.“, erklärte Sydney ihr. „Sein Bruder hat damals einen Mord begangen und ich hab ihn gejagt. Ich wusste nicht, dass sein jüngerer Bruder auch im Fluchtauto saß, bis ich ihn aus dem brennenden Auto herauszog. Er muss sich später das Gesicht umoperiert haben. Kein Wunder, dass mein Fahndungsfoto keine Wirkung erzielte, nachdem er uns mehrere Drohbriefe schickte. Er brach sogar bei uns ein, als wir nicht Zuhause waren und verwüstete alles und ein Paket enthielt sogar einen giftigen Skorpion. Um die Sicherheit von Ariana zu gewährleisten, mussten wir immer wieder umziehen.“ Sydney schloss ihre Augen und verfluchte sich und ihre Naivität. Inzwischen sprach Luna: „Ich denke Tucker Graham hat sich nichts sehnlicher gewünscht, als den Mörder seines Bruders – also dich – ausfindig zu machen und sich zu rächen. Dabei flog gerade eine Sternschnuppe über ihn hinweg und voila landete ein Evo bei ihm, der ihm jeden Wunsch von den Lippen ablas.“ „Das liest sich wie ein schlechter Krimi.“, war Sydneys Bemerkung dazu. „Luna, können wir das Feuerwehrhaus stürmen, ohne dass sie es bemerken?“ „Ich denke das ist keine so gute Idee.“, antwortete Luna ihr, die nun Blickkontakt zu den Entführern und Ariana hatte. „Tucker ist gerade dabei einen ganzen Kanister Benzin zu verschütten. Offenbar will er das Finale mit einem Feuer feiern.“ „Was?!“, schrie Sydney erschrocken. „Luna bitte, du musst Ariana sofort da rausholen!“ „Das werde ich…, aber Sydney…“ Luna hielt kurz inne und Sydney wartete gespannt ab. „Danach ist meine Pflicht erfüllt. Du musst Ariana klar machen, dass sie mich gehen lassen muss. Ich gehöre nicht in diese Welt. Mein Zuhause ist auf Neró, wo ich bereits von meinen Leuten erwartet werde.“ Sydney musste nicht lange überlegen, um die richtige Entscheidung zu treffen. „In Ordnung. Rette Ariana, denn dann hast du meinen Wunsch erfüllt, den ich damals an dich hatte.“ Luna nickte, als Tucker Graham gleichzeitig das Feuerzeug fallen ließ und damit alles in Brand setzte.
Zitternd saß ich hinter der Waschmaschine, als die Schritte immer lauter wurden. Eine Person kam in den Keller runter und mit jedem Schritt, den sie näher kam, wurde ich ängstlicher und unruhiger. Ich musste an Cosmo denken und wie sehr ich mir wünschte, er wäre bei mir. Die Person kam vor der Leiche von Mister Yard zum Stehen. Ich versuchte kein Geräusch von mir zu geben, doch dann…: „Miauuu!“ Tatze war ebenfalls im Keller! Meine Augen weiteten sich und mein Herz raste. „Na wie kommst du denn hier her? Hast du dich etwa heimlich hierein geschlichen?“, hörte ich die Stimme von Mister Yard fragen. Nun bestand kein Zweifel mehr: Er war ein Evo-Hunter, der den echten Mister Yard, die Kellertreppe runterstieß und ihm damit das Genick brach. Wie viele Menschen mussten noch meinetwegen sterben? Jedenfalls durfte ich keinesfalls zulassen, dass Tatze auch etwas zustößt. „Hab keine Angst, es geht auch ganz schnell … du dummes Katzenvieh!“ Zunächst war ich wie vor Angst gelähmt, doch dann packte ich all meinen Mut zusammen, um Tatze das Leben zu retten. Ich rannte aus meinem Versteck und stürmte auf den überraschten Evo-Hunter los. Ich riss ihm Tatze aus den Armen und rannte so schnell mich meine Beine tragen konnten, die Treppe wieder rauf. „Oho, wie dumm von mir. Ich hätte wissen müssen, dass du auch hier bist. Da ist meine Tarnung wohl schneller aufgeflogen als erwartet. Nun gut, mir einem Elite-Evo der Sorte Gamma entkommst du sowieso nicht.“ Mister Yard grinste heimtückisch. Dann verwandelte er sich in meine Mutter!
Inzwischen hat Tucker das Feuerwehrhaus angezündet. Ariana saß noch immer gefesselt auf dem Stuhl, während das Feuer sich zunehmend ausbreitete. „Du wirst hier bleiben und dafür sorgen, dass sie auch wirklich in den Flammen umkommt.“, hörte sie Tucker Miss Sheffield befehligen. Sein Evo hatte natürlich Angst vor dem Feuer, aber um seinen Wunsch zu erfüllen, opferte sie sich für ihn. Nachdem Tucker geflohen war, versuchte Ariana auf Miss Sheffield einzureden: „Was tun Sie denn da? Sie werden ebenfalls in den Flammen umkommen? Ist es das was sie wollen? Für ihn sterben?!“ In Miss Sheffields Gesicht waren deutliche Anzeichen von Angst abzulesen, dennoch schien sie sich nicht von ihrem Pfad abbringen zu lassen. „Es ist sein Wunsch und meine Aufgabe ist es, diesen zu erfüllen…, auch wenn es meinen Tod bedeuten mag.“ Ariana wusste, dass das Reden mit der Frau zwecklos war und so versuchte sie sich aus eigener Kraft von ihren Fesseln zu befreien. Doch es gelang ihr nur, dass Gleichgewicht zu verlieren und samt dem Stuhl umzufallen. Miss Sheffield beachtete sie kaum, denn sie hatte sich mit ihrem Tod bereits abgefunden. Ariana wurde immer verzweifelter und als das Feuer sich immer weiter ausbreitete, dachte sie an die Menschen, die sie am meisten liebte: Ihren Vater, ihre Mutter und… „LUNA!“ Luna kam wie aus dem Nichts hervor gesprungen. Mit einem einzigen Tritt kickte sie die überraschte Miss Sheffield gegen die Wand, wo diese dann regungslos liegen blieb. „Oh Mann ist das heiß hier, schlimmer als in einer Sauna, das ist doch verrückt, ich bin verrückt, ich…“ „Du bist der mutigste Evo den ich kenne.“, unterbrach Ariana sie. „Luna, du hast deine Angst vor dem Feuer überwunden, um mir das Leben zu retten!“ „Ja ich sag doch, dass ich verrückt bin.“, wiederholte Luna sich, während sie Ariana von ihren Fesseln befreite. „Nun aber raus hier, bevor meine zarte Haut von dem Feuer noch runzlig wird.“ „Warte! Wir können sie doch nicht hier liegen lassen…“, sagte Ariana und sah zu Miss Sheffield. Luna stöhnte. „Sowas kannst auch nur du sagen.“ Sie rannte zu Miss Sheffield und wollte ihr vom Boden aufhelfen, doch da setzte diese zum Gegenangriff an. Sie packte Luna an den Haaren und warf sie zu Boden. Ariana schrie von Angst ergriffen auf. Doch Luna gab sich nicht so leicht geschlagen. Mit ihrem Schwanz stellte sie Miss Sheffield ein Bein, diese rollte sich zu Boden und kurz darauf standen beide in Angriffsstellung gegenüber. „Ariana, verschwinde hier, schnell!“, rief Luna ihr zu. „Aber Luna ich…“ „Tu was ich dir sage, na los!“, schrie Luna ihr zu und Ariana rannte schweren Herzens davon. Miss Sheffield wollte sie am Weglaufen hindern, doch Luna sprang dazwischen und ein fürchterlicher Kampf begann. Als Ariana sich ein letztes Mal umdrehte, wurde ihre Sicht von den Flammen versperrt. Sie begann zu weinen, doch rannte sie weiter, um den Wunsch des Evos zu erfüllen. Draußen angekommen wurde sie von mehreren Deputys mit ihren Waffen bedroht. Doch da kam ihre Mutter herbeigerannt. „Wartet, nicht schießen! Das ist meine Tochter!“ Sydney war glücklich, ihre Tochter unbeschadet in die Arme nehmen zu können. „Oh mein Gott, ich dachte schon ich hätte dich verloren.“, schluchzte sie und drückte ihrer Tochter einen Kuss auf die Wange. Auch Ariana war heilfroh, als sie Tucker Graham entdeckte, der mit einer Kopfschussverletzung auf dem Asphalt lag. Neben ihm lag eine Waffe. Er hatte sich selbst das Leben genommen! Anschließend drehte sich Ariana zum Feuerwehrhaus um, dass noch immer brannte und in dem Luna nun gefangen war.
Mit Tatze in meinen Armen rannte ich die Kellertreppe rauf, doch Mister Yard verfolgte mich und hielt mich an einem Bein fest, so dass ich ins Stolpern kann und auf die harte Treppe knallte. Dabei verletzte ich mich stark am rechten Knie, sodass jede Bewegung schmerzte. Tatze sprang aus meinen Armen und rannte hinauf ins Freie, während ich ein Gefangener wurde. Erst jetzt bemerkte ich, dass Mister Yard seine Gestalt veränderte hatte. „Sie waren das also!“, stieß ich entsetzt aus, als ich meiner Mum in die Augen sah. Optisch sah er meiner Mum vielleicht ähnlich, aber das heimtückische Lachen verriet ihn. „Sie haben Hannibal getötet, stimmt´s? Und danach haben sie sich in meine Mutter verwandelt, um meinen wundesten Punkt zu treffen.“ „Nein, das stimmt nicht ganz. Ich hab diesen alten Kauz hier umgebracht, da ward ihr gerade in eurem schönen Urlaub auf Hawaii. Ich hab gesehen wie ein Mann und eine Frau das Feuer im Haus der Alisters gelegt haben und sich danach den Kater unter den Nagel rissen. Ich hab schnell erkannt, dass die Frau auch ein Evo war. Sie dachten, der Kater gehörte deiner Freundin, deshalb haben sie ihn getötet, um ihr Leid zuzufügen. Als ich ihnen erklärt habe, dass der Kater zu dir gehörte, haben sie ihn mir freundlicherweise übergeben, mit der Vereinbarung, dass ich ihre wahre Identität nicht verriet und sie gehen ließ. Danach hab ich deinen Kater aufs Grab gelegt, dir diese Botschaft hinterlassen und mich als deine Mum ausgegeben, die du doch vermisst hast, oder nicht?“ Ich sah Mister Yard an und empfand nichts als Abscheu. Die Wut staute sich in meinem Körper, doch meiner Mum gegenüber – auch wenn sie nicht die Echte war – wollte ich keine Gewalt anwenden. Zu sehr schmerzte es mich sie zu sehen. Ich fühlte mich hilfloser als ein Baby, dem man den Schnuller weggenommen hat, als plötzlich die Tür zum Keller aufsprang. Es war Aiden! Er feuerte ohne zu Zögern einen Warnschuss auf meine Mum ab. Daraufhin konnte ich mich loseisen und unter Schmerzen fliehen. Aiden half mir aus dem Keller und führte mich bis in den Garten. „Woher wusstest du, dass ich hier bin?“, fragte ich irritiert, wenn zugleich ich auch dankbar war. „Dein Dad hat dir vor ein paar Wochen einen Peilsender verpasst. Er wollte auf Nummer sicher gehen, dass dir nichts mehr widerfährt, aber irgendwie hast du ein Talent dazu, dich immerzu in arge Schwierigkeiten zu manövrieren.“ „Ich … Moment … mein Dad hat was?!“, stieß ich entsetzt aus, doch da tauchte Mister Yard bereits wieder auf. Zuerst stürmte er auf Aiden los, dessen Kopf er so feste gegen den Kirschbaum presste, dass es Kirschen vom Baum regnete. „Lass ihn los!“, schrie eine Stimme und plötzlich stand mein Dad im Garten. Er richtete den Lauf seiner Waffe auf Mister Yard, doch dieser wusste sich zu verteidigen, indem er sich in erneut in meine Mum verwandelte. Damit traf er einen wunden Punkt bei meinem Dad. „Na-Natalie…!“ Mister Yard ging in der Gestalt meiner Mum langsam auf meinen Dad zu. Mein Dad stand wie gelähmt da, während ich mich mit meiner Knieverletzung nutzlos fühlte. „Ja Phil, ich bin es.“, sagte Mister Yard mit der Stimme meiner Mum, was weitere schmerzvolle Erinnerungen in mir hervorrief. „Tu das nicht Schatz. Du bist kein Mörder. Du bist der Mann den ich liebe!“ Mister Yard kam meinem Dad immer näher. Ich riss mich zusammen und schrie: „Dad, hör ihr nicht zu! Das ist nicht Mum!“ Doch es war bereits zu spät. Mister Yard entriss meinem Dad seine Waffe und richtete sie auf ihn. Nun wich mein Dad erschrocken einen Schritt zurück. Dann drückte Mister Yard ab. Mein Schrei hallte durch die ganze Nachbarschaft. Doch bevor die Kugel meinen Dad traf, kam Aiden herbei gerannt und warf sich dazwischen. Die Kugel bohrte sich in Aidens Brustkorb. Zum selben Zeitpunkt sprang eine weitere Person vom Baumhaus in den Garten von Mister Yard. Die Sonne schien stark und hell, sodass ich nur schattenhafte Umrisse erkennen konnte, doch wusste ich sofort, dass es sich bei der Person um Cosmo handelte. Mister Yard hatte nicht mit ihm gerechnet und so wurde er mit nur einem einzigen Schlag von Cosmo zur Strecke gebracht. Er verwandelte sich noch einmal kurz in meine Mum, ehe er in seiner Evogestalt seinen letzten Atemzug von sich gab. Mei Dad wirkte enttäuscht über sich und seine Nachlässigkeit, während ich den Garten nach Cosmo absuchte, doch dieser war so schnell verschwunden, wie er gekommen war. Hinkend ging ich zu Aiden, der sich für meinen Dad geopfert hat. Ich setzte mich neben ihn in die Wiese und legte meine linke Hand auf seinen Körper. Sein Herzschlag wurde immer langsamer … bis es stehen blieb.
Das FINALE von PART IV im Doppelpack: Am Samstag, den 17.Juni 2023!
Das große Finale vom vierten Part! Ich hab die Rollenliste noch einmal geupgradet, weil bei einigen Rollen viele neue Infos hinzugekommen sind. Ansonsten wie immer viel Spaß beim Lesen!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. In dieser Zeit befand er sich zudem auf dem Planeten Neró, Cosmos Heimatplaneten. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Sie weiß einiges über die Evos, da sie wie Dylan einen Evo an der Seite hat - Luna. Ihr Verhältnis zu Dylan ist über die Wochen hinweg besser geworden. Luna Alister (N:Evo-900): Ein Evo, der bei Ariana und ihrer Mutter lebt. Anders als gedacht, ist sie nicht Arianas Evo, sondern der von Sydney, die sich gewünscht hat, ihre Tochter in Sicherheit zu wissen. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kam er zunächst gar nicht zurecht und den Evos traut er nicht über den Weg … selbst Cosmo nicht!
Nebenrollen: Sydney Alister: Mutter von Ariana und Kollegin von Phil. Ihr Mann wurde von Tucker Graham getötet. Ihr Wunsch war es, Ariana in Sicherheit zu wissen, woraufhin Luna ihr zur Seite stand. Tamara Harding: Zwillingsschwester von Emmet. Aufgrund ihrer taffen Art ist sie sehr beliebt bei den Mitschülern. Tamara führte eine Beziehung mit Dixon, trennte sich jedoch von ihm. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; in der Schule gibt er sich gerne als Klassenclown; er weiß das Cosmo kein Mensch ist. Dixon Waller: Mitglied der Basketball-Schulmannschaft und Sohn der Bürgermeisterin, die nur wenig Zeit für ihren Sohn erübrigt. Er führte eine Beziehung mit Tamara, bis sie sich von ihm trennte. Jens Huge: Ein sehr großer Kerl und ein ausgesprochen guter DJ. Seine Eltern leiten das Restaurant „Dinner for Two“. Seit Kurzem führt er eine Beziehung mit Joyce. Joyce Price: Beste Freundin von Tamara. Eine lange Zeit schwärmte sie für Mika, bis sie in Jens ihre wahre Liebe fand, mit dem sie nun auch zusammen ist. Joyce ist sehr eitel und wenn es sein muss, geht sie über Leichen, aber innerlich hat sie einen guten Kern. Rodney Stark: Anführer einer Punk-Gang, zu der auch Dixon dazu gehörte. Er vertickte Drogen u.a. an den Hausmeister der Schule, bis er von Dylans Dad festgenommen wurde. Dr. Archimedes Tibbet: Lehrer für Geschichte und Geografie. Frau Silly: Spanischlehrerin; Sie ist sehr streng, alt und bieder. Mister Cooper Cage: Sportlehrer und Trainer der Basketball-Schulmannschaft. Er führt eine Beziehung mit Miss Giggles. Miss Giggles: Religionslehrerin; Hat eine Piepsstimme und kichert häufig. Sie führt eine Beziehung mit Mister Cage. Mr. T: Der Schulrektor wird von all seinen Schülern nur „Mr. T“ genannt. Er unterrichtet Biologie. Miss Sheffield (Θ:Evo-391): Die Sekretärin des Schulrektors. In Wahrheit ist sie jedoch ein Evo, die auf der Erde gelandet ist, nachdem sich Tucker Graham (Henry Knighton) sich etwas gewünscht hat. Sie kam in den Flammen ums Leben. Gina Stone: Mutter von Mika; Witwe. Aiden (Δ:Evo-1593): Ein Evo, der sich auf der Erde als Deputy ausgab, um Dylan zu beschützen. Er wurde von Mister Yard – einem Evo-Hunter – erschossen.
Ψ:Abschlussball-95 Der Tod von Aiden stimmte mich trauriger als erwartet. Ich kannte ihn nicht sonderlich gut, aber er hatte mir mehr als einmal das Leben gerettet. Ohne ihn wäre ich schon längst den Evo-Hunters zum Opfer gefallen. Aiden kam nur auf die Erde, um mich vor ihnen zu beschützen und ich hab ihn kein einziges Mal gefragt warum er das tat, was ich nun doch bitterlich bereute. Ich wünschte, ich hätte mich mehr und öfters mit ihm unterhalten, aber hinterher war man immer schlauer. Nun musste ich nach vorne blicken, was jedoch alles andere als leicht war. „Das sieht nicht gut aus Mister Winter.“, sagte Frau Silly zu mir, mit der ich mich am Nachmittag in einem leeren Klassenzimmer traf, um mit ihr über meine Prüfungen zu reden. „Ja und? Dann ist das halt so.“, sagte ich und versuchte dabei gleichgültig zu klingen. „Ihre Spanisch- und Phyikprüfung haben sie in den Sand gesetzt und bei einer Prüfung sind sie nicht einmal erschienen.“, erzählte Frau Silly weiter. „Natürlich hat mir ihr Dad berichtet, was vorgefallen ist, aber das ist keine Entschuldigung für die Ergebnisse der angetretenen Prüfungen.“ Ich rollte mit den Augen und wollte einfach nur weg hier, doch Frau Silly hielt mich zurück. „Was ist denn nur los mit dir, Dylan?“ Was? Hat mich Frau Silly gerade wirklich erstmals mit meinem Vornamen angesprochen? Und dann auch noch dieser besorgte Unterton … „Ich weiß, dass ich immer sehr streng bin, aber das bin ich doch nur, weil ich möchte, dass aus all meinen Schülern mal etwas werden soll. Von Miss Giggles weiß ich, dass du ein sehr guter Zeichner bist und deine Klausur in Geschichte bei Dr. Tibbet hast du mit einer Bestnote absolviert. Spanisch mag vielleicht nicht dein Lieblingsfach sein, aber es ist nun einmal ein Bestandteil deiner Schulausbildung.“ „Ja … Sie haben Recht, aber was spielt das jetzt noch für eine Rolle?“, fragte ich verzweifelt und über mich selber enttäuscht. „Die Prüfungen sind gelaufen und morgen Abend findet der Abschlussball statt, an dem ich dann ja wohl nicht teilnehmen werde!“ „Oh doch das werden Sie!“, entgegnete Frau Silly, die mich nun wieder Siezte. „Ich habe mit dem Rektor und ihrem Klassenlehrer Dr. Tibbet gesprochen und wir sind übereingekommen, dass Sie die Prüfungen von dem Tag wiederholen dürfen, an dem Sie und Mister Waller von Mister Stark und seiner Gang verschleppt worden sind. Das Gleiche trifft übrigens auch auf Mister Waller und Miss Alister zu, die an dem Tag ebenfalls nicht an den Prüfungen teilnehmen konnten.“ „Das bedeutet…“, sagte ich ungläubig. „Das Sie morgen früh ihre Prüfungen wiederholen und am Abend ihren Abschlussball feiern werden!“, erklärte Frau Silly mir und vor Freude viel mir die Kinnlade herunter. Ich war Frau Silly so dermaßen dankbar, dass ich ihr um den Hals fiel, was Sie mehr schockierte als mich!
Erst heute Morgen schrieb ich noch Prüfungen und nun stand ich vor dem Spiegel im Badezimmer und stylte mir meine Haare für den Abschlussball. Anschließend zog ich mir in Cosmos Zimmer mein dunkelgrünes Sakko über mein smaragdfarbenes Hemd, als es an der Tür klopfte. „Darf ich reinkommen?“, fragte mein Dad, der seinen Kopf ins Zimmer streckte. „Dein Kopf ist ja schon drin, also darf der Rest ruhig auch reinkommen.“, antwortete ich mit einem dezenten Lächeln im Gesicht. Inzwischen war ich nicht mehr allzu wütend auf meinen Dad, dass er Cosmo rausgeworfen hat. Nicht dass ich es richtig fand was er getan hat, aber er ist mein Dad … er macht sich Sorgen um mich und das zu Recht, wie man die letzten Tage gesehen hat. „Dylan…, ich wollte dir für heute Abend nur noch einmal viel Spaß wünschen.“, sagte mein Dad. „Genieße diesen wundervollen Augenblick, denn er ist schneller vorbei, als du dir wünschen kannst.“ Ich blickte meinen Dad nachdenklich an. „Danke Dad…, ich wünschte nur … ach egal.“ „Du wünschtest dir, dass Cosmo auch zum Abschlussball käme, richtig?“, schlussfolgerte mein Dad. „Hör mal. Du weißt das mir das nicht gefallen hat, was du und Cosmo getan habt, aber das bedeutet nicht, dass ich nicht weiß, was Cosmo alles für uns getan hat.“, erklärte mein Dad mir. „Schon in Ordnung Dad. Du musst dich nicht rechtfertigen, wirklich nicht.“, erwiderte ich mit einem traurigen Lächeln. Dann schmunzelte ich und drückte meinem Dad etwas in seine Hand. „Hier, den kannst du wiederhaben.“ Es war der Peilsender, den mein Dad an mir angebracht hat, damit er immer wusste, wo ich steckte. „Nimm es mir bitte nicht übel, aber das ist zu viel der Vaterliebe.“ Mein Dad lächelte, wirkte gleichzeitig jedoch ebenso traurig wie ich es war. Ich umarmte ihn schließlich, was für uns beide als schöner Vater-Sohn-Moment in Erinnerung blieb.
Ariana war noch nicht ganz fertig und sorgte für die letzten Schönheitskorrekturen, als ich am Badezimmer vorbei schlich. Die Tür zu meinem alten Zimmer stand einen Spalt breit offen und so bekam ich eine Unterhaltung zwischen Sydney und Luna mit. Letztere kämpfte gegen Miss Sheffield um ihr Leben, doch zum Glück ging Luna am Ende als Siegerin hervor. „Nach dem Abschlussball werde ich die Erde verlassen.“, hörte ich Luna, die heute ein violettes Kleid trug, sagen. „Wirst du dich von Ariana noch verabschieden?“, fragte Sydney. „… Sie würde mich nicht gehen lassen.“, antwortete Luna ihr. „Allerdings wäre es verkehrt, ohne ein Wort zu gehen. Es würde ihr das Herz brechen.“ „So oder so wird es ihr das Herz brechen, wenn du fort bist. Sie hat dich sehr gern. Du bist die beste Freundin, die sie jemals hatte.“, sagte Sydney, die sich für Arianas Einsamkeit schuldig fühlte. „Durch mein Handeln mussten Ariana und ich ständig umziehen. Sie konnte nie dauerhafte Freundschaften schließen. Du hast ihr doch nicht etwa die Wahrheit über Gordon Graham erzählt, oder?“ „Das er es war, der ihren Vater umgebracht hat und das dieser nicht an einem Herzinfarkt starb? Nein, natürlich nicht!“, antwortete Luna. „Diesen Schmerz muss sie nicht auch noch fühlen.“ „Danke.“, sagte Sydney, die selber mit den Tränen zu kämpfen schien. Ich wollte mich leise wegschleichen, als ich bemerkte, dass Ariana in ihrem türkisenen Kleid hinter mir stand und das Gespräch ebenso wie ich belauscht hatte. Ihrem Gesicht nach zu urteilen, wirkte sie erschüttert und traurig zugleich. Ich sah sie mitfühlend an, doch zwang sie sich selber zu einem Lächeln, um tapfer zu sein. Doch so wollte ich diesen Abend nicht enden lassen und fasste einen Entschluss. „Geht ihr doch bitte schon einmal ohne mich zur Schule…, ich komme später nach.“
„Guten Abend Dylan!“, begrüßte Frau Stone mich lächelnd, als ich eine halbe Stunde später vor ihrer Tür stand. „Du willst sicher zu Cosmo. Tja, er ist leider nicht hier. Er und Mika sind vor einer Stunde in den Skatepark. Kannst du meinen Sohn überreden, dass er zum Abschlussball gehen soll? Er scheint keine Lust auf die Schulveranstaltung zu haben. Ich glaube das liegt daran, dass er kein Date hat, aber daran ist doch nichts Schlimmes oder? Hast du denn ein Date, Dylan?“ „N-Nein.“, antwortete ich ehrlich. „Dann werde ich mal dort nach ihnen suchen. Danke Frau Stone!“ Ich schlenderte im gemächlichen Gang zum Skatepark, der nicht weit von hier entfernt lag. Mika und Cosmo waren heute die Einzigen, die sich mit ihren Skateboards dort austobten. Ich wusste nicht, dass Cosmo skaten konnte, aber vermutlich hat Mika es ihm beigebracht und wie hätte es anders sein können, schlug er sich fantastisch darin. Ich beobachte sie eine Weile aus der Entfernung, bis ich mich dazu entschloss, ihnen endlich Hallo zu sagen. „Wehe ihr rennt weg…!“, drohte ich. Mika und Cosmo blieben augenblicklich stehen. Cosmo starrte mich mit großen Augen und offenen Mund an. „Was tust du denn hier?“, fragte Mika mich. „Hat meine Mum dich geschickt?“ „Nein, aber ehrlich gesagt würde ich schon gerne wissen, warum du nicht auf den Abschlussball gehst.“, antwortete ich interessiert. „Du hast doch deine Prüfungen mit Bravour gemeistert, oder?“ „Ja und? Ich hab auf diesen kitschigen Schnulzenabend trotzdem keinen Bock.“, sagte Mika sauer. Ich runzelte die Stirn. Hatte Mika etwa Liebeskummer, dass er sich so verhielt? Ich wandte mich schließlich an Cosmo, der mich nach wie vor wortlos anstarrte. „Und was ist mit dir?“ Schließlich fand er seine Stimme wieder: „Ich gehe doch nicht mehr auf eure Schule.“ „Ach komm, wen interessiert das schon? Außerdem … hätte ich dich heute Abend wirklich sehr gerne dabei.“, gestand ich und wurde dabei leicht rot im Gesicht. „Bitte Cos! Ich hab auch nochmal mit meinem Dad geredet und ich glaube, er weiß, dass er überreagiert hat.“ „Meine Antwort bleibt trotzdem Nein. Tut mir Leid, Dylan.“, entgegnete Cosmo, der sich wieder auf sein Skateboard schwang und davonsauste. Ich blickte ihm traurig nach und dann zu Mika, der ebenso traurig zu sein schien. Der heutige Abend sollte den Menschen eigentlich Freude bereiten, doch egal wo ich hinkam, sah ich traurige Gesichter.
Der Abschlussball fand im Schulhof statt, der für diesen Anlass festlich mit Girlanden und Laternen dekoriert worden war. Das Buffet sah erstklassig aus und das Wetter war auch perfekt. Weniger perfekt erging es mir vor dem Eingang. „Passwort!“ Wieder wurde ich von dem Jungen von Halloween, Silvester und dem Frühlingsfest nach einem Passwort gefragt. „Was bist du – mein persönlicher Running-Gag?“, fragte ich zähneknirschend, doch zum Glück kamen Ariana und Luna mir zur Hilfe, die dem Kerl das Passwort „Gicageles“ nannten. Ich guckte ungläubig. „Das Wort setzt sich aus den Nachnamen unserer Lehrer ‚Giggles‘ und ‚Cage‘ zusammen, die ja ein Paar sind.“, erklärte Ariana mir. „Das ist in Mode, Liebespaaren solche Namen zu verpassen!“ Ich starrte sie auch weiterhin ungläubig an. Mr. T, unser Schulrektor, betrat ein kleines Podest im Schulhof und richtete eine Ansprache an alle Schüler. „Am heutigen Abend soll vor allem der Spaß im Vordergrund stehen. Vergesst den Stress der letzten Wochen, der über euch hereingebrochen ist, aber vergesst nicht, was ihr alles von uns den Lehrern gelernt habt. Genießt diesen wundervollen Abend unterm Sternenhimmel, aber denkt immer daran, wir, eure Lehrer, haben unsere Augen überall!“ Gelächter zog durch die Schülerschar, denn Alkohol, Zigaretten und ganz besondere Intimitäten waren natürlich strengstens verboten. Die Musik ging an und die ersten Schüler und Schülerinnen brachten ihre Füße in Bewegung, indem sie zu der Partymusik tanzten. Ich beobachtete das Geschehen aus sicherer Entfernung. Joyce war eine der Ersten auf der Tanzfläche, auch wenn es ihr viel abverlangte, ihren Freund Jens dazu zu bewegen, mit ihr zu tanzen. Jens war ein erstklassiger DJ und Aushilfskellner, aber von Tanzen verstand er genauso wenig wie ich von Spanisch. Dafür war Mister Cage der geborene Tänzer! Er und Miss Giggles tanzten miteinander Samba, als hätten sie ihr Leben lang nichts anderes getan. Das sorgte natürlich für reichlich Heiterkeit bei den Schülern. Auch Luna war ordentlich am abfeiern, als wäre es ihr letzter Tanz. Sie war bei den Jungs immer noch sehr beliebt und so wechselte sie fast im Minutentakt ihre Tanzpartner. Ariana und ich saßen wie bestellt und nicht abgeholt auf einer Bank unter einem Baum und beobachteten das Geschehen aus sicherer Entfernung. Alle tanzten und feierten, nur uns Beiden war das Feiern und Tanzen vergangen. Bis mir der Gedanke kam, dass das dumm von uns war. Wir machten unser Leben viel zu sehr von unseren Evos abhängig. Also fasste ich mir ans Herz, wandte mich an Ariana und öffnete meinen Mund … doch … „Ich schwöre Dylan, wenn du mich jetzt zum Tanzen aufforderst, dann trete ich dir gegen dein kaputtes Knie!“ Ariana warf mir einen bösen Blick zu und auch wenn ihre Drohung nicht ernst gemeint war, so schluckte ich meine Frage dennoch herunter. Inzwischen kam Tamara zu uns. Sie trug ein rubinrotes Kleid, indem sie einfach nur wunderschön aussah. „Hey ihr Beiden. Ich werde jetzt ins Krankenhaus gehen und Dixon dort besuchen. Er soll sich an einem Abend wie heute nicht so einsam fühlen…“ Ich schmunzelte und als ich zu Ariana sah, wusste ich, dass sie soeben das gleiche dachte wie ich. Tamaras Liebe zu Dixon war nie verschwunden! Tamara verließ den Abschlussball und ich holte mir ein Glas Bowle – natürlich alkoholfrei! Doch dann entdeckte ich Mika, der sich offenbar doch noch dazu durchringen ließ, hier heute aufzukreuzen. Er trug ein weißes Hemd und eine blaue Weste. Er sah todschick aus, wenn nicht sogar der bestaussehende Junge an diesem Abend. „Du hast es dir anders überlegt.“, sagte ich überrascht. „Ja habe ich … Ich kann doch nicht unseren Abschlussball verpassen.“, erklärte Mika mir und lächelte mich dabei an, wie er es noch nie getan hat. Plötzlich streckte er seine Hand nach mir aus und ich sah ihn an, als wäre er verrückt. „Darf ich um diesen Tanz bitten? Was guckst du denn so? Ich weiß, dass du tanzen kannst…, oder hast du noch Schmerzen im Knie?“ „N-Nein, aber ich dachte nicht, dass du … wir beide … also … woher weißt du das mit meinem Knie?“ Entweder stotterte ich weiterhin herum, wie ein Durchgeknallter, oder ich griff die Chance beim Schopf und tanzte mit Mika. Ich entschied mich für Letzteres und begleitete Mika auf die Tanzfläche. Das allein sorgte schon für viel Aufsehen unter unseren Mitschülern, doch als wir dann auch noch zum Tanzen anfingen, waren alle Augen nur noch auf uns gerichtet. Das ich homosexuell bin, war seit dem Frühlingsfest jedem bekannt, aber das auch Mika sich zu Jungs hingezogen zu sein schein fühlt, war für viele nun doch eine Überraschung! Als wir uns über die Tanzfläche bewegten, hatte ich das Gefühl, als würde ich schweben. Es war ein traumhaft schönes Gefühl und mir war es egal, dass uns alle wie Tiere im Zoo anstarrten. Das erste Mal seit langer Zeit, fühlte ich mich richtig glücklich! Es gab nur mich und Mika, nur uns Beide und keinen anderen mehr auf dieser Welt! Als der Tanz sich dem Ende neigte, beugte sich Mika ganz leicht zu mir vor. Mein Herz fing zu klopfen an, wie an dem Abend, als ich mit ihm im Wandschrank der Alisters steckte. Hatte ich etwa ernsthafte Gefühle für Mika? Aber ich mag ihn doch gar nicht! Seine Augen waren so strahlend hell und seine Ausstrahlung so verführerisch. Okay ich mag ihn doch! Mika hielt mich ganz fest in seinen Armen, als er mir einen zärtlichen Kuss auf die Lippen drückte. Ich schloss dabei meine Augen und sah nur noch Sterne … bis es nass wurde! Nass? Ich öffnete meine Augen wieder und sah, dass dunkle Wolken den Sternenhimmel bedeckten. Es fing an zu tröpfeln. Mika schaute überrascht zum Himmel empor, als ein Regentropfen seine Hand berührte und diese sich kurz darauf orange färbte. Ich riss meinen Mund auf und starrte Mika erschrocken an. Der Regen wurde stärker und plötzlich verwandelte sich Mika in Cosmo … in dessen Evogestalt und das vor der gesamten Schule!
Ω:Enttarnt-96 Es war ein kurzer und warmer Regenschauer, der sich über den Schulhof ergoss, auf dem heute unser Abschlussball stattfand. Ein paar Mädchen waren damit beschäftigt rum zu jammern, dass ihre Frisur und ihr Kleid beschädigt werden, doch die meisten Augen waren auf Mika gerichtet…, oder Cosmo?! Selbst ich stand wie schockiert da und beobachtete das soeben Geschehene. Mikas Haut wurde durch den Regen nass und er verwandelte sich in Cosmos Evogestalt! Ich war selber überrascht, um nicht zu sagen verwirrt. Bedeutete das, dass Mika ein Evo war, oder dass Cosmo sich in Mika verwandelte, um auf den Abschlussball zu gehen? Eigentlich hatte ich keine Zeit darüber nachzudenken, denn … das Geheimnis der Evos war gelüftet! „Ei-Ein Mo-Monster!“, schrie ein Schüler, der als Erstes die Stille durchbrach. Danach folgte ein hysterischer Schrei von einer aufgedonnerten Primadonna. Ich starrte den Evo vor mir an. Seine Augen strahlten Angst und Besorgnis aus. Kein Zweifel: Es war tatsächlich Cosmo! „Oh mein Gott, was ist das? Ist das ein Kobold?!“, schrie ein Mädchen, woraufhin ein anderer Junge erwiderte: „Bist du blöd? Siehst du seinen Schwanz nicht? Das ist eindeutig ein mutierter Affe!“ Ich warf nervöse Blicke um mich. Selbst meine Freunde Jens und Joyce waren zu Salzsäulen erstarrt und schauten teils geschockt, teils angewidert auf Cosmo, den sie als diesen natürlich nicht erkannten. Sie dachten vermutlich, dass es Mika sei … alle dachten das! „Mika ist ein Alien!“, schrie ein weiterer Schüler und nach dieser Aussage brach Panik aus! Schüler und Lehrer rannten verängstigt durch den Schulhof, brachten sich unter Sitzbänken und Tischen in Sicherheit, oder rannten ins Schulgebäude. Es herrschte ein wilder Tumult, bei dem Ariana beinahe von der Meute zerquetscht wurde, hätte Luna sie nicht in Sicherheit gebracht. Mr. T versuchte zusammen mit Mister Cage Ruhe in das Chaos zu bringen, doch vergeblich. Miss Giggles stand noch immer wie versteinert da, bis sie ihren Mund öffnete und ihr schrillendes Organ erklingen ließ. Ich musste mir die Ohren zuhalten. Das war zu viel Ablehnung für Cosmo, dem fast die Tränen kamen, als er sich umdrehte und davon rannte. Zuerst wusste ich nicht, was ich tun sollte, doch die Antwort lag klar auf der Hand. Ich rannte Cosmo hinterher. Ich versuchte mit ihm Schritt zu halten, doch er war sehr viel schneller als ich. Auf dem Parkplatz wurde ihm der Weg jedoch von einem fahrenden Auto abgeschnitten. Ich holte auf und hielt Cosmo schützend an den Armen fest, als sich das Fenster öffnete und wir Dr. Tibbet erblickten. „Schnell ihr Beiden, steigt ein!“. Beide starrten wir zu unserem Geschichtslehrer und beide stellten wir uns nun die Frage, ob wir ihm vertrauen konnten, doch Dr. Tibbet schien unsere Gedanken lesen zu können. „Ich bin kein Evo-Hunter! Wirklich nicht. Also steigt schnell ein!
In das Auto eines Fremden steigen? Das hat mir mein Dad schon verboten, als ich noch drei Jahre alt war. Bis vor wenigen Sekunden glaubte ich auch noch, Dr. Tibbet zu kennen, aber wie so oft in letzter Zeit, ließ meine Menschenkenntnis enorm zu wünschen übrig. „Dr. Tibbet, Sie…“ „Hört zu. Cosmo ist hier nicht mehr sicher.“, sagte Dr. Tibbet, während ich mit Cosmo auf der Rückbank saß und er uns durch den Rückspiegel musterte. „Inzwischen tauchen immer mehr Evo-Hunters hier auf und da jetzt auch noch Cosmos Identität aufgeflogen ist, wird das Konsequenzen mit sich bringen. Die Menschheit ist noch nicht bereit für die Entdeckung der Evos!“ „Ja, aber was sollen wir denn tun?“, fragte ich verzweifelt und versuchte die Frage, ob Dr. Tibbet ein Freund oder ein Feind war, zunächst einmal hinten anzustellen. „Cosmo muss die Erde verlassen!“, antwortete Dr. Tibbet und ich schluckte. „Er muss nach Neró zurückkehren und bei dem Herrscher um Gnade und Vergebung bitten. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Mit etwas Glück … verzeiht der Herrscher ihm und nimmt ihn wieder in seine Reihen auf.“ Cosmo gluckste. „Sie scheinen von unserer Existenz zu wissen, aber von unserem Herrscher scheinen Sie null Ahnung zu haben. Er wird mir nie vergeben!“ „Dann komme ich mit dir.“, sprudelte es nur so aus mir heraus und Cosmo schaute mich erschrocken an. „I-Ich komme mit.“, wiederholte ich. „Bevor du nein sagst, hör dir meinen Standpunkt an. Du bist hier nicht sicher, aber auf Neró scheint es für dich auch nicht ganz sicher zu sein. Doch die Evo-Hunters sind nicht nur hinter dir her, sondern auch hinter mir! Sie wollen eine wertvolle Information von mir, an die ich mich bei bestem Willen nicht mehr erinnern kann, doch vielleicht erhalte ich diese Erinnerung wieder, wenn ich erst einmal auf Neró bin. Sie werden mir kein Leid zufügen, solange sie die Info von mir nicht erhalten haben und auch dir werden sie kein Leid zufügen, dafür sorge ich!“ „Dylan…“ Cosmo sah mich ungläubig an. Als wäre ich nun völlig verrückt. „Bitte Cosmo, nimm mich mit.“, bettelte ich. „Zumal du mir meinen Wunsch noch nicht erfüllt hast.“ „Das ist gefährlich…“, entgegnete Cosmo. „Dessen bin ich mir bewusst, aber seien wir doch mal ehrlich. Ohne dich würde ich hier keine Woche überleben. Ich brauche dich!“ Mein Einwand klang in meinen Ohren durchaus plausibel und ich wollte es wirklich, auch wenn ich tierische Angst verspürte, vor dem was mich erwartete. Cosmo atmete einmal tief durch, bis er sich zu einer Entscheidung durchrang. „Also schön. Ich kehre nach Neró zurück und nehme dich mit…, auch wenn mein Schicksal damit besiegelt sein wird, denn dein Dad wird mich danach ohne jeden Zweifel umbringen!“ „Das ist nicht unser einziges Problem.“, sagte ich nachdenklich. „Nicht du hast dich vor der gesamten Schule in einen Evo verwandelt, sondern Mika!“
„Ihr wollt mich verarschen.“, sagte Mika, nachdem Dr. Tibbet uns bei ihm absetzte und Cosmo und ich ihm die aktuelle Lage erklärten. „Cosmo hat sich vor allen Augen in einen Evo verwandelt?!“ „Ja doch, das haben wir dir doch gerade erklärt.“, sagte ich genervt, da die Zeit drängte. „Ihr verarscht mich.“, sagte Mika erneut, der es einfach nicht wahrhaben wollte. „Alle denken jetzt, du wärst eine Art Monster. Sorry!“, entschuldigte Cosmo sich bei ihm. „Ihr verarscht mich!“, wiederholte Mika, der offensichtlich in einer Zeitschleife feststeckte. „Okay vergiss es. Ich pack dir ein paar Sachen zusammen. Wo ist dein Zimmer?“, fragte ich ihn, doch nicht Mika führte mich in sein Zimmer, sondern Cosmo. Als ich das Zimmer betrat, war ich mehr als erstaunt. Ich fühlte mich bereits jetzt, als würde ich durch die Weiten der Galaxis reisen. Sein Zimmer glich einer Reise ins Weltall. Die Wände und auch die Decke waren mit Motiven aus dem Universum tapeziert, von der Decke hingen an Drahtseilen festgebunden Planeten und Kometen. Auch ein Raumschiff samt Astronauten hing lose herum. In einem Regal entdeckte ich galaktische Ikonen wie Darth Vader, Yoda, Spock, E.T. und einen Xenomorph. Mein einziger Kommentar dazu: „Wow…!“ „Geil oder? Ich liebe Mikas Zimmer!“, sagte Cosmo hellauf begeistert und grinste dabei. „Und um eines klar zu stellen: Dieser grüne Wicht namens Yoda ist mehr Kobold, als ich es jemals sein werde!“ „Wer hat euch erlaubt, einfach mein Zimmer zu betreten?!“, fragte Mika uns erbost, nachdem er uns gefolgt war. Cosmo fing an, Kleidung für ihn in die Sporttasche zu packen. „Hey, Finger raus aus meiner Schublade! Da sind meine Boxershorts drin. Was ist mit meiner Intimsphäre?!“ Ich gluckste. „Als ob dir das wichtig wäre. Beim Duschen nach dem Sportunterricht präsentierst du uns doch auch immer deinen stählernen Adonis-Körper samt deinen beeindruckenden Gliedmaßen.“ Stille. Cosmo hörte auf zu packen und sah mich an. Erst jetzt wurde mir klar, was ich da soeben von mir gab. In Mikas Gesicht bildete sich ein Grinsen. „Soso, ich hab also einen stählernen Adonis-Körper und beeindruckende Gliedmaßen, ja?“ Mein Kopf wurde knallrot! „Ich würde euch ja jetzt gerne allein lassen, aber leider drängt die Zeit!“, gab Cosmo zu verstehen, der erneut Mikas Sachen zusammenpackte. „Besser du verabschiedest dich noch von deiner Mutter.“ „Wieso muss ich überhaupt mitkommen?“, fragte Mika ihn nun wenig begeistert. „Weil Cos so bescheuert war, sich auf dem Abschlussball als dich auszugeben. Jetzt denkt natürlich jeder, dass du ein Alien, Monster oder was auch immer bist. Es wird nicht lange dauern und die Men in Black stehen vor der Tür.“, erklärte ich und versuchte gewisse Gefühle zu unterdrücken. „Aha … ja vielen Dank Cos!“, entgegnete Mika, der nun selber keine andere Möglichkeit mehr sah. „Wir müssen noch vorher zu mir nach Hause, dann können wir los.“, sagte ich entschieden. „Und was soll ich meiner Mum sagen?“, fragte Mika verärgert. „Hey Mum, tut mir Leid, aber ich muss die Erde für eine Weile verlassen, weil mich jeder für einen Außerirdischen hält? Tolle Idee! Ich glaube ich schreibe ihr lediglich einen Brief, dass sie sich keine Sorgen machen soll…“ Natürlich war das leichter gesagt als getan, denn als wir die Wendeltreppe runtergingen, kam gerade Mikas Mum ums Eck. „Mika. Ein Schulfreund von dir hat angerufen und wollte wissen, ob du nach Orangen duftest und kurz darauf rief ein Mädchen an, das deinen Schwanz beeindruckend fand. Würdest du mir das bitte erklären? Hast du ein neues Parfüm? Hattest du … Geschlechtsverkehr…?“ „Äh … mach dir keine Sorgen. Die spinnen heute Abend alle etwas.“, antwortete Mika seiner Mum. „Ich werde heute Nacht bei Dylan und Cosmo übernachten. Das geht doch in Ordnung Mum, oder?“ Mikas Mum war einverstanden und als er zur Tür rausging, warf er ihr zum Abschied noch einmal einen traurigen Blick zu. Frau Stone winkte ihm lächelnd und unwissend hinterher.
„Verfluchte Scheiße! Dylan, wo warst du?!“ Ich war kaum zur Tür rein, da kam Ariana auf mich zugestürmt und schrie mich an. „In der Schule ist die totale Panik ausgebrochen. Den Abschlussball wird sicherlich keiner vergessen. Was machen wir denn jetzt?“ Ich blickte Ariana an, wohlwissend die Antwort bereits zu kennen, denn draußen warteten Mika und Cosmo auf mich. Hinter Ariana tauchte Luna auf und als ich Ariana antwortete, sah ich nur sie an: „Wir werden für eine Zeit lang die Erde verlassen müssen. Cosmo hat mir erzählt, dass jeder Evo einen Menschen nach Neró transportieren kann. Von Aiden weiß ich, dass ein Tag auf der Erde, fünf Tage auf Neró entspricht. Ich lag 24 Tage lang im Koma, folglich war ich 120 Tage, vier Monate, auf Neró! Die Sommerferien sind lange genug, um zehn Monate auf Neró zu verbringen!“ Ariana war fassungslos und nickte einfach nur, bis sie sagte: „O-Okay, ich pack meine Sachen! Brauch ich mein Beautyset? Ach vergiss das Beautyset! Auf Neró werde ich eh das hübscheste Menschenweibchen sein, egal wie zerzaust ich aussehe, oder wie viele Pickel ich im Gesicht habe.“ Ariana rannte die Treppe hoch und ich wandte mich an Luna: „Ariana kann nicht mit! Mika wartet mit Cosmo draußen. Wir wollen ihn für die nächste Zeit aus der Schussbahn bringen, bevor die ersten Reporter bei ihm vor der Matte stehen.“, erklärte ich ihr. Ich wusste Luna verstand mich, auch wenn sie ausgesprochen ruhig war. „Du wolltest Ariana eh nicht mitnehmen…, nicht wahr?“ Luna lächelte traurig und schüttelte den Kopf. „Aber wir können nicht von eurem Garten aus ins Weltall starten. Das würde zu viel Aufsehen erregen. Wir sollten die Stadt verlassen.“ „Dann muss uns jemand fahren und ich weiß jetzt schon, dass ich meinen Dad nicht fragen werde!“, entgegnete ich. „Das Beste wird sein, er wird davon erst gar nicht in Kenntnis gesetzt.“ „Dann fahre ich euch.“, hörte ich eine Stimme sagen und sah Sydney aus dem Wohnzimmer kommen. „Dein Dad muss es nicht erfahren…, zumindest nicht solange, bis ihr fort seid. Ich werde versuchen, es ihm schonend beizubringen. Er ist sowieso noch auf dem Revier, um den angefallenen Papierkram der letzten Tage zu bearbeiten.“ „Das würdest du wirklich tun?“, fragte ich sie erstaunt. „Glaube nicht, dass ich es für richtig halte, dich und Mika auf einen fremden Planeten zu schicken, von dem wir so gar nichts wissen.“, erwiderte Sydney ernst. „Doch nachdem was auf dem Abschlussball vorgefallen ist, werden die Telefone auf dem Revier bestimmt bald Sturm klingeln, wenn es nicht sogar schon so weit ist. Journalisten werden kommen und das Haus der Stones belagern, Forscher und Verrückte die schon immer an Außerirdische geglaubt haben werden kommen. Sie alle werden nach Antworten suchen, doch keine finden, wenn ihr nicht da seid. Ich weiß nicht, was euch auf Neró erwarten wird, aber ich vertraue Luna und Cosmo, dass sie auf euch Acht geben werden. Doch Ariana sollte nicht in diese Welt hineingezogen werden. Ich will sie in Sicherheit wiegen können, das ist und war schon immer mein einziger Wunsch im Leben.“ Sydneys Ansprache war beeindruckend, doch die Zeit drängte und ich verzichtete darauf, mir ein paar Klamotten einzupacken. Cosmos Kommentar dazu: „Dann musst du eben Mikas Boxershorts anziehen…, oder gleich ganz nackt rumlaufen.“ Ich blickte ihn böse an, doch er grinste sich einen ab und auch Mika schien sich das Lachen nur schwerlich verkneifen zu können. „Ariana ist mit Packen beschäftigt.“, sagte Luna. „Das kann bei ihr Stunden dauern. Wenn wir los wollen, dann ist jetzt der perfekte Zeitpunkt dafür!“ Wir stiegen alle in das Auto von Sydney ein und fuhren los. Als wir die Einfahrt verließen, kam Ariana aus dem Haus gestürmt. Sie rannte uns wütend auf der Straße hinterher, als uns gerade mein Dad in seinem Polizeiwagen entgegen kam. „Na Super!“, stöhnte ich.
Sydney fuhr so schnell sie konnte aus der Stadt raus. Unser Weg führte uns bis zu den Feldern der Woodstock-Farm, doch suchten wir uns einen etwas abgelegenen Ort auf einem Hügel, von der wir eine wunderbare Aussicht auf die Farm hatten. Luna und Cosmo, die ihre Evogestalt annahmen, wiesen uns an, ihren Anweisungen genau Folge zu leisten. Mika sollte eine Hand Cosmo reichen und ich reichte eine Hand Luna. „Und wie läuft das jetzt ab?“, fragte Mika beunruhigt. „Sagt ihr irgendwelche Zauberformeln auf, oder starten wir einfach so wie eine Rakete ins Weltall. Ihr wisst aber schon, dass Menschen ohne Raumanzüge im Weltall nicht atmen können?“ Cosmo und Luna antworteten ihm Beide nicht, doch auch ich musste zugeben, dass ich nun ein wenig beunruhigt war. Gleich würde ich die Erde verlassen! Mein Bauch kribbelte wie verrückt und mein Puls schlug rasend schnell. Cosmo und Luna schlossen ihre Augen und nach kurzer Zeit fingen ihre Antennen auf dem Kopf zu vibrieren an. Auf einmal formten sich zwei große Kugeln daraus, die wie Seifenblasen aussahen. Sie schlossen mich und Mika in sich ein. „Das sind Luftblasen. Mit denen könnt ihr problemlos überall atmen und sie sind sehr stabil!“, erklärte Cosmo uns. „Kann die Reise dann losgehen?“, fragte Luna uns alle, während Sydney etwas abseits stand und dem Geschehen mit Neugier und Staunen beobachtete. „Ist es zu spät, noch einmal aufs Klo zu gehen?“, fragte Mika scherzhaft in die Runde. „Gut wir starten!“, rief Luna und zusammen mit Cosmo streckte sie ihre Arme in die Höhe. Plötzlich tauchten Millionen Sterne um uns herum auf, die uns in helles Licht einhüllten. Meine Füße fingen an sich leicht vom Boden abzuheben, als das Polizeiauto meines Dads am Fuße des Hügels vorfuhr. Er und Ariana stiegen aus dem Auto aus und rannten den Hügel hinauf. „Dylan nein! Wartet!“, hörte ich meinen Dad schreien, doch da flogen wir Vier auch schon in den Nachthimmel. Ich warf einen letzten Blick zu meinem Dad, der nicht sauer, aber sehr besorgt wirkte. Dann wurde es dunkel um mich herum. Wir flogen durch die Wolken und dann ins Weltall!
Part IV ist zu Ende und wir befinden uns auf der Zielgerade. In Part IV hab ich versucht mehrere Rätsel einzubauen, um es bisschen wie einen Mystery-Krimi wirken zu lassen. In den letzten Kapiteln bündelte sich dann alles zu einem Ganzen, nur um im großen Finale dann noch einmal einen drauf zu setzen: Cosmo wurde enttarnt ... bzw eigentlich musste ja Mika dafür herhalten. Das hatte zur Folge, dass Dylan und Mika zusammen mit Cosmo und Luna die Erde verließen, um nach Neró zu reisen, dem Heimatplaneten der Evos. Erstmals verlasse ich also die Erde in einer meiner Geschichten und ich verspreche euch ein großes Abenteuer im letzten Part. Mika wird im letzten Part auch zu einer Hauptrolle, denn das die Rolle noch Geheimnisse hat, dürfte eigentlich jedem Leser schon längst klar sein. Hier bekommt ihr eine kleine Vorschau auf den finalen Part - aber Vorsicht Spoiler!
Vorschau auf Part V
1. Abenteuer auf Cosmo´s Heimatplaneten Neró: Fünf Tage waren seit dem Verlassen der Erdatmosphäre vergangen. Auf der Erde war gerade einmal ein Tag vergangen, doch hier waren es bereits fünf Tage! Fünf Tage auf Cosmos Heimatplaneten Neró!
2. Der Anführer der Evos: „Ich bin der Alpha, mein Name ist Chaos und ich herrsche über den Planeten Neró!“ Als Chaos seine Stimme erhob, stand jeder im Saal stramm, als wären sie gelähmt vor Furcht. Er sprach nicht zu schnell, aber dafür sehr kraftvoll, so dass ich jedes Wort verstand.
3. Dylan´s Gefühle: „Der Abend war sehr aufschlussreich… und dabei meine ich vor allem, was deine Gefühle anbelangt.“, meinte Cosmo zu mir. „Was ist mit meinen Gefühlen?“, fragte ich stutzig. „Na du hast Mika deine Zunge in den Hals gesteckt! Du wusstest schließlich nicht, dass ich es war.“, antwortete Cosmo mir und grinste dabei keck.
4. Mika in Schwierigkeiten?: „Lasst die Kämpfe nun beginnen!“, rief die Stimme von Nyx inzwischen durch den Stagónes und als alle Menschen bis auf Mika auf die drei Evo-Krieger losstürmten, stockte mir der Atem. Ich stand von meinem Platz auf und stellte mich an das Geländer, um alles näher betrachten zu können. Mika stand versteinert vor Angst auf der Brücke, während ein blutiges Ausmaß seine Bahn nahm.
5. Alpha und Omega: „Der Omega ist neben dem Alpha der mächtigste Evo überhaupt! Warum er so wichtig ist? Weil er vermutlich unsere einzige Chance ist, die Tyrannei von Chaos ein für alle Mal zu beenden. Es dürfte im Interesse aller Parteien hier sein, den Omega vor Chaos zu finden, denn bei der ganzen Sache geht es nicht nur um die Freiheit aller Evos, sondern auch um die Existenz der Menschen!“
6. Eine Freundin für Cosmo?: „O:Evo-1570!“ Venus schrie vor Freude auf und stürmte auf Cosmo zu. Mit einem Sprung stürzte sie sich auf ihn und warf ihn zu Boden. Mir fiel die Kinnlade runter, denn das Mädchen schmiegte sich an ihn und knuddelte ihn so fest und so lieb wie sie nur konnte. Neben mir stand Sonny, der zu grinsen anfing. „Die Kleine ist in Cosmo verliebt!“ „Was?!“, stieß ich erschrocken aus.
7. Mika´s Geheimnis: „Dylan…“, Mika wandte seinen Blick vom Geschehen außerhalb ab und sah mir tief in die Augen. „Wenn wir das hier heute nicht überleben sollten, dann möchte ich dir vorher noch etwas Wichtiges sagen.“ „Jetzt?!“, fragte ich laut, da dies alles andere als der richtige Zeitpunkt für mich zu sein schien. „Ja jetzt!“, entgegnete Mika laut. „Ich will das Geheimnis nicht mit in mein Grab nehmen.“
8. Dylans Wunsch: „Ich wollte doch nicht, dass das alles passiert. Ich hatte doch nur diesen einen Wunsch…, der jetzt wohl nie mehr erfüllt wird.“ „Nicht jeder Wunsch geht in Erfüllung, mein Sohn.“, entgegnete mein Dad.
9. Alles kommt ans Licht: „Sie wusste es!“ sagte ich laut und blickte dabei unsere Bürgermeisterin an. „Sie wussten schon immer von der Existenz der Evos!“ Frau Waller schien nun sichtlich an Haltung zu verlieren.
10. Das große Finale: Noch während wir das Haus verließen, stürzte das komplette Gebäude in sich zusammen und auch die umstehenden Häuser waren davon betroffen. Die ganze Straße bebte und ich hörte die Schreie vieler Menschen.
Das Warten hat ein Ende! Der letzte Part von "O:Evo-1570" beginnt! Dylan und Mika reisen zusammen mit Cosmo und Luna auf deren Heimatplaneten Neró. Was werden sie dort erleben? Wie geht es weiter? Wie wird alles enden? Der Anfang vom Ende ...
Ich werde immer nur ein Kapitel hochladen, diese sind im letzten Part aber auch deutlich länger, als alle bisherigen Kapitel. Folglich kommt das finale Kapitel am 16.September 2023 (wenn nichts dazwischen kommt) und damit fast genau ein Jahr, nachdem ich begonnen habe, diese Geschichte neu zu posten.
Neben der Rollenliste wird es übrigens auch noch einen Evo-Duden geben. Auf Neró werden viele Begriffe fallen, die euch sicherlich fremd vorkommen werden. Im Duden steht, was das Wort bedeutet und in Klammern was es übersetzt bedeutet. Ich hoffe das hilft euch ein wenig weiter.
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. In dieser Zeit befand er sich zudem auf dem Planeten Neró, Cosmos Heimatplaneten. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; in der Schule gibt er sich gerne als Klassenclown; er weiß das Cosmo kein Mensch ist. Luna Alister (N:Evo-900): Ein Evo, der bei Ariana und ihrer Mutter lebt. Anders als gedacht, ist sie nicht Arianas Evo, sondern der von Sydney, die sich gewünscht hat, ihre Tochter in Sicherheit zu wissen.
Evo-Duden: Neró = Heimatplanet der Evos (Wasser) Fýllo = Bett aus einem Palmenblatt (Blatt) Bampoú = robuste Holzart (Bambus) Megálosmyrmínki = riesige Ameise, die sich wie ein Chamäleon tarnen kann (Groß / Ameise) Nerópólis = Einzige Stadt auf dem Planeten Neró (Wasser / Stadt) Chéli = aalförmiger Fisch (Aal) Báladónti = fleischfressende Riesenpflanze (Kugel / Zahn) Lachanikódískos = Gemüsetoast (Gemüse / Scheibe) Láspichoirídio = schwarzes Schwein, dessen Innereien aus Schlamm bestehen (Schlamm / Ferkel)
A:Neró-97 Ich wurde nicht von meinem Wecker geweckt, als ich meine Augen aufschlug und in den Himmel empor sah. Es war das Pfeifen eines Lebewesens auf Neró, der mich aus meinen tiefen Schlaf riss. Das Lebewesen hatte äußerliche Ähnlichkeiten mit irdischen Vögeln, nur dass es nicht fliegen konnte und mit seinen langen scharfen Krallen von Baum zu Baum kraxelte. Sein Pfeifen war schrill und laut, doch zum Glück konnte er nur alle vier Stunden diesen Schrei aussondern. Nun wo ich schon einmal wach war, konnte ich mich genauso gut aus meinem Bett erheben. Pardon, sagte ich gerade Bett? Ich meinte mein Fýllo, ein gigantisches Palmenblatt, dass an einem Baum hing, auf dem ich mich auch gerade befand. Es bereitete mir noch immer ein mulmiges Gefühl, so völlig schutzlos in schwindelerregender Höhe zu schlafen, doch Cosmo versicherte mir, dass ich sicher sei. Sind ja auch nur an die dreißig Meter bis zur Erdoberfläche und selbst wenn ich falle, würde ich „nur“ in den Fluss fallen, dessen Wassertemperatur je nach Tageszeit zwischen fünf und fünfzig Grad variierte. nur eine unwesentliche Rolle… Ich kroch also sehr vorsichtig aus meinem Fýllo und kletterte die Leiter aus Bampoú herunter, eine erstklassige und robuste Holzart, die es überall auf Neró zu finden gab. Auf dem Weg nach unten, ließ ich das Gesehene der letzten Tage in meinem Kopf noch einmal Revue passieren. Fünf Tage waren seit dem Verlassen der Erdatmosphäre vergangen, wohingegen dort gerademal ein Tag verging. Fünf Tage auf Cosmos Heimatplaneten Neró!
Vor 5 Tagen: Mika hatte Recht: Wir schossen tatsächlich wie eine Rakete durchs Weltall, nur dass er und ich uns an die Reise kaum erinnern konnten. Die Luftblasen, mit denen Luna und Cosmo uns ausstatteten, waren mit sogenanntem Traumgas versehen. Mika und ich wurden also schläfrig und bekamen nur Bruchstücke der langen Reise mit. Für einen Menschen dürfte es Millionen von Jahre dauern, um nach Neró zu gelangen, der sich in einem völlig anderen Universum befand, aber mithilfe unserer Evo-Freunde schafften wir es binnen weniger Stunden. Es war ein eigenartiges Gefühl, als wir auf Neró zusteuerten. Um mich herum sah ich viele bunte Sterne. Ein Drogenrausch dürfte sich nicht anders anfühlen, nur dass dieser schlimme Nachwirkungen mit sich brachte. Die Erde wurde aufgrund der großen Wassermengen als der blaue Planet benannt. Von dem her würde ich Neró als den grünen Planeten bezeichnen, denn er glich einem riesigen Urwald, so wie ich es auch von meiner Zeichnung her kannte. Meine Anspannung wurde immer größer und ich war neugierig darauf, was mich auf Cosmos Heimatplaneten erwartete. Ich hatte das Gefühl, als würde mich Großes und etwas Einmaliges im Leben erwarten. Als wir uns Neró näherten, verlangsamten wir unser Tempo, bis wir auf der Erdoberfläche sanft zur Landung ansetzten. Ich spürte sofort, dass die Erde unter meinen Füßen sich weicher anfühlte, als auf unserem Planeten. Mika ließ es sich nicht nehmen, um seine Hände auf die Erde zu legen. „Da-Das fühlt sich so ähnlich wie Watte an. Das ist ja geil! Dylan, fühl auch mal!“ Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und legte meine Hände auf die weiche Erde. Jetzt war mir auch klar, warum die Evos alle barfuß rumrannten. „So, wir befreien euch jetzt erstmal von euren Luftblasen.“, sagte Cosmo. „Woho…“ Mika wich erschrocken zurück. „Können wir ohne die hier überhaupt atmen?!“ Luna kicherte. „Aber natürlich könnt ihr das. Die Luft ist rein und für Menschen nicht lebensgefährlich. Genaugenommen ist die Luft hier sogar gesünder als bei euch, da es bei uns keine giftigen Abgase und dergleichen gibt. Neró ist der umweltfreundlichste Planet in der ganzen Galaxis.“ „Na dann ist ja gut.“, sagte Mika beruhigt, doch er und ich erschraken furchtbar, als Luna ihre scharfen Beißzähne in seine Luftblase stieß und diese damit zu platzen brachte. Cosmo tat kurz darauf das Gleiche bei mir und es war ein ungewohnter Anblick für mich, ihn so bissig zu sehen. Mika schien nun etwas Angst vor Luna bekommen zu haben. „Man ey, das Weib ist ja ein echtes Biest!“ Luna ignorierte seinen Kommentar gekonnt und schritt voran. Cosmo deutete uns an, dass wir ihr folgen sollten, während er die Nachhut bildete. Vermutlich um uns vor etwaige Gefahren zu bewahren. Wir wanderten immer tiefer in den Urwald hinein und natürlich sahen Mika und ich uns mit großen Augen um. Hier gab es Pflanzen, die ich auf der Erde noch nie gesehen hatte. Die Bäume waren XXL-Ausgaben im Vergleich zu unseren lausigen Bäumen. Neben den Evos gab es hier auch noch ganz andere Lebensformen, die Vögel und Insekten nicht unähnlich waren – nur viel größer! Plötzlich stand eine fette moosgrüne Ameise vor uns, von der ich nicht wusste, wo sie sich die ganze Zeit vor uns versteckt hat, da sie nur ein Kopf kleiner als ich war. Vor Schreck schrie Mika auf wie ein Mädchen. „Das ist eine Megálosmyrmínki. Keine Sorge, sie isst keine Menschen, aber sie kann ihren Körper der Umgebung anpassen und sich so vor mögliche Angreifer tarnen.“, erklärte Cosmo uns. „Wu-Wusste ich doch, dass das Vieh nicht gefährlich ist.“, gab Mika hinterher angeberisch von sich. „Gut, dass du keine Angst hast, denn ihr Beide werdet auf ihr reiten.“ Cosmo grinste breit, während Mika und ich ihn ungläubig anstarrten. „Guckt nicht so. Das Tierchen kann schwere Lasten heben, auch wenn es bei euch zwei Schwergewichten sicherlich an seine Grenzen gehen muss. Es ist zudem sehr schnell und Luna und ich sind in den Bäumen schneller unterwegs als zu Fuß.“ Mika und ich sahen uns unsicher an, doch uns war klar, dass wir keine andere Wahl hatten. Während Luna den Megálosmyrmínki mit ihrem Schwanz zu bändigen versuchte, stiegen Mika und ich auf das Ungetüm auf. Mika vorne und ich hinter ihm. „Gibt es hier keine Gurte?“, fragte ich belustigt. „Ein wilder Ritt auf einer Riesenameise. Das geht ja gut los.“, sagte Mika vor mir. „Leg deine Hände um meine Hüfte. Du kannst dich an mir festhalten. Ich fall schon nicht runter.“ Widerwillig legte ich meine Arme um Mikas Hüften. Ich spürte seine Bauchmuskeln und wurde rot dabei. Cosmo beobachtete uns und sein Grinsen wurde von Minute zu Minute breiter. Inzwischen übernahm Luna das Kommando. „Okay, es kann losgehen. Seid ihr bereit!“ Nicht wirklich, aber da schlug Luna auch schon mit ihrem Schwanz auf das Hinterteil des Megálosmyrmínki und der wilde Ritt begann! Wer hätte gedacht, dass diese Ameise so schnell rennen konnte. Wie ein Gepard flitzte sie durch den Dschungel und ich hätte gedacht, dass wir Luna und Cosmo abhängten, doch kamen die Beiden mit Leichtigkeit hinterher, indem sie von Baum zu Baum sprangen und sich von Liane zu Liane schwangen. Nach etwa zehn Minuten – inzwischen tat mir der Hintern weh – kamen wir an einer Bergkante an, von der man eine wundervolle Aussicht auf Neró hatte. Die Natur schien hier grenzenlos zu sein. Erstmals konnte ich auch einen Blick auf die Flüsse von Neró werfen. Sie erstreckten sich über den ganzen Planeten und glichen einem Labyrinth, da sie alle ineinander liefen. „Willkommen auf Neró!“, rief Cosmo uns stolz zu, als er von einem Baum sprang und neben uns landete. Da unten ist das Zentrum und Herz unseres Planeten: Die Stadt Nerópólis!“ „Ab hier werdet ihr alleine weiterziehen müssen. Es ist nicht mehr weit bis zur Stadt, doch ich sollte mich dort nicht blicken lassen.“, sagte Luna, die dabei war, sich von uns zu verabschieden. „Warum?“, fragte ich irritiert, doch Luna schüttelte nur lächelnd den Kopf und schwieg dazu. „Ich werde euch alles erklären, sobald wir bei mir Zuhause angekommen sind.“, sagte Cosmo. „Oh man freu ich mich, meinen besten Freund endlich wieder zu sehen!“
So kam es, dass Mika und ich nach Nerópólis kamen und fortan bei Cosmo Zuhause unser Quartier bezogen. Als ich die Leiter endlich hinuntergestiegen war, atmete ich erstmal erleichtert aus. Ich sollte ganz dringend was für meine Kondition tun, wenn ich hier auch nur einen Tag länger überleben will. Cosmos Zuhause bestand aus ein riesigem Baum, der innen hohl war. Es gab mehrere Schichten. In den zwei obersten Schichten befanden sich die Schlafstätten, bestehend aus den Fýllos, danach folgte ein Wohnraum, dann ein Esszimmer und zu guter Letzt noch der Eingang mit einer hölzernen Wendeltreppe, die jedoch nur bis zum Esszimmer führte. Auf Neró wurde übrigens nicht gekocht, da es hier weder Gas noch Strom gab. Kein Wunder, hatten alle Evos doch Angst vor Feuer. Hier wurde alles roh und kalt gegessen und wenn ich sage alles, dann meine ich es auch so. „Moin Dylan, magst du auch einen leckeren Chéli?“, fragte Cosmo mich mit vollem Mund, während er an einem aalförmigen Fisch herumkaute. Ich lehnte dankend ab und setzte mich zwischen ihm und Mika, der sich mit den Früchten von Neró zufrieden gab. „Diese violetten Beeren schmecken irgendwie wie Erdnussbutter.“, meinte Mika, während er sich einen breiten Holzlöffel voll in den Mund schob. „Stopf das nicht so in dich hinein, sonst platzt du.“, warnte ich Mika leicht belustigt. „Ach keine Sorge Dylan, es ist genug für alle da!“, rief eine Stimme die zu Cosmos Mitbewohner und bestem Freund gehörte. Sein Name war Π:Evo-1703, doch Mika und ich nannten ihn Sonny! Wie alle Evos hatte auch Sonny eine orangefarbene Haut. Doch im Vergleich zu Cosmo war er etwas kleiner und schmächtiger. Zudem hatte er grüne und keine sonnengelbe Haare wie Cosmo. Die Beiden waren schon seit ihrer Kindheit beste Freunde, denn Cosmo kam Sonny einmal zur Hilfe, als dieser von einer fleischfressenden Báladónti beinahe verspeist wurde. Sonny hatte nämlich ein ganz besonderes Talent: Das Talent sich stets in ausweglose Gefahren zu manövrieren! Er war nicht dumm oder schwach, aber ein wenig tollpatschig und unachtsam. Dafür war er aber ein sehr netter Kerl, der immer ein Lächeln im Gesicht vorzuweisen hatte und auch sonst für jeden Spaß zu haben war. „Hier Cos fang!“, rief Sonny seinem Freund zu und warf ihm im hohen Bogen eine Scheibe Lachanikódískos, eine Art Gemüsetoast, zu, die Cosmo mit seinem Schwanz in der Luft auffing. Die Beiden haben sich darauf geeinigt, sich in unserer Gegenwart mit den Namen anzusprechen, die wir ihnen gegeben haben. Das ersparten mir und Mika zum Glück viele Fragezeichen im Kopf. „Meine Mum hat immer gesagt, mit Essen spielt man nicht.“, sagte Mika, während er ebenfalls auf einer Lachanikódískos rum kaute. „Ganz ehrlich: Ich finde es hier genial!“ Sonny und Cosmo grinsten sich gegenseitig zu, während mir kurz der Gedanke kam, dass Mika für immer hier bleiben könnte und ich auf der Erde dann endlich meine Ruhe vor ihm hätte. „Deine Mum hat aber leider Recht.“, sagte Cosmo schließlich. „Lass dir von Sonny erzählen, wie er mal versucht hat einen Láspichoirídio zu essen. Die Sauerei könnt ihr euch nicht vorstellen!“ „Ein was?!“, stießen Mika und ich gleichzeitig aus, wir sahen uns an und grinsten beide. „Sowas Ähnliches wie eure Schweine, nur dass diese bei uns nicht zum Essen geeignet sind und eine monstermäßige Sauerei hinterlassen.“, erklärte Cosmo uns. „Seid also froh, dass ihr Mütter und auch Väter habt. Wir Evos haben keine Eltern. Nur sowas wie Geschwister, wenn sie von derselben Gattung abstammen. Sonny ist ein Pi und von seiner Gattung gibt es noch sechs weitere Evos.“ „Ja, ich bin aktuell die Nummer Sieben und bringe euch Glück!“, rief Sonny stolz und breit lächelnd. „Und wie viele gibt es noch von deiner Art?“, fragte ich anschließend Cosmo. Cosmos Lächeln verschwand langsam und ein trauriger Blick war zu erkennen. „Ich bin derzeit der einzige Omikron. Ich bin der letzte meiner Art!“ Mika und ich blickten ihn schockiert an und keiner von uns Beiden stellte eine weitere Frage. Ich konnte mir auch so denken, was mit den restlichen Omikrons geschehen war, denn nach dem Brand bei den Alisters erzählte er mir, dass er bedeutsame Personen bei einem Feuer verloren hat. Zu allem Übel hat ein Mensch damals das Feuer gelegt. Ich fragte mich, was damals vorgefallen war, doch wollte ich Cosmo nicht bedrängen, denn der Schmerz zeichnete sich noch immer deutlich in seinem Gesicht ab. Zum Glück war es Sonny, der das Thema wechselte: „Sagt mal, müsst ihr nicht langsam mal los?“ Mika und ich zuckten nur mit den Schultern, denn wir hatten auf Neró jegliches Zeitgefühl verloren. Doch Cosmo, der aus seinen Erinnerungen gerissen wurde, wusste Bescheid und so kam es, dass wir Drei uns bald auf den Weg machten, denn wir hatten eine Audienz beim Herrscher der Evos!
Fortsetzung folgt ... am Donnerstag, den 3.August 2023!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. In dieser Zeit befand er sich zudem auf dem Planeten Neró, Cosmos Heimatplaneten. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; in der Schule gibt er sich gerne als Klassenclown; er weiß das Cosmo kein Mensch ist. Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Sie weiß einiges über die Evos, da sie wie Dylan einen Evo an der Seite hat - Luna. Ihr Verhältnis zu Dylan ist über die Wochen hinweg besser geworden. Luna Alister (N:Evo-900): Ein Evo, der bei Ariana und ihrer Mutter lebt. Anders als gedacht, ist sie nicht Arianas Evo, sondern der von Sydney, die sich gewünscht hat, ihre Tochter in Sicherheit zu wissen.
Nebenrollen: Chaos (A:Evo-13): -Beschreibung folgt bald- Nyx (B:Evo-26): -Beschreibung folgt bald- Tartaros (B:Evo-39): -Beschreibung folgt bald- Erebos (B:Evo-40): -Beschreibung folgt bald- Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kam er zunächst gar nicht zurecht und den Evos traut er nicht über den Weg … selbst Cosmo nicht! Emmet Harding: Seinen undankbaren Spitznamen „Caterpillar“ hatte er Dylan zu verdanken, der ihn einst als Raupe zeichnete. Er ist zu seinem Vater gezogen und besucht nun eine Theaterschule. Aiden (Δ:Evo-1593): Ein Evo, der sich auf der Erde als Deputy ausgab, um Dylan zu beschützen. Er wurde von Mister Yard – einem Evo-Hunter – erschossen. Dr. Savior: Arzt; behandelte Dylans Mutter vor ihrem Tod und auch Dylan, als dieser im Koma lag. Natalie Winter: Ehefrau von Phil und Mutter von Dylan. Sie starb vor über einem Jahr. Hannibal: Kater der Winters; wurde tot auf dem Friedhof vorgefunden.
Evo-Duden: Neró = Heimatplanet der Evos (Wasser) Evopaláti = Palast auf Neró, indem der Alpha mitsamt den Betas hausiert (Palast)
B:Audienz-98 Auf Neró gab es einen prachtvollen und wahrhaft gigantischen Palast, der alles in den Schatten stellte, was je von Menschenhand auf der Erde erbaut wurde. Von der Bauweise und dem Aussehen war er am ehesten noch mit dem Taj Mahal aus Indien zu vergleichen, nur das der sogenannte Evopaláti ein Zehnfaches größer und mit allerlei Pflanzen überwuchert war. Hinzu kam, dass der Palast direkt vor einer steilen Bergwand stand, von dem mehrere kleine Wasserfälle hinunter flossen und diese nicht nur um den Palast, sondern auch in den Palast flossen. Für mich war das das achte Weltwunder! Mit offenem Mund stand ich davor und glotzte wie verrückt. Ein kurzer Blick zu meiner Linken genügte, um festzustellen, dass es Mika nicht anders erging. „Hubert Cecil Booth würde bei dem Anblick vor Neid erblassen. Sowas Gewaltiges hab ich in meinem ganzen Leben nicht gesehen.“ „Wer zum Geier ist Hubert Cecil Booth?“, fragte ich unwissend. „Ein Konstrukteur … und zwar der von Staubsaugern.“, antwortete Mika mir mit einer kurzen Pause. Noch während wir vor dem Evopaláti standen, kam uns ein Evo entgegen, der langsam die Stufen der Treppe zu uns hinunter stieg. Unten angekommen stellte er sich mit offenen Armen vor uns hin und hieß uns herzlich Willkommen. „Seid gegrüßt Menschen von der Erde und auch du sei gegrüßt O:Evo-1570, denn wir haben dich schon sehr vermisst. Willkommen im Evopaláti! Mein Name ist Erebos und ich bin der viertranghöchste Diener unseres großen Herrschers, unserem Alpha!“ Ich musterte Erebos von oben bis unten. Er hatte kurzes schwarzes Haar und war passend dazu komplett in Schwarz gekleidet. Lediglich seine orangefarbene Haut brachte etwas Farbe ins Spiel. Er wirkte wie ein Butler oder Sekretär und vermutlich sollte er auch genau diesen Eindruck erwecken. Doch Cosmo warnte uns bereits vor, denn Erebos gehörte zu den fünf mächtigen Betas, die dem Alpha persönlich unterstellt waren. Nach außen hin gab sich Erebos harmlos, doch seine innere Kraft war bestimmt ungeheuerlich. „Wenn ich Sie dann in den Thronsaal führen dürfte. Der Herrscher von Neró und allen Evos erwartet Sie bereits.“ Auf den ersten Blick wirkte Erebos freundlich, doch insgeheim wusste ich, dass wir nun die Höhle des Löwen betraten. Als wir den Evopaláti betraten, war der Wow-Effekt nicht minder gering. Allein die Eingangshalle war enorm groß, da ich die Decke vom Boden aus nicht erkennen konnte. Dabei dienten Baumstämme als Säulen, die so massiv wirkten, dass es den Anschein hatte, als würde selbst ein Rammbock an ihnen abprallen. Doch trotz der Pflanzen und des dahinplätschernden Wassers wirkte es im Palast duster und unheilvoll. Ein beklemmendes Gefühl breitete sich in mir aus und mir stellte sich die Frage, ob wir hier jemals wieder lebend rauskamen. Erebos führte uns vor ein gigantisches Holztor mit Steinumrandung. Im Tor selber waren Figuren eingraviert, die ich bei genauerem Betrachten als Evos identifizierte. „Das sind all unsere bisherigen Herrscher über Neró. Unser Planet hatte bisher insgesamt dreizehn Herrscher, inklusive des Jetzigen, den bisher Machtvollsten aller Alphas!“, erklärte Erebos uns, als er sah, wie Mika und ich das Tor in Augenschein nahmen. „Hm … das Tor sieht ziemlich schwer aus. Wie öffnet man das?“, fragte Mika skeptisch. In Erebos Gesicht war ein kurzes Lächeln zu erkennen, bevor er sich aufrecht vor das Tor stellte und seine Hände ausstreckte, ohne es zu berühren. Die Anspannung wuchs in mir und ich versuchte nicht zu blinzeln, um auch ja kein Detail zu übersehen. Erebos schien ungeheure Kräfte in sich zu bündeln. Plötzlich war eine machtvolle Druckwelle aus seinen Händen zu spüren, mit denen er das Tor zu öffnen begann. Mika und mir klappte der Mund weit auf, während Cosmo wenig begeistert wirkte. „Tretet nun ein.“, sagte Erebos, nachdem das Tor weit offen stand und uns den Weg freigab. Cosmo ging voran und betrat den Thronsaal als Erster, Mika und ich folgten ihm, während Erebos die Nachhut bildete und das Tor wieder schloss. Nun gab es kein Entrinnen mehr! Der Thronsaal war enorm groß, doch außer einem Herrschersitz war der Saal leer und mir lief es eiskalt den Rücken runter. Meine Augen waren nach vorne gerichtet auf die drei Evos, die sich bereits im Saal befanden. Links und rechts neben dem Thronsitz standen zwei weitere Betas. „Rechts seht ihr Tartaros, den drittranghöchsten Diener unseres großen Herrschers.“, erklärte Erebos uns und deutete auf den Beta mit schwarzen schulterlangen Haar und vielen Narben im Gesicht. „Und links seht ihr Nyx, die erstranghöchste Dienerin unseres großen Herrschers.“ Erstmals traf ich außer Luna auf einen weiteren weiblichen Evo. Auch sie war komplett in Schwarz gehüllt, doch trug sie noch zusätzlich einen schwarzen Schleier um ihren Hals und Ohrringe, die ihre Weiblichkeit betonten. Doch mein Hauptaugenmerk lag auf die Mitte der Beiden, denn im Thronsitz saß der Herrscher von Neró, der Alpha! Seine Erscheinung wirkte machtvoll und düster. Auch er war komplett in schwarze Kleidung gehüllt, doch trug er noch einen Umhang, dessen Innenseite rot war. Im Gegensatz zu seinen Dienern hatte er keine Haare mehr auf dem Kopf, was ihn jedoch nicht weniger eindrucksvoll wirken ließ. Als er seine pechschwarzen Augen auf uns richtete, war mir so, als würde ich durchbohrt werden. Eine böse Aura ging von diesem Evo aus und ich musste einmal kräftig schlucken. Zum ersten Mal seit unserer Ankunft auf Neró, bereute ich es, mit Cosmo mitgegangen zu sein. Doch nun gab es kein Zurück mehr! „DAS ist unser Herrscher!“, rief Erebos mit erhobener Stimme. „Unser Alpha – sein Name ist CHAOS!“ Es geschah wie aus heiterem Himmel. Als der Name des Alphas fiel, durchströmten Erinnerungen mein Gehirn. Erinnerungen an meine Vergangenheit, über meine Mutter und über meinen Vater, aber auch über Emmet. Dann sah ich mich, wie ich am Silvesterabend vom Baumhaus in unseren Pool stürzte und Ariana mir rettend zur Hilfe eilte. Ich sah mich, wie ich ins Krankenhaus eingeliefert wurde und Dr. Savior meinem Dad mitteilte, ich würde auf unbestimmte Zeit im Koma liegen. Mein Körper mag zwar im Krankenhaus gelegen haben, aber mein Geist wanderte durch Zeit und Raum. Der Kuss mit Cosmo schuf eine neue Verbindung zwischen Mensch und Evo, die es so noch nicht gab. Als gäbe es mich plötzlich zweimal, projizierte sich mein Körper auf Neró. Es fühlte sich so echt an, doch war es nur eine leere Hülle, die meine Seele in Beschlag nahm. Ich kämpfte im Wasser ums nackte Überleben, als die Strömung mich mit sich zog, doch dann entdeckte mich ein Evo und rettete mir das Leben. Es war Aiden! Er zog mich aus dem Fluss und rief mir Fragen zu, die für mich keinen Sinn ergaben: „Du bist ein Mensch, aber wie…, woher kommst du? Bist du aus dem Evopaláti entflohen? Wolltest du dich umbringen, bevor es unsere Krieger tun?“ Ich war zu erschöpft um ihm zu antworten und als ich mich umsah, wusste ich auch nicht, wo ich mich eigentlich befand. Erst später erfuhr ich, dass ich mich auf Neró, dem Heimatplaneten von Cosmo, befand. Meine Erinnerungen schienen allmählich zurückzukehren und immer mehr Bilder, die vorher verschwommen waren, wirkten nun klar und deutlich. Als ich nun dem Alpha gegenüber stand, erinnerte ich mich auch wieder daran, dass dies nicht meine erste Audienz bei ihm war. Ich war dem Alpha schon einmal begegnet, doch sein Name löste nun leichte Panik in mir aus, denn eine weitere Erinnerung wurde in mir hervorgerufen. Die Erinnerung an den Todestag meiner Mutter, als wir meinen Kater Hannibal auf einem Grab tot vorfanden, mit der Inschrift: „Das war erst der Anfang, denn jetzt beginnt das CHAOS!“ Ich schluckte erneut, als der Alpha sich langsam von seinem Thron erhob und er ein Lächeln aufsetzte, welches selbst den Tod einfror.
Fortsetzung folgt ... am Samstag, den 5.August 2023!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut und nach mehreren Küssen mit Cosmo, landete Dylan im Koma. In dieser Zeit befand er sich zudem auf dem Planeten Neró, Cosmos Heimatplaneten. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er zieht seine Kräfte aus Wasser, wohingegen er Angst vor Feuer hat. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Sein Ziel: Dylan´s Wunsch erfüllen! Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; in der Schule gibt er sich gerne als Klassenclown; er weiß das Cosmo kein Mensch ist.
Nebenrollen: Chaos (A:Evo-13): Der Alpha und Herrscher aller Evos. Er ist der mächtigste Evo! Nyx (B:Evo-26): Ein Beta und die ranghöchste Dienerin des Alphas. Gaia (B:Evo-30): -Beschreibung folgt bald- Tartaros (B:Evo-39): Ein Beta und der drittranghöchste Diener des Alphas. Erebos (B:Evo-40): Ein Beta und der viertranghöchste Diener des Alphas. Er hat die Position des Sekretärs inne und kann mit seiner Kraft Druckwellen hervorrufen. Eros (B:Evo-44): -Beschreibung folgt bald- Sonny (Π:Evo-1703): Ein Pi und der beste Freund und Mitbewohner von Cosmo auf Neró. Aiden (Δ:Evo-1593): Ein Evo, der sich auf der Erde als Deputy ausgab, um Dylan zu beschützen. Er wurde von Mister Yard – einem Evo-Hunter – erschossen.
Evo-Duden: Neró = Heimatplanet der Evos (Wasser) Evopaláti = Palast auf Neró, indem der Alpha mitsamt den Betas hausiert (Palast)
Γ:Gesetze-99 „Ich bin der Alpha, mein Name ist Chaos und ich herrsche über den Planeten Neró!“ Als Chaos seine Stimme erhob, stand jeder im Saal stramm, als wären sie gelähmt vor Furcht. Er sprach nicht zu schnell, aber dafür sehr kraftvoll, so dass ich jedes Wort verstand. „Ich bin der Alpha und mein Wort ist das Gesetz, denn ich bin der Alpha!“ „So langsam wissen wir, dass er der Alpha ist.“, flüsterte Mika mir genervt ins Ohr. „Kniet nieder, vor unserem großen Herrscher!“, forderte Tartaros mit tiefer Stimme uns auf und da sein Blick sehr bedrohlich war, folgten wir seinen Anweisungen. Cosmo kniete sich als Erster nieder und nach kurzem Zögern, schlossen Mika und ich uns ihm an. Mit gesenkten Köpfen knieten wir uns nun vor dem Alpha und ich verspürte Angst, dass man mir zugleich den Kopf abschlagen würde. Was für eine machtvolle Aura, die von den ranghöchsten Evos ausging. „Steht auf!“, forderte Chaos uns nach einiger Zeit auf und wir taten es. Er kam langsam auf uns zu und musterte mich und Mika eingehend, bis er vor Cosmo zum Stehen kam. Ich schluckte. Was würde er mit Cosmo anstellen? Schließlich war er es, der die Evo-Hunters zur Erde geschickt hat. „Du warst lange fort O:Evo-1570.“, sagte er schließlich. „Du bist der letzte Omikron und wir haben sehr unter deiner Abwesenheit gelitten. Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen?“ „Mein Gebieter.“, sprach Cosmo und das mit einem unterwürfigen Ton, den ich so gar nicht von ihm kannte. „Ich befand mich auf einer langen Reise, als ich Opfer des Wunschprozesses wurde.“ Opfer? Fühlte sich Cosmo etwa wie ein Opfer? In meinen Ohren klang das sehr verletzend. „Natürlich. Der Wunschprozess. Die Menschen aus der Milchstraße.“, nickte Chaos, der überraschend verständnisvoll auf mich wirkte. „Es tut mir Leid, dass du ein Opfer jenes Wunschprozesses wurde, wo du doch so wichtig für uns bist. Wie ich schon sagte: Du bist der letzte Omikron und wir können es uns nicht leisten, dass deine Rasse ausstirbt.“ „Warum haben Sie dann versucht ihn umzubringen?“, fragte ich verwirrt und zornig. Mit einem Mal hatte ich die Aufmerksamkeit aller sich im Raum befindenden auf mich. Zu spät erkannte ich, was da aus meinem Mund sprudelte, ohne genauer vorher darüber nachzudenken. Als Chaos mich mit seinen pechschwarzen Augen anstarrte, fühlte ich mich, als würde ein Bohrer mein Herz und meine Seele durchbohren. „Verzeiht, ich wollte nicht…“ Chaos hielt seine Hand in die Höhe, womit er mich zum Schweigen aufforderte. „Du bist der Mensch, warum O:Evo-1570 auf der Erde gelandet ist, richtig?“ Ängstlich nickte ich. „Du hast Recht. Die Evo-Hunters haben die Aufgabe, die abtrünnigen Evos zu eliminieren. Das ist ein Gesetz, dass schon seit mehreren Millionen Jahren Bestand hat und von einem meiner Vorgänger festgesetzt wurde. Doch nicht alle Evo-Hunters stehen unter meinem Befehl. Einige von ihnen leben schon seit vielen Jahren auf eurem Planeten, mit der Aufgabe, jene Evos zu eliminieren, die Opfer des Wunschprozesses wurden. Sie wussten vermutlich nicht, dass O:Evo-1570 unser letzter Omikron ist, sonst hätten sie niemals so gehandelt. Ich bitte um Verzeihung, wenn ihr deswegen Schwierigkeiten hattet.“ Hatte ich gerade richtig gehört? Der Alpha, der Herrscher aller Evos, bat uns um Verzeihung?! Ich war erstaunt, auch wenn ich nur schwer vergessen konnte, was ich aufgrund der Evo-Hunters alles durchmachen musste. „Ihr müsst wissen, dass alle Evos wie meine Söhne und Töchter sind, auch wenn unsere Verbundenheit eine andere ist, als die von euch Menschen.“ „Mein Gebieter, vergesst nicht, warum wir heute alle hier sind.“, sagte Nyx, die bisher still im Raum stand und das Geschehen aus der Ferne beobachtete. Als sie ihre Stimme erhob, war es so, als würde eine Schlange zu Sprechen anfangen. Sie und Tartaros machten mir inzwischen mehr Angst als Chaos. Der Herrscher ging ein paar Schritte durch den Saal, während keiner von uns seinen Platz verließ. Irgendwann blieb er erneut vor Cosmo stehen und sagte: „Dir ist doch hoffentlich bewusst, dass es verboten ist, Menschen mit auf unseren Planeten zu bringen.“ Wenn Cosmo ein kleines Häuschen war, dann war Chaos eine Festung, so breit und groß gebaut war er. „Du kennst unsere Gesetze und dennoch hast du zwei Menschen hierher gebracht. Wieso frage ich mich.“ „Es gab auf der Erde ein unvorhergesehenes Ereignis.“, antwortete Cosmo ihm. „Die Menschen … sie haben mich in meiner wahren Gestalt gesehen. Meine Tarnung war aufgeflogen und zum Schutze der beiden Jungs, hab ich sie hierher gebracht. Ich weiß, dass das keine Entschuldigung ist, aber ich hatte keine andere Wahl. Bitte, das müsst ihr mir glauben!“ Chaos kniff leicht die Augen zusammen und ich glaubte ein Lächeln in seinem Gesicht zu sehen. „Sie scheinen dir ja sehr ans Herz gewachsen zu sein, diese zwei Jungs. Wie heißen sie eigentlich?“ „Das hier ist Dylan und sein Name ist Mika.“, antwortete Cosmo ihm, während er nacheinander auf uns zeigte. „Dylan … Dylan?“ Chaos stutzte bei meinem Namen. „Er ist der Junge, der schon einmal hier gewesen ist.“, erklärte Erebos, der etwas im Abseits stand. Und nun schien bei Chaos der Groschen gefallen zu sein. „Ach genau richtig. Der Junge, den Δ:Evo-1593 aus dem Fluss zog und vor dem Ertrinken rettete und danach an unseren Festspielen teilnahm. Was ist eigentlich aus Δ:Evo-1593 geworden? Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen.“ „Er ist vor ein paar Tagen auf der Erde ums Leben gekommen.“, erklärte Cosmo ihm. Ich brauchte eine Weile, bis ich begriff, dass sie über Aiden sprachen. „Das ist jammerschade. Er war ein ausgesprochen cleverer Evo.“, gab Chaos leicht betrübt wirkend von sich. „Hm … wohl nicht clever genug, wenn ihm das das Leben gekostet hat.“ „Mein Herr, was gedenkt ihr nun mit ihnen zu tun?“, fragte Nyx ungeduldig. „Hm … eine gute Frage, dessen Antwort wohlbedacht sein mag.“, meinte Chaos ruhig. „Ich werde darüber nachdenken und meine Entscheidung nach den Festspielen verkünden. Bis dahin können die zwei Menschen unter einer bestimmten Voraussetzung auf Neró bleiben, doch auch sie müssen sich an die Gesetze, MEINE Gesetze halten! Nyx, Tartaros, Erebos, zählt ihnen die Gesetze auf!“ Die drei Betas folgten der Anweisung ihres Herrschers und zählten abwechselnd die Gesetze auf. Mika und ich hörten aufmerksam zu: „1. Der Alpha steht über allen Evos auf Neró und alle, ohne Ausnahme, sind verpflichtet ihm zu gehorchen, ihm zu dienen und sich ihm nicht zu widersetzen! 2. Die Betas sind nach dem Alpha die ranghöchsten Evos auf Neró. Es ist nicht gestattet, sich ihnen in den Weg zu stellen! 3. Es ist den Evos untersagt, sich auf Neró in andere Lebensformen oder Objekte zu verwandeln, sofern sie keine Genehmigung vom Alpha haben! 4. Kämpfe sind auf Neró untersagt. Geht respektvoll miteinander um! 5. Sobald die Nacht hereinbricht, herrscht Ausgangssperre auf ganz Neró. Jeder Evo muss zuhause bleiben! 6. Jeder Evo, der dem Wunschprozess widerfällt, gilt als abtrünniger Evo, der von den Evo-Hunters eliminiert werden muss! 7. Es ist untersagt, Menschen nach Neró zu bringen!“ Beim siebten Gesetz bekam ich Bammel. Cosmo hatte mehr als nur ein Gesetz gebrochen und ich fragte mich, wie sich Chaos entscheiden würde. Das Cosmo offensichtlich der letzte Omikron war, verschaffte ihm zumindest einen klaren Vorteil. „Danke. Das achte und letzte Gesetz werde ich persönlich aussprechen.“, sagte Chaos, der mit ernster Miene vor uns stand. „Jeder Evo der auch nur eines der Gesetze bricht, wird mit dem Tode bestraft!“ Ich warf sofort einen Blick zu Cosmo, der diesen jedoch nicht erwiderte. „Ich erkläre unser Treffen hiermit für beendet.“, sagte Chaos. „Ihr dürft nun gehen. Erebos wird euch hinausführen.“ Cosmo nickte seinem Herrscher dankend zu, bevor er sich umdrehte und wir es ihm gleich taten. Doch dann hielt Chaos uns doch noch zurück: „Moment. Ich sagte doch, dass die Menschen nur unter einer bestimmten Voraussetzung bleiben können.“ Mika und ich warfen uns beunruhigende Blicke zu, als Chaos plötzlich mit seiner Hand auf Mika deutete. „Du! Du wirst hier bleiben und an unseren Festspielen teilnehmen. Tartaros wird dich zu Gaia führen, sie ist meine zweitranghöchste Dienerin und wird dich auf das vorbereiten, was dich erwartet.“ Mika sollte was? Was soll Mika bei diesen Festspielen denn bitte machen? Mir brannten einige Fragen auf der Zunge, doch Cosmo warf mir warnende Blicke zu, dass ich damit warten sollte, bis wir den Evopaláti verlassen hatten. Mika wirkte unsicher und ängstlich, doch keiner widersetzte sich dem Alpha und so trat er zu Tartaros, der ihn aus dem Thronsaal führte. Bevor Cosmo und ich Erebos ebenfalls aus dem Saal folgten, blickte ich noch einmal zum Alpha, der sich wieder auf seinen Thron niederließ und sich mit Nyx beriet. Er bemerkte meine Blicke und bevor sich das Tor hinter mir zuzog, breitete sich ein eiskaltes Lächeln auf dessen Gesicht aus. Erebos führte uns aus dem Palast und ich wusste nun nicht, ob dieses Treffen für uns gut lief, oder eher schlecht, doch Cosmos Aussage, nachdem wir alleine waren, war mir Antwort genug: „Jetzt stecken wir knietief in Evoscheiße!“
„Gaia wird sich um Mika kümmern.“, sagte Cosmo, als er mit Sonny und mir im Wohnbereich seines Baumhauses saß und wir die Ereignisse im Evopaláti Revue passieren ließen. „Gaia? Das ist gut. Vielleicht kommt er dann mit einem blauen Auge davon.“, entgegnete Sonny. „Wer ist Gaia?“, fragte ich nach wie vor beunruhigt. „Sie ist die zweitranghöchste Dienerin von Chaos und eine sehr starke Beta-Kriegerin.“, antwortete Sonny mir. „Im Gegensatz zu den Betas die du bereits kennengelernt hast, lässt sie sich von Chaos nicht alles gefallen. Sie setzt sich für uns Evos ein, wo sie nur kann und hat das Herz am rechten Fleck. Dennoch muss sie natürlich Acht geben. Chaos hat sie ganz besonders im Visier und sollte sie sich was zu Schulden kommen lassen, wird er sie ‚auswechseln‘.“ „Auswechseln? Was bedeutet das denn schon wieder?“, fragte ich verwirrt. „Das bedeutet, dass er sie umbringt, woraufhin ein neuer Beta geboren und ihren Platz einnehmen wird.“, erklärte nun Cosmo mir. „Du musst wissen, dass es immer nur fünf Betas geben kann, keinen mehr und keinen weniger. Bei Eros macht er das ständig. Eros ist sein fünftranghöchster Diener und im Verhältnis zu den anderen Betas eher schwach und friedfertig. Chaos bringt ihn ständig um, weil er ihn nicht lange ertragen kann, aber er wird natürlich immer wieder neu geboren.“ „O-Okay … euer System verwirrt mich noch zu sehr, als das ich das alles verstehen würde, aber bedeutet das, dass Gaia und Eros nicht unsere Feinde sind?“, fragte ich unsicher. „Mit etwas Glück … sind sie machtvolle Verbündete.“, antwortete Cosmo mir und erstmals seit unserer Rückkehr aus dem Palast, ließ er sich zu einem Lächeln hinreißen. Das Mika im Palast bleiben musste, ließ ihn vermutlich genauso wenig kalt wie mich. „Aber jetzt mal im Ernst … euer großer Herrscher machte auf mich einen ganz vernünftigen Eindruck.“, sagte ich ehrlich. „Gut, seine Erscheinung ist ziemlich furchteinflößend, aber er hat sich sogar bei dir entschuldigt! Auf mich machte er einen ganz ordentlichen Eindruck…“ „Dylan…“ Cosmo wollte etwas sagen, doch Sonny funkte ihm dazwischen. „Überlass das mir.“, sagte er. „Du magst ihn auf den ersten Blick für einen fairen Herrscher halten, aber nur, weil du noch nicht hinter seine Fassade geguckt hast. Wir leben in einer Diktatur, durch die Gesetze die er aufgestellt hat.“ „Was ist an einem Gesetz so schlimm, dass Kämpfe untereinander verbietet?“, fragte ich verständnislos. „Kriege sind was Schlimmes…“ „Gegen dieses Gesetz ist gar nichts einzuwenden, aber … ach wenn die Festspiele stattfinden, wirst du es ja selber sehen.“, entgegnete Sonny, der nicht zufrieden wirkte. „Tatsache ist, dass Chaos und seine unterwürfigen Betas die Macht auf Neró und über alle Evos haben. Grenzenlose Macht!“ „Ihr macht aus diesen Festspielen ein ganz schönes Geheimnis…“, meinte ich langsam genervt. Cosmo und Sonny tauschten kurze Blicke miteinander aus, bis Cosmo mir antwortete: „Sorry, aber es ist wirklich besser du siehst es mit deinen eigenen Augen. Sonst würdest du uns eh nicht glauben.“
Fortsetzung folgt ... am Dienstag, den 8.August 2023!