Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell und hegt Gefühle für seinen Mitschüler Emmet. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Er tritt der Basketball-Schulmannschaft bei. Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr.
Nebenrollen: Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; Klassenclown; scheint etwas zu verbergen. Sydney Alister: Mutter von Ariana und Kollegin von Phil Natalie Winter: Ehefrau von Phil und Mutter von Dylan; Verstorben. Hannibal: Kater der Winters.
Θ:Backen-32 Als ich das Schlafzimmer meines Dad´s verließ, hörte ich bereits wieder stimmungsvolle Musik aus der Küche erklingen. Cosmo war schon auf den Beinen und ließ mal wieder ordentlich die Sau raus! Doch das störte mich nicht weiter und ich schlurfte zunächst einmal ins Bad, um zu Duschen, mir die Haare zu kämmen und mir die Zähne zu putzen. Danach ging ich zurück in mein Zimmer und zog mir meinen Lieblingspullover an. Es war ein selbstgestrickter brauner Pulli mit dem Anfangsbuchstaben meines Namens bespickt. Meine Mum hatte ihn mir letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt… Nachdem ich vollständig angekleidet war, ging ich langsam die Treppe hinunter. Auf dem Weg in die Küche, kam mir Hannibal entgegen, der freundlich schnurrte und sich an meine Beine schmiegte. „Na du großer Krieger!“, sagte ich und hob den Kater lächelnd in die Höhe. Ich nahm ihn in die Arme und ging mit ihm zusammen in die Küche, wo mich eine evotastische Katastrophe erwartete. Die Küche glich einem Schlachtfeld der Sondergleichen. Dagegen sah das Badezimmer einst noch ordentlich aus, als Cosmo sich darin austobte. Offenbar hatte Cosmo versucht zu backen, denn in er gesamten Küche lag Mehl verstreut – auf dem Tresen, auf dem Tisch, auf dem Boden, sogar in den Blumen, die Sydney uns am ersten Advent geschenkt hat. Doch unter all dem Mehl befanden sich auch noch allerlei andere Zutaten: Kaputte Eier, Schokoraspeln, Zucker und Salz, sowie Sahne, die gerade vom Stuhl tropfte. Dazwischen befand sich ein singender und tanzender Cosmo, der sich eine Schürze umgebunden hatte, die aber schon ziemlich verschmutzt war. Mir wären wahrscheinlich die Augen rausgefallen, wären sie nicht in mir festgewachsen. Hannibal miaute einmal kräftig. „WAS ZUM EVO TREIBST DU HIER?!“, stieß ich laut aus und erst jetzt bemerkte Cosmo mich. Cosmo war guter Dinge und lächelte mich an. In der Hand hielt er eine Rührschüssel, indem ein Rührbesen lag und irgendeine zusammengepantschte blaue Masse. „Einen wunderschönen guten Morgen! Ich hoffe du hast nichts dagegen, dass ich mich hier ein wenig ausgebreitet habe. Ich wollte deinem Vater unbedingt eine Freude bereiten!“ „Eine Freude, womit? Indem du unsere Küche in einen Saustall verwandelst?!“, schrie ich Cosmo an, woraufhin Hannibal aus meinen Armen sprang und schnell aus der Küche rannte. Cosmo verging das Lachen und blickte sich in der Küche um. „Ich gebe ja zu, dass es etwas ausgeartet ist, aber hier befinden sich weder Säue noch Heu, um es als einen Saustall zu bezeichnen…“ Ich knurrte und verfluchte alle Evos. „COSMO!“ „Ja, der bin ich.“, erwiderte Cosmo gelassen und schleckte sich kurzerhand die Finger ab, an denen noch Teigreste und die blaue Masse klebten. Ich schaute ihn böse an. Da sagte Cosmo mit völliger Begeisterung: „Du kommst übrigens gerade rechtzeitig. Der Kuchen ist gleich fertig!“ Cosmo tanzte durch Mehl und Eier auf dem Boden hindurch und öffnete die Mikrowelle. Er zog einen Kuchen heraus, der jedoch in sich zusammen gefallen war und auch sonst sehr unappetitlich aussah. „Kuchen? Wieso backst du einen Kuchen?“, fragte ich verstört. „Na weil dein Dad doch heute Geburtstag hat und ich ihm damit eine Freude bereiten wollte.“, antwortete Cosmo mir nun etwas betrübt, weil ich ihn andauernd so böse anstarrte. „Mein Dad hat heute nicht Geburtstag.“, erklärte ich Cosmo wütend. „Er hat erst im Februar und überhaupt, wie kommst du auf solch einen Schwachsinn?!“ „In eurem Kalender ist beim heutigen Tag eine Torte eingezeichnet und da ich von Mika weiß, dass du im Juni Geburtstag hast, dachten er und ich, dass es sich um den Geburtstag deines Vaters handeln muss.“ Cosmo sah mich unschuldig an und wie so oft konnte ich ihm nicht böse sein, doch… „Erstens: Die Torte im Kalender symbolisiert tatsächlich einen Geburtstag – jedoch den von meiner Mum, die ihn aber leider nicht mehr feiern kann. Mein Dad hat wohl vergessen ihn heraus zu streichen. Zweitens: Mika ist ein Vollidiot und wenn ich ihn sehe, dann prügle ich ihn windelweich. Drittens: Kuchen backt man nicht in einer Mikrowelle, sondern in einem BACKofen!“ „Oookay, jetzt kann ich verstehen, wieso du so miese Laune hast.“, sagte Cosmo hinterher und stellte den Kuchen auf dem Tresen ab. Ihm schien dieser Irrtum sehr Leid zu tun. „Schon gut.“, sagte ich schließlich, nachdem ich mich auf den letzten sauberen Stuhl niederließ. „Du wusstest es ja nicht besser. Doch das nächste Mal frag mich, anstatt diese Hohlbirne von Mika.“ „Es tut mir Leid. Ich bring das Chaos auch gleich wieder in Ordnung.“, sagte Cosmo, der sich zugleich darin machte, die Küche wieder aufzuräumen und zu säubern. Ich schaute ihm dabei zu, ohne auch nur einen Finger krumm zu machen. Mir war heute ohnehin nicht danach, hilfsbereit zu sein. Ich machte mir noch immer Sorgen darüber, wo mein Dad sich so lange aufhielt. An sein Handy ging er leider nicht und als ich in der Dienststelle anrief, wurde mir mitgeteilt, dass er seit gestern Abend nicht mehr gesehen worden war. Schließlich kam ich noch auf eine letzte Idee. Ich ging aus dem Haus und zu unseren Nachbarn den Alisters rüber. Sydney war die Partnerin von meinem Dad. Sie wisse vielleicht mehr, doch… „Was willst du denn?“, fragte mich Ariana, die mich missmutig ansah, als sie mir die Haustür öffnete und ich vor ihr stand. „Ist deine Mum zuhause?“, fragte ich möglichst freundlich, auch wenn mir nicht danach war. „Nein.“, antwortete Ariana mir lediglich. „Und jetzt entschuldige mich, ich hab zu tun.“ Ariana wollte mir schon die Tür vor der Nase zuschlagen, doch blockte ich die Tür mit meiner Hand ab. „Bitte Ariana! Mein Dad ist nicht nach Hause gekommen und ich mach mir Sorgen. Wenn du etwas weißt, dann bitte sag es mir!“ Es sah mir eigentlich überhaupt nicht ähnlich, beim „Feind“ zu betteln, doch mein Dad war mir mit das Wichtigste im Leben und es wert. Ariana hielt schließlich inne und legte ihre unfreundliche Haltung mir gegenüber das erste Mal ab. „Dein Dad ist verschwunden? Tut mir Leid, aber ich weiß wirklich nichts und meine Mum wollte nur kurz zum Einkaufen.“ In Arianas Stimme lag Mitgefühl und eine Spur von Ehrlichkeit. „O-Okay. Danke trotzdem.“, sagte ich, wenn auch alles andere als glücklich. Doch immerhin warf mir Ariana ein aufmunterndes Lächeln zu, ehe sie die Tür hinter sich verriegelte. Als ich wieder in mein Haus ging, war die Küche bereits blitzblank. „Wow, das ging schnell!“ „Ich bin eben nicht nur ein Meisterbäcker, sondern auch ein Meisterputzer!“, erwiderte Cosmo sich selbst lobend und ich schüttelte lächelnd mit dem Kopf. „Du hast da was übersehen, Meisterputzer…“, sagte ich und deutete auf den missratenen Kuchen. „Oh kein Problem.“, sagte Cosmo, der zugleich seinen Körper in seine wahre Gestalt veränderte, dann seinen Mund weeeeeeit aufriss und den Kuchen mit einem Bissen hinunterschlang.
Fortsetzung folgt ... am Samstag, den 3.Dezember 2022!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell und hegt Gefühle für seinen Mitschüler Emmet. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Er tritt der Basketball-Schulmannschaft bei. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr.
Nebenrollen: Natalie Winter: Ehefrau von Phil und Mutter von Dylan; Verstorben.
Ι:Alkohol-33 Cosmo und ich saßen im Wohnzimmer und warteten gespannt ab, ob mein Dad nach Hause kommen würde. Ich sprach kein Wort und auch Cosmo war mucksmäuschenstill. Ich schaute zum Kaminsims, auf dem eine kleine Uhr stand. Der Tag zog von dannen und draußen wurde es bereits wieder dunkel. Meine Sorgen wurden von Stunde zu Stunde größer und schlimmer. Was wenn ihm was zugestoßen war? Es könnte auch sein, dass er das Grab von Mutter aufgesucht hat und dort verblieben ist. Dad wo bist du nur? Wieso meldest du dich nicht? Das erinnert mich an einen Tag vor einiger Zeit…
Vor etwa acht Monaten – im April: Regentropfen fielen unaufhaltsam vom Himmel hinunter. Den ganzen Tag über hatte es bereits so stark geregnet. Meine Mum und ich saßen im Wohnzimmer und tauschten kein Wort miteinander aus. Es war dunkel, obwohl es erst drei Uhr nachmittags war, aber die Gewitterwolken ließen der Sonne keine Chance. Wenn ich aus dem Fenster sah, konnte ich bei unserem Gartenhäuschen einen Eimer sehen, der heute Morgen noch leer, jetzt aber randvoll mit Wasser war. Plötzlich klingelte das Telefon. Meine Mum stand wie vom Blitz getroffen auf und nahm den Hörer ab. „Ja, hallo? Phil? Phil, bist du das?!“ Es folgte ein kurzes Schweigen, bis… „Ich verstehe. Trotzdem, haben sie vielen Dank.“ Meine Mum kehrte ins Wohnzimmer zurück und setzte sich niedergeschlagen in den Sessel. Sie war bemüht ihre Tränen im Zaum zu halten. „Was ist los, Mum? Was ist passiert?“, fragte ich sie und fühlte mich selber so hilflos. „Die Deputys haben die Dreier-Diebesbande zwar geschnappt, doch zuvor kam es noch zu einem Schusswechsel, bei dem der Partner deines Vaters tödlich verletzt wurde. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.“, erklärte mir meine Mutter. „Dein Dad soll danach verschwunden sein und keiner weiß wohin.“ Es folgte ein neues Schweigen und ein unerträgliches Warten. Nach etwa einer halben Stunde kam mein Dad dann endlich nach Hause. Sein Zustand war jedoch desaströs… „Jau was guckt ihr denn souu bedöppelt auuus dar Wäsche?!“ Mein Dad war sternhagelvoll. „Phil, wo warst du denn?! Wir haben uns Sorgen gemacht!“, entgegnete meine Mutter ihm völlig aufgelöst. „Hast du etwa getrunken? Boah, du stinkst nach Alkohol!“ „Baby, du bisd so scharrrf, wenn du wutend bisd.“, erwiderte mein Dad betrunken. „Dylan, machst du deinem Dad einen schönen starken Kaffee?!“, bat mich meine Mum drum und ich rannte sodann in die Küche. Dann rief sie noch: „Und bring einen Eimer kaltes Wasser mit!“
„Dad, wo warst du denn?! Wir haben uns Sorgen gemacht!“, rief ich meinem Dad zu, als er abends endlich nach Hause kam. Doch er kam nicht alleine, denn in seiner Begleitung befand sich eine Fahne, die alles Bisherige in den Schatten stellte. „Hast du etwa wieder getrunken? Du stinkst!“ „Waas kümmert´s dich?!“, erwiderte mein Dad betrunken, womit ich inzwischen aber zurechtkam, da dies seit dem Tod seines Kollegen und ganz besonders seit Mum´s Tod öfters vorkam. Nur war es noch nie so schlimm wie heute. „Cosmo, gehst du in die Küche und machst meinem Dad einen schönen starken Kaffee?!“, bat ich erschöpft, während ich versuchte meinen Dad abzustützen, um ihn auf zwei Beinen zu halten. Doch Cosmo sah mich nur verwirrt an und ich wusste wieso. „Du hast keine Ahnung, wie man Kaffee macht, habe ich Recht? Naja, vermutlich auch besser so. Kannst du ihn mir mal kurz abnehmen?“ Cosmo tat wie ihm geheißen, denn er würde alles tun, um irgendwie behilflich zu sein. Anschließend ging ich in die Küche und schaltete die Kaffeemaschine ein. „Also wenn ihn das nicht wieder ein wenig aufpeppt, dann bin ich mit meinem Latein am Ende.“ „Latein? Du kannst doch gar kein La…“, wollte Cosmo sagen, doch fuhr ich dazwischen. „Sprichwort Cosmo, nur ein Sprichwort.“, sagte ich schnell, als ich meinem Dad den heißen Kaffee verabreichte. „So und nun bring ihn mit in den Garten!“ „Was hast du denn vor?“, fragte Cosmo mich verwirrt, als er mir mit meinem handlungsunfähigen Dad hinaus ins Freie folgte. Dort nahm ich all meinen Mut und meine Kraft zusammen, packte meinen Dad am Ärmel und warf ihn in den dicken Schnee. „Oha … Kinder außer Kontrolle, nennt man sowas auf meinem Heimatplaneten.“, sagte Cosmo erstaunt, der mit sowas nicht gerechnet hatte. „Die Abkühlung wird ihm gut tun, vertrau mir.“, sagte ich zu Cosmo. Plötzlich hörte ich meinen Dad lachen. Erst leise und dann immer lauter. Er lag bäuchlings im Schnee, drehte sich jedoch zu uns um, damit wir sein rotes Gesicht erkennen konnten. „War das die Strafe dafür, wie ich dich behandelt habe?“, fragte er mich, während ich ihm angespannt zuhörte. „Deine Mutter würde sich im Grabe umdrehen, wenn sie dich heute so sehen könnte!“ „Mum? Du bringst jetzt tatsächlich Mum mit ins Spiel?!“, schrie ich meinen Dad wütend, enttäuscht und vor allem traurig an. Mein Körper bebte nun regelrecht und ein Vater-Sohn-Bruch schien unausweichlich, wäre da nicht noch Cosmo gewesen. Er packte mich an beiden Armen und zerrte mich zurück ins Haus. Ich versuchte mich gegen ihn zu wehren, denn ich wollte meinem Dad mal gehörig die Meinung geigen, doch Cosmo war stärker – viel stärker. Ich hatte nicht den leisesten Hauch einer Chance, mich seinem Griff zu entziehen. Es fühlte sich an, als würde ich gegen massiven Stein ankämpfen. Das Cosmo so stark war, war mir bisher noch gar nicht bewusst. „Lass mich los Cosmo! Verdammt nochmal, was soll denn das?!“, schrie ich ihn an, als wir in meinem Zimmer ankamen. „Du bist hier nur zu Gast. Mit welchem Recht also…“ Wie aus dem Nichts drückte Cosmo seinen Mund auf meinen und küsste mich. Mit einem Kuss hatte ich an dieser Stelle als Letztes gerechnet. Ich schloss meine Augen und ließ mich auf den Kuss mit ihm ein. Dieser vermaledeite, dumme, naive, aber verdammt gutaussehende Alien soll die Griffel von mir lassen! Wie schon bei unserem ersten Kuss, wurde ich auch dieses Mal wieder in eine völlig andere Welt gezogen. Eine mir unbekannte Welt. Durch den Kuss baute ich mit Cosmo eine Verbindung auf und ich glaubte, dadurch seinen Heimatplaneten Neró zu sehen. Es glich der Zeichnung, die ich zuletzt aufs Papier zauberte. Jedoch hatte ich gar keine Erinnerung mehr daran. Mein Unterbewusstsein muss das Gesehene bei der letzten Verbindung in meinem Gehirn abgespeichert haben. Schließlich löste Cosmo den Kuss und die Verbindung brach wieder ab. „Geht es dir jetzt besser?“ „Ich hasse dich.“, sagte ich lediglich und drehte ihm bockig den Rücken zu. „Ich musste das tun, um dich zu besänftigen. Immerhin hat dir unser letzter Kuss auch schon gefallen.“, sagte Cosmo zu mir, woraufhin ich mich erstaunt umdrehte. „Schau mich nicht so an. Dachtest du etwa, ich hätte unseren Kuss an Halloween vergessen? Ich war zwar betrunken, aber noch bei klarem Verstand! Interessant jedoch, was dieser Alkohol alles anrichten kann…“ „Jetzt hasse ich dich noch mehr.“, sagte ich zu Cosmo und setzte mich auf mein Bett. Doch die Wut über Cosmos Handeln wich schnell bitterer Fassungslosigkeit und Trauer. Mein Dad würde nie mit meiner Homosexualität klar kommen. Meine Mum war tot und mein Dad … ich wusste nicht weiter.
Fortsetzung folgt ... am Dienstag, den 6.Dezember 2022!
Heute ist Nikolaus! Und als kleines Geschenk hat er euch heute gleich zwei Kapitel in den Stiefel ... äh ich meine hier ins Forum gepackt. Ist der Nikolaus nicht ein netter Kerl?
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell und hegt Gefühle für seinen Mitschüler Emmet. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Er tritt der Basketball-Schulmannschaft bei. Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr.
Nebenrollen: Emmet Harding: Mitschüler und Schwarm von Dylan; Zwillingsbruder von Tamara. Tamara Harding: Mitschülerin von Dylan; Zwillingsschwester von Emmet; führt eine geheime Beziehung mit Dixon. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; Klassenclown; scheint etwas zu verbergen. Dixon Waller: Mitglied der Basketball-Schulmannschaft; führt eine geheime Beziehung mit Tamara. Jens Huge: Ein sehr großer Kerl und Mitglied der Basketball-Schulmannschaft. Elijah Richfield: Ehemals bester Kumpel von Mika. Spielten öfters Online-Games zusammen. Seine Eltern sind sehr reich. Er wurde auf eine Privatschule geschickt. Frau Silly: Spanischlehrerin; Sie ist sehr streng, alt und bieder.
K:Schlittschuhlaufen-34 Die Vorkommnisse der letzten Tage hatten mich dazu veranlasst, bei jedem auf Abstand zu gehen. Meinem Vater ging ich aus dem Weg, weil ich noch immer sauer auf ihn war, obwohl größtenteils der Alkohol aus ihm sprach. Einen Tag später hatte er auch solch einen Kater und Erinnerungslücken, dass das Thema bis dato nicht wieder auf den Tisch kam. Cosmo ging ich ebenfalls aus dem Weg. Es war mir unangenehm, dass er mich so aufgelöst sah und dass er mich dann auch noch küsste, brachte das ohnehin schon recht volle Fass gänzlich zum Überlaufen! Nebenbei ging ich auch noch Mika, Ariana und Emmet aus dem Weg. Mika, weil er mich einfach nur nervte, Ariana, weil sie mich einfach nur nervte und Emmet, weil er… „Mister Winter, ich habe Sie etwas gefragt!“ Ich schaute von dem mir vorliegenden leeren Blatt Papier auf und sah zu Frau Silly, die mich mit ernster und ungeduldiger Miene anstarrte. Ihr Blick bohrte sich in meinen Körper. Die olle Krähe soll mir jetzt nicht auch noch auf den Geist gehen! „Ich hab nicht zugehört.“, nuschelte ich vor mich hin. „Bitte was?! Was haben Sie gesagt?!“, fragte mich Frau Silly provokant. „Ich glaube mich verhört zu haben. Sagten Sie soeben, dass Sie meinem Unterricht nicht zugehorcht haben? Ich denke Sie verstehen nicht. Ich halte hier den Unterricht nicht für mich ab, sondern für Sie – für Sie alle hier! Wenn Sie also der Meinung sind, meinem Unterricht keinerlei Aufmerksamkeit mehr zukommen lassen zu müssen, dann verlassen Sie doch bitte das Klassenzimmer. Ich werde dann die Note ‚Ungenügend‘ bei ihnen verzeichnen und alle sind zufrieden.“ Boah, kann die olle Krähe nicht einfach die Klappe halten? Ich kochte vor Wut, meine Pulsadern pochten, doch verlor ich jetzt nicht die Nerven und blieb ruhig, da ich ohnehin schon mit starken Kopfschmerzen zu kämpfen hatte. Ich atmete einmal kräftig durch und sagte: „Keine Sorge Frau Silly, es ist alles gut. Machen Sie doch bitte weiter!“ Meine freundliche Aufforderung schien meine Spanischlehrerin zu irritieren. Sie funkelte mich dennoch weiterhin böse an, nahm jedoch auch den Unterricht wieder auf, als wäre nichts gewesen.
„Das war knapp.“, sagte Emmet zu mir, als ich das Klassenzimmer nach Schulende verließ und er mir folgte. „Ich dachte schon, du würdest der alten Schreckschraube eine donnern!“ „Ich bin kein Gewaltmensch.“, erklärte ich Emmet trocken. Mein Zorn war noch nicht verraucht und auf eine ausgiebige Unterhaltung mit Emmet hatte ich gerade auch keine Lust. „Naja wie auch immer. Hey weißt du was? Ein paar von uns treffen sich heute am zugefrorenen See am Waldrand, um dort Schlittschuh zu laufen. Das Eis ist angeblich dick genug, um ungeachtet darauf rum zu laufen. Hast du auch Bock?“ Emmet sah mich erwartungsvoll an, doch blieb ich ihm die Antwort schuldig. „Komm schon, dass wird sicher lustig. Ich würde mich freuen, wenn du auch kommst.“ Nach diesen Worten verschwand Emmet im Eiltempo zum Schulausgang, wo bereits seine Schwester auf ihn wartete, um mit ihm gemeinsam nach Hause gehen zu können. Ich jedoch blieb zwischen Tür und Angel stehen, denn erst jetzt wurde es mir bewusst: Hatte mich Emmet gerade wirklich zu etwas eingeladen? Und hatte er gerade wirklich gesagt, dass er sich freuen würde, wenn ich auch käme? Ach sei kein Idiot Dylan. Ihr versteht euch gerade wieder so gut, mach dir also keine Hoffnungen wo keine sind. Emmet will nichts von dir und das wird sich auch nicht ändern. Finde dich endlich damit ab. Ich überlegte noch ein Weilchen und schließlich beschloss ich: „Ach was soll´s … hab ohnehin nichts zu verlieren.“
Der besagte zugefrorene See befand sich am Waldrand, südöstlich von unserer Kleinstadt. Von mir bis dorthin, wäre es zu Fuß ein weiter Weg gewesen, also nahmen wir den Bus und fuhren bis zur nächstgelegenen Haltestelle. Ja wir, denn natürlich ließ sich Cosmo nicht die Chance entgehen, auch ein wenig Spaß zu haben. Natürlich war er selber noch nie Schlittschuh gelaufen und ich hätte ihn noch so gut theoretisch darauf vorbereiten können, am Ende lag es aber einfach in der Praxis. „Es ist sehr interessant, was diese Kälte für einen Einfluss auf euren Planeten hat. Das Wasser gefriert ist mir neu, aber eben deshalb lebe ich auch so gerne hier. Ich lern immer wieder Neues kennen.“ „Pass nur auf, dass du dich nicht ganz so dumm anstellst.“, warnte ich ihn. „Deine Tarnung…“ „…darf nicht auffliegen, ich weiß.“, vollendete Cosmo meinen Satz gelangweilt. „Danke, dass du mich mitgenommen hast.“ „Mein Dad ist in der Arbeit und dich bei uns allein zu Haus zu lassen ist wie, als würde ich eine Horde Affen bei uns einquartieren. Wenn ich wieder käme, stünde das ganze Haus auf dem Kopf!“ Die Reifen begannen zu quietschen und der Bus blieb stehen. Cosmo und ich stiegen aus, doch noch eine weitere Person verließ den Bus, deren Anwesenheit ich bisher nicht bemerkt hatte. „Und schon ist dieser Nachmittag wieder im Eimer.“, sagte ich mürrisch, als ich Ariana erblickte. „Hey! Dylan, hier sind wir!“ Emmet winkte mir glückselig zu, während Tamara gerade dabei war, sich ihre Schlittschuhe anzuziehen. Es war ein strahlend blauer Himmel, es fiel zwar kein Schnee mehr, aber es war eisigkalt und ohne ausreichende Winterkleidung würde jeder normale Mensch erfrieren. Lediglich Cosmo schien die Kälte nicht besonders viel auszumachen. Er trug zwar auch einen dicken Mantel, wie jeder andere von uns auch, verzichtete aber dafür auf Mütze, Schal und Handschuhe. Ich half ihm dabei, sich seine Schlittschuhe anzuziehen, die er sich von meinem Dad ausgeliehen hat. Er hatte zwar nicht die gleiche Schuhgröße wie mein Dad, aber als Formwandler konnte er dies ja problemlos anpassen. „Aber erst wenn du im Schuh drin bist.“, riet ich ihm vorsichtshalber. „Oh nein, das darf doch nicht wahr sein.“, hörte ich Tamara bitterlich schluchzen, die sich bereits auf dem Eis befand und sich warm lief. Als ich zu ihr rüber sah, konnte ich sehen, wie sie auf einen Punkt, ein paar Meter weiter schaute. Ich folgte ihrem Blick und sah Dixon, zusammen mit Jens und… „Mika!“ Cosmo winkte seinem Freund erfreut zu. Er stand auf und wollte auf dem zugefrorenen See zu ihm laufen. Ich streckte meinen Arm aus, doch konnte ich ihn nicht mehr rechtzeitig festhalten. Dieser dumme Evo rannte in sein Unglück! Er kann doch noch gar nicht Schlittschuhlaufen … von wegen: Cosmo lief wie eine Eins über das Eis, als wäre er Meister darin. Tamara sah ihm beeindruckt zu und vergaß so für einen kurzen Moment die Anwesenheit von Dixon. „Dein Cousin läuft ja Weltklasse.“, meinte Emmet erstaunt zu mir. „Scheint so.“, erwiderte ich selbst überrascht. Mein Blick fiel kurz zu Ariana, die sich gerade ebenfalls Schlittschuhe anzog und nebenbei Cosmo beobachtete. Ich hatte Angst, dass Cosmo auf der Eisfläche immerzu auf die Schnauze flog und sich irgendwann verdächtig machte, aber schien er in dieser Sportart ein Naturtalent zu sein – wie in fast jeder Sportart – was ihn aber nicht weniger verdächtig machte. Ich betrat schließlich auch das Eis und als wäre nicht schon alles schlimm genug … flog ich schließlich selber erst einmal gehörig auf die Fresse!
Λ:Eis-35 Ich lief Seite an Seite mit Emmet auf der Eisfläche. Ja mit Emmet, dem Jungen, den ich vor wenigen Wochen noch einen Kuss aufzwang, woraufhin er kein Wort mehr mit mir wechselte. Mikas alter Kumpel Elijah gehörte auf keinen Fall zu meinen Freunden, aber seine Dummheit und Intoleranz gegenüber anderen Menschen bescherten mir einen Vorteil. Denn ohne sein Zutun wäre ich wohl nicht so schnell wieder an Emmet herangekommen. Mein Herz schlug wieder schneller, als ich neben Emmet dahin schlitterte. Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen und das mein Kopf rot war, konnte ich getrost der eisernen Kälte in die Schuhe schieben. Während wir über den zugefrorenen See schlitterten, beobachteten wir unsere Klassenkameraden und diskutierten auch eifrig über sie. „Wie findest du Ariana?“, fragte mich Emmet, als er ein Blick zu seiner Schwester warf, die neben Ariana herfuhr und sich angeregt mit ihr unterhielt. „Ich glaube die Beiden verstehen sich prächtig.“ „Ich mag sie nicht.“, gab ich lediglich als Antwort zurück. „Warum? Sie ist hübsch.“, erwiderte Emmet. „Nur weil sie hübsch ist, muss ich sie doch nicht gleich mögen.“, entgegnete ich daraufhin und fragte mich insgeheim, ob Emmet nun vorhatte, mich mit ihr zu verkuppeln. Die Mühe konnte er sich sparen. Erstens war ich nicht hetero, zweitens mochte ich sie nicht und drittens wäre das ein weiterer Stich in mein ohnehin schon stark beschädigtes Herz. Ich versuchte vom Thema „Ariana“ wegzukommen und sprach Emmet auf die offenbar nicht mehr vorhandene Affäre zwischen Dixon und Tamara an. „Haben sie sich getrennt? Sofern sie überhaupt richtig zusammen waren.“ „Naja, das ist nicht so ganz einfach.“, sagte Emmet, der mir daraufhin die Sachlage erklären zu versuchte. „Dixon ist der Sohn der Bürgermeisterin und die soll schon feste Vorstellungen davon haben, wie ihre zukünftige Schwiegertochter sein sollte. Dixon scheint das jedoch nicht zu bekümmern und geht seinen eigenen Weg, sehr zum Ärgernis seiner Mutter. Doch leider legt sich Tammy selbst noch weitere Steine in den Weg. Sie … ist der festen Meinung, dass Beziehungen egal von welcher Art, nicht für die Ewigkeit bestimmt sind.“ Emmet hielt inne und schien in seine Gedanken zu versinken. Er wollte mir dazu nicht mehr sagen, doch war dies auch gar nicht von Nöten. Ich kannte die Zwillinge lange genug um zu wissen, dass sich ihre Eltern vor zwei Jahren scheiden ließen. Demnach war Tamaras Einstellung zu Beziehungen mehr als verständlich. Auch die Ehe meiner Eltern war nicht für die Ewigkeit, wenn auch aus ganz anderen Gründen… „Wow, also dein Cousin ist echt großartig! Gibt es eigentlich auch nur eine Sportart, in der er nicht gut ist?“ Meine Blicke richteten sich zur Mitte des Sees, in der Cosmo gerade eine Silhouette drehte. Dieser Angeber! Wenn er so weiter macht, kann er sich gleich bei der nächsten Weltmeisterschaft anmelden. Auch die Mädels, Ariana und Tamara, beobachteten Cosmo voller Staunen. Tamara flüsterte Ariana etwas ins Ohr und kicherte dabei ganz fröhlich. Ariana jedoch stand regungslos da und verzog wie so oft keine Miene. Ihre Augen waren auf Cosmo gerichtet. Sie wird doch nicht...? Schöpft sie etwa bereits Verdacht, dass Cosmo kein Mensch war? Was muss dieser Spinner auch ständig auf sich aufmerksam machen? Auf einmal hörte ich ein leises Knacksen, gefolgt von einem dumpfen Schrei und dem Plätschern von Wasser. Erschrocken wandte ich mich um. Vor mir brach das Eis langsam in Stücke und an einer Stelle war bereits ein Loch zu sehen. Doch wo war Emmet? In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken. Mir war natürlich sofort klar, dass Emmet ins Eis eingebrochen war und sich nun unter Wasser befand. Emmet und ich waren so in unsere Gedanken vertieft, dass wir die Warnschilder gar nicht bemerkt hatten, dass das Eis fortan dünner wurde. Meine Sorge galt zwar Emmet, doch befand ich mich selber auch in größter Gefahr, denn unter mir konnte ich weitere Risse im Eis erkennen. „Dylan, beweg dich nicht!“, hörte ich plötzlich eine Stimme hinter mir schreien. Umdrehen konnte ich mich nicht, doch war mir auch so klar, dass es sich dabei um Mika handelte. Kurz darauf hörte ich viele Menschen durcheinander schreien „Das Eis ist gebrochen!“ und „Jemand ist im Wasser!“ „Emmet?! Wo ist mein Bruder?!“, hörte ich in der Ferne Tamara schreien. „EMMET!“ Mir blieb das Herz stehen, als wäre es eingefroren. Panik stieg in mir hoch und mein ganzer Körper bebte vor Angst. „So beruhige dich doch bitte Tamara. Hilfe ist bereits unterwegs!“, hörte ich Dixon auf Tamara einreden. Bestimmt musste er sie festhalten, damit sie keine Dummheit beging. „Dylan!“ Mika rief nach meinem Namen. Zuerst wollte ich ihn ignorieren, denn ich hatte schon genug Probleme, doch dann hielt ich es doch für das Beste, meinen Kopf leicht nach hinten zu wenden. In sicherer Entfernung standen an die zehn Leute, darunter auch Mika und Jens. „Wir haben einen langen Ast gefunden, womit wir versuchen werden, dich zu uns herzuziehen. Beweg dich so langsam und vorsichtig wie nur möglich. Hast du mich verstanden?“ Natürlich hatte ich ihn verstanden. Ich war schließlich nicht taub. Mika streckte mir den Ast entgegen und nachdem ich mich vorsichtig zu ihm umgedreht hatte, streckte ich meine Arme nach dem Ast aus. Doch ich kam nicht heran. „Zu kurz, verdammt!“, fluchte Mika verärgert und genauso ängstlich. Machte er sich etwa ernsthafte Sorgen um mich? „Warte! Jens versuch du es mal, du hast längere Arme als ich.“ Nun war es an Jens, der mir den Ast entgegen streckte. Ich dehnte meinen Arm, meine Hand und meine Finger bis ins Unermessliche – bis ich den Ast endlich erreichte und mich daran festklammern konnte. Kurze Zeit später – nachdem ich langsam über das vor mich hin zerbrechende Eis schlich – war ich in Sicherheit und konnte meinen Puls ein wenig herunterfahren. Doch die Angst war damit noch lange nicht überwunden, denn Emmet war noch immer im eiskalten See. Ich konnte Tamaras Tränen sehen, wie sie aus ihren Augen quollen. Dixon hielt sie fest in seinen Armen und tröstete sie. Inzwischen war auch Hilfe eingetroffen, doch das Unterfangen Emmet das Leben zu retten war alles andere als einfach. Ich betete inständig, dass er noch am Leben war. Wie lange konnte ein Mensch bei solch kalten Temperaturen im Wasser überleben? Jede Sekunde zählte! Wo war eigentlich Cosmo hin? Ich sah mich um, doch konnte ich ihn unter den Schaulustigen nicht aufspüren. Das war mehr als komisch. „Da bewegt sich was!“, schrie Jens plötzlich, so dass ihn jeder hören konnte und deutete zugleich auch auf eine andere Stelle im Eis. Alle Augen richteten sich auf das Geschehen unter Wasser und dann erhob sich eine Gestalt aus dem Loch im Eis. Mein Mund stand sperrangelweit offen, so unglaublich war das. Emmet wurde regelrecht aus dem Wasser geschleudert und landete in sicherer Entfernung auf dem Eis. Ich konnte sehen, wie er sich leicht regte. Er atmete noch! Die Überraschung war groß, doch die Freude über Emmets Überleben noch größer. Dixon ließ Tamara los, die sofort zu ihrem Bruder eilte. Emmet erhielt sofort erste Hilfe. Das war unmöglich, einfach unmöglich! „Wo ist denn dein Cousin hin verschwunden?“, hörte ich eine Mädchenstimme mir leise ins Ohr flüstern. Ich erschrak. Ariana lehnte sich ein wenig zu mir runter und lächelte mich geheimnisvoll an. „Wie durch ein Wunder überlebt Emmet und alles was zurück bleibt sind ZWEI Löcher im Eis…“ Zwei? Ich blickte mich um und entdeckte ein zweites Loch im Eis in Waldrand-Ufernähe. Ariana log also nicht … doch war dies nun gut … oder eher nicht?!
Fortsetzung folgt ... am Donnerstag, den 8.Dezember 2022!
Heute ist Halbzeit von Part II ... die Zeit vergeht so schnell.
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell und hegt Gefühle für seinen Mitschüler Emmet. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Er tritt der Basketball-Schulmannschaft bei. Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr.
Nebenrollen: Emmet Harding: Mitschüler und Schwarm von Dylan; Zwillingsbruder von Tamara. Tamara Harding: Mitschülerin von Dylan; Zwillingsschwester von Emmet; führt eine geheime Beziehung mit Dixon. Miss Giggles: Religionslehrerin; Hat eine Piepsstimme und kichert häufig. Herr Prokkowitch: Russischer Astronom; zu Besuch in Amerika. Frau Harding: Die Mutter der Zwillinge. Dr. Savior: Arzt; behandelte Dylans Mutter vor ihrem Tod Natalie Winter: Ehefrau von Phil und Mutter von Dylan; Verstorben.
M:Wunder-36 In unserem Leben gibt es immer wieder Ereignisse, die sich der Mensch einfach nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen in uns hervorruft. Diese Art von erstaunlichen und außergewöhnlichen Ereignissen bezeichnet man als Wunder!
Mai – am Todestag meiner Mutter Mein Dad und ich saßen ungeduldig in der Wartehalle des Krankenhauses. Der Schock saß noch sehr tief, doch keiner konnte uns sagen, was mit meiner Mutter geschehen war. Vor etwa zwei Stunden, es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, fand ich meine Mutter regungslos auf dem Küchenboden liegen. Nun saßen mein Dad und ich in der Wartehalle des Krankenhauses, während wir auf Neuigkeiten vom Arzt warteten, der meine Mum gerade operierte. Ich schloss meine Augen, öffnete sie jedoch gleich wieder, nachdem sich das Bild in meinem Kopf wiederholte, wie ich meine Mum bewusstlos vorfand. „Wie lange dauert das denn noch?!“, hörte ich meinen Dad ungeduldig schimpfen. In jenem Moment tauchte Dr. Savior, der zuständige Arzt, auf. Mein Dad und ich standen auf und sahen ihn ungeduldig an. Ich versuchte aus seinem Gesicht abzulesen, doch was ich da las, wollte mir so gar nicht gefallen… „Mr. Winter, ihre Frau hatte schwere Blutungen im Gehirn. Wir haben unser Bestes gegeben, um die Blutungen zu stoppen und sie am Leben zu erhalten, doch…“ Sagen Sie es nicht, sagen Sie es nicht! „…ihre Frau ist tot. Es tut uns unendlich leid!“ Vor Schock ließ ich mich zurück auf den Stuhl fallen, wo ich wie gelähmt sitzen blieb. Meine Mum war … war … Ich versuchte einen Blick auf meinem Dad zu erhaschen, der noch immer vor Dr. Savior stand. Was ging nun in ihm vor? „Es tut Ihnen leid?“, hörte ich ihn schließlich leise sagen … voller Zorn und Bestürzung. „Wenn Sie ihr Bestes gegeben haben, wieso ist dann meine Frau nun tot?!“ Sein Schrei hallte durch die ganze Wartehalle, so dass andere Patienten, Besucher, Ärzte und Krankenschwestern nun auf uns aufmerksam wurden. „Ihr Schmerz und ihre Wut ist verständlich.“, erwiderte Dr. Savior verständnisvoll. „Doch wir sind auch nur Menschen und können leider keine Wunder vollbringen. Ich wünschte ich könnte ihnen etwas anderes sagen.“ Daraufhin entfernte sich der Arzt von uns und mein Dad und ich waren fortan allein.
Es war bereits Nacht und ich kuschelte mich unter meine Bettdecke, weil es mich so fror. Meine Knie zitterten immer noch, nachdem ich heute Nachmittag Gefahr lief, ins Eis einzubrechen. Ich konnte nicht einschlafen, weshalb ich auch irgendwann meinen Dad von der Arbeit nach Hause kommen hörte. Nach dem Unglück auf dem zugefrorenen See war er wie ein Rennfahrer zu mir geeilt, obwohl er gerade Schicht hatte. Doch das war ihm egal, denn ich war ihm wichtiger. Ich war meinem Dad noch immer wichtig und das fühlte sich so gut an! Er nahm mich in seine Arme und hielt mich ganz fest, so froh war er darüber, dass mir nichts Ernsthaftes zugestoßen war. Mir wurde dabei ganz warm ums Herz und konnte ich sein Verhalten mir gegenüber in den letzten Wochen ein wenig verzeihen. Ich hörte meinen Dad die Treppe raufkommen und schließlich, wie er leise in mein Zimmer trat. Ich tat so als würde ich schlafen, konnte jedoch einen Lichtkegel vom Gang hereinblitzen sehen. Mein Dad trat näher an mein Bett und kniete sich zu mir runter. Da meine Augen geschlossen waren, konnte ich ihn nicht sehen, doch ich hörte sein schweres Atmen und seine Hand, die fürsorglich über meinen Arm streichelte. Er flüsterte auch was vor sich hin: „Ich bin so glücklich, dass du bei mir bist. Was wäre ich nur ohne dich. Es tut mir Leid, wie ich dich behandelt habe … ich … bin kein guter Vater. Deine Mutter war die Verständnisvollere von uns, doch ohne sie fühle ich mich so hilflos und leer. Vielleicht war der heutige Tag ein Zeichen. Vielleicht kann ich doch wieder an Wunder glauben.“ Nach diesen Worten schwieg mein Dad ein paar Minuten und bevor er mein Zimmer verließ, sagte er noch: „Schlaf gut mein Sohn und ich verspreche dir, dass ich mich zukünftig besser um dich kümmern werde.“ Mit leisen Schritten verließ mein Dad mein Zimmer und eine Freudenträne entrann mir.
„Du willst zu Emmet nach Hause?“, fragte mich Cosmo, als wir gemeinsam im Religionsunterricht von Miss Giggles saßen. Unserer quirligen Lehrerin machte es nichts aus, wenn sich ihre Schüler in ihrem Unterricht unterhielten. „Bist du noch immer in ihn verliebt?“, fragte Cosmo weiter. „Auf diese Frage wirst du von mir keine Antwort erhalten.“, antwortete ich ihm. „Ich möchte Emmet als Freund besuchen, um zu sehen wie es ihm geht und um nachzusehen, was er noch alles weiß.“ „Du meinst, ob er eine Ahnung davon hat, wer ihm das Leben gerettet hat?“ „Ja genau! Durch deine unüberlegte Tat, könnten wir nun große Schwierigkeiten bekommen.“, sagte ich und Cosmo glaubte wohl, dass ich mit ihm schimpfen würde, denn er zog ein trauriges Gesicht. „Doch ich bin froh, dass du so gehandelt hast. Du hast ihm das Leben gerettet!“ Mit einem Mal lächelte Cosmo mich wieder an und alles schien gut zu sein. Naja fast alles… „Ich fürchte nur, dass Ariana dir so langsam auf die Schliche kommt.“, sagte ich, nachdem ich den Blick unserer neuen Nachbarin im Nacken spürte. „Sie hat das Loch im Eis entdeckt, in das du reingesprungen bist, um Emmet das Leben zu retten. Zudem ist ihr dein plötzliches Verschwinden aufgefallen.“ „Hm … und wenn schon. Wie soll sie denn darauf kommen, wer oder was ich in Wirklichkeit bin.“, meinte Cosmo unbekümmert, nachdem auch er einen kurzen Blick zu Ariana haschte. Im Grunde genommen hatte Cosmo Recht mit seiner Behauptung, aber er wusste auch nichts von Herrn Prokkowitch. Ich hatte es für das Beste empfunden, Cosmo damit nicht zu behelligen und ihm Sorgen zu bereiten. Zumal er jetzt ohnehin in Sicherheit war … zumindest hoffte ich das.
Das Haus der Hardings lag zehn Gehminuten von mir entfernt. Als ich dort ankam, konnte ich eine weihnachtliche Deko am ganzen Haus bewundern. In Amerika war das völlig normal, wenngleich ich selber das auch wenig too much fand. Der Weg in der Einfahrt war vom Schnee geräumt worden, so dass ich problemlos zur Haustür gehen konnte. Ich sah Licht im Haus brennen und als ich die Klingel betätigte, machte mir die Mutter von Emmet und Tamara auf. Frau Harding war eine starke Frau, denn obwohl ihr Mann sie verlassen hatte, schaffte sie es Arbeit, Kinder und Haushalt unter einen Hut zu bringen. Tamara hatte ihre langen lockigen Haare eindeutig von ihrer Mutter geerbt. Ihrem Alter entsprechend besaß Frau Harding jedoch noch ein paar Stirnfalten, sowie die ersten Anzeichen von einem Doppelkinn, was sie zwar nicht zur Hübschesten machte, aber es kam ja auf die inneren Werte an. Frau Harding war eine liebevolle Mutter, die ihre Kinder über alles liebte und auch zu anderen Menschen immer freundlich und hilfsbereit war. „Schön, dass du gekommen bist. Emmet wird sich sicher freuen, dass du ihn besuchen kommst.“, sagte sie zu mir, als sie mich in ihr Haus herein bat. „Es gleicht einem Wunder, dass er das Unglück überlebt hat. Mir ist beinahe das Herz stehen geblieben, als ich davon gehört habe.“ Ich wurde von ihr angewiesen, einfach allein in den ersten Stock zu gehen. Ich würde sein Zimmer anhand von Namensschildern finden, meinte sie. Als ich vor Emmets Zimmertür stand, atmete ich einmal kräftig durch, ehe ich anklopfte. Ein leises „Herein“ war von drinnen zu vernehmen und ohne zu Zögern trat ich erstmals in Emmets Zimmer.
Fortsetzung folgt ... am Samstag, den 10.Dezember 2022!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell und hegt Gefühle für seinen Mitschüler Emmet. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Er tritt der Basketball-Schulmannschaft bei. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr.
Nebenrollen: Emmet Harding: Mitschüler und Schwarm von Dylan; Zwillingsbruder von Tamara. Tamara Harding: Mitschülerin von Dylan; Zwillingsschwester von Emmet; führt eine geheime Beziehung mit Dixon. Dixon Waller: Mitglied der Basketball-Schulmannschaft; führt eine geheime Beziehung mit Tamara. Elijah Richfield: Ehemals bester Kumpel von Mika. Spielten öfters Online-Games zusammen. Seine Eltern sind sehr reich. Er wurde auf eine Privatschule geschickt. Miss Giggles: Religionslehrerin; Hat eine Piepsstimme und kichert häufig. Frau Harding: Die Mutter der Zwillinge. Natalie Winter: Ehefrau von Phil und Mutter von Dylan; Verstorben.
N:Krankenbesuch-37 Emmets Zimmer war groß, sehr viel größer als das meinige. Im Raum war genügend Platz, dass dort ein Nachtquartier für mindestens zehn Leute aufgeschlagen werden könnte. An den Wänden standen Kommoden, Regale und andere Möbel. Umso verwunderlicher war es, dass Emmet nur so ein kleines Bett hatte, in dem er momentan auch mit drei Wolldecken lag und sich von den gestrigen Strapazen erholte. „Hey, na das ist ja mal eine nette Überraschung.“, begrüßte er mich mit leiser und geschwächter Stimme. Als ich mich ihm näherte und ihn genauer in Augenschein nahm, konnte ich erkennen, wie blass er war. Auf einem kleinen Tisch neben dem Bett, stand eine Kanne heißer Tee. „Na du, wie geht es dir denn heute?“, fragte ich ihn besorgt. „Och es geht schon.“, antwortete er mir lässig. „Naja, aber bei unserem Schulausflug bin ich jetzt natürlich nicht mehr dabei. Bin viel zu schwach auf den Beinen. Zumal mich meine Mum keine fünf Minuten mehr aus den Augen lässt. Kann auf Dauer ganz schön nerven…“ „Sei froh, dass du noch eine Mutter hast, die sich um dich kümmern kann.“, entgegnete ich daraufhin und musste selbstverständlich an meine eigene Mum denken. Emmet schien sich für seine dumme Bemerkung zu schämen. „Tut mir leid, ich wollte nicht…“ „Kein Problem.“, sagte ich schnell. „Ich weiß ja wie du es gemeint hast. Es folgte eine kurze peinliche Stille. Ich wusste nicht so recht, wie ich ihn auf seine unglaubliche Rettung ansprechen sollte. Ob er bei Bewusstsein war, als Cosmo ihm das Leben rettete? Ich schlug schließlich einen anderen Weg ein: „Doch bis Weihnachten bist du wieder fit oder? Ich meine, dass Wichteln, die Geschenkübergabe.“ „Ach, mach dir darüber mal keine Sorgen. Ich hab mein Geschenk schon letzte Woche bei Miss Giggles abgegeben.“, antwortete Emmet mir lächelnd. „Willst du wissen wen ich gezogen habe?“ Ich wurde leicht nervös, was an meinen wilden Bewegungen auch ersichtlich war. Dennoch versuchte ich so zu tun, als wäre es mir schnuppe. „Solange es nicht Cosmo ist, ist es mir egal.“ „Cosmo? Dein Cousin?“ Emmet blickte mir tief in die Augen. Rief der Name Erinnerungen in ihn wach? „Nein, Cosmos Namen hab ich nicht gezogen … und dich übrigens auch nicht.“ „Äh okay, halb so wild.“, entgegnete ich etwas schüchtern und hilflos. Es klopfte an der Tür und kurz darauf lugte Tamaras Kopf durch den Türspalt. „Mum fragt, ob du einen neuen Tee willst … und ob du noch atmest. Aaaah, du hast Besuch von deinem Verehrer!“ „Verschwinde Tammy und lass mich in Ruhe!“, rief Emmet ihr wütend zu. Tamara grinste frech und zog die Tür wieder zu. „Schwestern … können manchmal echt nerven.“ „Kenn ich.“, pflichtete ich ihm trocken bei. „Also, ich hab zwar weder eine Schwester noch einen Bruder, aber dafür einen Cousin, der mindestens genauso schlimm ist … wenn nicht noch mehr…!“ Emmet versuchte zu lachen, doch fing er zugleich zu Husten an. Ich blickte besorgt auf ihn herab und griff unbewusst nach seiner Hand, die sich eiskalt anfühlte. Als die Zimmertür erneut aufging, zog ich meine Hand jedoch schnell wieder zurück. Emmet hustete immer noch. Ob er überhaupt gespürt hat, dass ich seine Hand hielt? Emmets Mutter kam ins Zimmer gestürmt, mit einer neuen Kanne heißem Tee. „Oh, oh, das hört sich gar nicht gut an. Ich will dich nicht verjagen Dylan, aber mein Sohn braucht noch etwas Ruhe. Dafür hast du doch sicherlich Verständnis für, nicht wahr? Du kannst ihn ja noch einmal besuchen, wenn ihr vom Schulausflug zurück seid, aber nun muss ich dich bitten zu gehen.“ Ich wollte mich Emmets Mutter keinesfalls widersetzen und so verabschiedete ich mich von Emmet. Doch hatte ich noch nicht vor das Haus zu verlassen, denn ein kleiner Besuch bei Tamara stand noch an, da ich noch eine dringliche Frage an sie hatte. Anhand der Namensschilder an den Türen fand ich ihr Zimmer spielendleicht und kurz darauf betrat ich auch erstmals das Zimmer von Tamara. Wer jetzt viel rosa oder Styling-Produkte erwartet hat, denn muss ich nun leider enttäuschen, denn so ein Mädchen war Tamara nicht. An den Wänden hingen zwar Poster ihrer Idole – darunter auch die Pop-Band „One Direction“ inklusive Zayn Malik – aber sonst war ihr Einrichtungsstil eher nüchtern. „Welch eine Ehre. Bist du zurück ans andere Ufer geschwommen und willst mir nun deine Liebe gestehen?“, fragte mich Tamara scherzhaft und wies mich freundlich an Platz zu nehmen. „Nein, ich bin schwul und bleibe es auch … du hast es doch niemanden erzählt oder?“, fragte ich. „Sehe ich wie eine Klatschtante aus? Nein, natürlich nicht … und Emmet übrigens auch nicht.“ Diese Aussage beruhigte mich ungemein. Mein Dad würde ausrasten! „Bist du deswegen gekommen?“ „Nein, ich wollte dich um Rat fragen. Ich zerbreche mir schon seit Tagen den Kopf, aber ich hab keine Idee was ich Emmet zu Weihnachten schenken soll!“ Nun war es raus. Wer wen beim Wichteln gezogen hat, sollte eigentlich bis Weihnachten ein Geheimnis bleiben, doch ich hatte einfach nicht die leiseste Ahnung, auf was Emmet so stand. Tamara starrte mich mit großen Augen an. „Du hast also meinen Bruder gezogen? Ist ja interessant. Ich nehme mal stark an, dass du ihm nichts schenken möchtest, wo er gleich denkt, dass du noch was von ihm willst, jetzt wo ihr gerade wieder so dicke seid. Du willst doch nichts mehr von ihm oder?“ „Was? Nein, natürlich nicht!“, verneinte ich schnell, aber wenig glaubhaft. Tamara runzelte mit der Stirn. „Ist auch besser so. Noch einmal helfe ich dir nicht, dass er sich mit dir verträgt. Ich hab dir neulich nur geholfen, weil du dich so lieb um meinen Bruder nach Halloween gekümmert hast. Nur weil diese feige Sau von Dixon…“ Oha, sie scheint noch sehr sauer auf ihn zu sein „…meinen Bruder vor Elijah nicht verteidigt hat. Doch dann kamst du und bist meinem Bruder zur Seite gestanden, als es ihm ohnehin schon mies ging. Das war einfach zu viel für ihn. Zuerst die Scheidung, dann das unser Dad einen anderen Mann liebt und mit ihm zusammen wohnt und zuletzt noch dein dummer und sehr ungelegener Kuss.“ „Ich weiß … die Geschichte hast du mir bereits nach Halloween erzählt.“, sagte ich verständnisvoll. „Dadurch konnte ich Emmet auch endlich besser verstehen und einen Schritt auf ihn zugehen. Mir war natürlich klar, dass er mich zunächst weiterhin abblocken würde, aber irgendwie hab ich es dann doch geschafft, zu ihm durchzudringen, sodass er wieder ein wenig Vertrauen zu mir fassen konnte.“ „Und jetzt möchtest du sein Vertrauen dir gegenüber nicht wieder verlieren, indem du ihm ein unpassendes Geschenk machst, habe ich Recht? Nun in diesem Fall war es wieder goldrichtig, dass du zu mir gekommen bist. Was wärt ihr Männer nur ohne uns Frauen?!“
„Und wie war der Besuch bei Emmet? Kann er sich noch an die Rettung erinnern? Weiß er, dass ich ihn gerettet habe?“, fragte Cosmo mich unaufhaltsam, als ich abends wieder nach Hause kam. „Mach dir keine Sorgen. Ich denke nicht, dass Emmet bei Bewusstsein war, als du ihm das Leben gerettet hast.“, antwortete ich ihm, während ich meinen Mantel auszog, indem sich das soeben gekaufte Geschenk für Emmet befand. Hoffentlich gefiel es ihm auch.
Fortsetzung folgt ... am Dienstag, den 13.Dezember 2022!
Heute startet der Schulausflug von Dylan´s Klasse. Dieser Schulausflug umfasst insgesamt drei Kapitel, also werden wir die ganze Woche mit Dylan, Cosmo und Co. die Zeit auf dem Schulausflug verbringen. Viel Spaß beim Lesen!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell und hegt Gefühle für seinen Mitschüler Emmet. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Er ist sehr sportlich und hat panische Angst vor Feuer. Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Außerdem scheint sie zu ahnen, dass mit Cosmo etwas nicht stimmt. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr.
Nebenrollen: Tamara Harding: Mitschülerin von Dylan; Zwillingsschwester von Emmet; führte eine geheime Beziehung mit Dixon. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; Klassenclown; scheint etwas zu verbergen. Dixon Waller: Mitglied der Basketball-Schulmannschaft; führte eine geheime Beziehung mit Tamara. Jens Huge: Ein sehr großer Kerl und Mitglied der Basketball-Schulmannschaft. Dr. Archimedes Tibbet: Lehrer für Geschichte und Geografie. Frau Silly: Spanischlehrerin; Sie ist sehr streng, alt und bieder. Mister Cage: Sportlehrer und Trainer der Basketball-Schulmannschaft. Miss Giggles: Religionslehrerin; Hat eine Piepsstimme und kichert häufig.
Ξ:Schulausflug-38 Der Bus fuhr eine Straße zwischen einigen Gebirgsketten entlang und anhand der hohen Berge und des vielen Schnees, konnte man bereits erahnen, dass wir unserem Ziel nahe waren. Demzufolge herrschte auch eine freudige Atmosphäre im Schulbus. Alle meine Mitschüler freuten sich bereits auf die Skipiste und die langen Nachte in der Skihütte – wenn auch Miss Giggles angedroht hatte, ein paar „lustige“ Spiele mit uns spielen zu wollen. Und wenn Miss Giggles das Wort „lustig“ in den Mund nahm, dann war es zu hundert Prozent nicht lustig! „Dein Dad wirkte etwas nervös, als wir heute Morgen losgefahren sind.“, sagte Cosmo auf einmal zu mir. Er saß neben mir am Fenster, um die schöne Landschaft unseres Planeten mal richtig bestaunen zu können. „Habt ihr euch inzwischen ausgesprochen und ausgesöhnt?“ „Wenn das nur so einfach wäre.“, antwortete ich ihm betrübt. „Zwischen mir und meinem Dad hat sich über die letzten Wochen hinweg einiges angestaut. Das lässt sich nicht von heute auf morgen bereinigen, aber ich weiß jetzt, dass ich ihm noch wichtig bin und er sich Sorgen um mich macht. Nachdem ist fast in den See gestürzt bin, schiebt er jetzt ein wenig Panik, dass mir in den Bergen noch mehr passieren könnte, weshalb er auch die Lehrer darum bat, mich im Auge zu behalten.“ „Naja, du wirst schon nicht gleich von einer Klippe stürzen.“, scherzte Cosmo. „Außerdem bin ich ja auch noch da. Ich pass auf dich auf!“ „Wo wir gerade beim Thema sind. Wie konntest du problemlos in dem Eiswasser schwimmen und Emmet das Leben retten? Macht dir die Kälte gar nicht zu schaffen?“ Diese Fragen schlummerten schon seit ein paar Tagen in meinem Kopf, aber bisher hielt ich sie immer zurück. „Naja, meine Spezies hat gewisse Vorteile im…“ Cosmo wollte mir gerade antworten, als ich Jens drei Sitzbänke weiter hinten schreien hören konnte, dass wir unser Ziel erreicht hätten. Cosmo unterbrach demnach seine Antwort und schaute gespannt aus dem Fenster, so wie alle anderen Schüler auch. Ob ich jemals alle Geheimnisse über Cosmo herausfinden werde? Etwa fünf Minuten später kam der Bus auf einem Parkplatz zu stehen. Neben unserem hielt noch ein weiterer Bus mit der Parallelklasse, sowie unserem Sportlehrer Mister Cage und unserer Beißzange Frau Silly an Bord. Dr. Tibbet wies uns an, langsam, geordnet und einer nach dem anderen aus dem Bus auszusteigen. Als ich ausstieg, atmete ich zunächst einmal die frische Bergluft ein, die mir durch die Nase wehte. Der Busfahrer half jedem Schüler dabei, seine Skiausrüstung zu finden, die sich in der Gepäckablage befand. Zum Glück hatte Dr. Tibbet erlaubt, dass auch Snowboards mitgenommen werden dürfen, denn die meisten Jungs fuhren nur Snowboards – einschließlich Mika, Dixon und Jens. Wohingegen die Mädchen überwiegend mit Skiern vorliebnahmen – darunter auch Tamara und Ariana. Cosmo hatte sich ebenfalls für ein Snowboard entschieden, nachdem Mika ihm angeblich bereits Videos von Snowboardstunts gezeigt hatte. Ich machte mir da keine allzu großen Sorgen, da Cosmo bestimmt auch in dieser Sportart wieder ein Profi war. Ich hingegen hatte mich für Skier entschieden, da ich nie Snowboardfahren gelernt hatte und auch das Verlangen nicht danach hatte, es jemals zu lernen. „Bitte in Zweierreihen aufstellen!“, hörte ich Miss Giggles rufen. „Ist ja wie im Kindergarten.“, hörte ich Mika genervt stöhnen. „Ich bin schon sooo aufgeregt.“, sagte Cosmo hellauf begeistert, der sich neben ihn stellte. „Du fährst wohl nicht oft zum Snowboarden was?“, fragte Mika ihn daraufhin. „Im Grunde genommen ist es heute das ers…“ „Boah guckt euch nur dieses Panorama an!“, rief ich lautstark, damit Mika Cosmo nicht mehr länger zuhörte. Cosmo quatschte mal wieder zu viel. Den darf ich wirklich nicht allzu lange aus den Augen lassen. Doch mein Ausruf der Begeisterung war nicht nur einfach so dahingesagt. Als wir vom Bus Abstand gewannen und auf die Skipiste zugingen, erbot sich uns eine atemberaubende Landschaft. Schneebedeckte Berge soweit das Auge reichte, über uns der blaue Himmel und eine hell leuchtende Sonne, die die Berge imposanter und prächtiger erscheinen ließen. „Das wird ein Heidenspaß!“, stieß ich voller Begeisterung aus und Mika und Cosmo pflichteten mir bei.
Der Tag auf der Skipiste verging schneller als jedem von uns lieb war. Es dauerte natürlich immer eine Zeit lang, bis alle Schüler versammelt waren, nachdem sie mit dem Skilift rauf fuhren. Auf Dauer konnte das etwas ätzend sein, aber die vier Lehrer konnten uns schlecht alleine losziehen lassen, da sie die ganze Verantwortung trugen. Zum Glück hatten sie die gute Idee, die Schüler unter sich aufzuteilen, so übernahm Mister Cage beispielsweise überwiegend die Jungs mit den Snowboards, darunter auch Cosmo, der wie nicht anders zu erwarten war, einen glorreichen Stunt nach dem anderen ausführte. „Mit solchen Aktionen könntest du im Zirkus auftreten.“, hörte ich Mister Cage nach einiger Zeit aus geringer Entfernung sagen. „Sind deine Eltern Profisportler?“ Die Jungs und Mädchen, die sich etwas unsicher auf der Skipiste fühlten, wurden von Miss Giggles begleitet, während der Rest der Schüler auf Dr. Tibbet und Frau Silly verteilt wurde. Zum Glück wurde ich Dr. Tibbet zugewiesen, den ich immer als sehr freundlichen und verständnisvollen Lehrer ansah. Einziges Manko war wohl, dass auch Ariana in Dr. Tibbets Gruppe war, aber die Skipiste war groß genug, dass ich ihr ein wenig aus dem Weg gehen konnte. Wir fuhren gerade zum dritten Mal die gleiche Abfahrt, als ich einen kurzen Schrei vernahm, der mich zum Stillstand bewegte. Ein paar Meter seitlich war Ariana gerade in einen kleinen Schneehaufen reingefahren, in dem sie nun mit ihren Skiern feststeckte, während sie auf ihrem Popo rumrutschte. Ich muss gestehen, dass ich dieses Bild genoss, wie sie sich abstrampelte, um aus dem Schneehaufen rauszukommen. Doch es half alles nichts. Ohne Hilfe schaffte sie es nicht alleine und da Dr. Tibbet mit ein paar Schülern schon etwas weiter unten war, musste ich wohl den edlen Retter spielen. Ich fuhr langsam zu ihr hin und fragte absichtlich dumm: „Steckst du fest?“ Da Ariana selber nicht auf den Mund gefallen war, lautete ihre Antwort: „Schaut es danach aus?“ Ich tat so als würde ich kurz nachdenken. „Hm … ja, irgendwie schon.“ „Tja, dann stecke ich wohl fest.“, zischte Ariana mich an. Diese Giftspritze. Ich gab ihr inzwischen mehrfach die Chance, sich mit mir gut zu stellen, doch sie lernte einfach nicht dazu. „Naja, ich fahr dann mal weiter. Man sieht sich dann unten … irgendwann … vielleicht.“ Ich empfand natürlich Schadenfreude sie so zu sehen, dennoch fuhr ich zunächst nur gemächlich los, da ich ihr wirklich nur zu helfen versuchte. „Warte!“, rief sie und meine Schadenfreude wich einer Genugtuung. „Ich komme alleine nicht raus. Kannst du mir bitte helfen?“ „Tut mir leid, aber hast du mit mir gesprochen?“, entgegnete ich mit künstlicher Dummheit. „BITTE!“, wiederholte sie sich, was sie wohl viel Überwindung kostete. Schließlich ließ ich es dabei beruhen und half ihr aus dem Schneehaufen heraus. Ich wollte mir auch nicht nachsagen lassen, dass ich kein Kavalier sei. Wenn ich wollte, dann konnte ich sehr galant und mannhaft sein! „Grins nicht so doof.“, sagte Ariana zu mir, nachdem sie endlich wieder auf zwei Beinen stand. Ihre Gesichtsfarbe war inzwischen rot und ihre Lage war ihr wohl mehr als peinlich gewesen. „Dein Cousin hätte mir ohne ein Wenn und Aber geholfen. Du bist der Teufel, er hingegen ein Engel.“ Nach dieser Aussage konnte ich einfach nur lachen. „Cosmo ein Engel? Mach keine Witze!“ Ariana starrte ernst zurück. „Stimmt. Er ist kein Engel, sondern ein Wesen aus einer anderen Welt.“ Ich hielt mit dem Lachen inne. Ein kalter Wind zog auf und wehte durch mich und Ariana hindurch.
Fortsetzung folgt ... am Donnerstag, den 15.Dezember 2022!
Kleine Info zum heutigen Kapitel: Ich hab den Titel nachträglich geändert. Das mache ich sonst eigentlich nie, aber der vorherige ("Quartett") hat nicht so richtig gepasst. Keine Ahnung, wieso ich den damals gewählt habe, auch wenn es auf Dylan, Cosmo, Mika und Dixon anspielen sollte. Ich muss noch 1-2 Titel ändern, aber dazu später mehr.
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell und hegt Gefühle für seinen Mitschüler Emmet. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Er ist sehr sportlich und hat panische Angst vor Feuer. Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Außerdem scheint sie zu ahnen, dass mit Cosmo etwas nicht stimmt.
Nebenrollen: Emmet Harding: Mitschüler und Schwarm von Dylan; Zwillingsbruder von Tamara. Tamara Harding: Mitschülerin von Dylan; Zwillingsschwester von Emmet; führte eine geheime Beziehung mit Dixon. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; Klassenclown; scheint etwas zu verbergen. Dixon Waller: Mitglied der Basketball-Schulmannschaft; führte eine geheime Beziehung mit Tamara. Dr. Archimedes Tibbet: Lehrer für Geschichte und Geografie. Frau Silly: Spanischlehrerin; Sie ist sehr streng, alt und bieder.
O:Probleme-39 Ich starrte Ariana mit eingefrorener Miene an, nicht im Stande, etwas gegen ihren Verdacht entgegen zu setzen. Wie konnte sie das nur herausfinden? Ein Wesen aus einer anderen Welt? Ariana weiß, dass Cosmo ein Alien ist! Jetzt ganz cool bleiben Dylan, sagte ich zu mir. Sie will mich nur aus der Reserve locken, damit ich ihren Verdacht bestätige. Sie hat keine handfesten Beweise für ihre Behauptung. Ich meine … nur weil Cosmo sich irgendwie etwas anders als gewöhnliche Jungs in seinem Alter benimmt, muss er deswegen ja noch lange kein Außerirdischer sein. „I-Ich hab nicht die leiseste Ahnung wovon du sprichst.“, sagte ich schließlich etwas unsicher und zu schnell. Ariana blieb völlig ruhig und ließ sich nicht in die Karten schauen. Dieser Schulausflug entwickelte sich gerade zu einem Albtraum. „Schon gut Dylan, du musst es nicht vor mir verbergen. Ich kann das Geheimnis für mich behalten. Du kannst mir wirklich vertrauen!“ DER vertrauen? Jetzt wird der Hund aber in der Pfanne verrückt. Ich mag sie nicht einmal, da werde ich den Teufel tun und ihr Cosmos Identität preisgeben. Doch wie sollten Cosmo und ich wieder aus der Nummer rauskommen? Während mir trotz Winterkälte immens heiß wurde, kam Frau Silly mit ihrer Schülergruppe den Abhang hinunter gefahren. „Was treibt ihr denn hier? Wo ist Dr. Tibbet? Habt ihr euch unerlaubterweise von seiner Gruppe entfernt? Ihr kennt die Regel!“ Eine Strafpredigt hagelte auf uns herab, aber ausnahmsweise kam mir die gerade recht, denn nur so konnte ich der Konfrontation mit Ariana ausweichen – wenn auch nur vorübergehend.
„Was mach ich nur, was mach ich nur?!“ Ich rannte wie ein Gestörter abends im Zimmer der für unsere Klasse gebuchten Skihütte rum. Neben mir auf dem Bett saß seelenruhig Cosmo, der noch die letzten Bissen des Abendessens hinunterschlang. Alle anderen Schüler und Lehrer waren noch beim Abendessen. Mir hingegen war der Appetit im Lauf des Tages abhandengekommen. „Du meinst wohl eher, was machen wir! Das ist unser beider Problem.“, korrigierte Cosmo mich, der wahrlich die Ruhe weg hatte. „Kannst du dich mal hinsetzen, du machst mich und dich selber nur ganz verrückt. Zumal mir von deinem Rumgerenne ganz schwindlig wird!“ „Ach fall mir nicht auf den Wecker!“, sagte ich zu Cosmo pampig. „Diesen Schlamassel haben wir einzig und allein dir zu verdanken. Ariana weiß Bescheid und schon bald weiß es die ganze Stadt, ach was sag ich, der ganze Bundesstaat – nein, die ganze Welt!“ „Jetzt dramatisierst du aber.“, gluckste Cosmo. „Aber süß, dass du dir Sorgen um mich machst. Du hast wohl Schiss, dass man mich dir wegnimmt, aber da sei beruhigt, ich bleibe bei dir!“ „Mensch Evo, verstehst du denn nicht?!“, sagte ich nun laut und panisch. „Du bist ein Außerirdischer! Wenn die Menschheit das herausfindet, wird man mich dir wegnehmen – mit Gewalt wenn nötig. Sie werden Experimente an dir durchführen, dich einsperren und dann sehen wir uns nie mehr wieder!“ „Ich lasse mich aber nicht wegsperren und wenn ich mich in einen Floh verwandeln muss, um denen zu entkommen. Du hast keine Ahnung, zu was wir Evos alles im Stande sind.“, meinte Cosmo zu mir. „Ja schön, aber trotzdem … was machen wir denn jetzt? Ariana wird nicht locker lassen. Ich soll ihr vertrauen sagt sie, pah, da vertrau ich Mika ja noch eher meinen Vorrat an Schokoriegeln an!“ „Du hast Schokoriegel?“ Cosmo starrte mich mit einem süßen kindlichen Ausdruck im Gesicht an und ich schlug mir die Hände vors Gesicht. „Ne aber mal im Ernst.“, hörte ich Cosmo sagen. „Du musst dich erstmal beruhigen, denn so schöpft Ariana erst recht Verdacht … und um die kümmere ich mich! Auf einmal sprang die Tür auf und Mika und Dixon kamen lachend ins Zimmer gestürmt. Ich wollte schon schreien, dass sie beim nächsten Mal anklopfen sollten, doch war dies genauso ihr Zimmer wie unseres, was ich für einen kurzen Moment vergessen hatte. Mir ein Zimmer mit Mika zu teilen, glich wie einer Folter im Höllenfeuer, doch war dies inzwischen mein geringstes Problem. Ich hätte mir natürlich viel lieber ein Zimmer mit Emmet geteilt, aber der war ja nun leider nicht dabei. „Sorry, haben wir euch Zwei bei was Wichtigem gestört?“, fragte Mika uns breitgrinsend. „Du störst doch immer.“, entgegnete ich mürrisch, warf mich zugleich bäuchlings auf mein Bett und vergrub mein Gesicht in meinem Kopfkissen. Dieser Tag soll bitte möglichst schnell zu Ende gehen! „Was hat er denn?“, fragte Dixon verwirrt. „Ach der ist immer so.“, hörte ich Mika zu ihm sagen. „Er tut so, als könnte er mich nicht ausstehen, aber im Grunde genommen, hat er mich tief in sein Herz geschlossen!“ Ich hörte die Drei ausgelassen lachen und herum albern. Ich drehte meinen Kopf ein wenig zur Seite und starrte Mika böse funkelnd an. Er machte sich einen Spaß daraus mich aufzuziehen, aber nicht mit mir! Lieber würde ich mir mein Herz herausreißen, als dass ich den Kerl dort einschließen würde. „Ah Cosmo, du und dein stets gutgelaunter Cousin habt übrigens gerade ein Liebesrevival beim Abendessen verpasst! Dixon und Tamara sind wieder zusammen und wie es scheint diesmal so richtig!“ „Tja, sie hat mir endlich ihre Liebe gestanden.“, sagte Dixon hellauf begeistert, der übers ganze Gesicht strahlte. „Hast du gesehen, wie ihre beste Freundin Joyce geguckt hat, als wir uns küssten?“ „Sie ist immer noch nicht dein größter Fan.“, entgegnete Mika lachend. „Ich verstehe nicht so ganz. Kann man denn auch ‚unrichtig‘ zusammen sein?“, fragte Cosmo. Mika und Dixon tauschten verwirrte Blicke aus, ehe Letzterer antwortete: „Naja zuvor hatten wir ja nur eine Affäre, da Tamara mich darum gebeten hat. Sie hatte wohl Schiss, weil sich ihre Eltern vor ein paar Monaten scheiden lassen haben. Doch nun ist sie über ihren Schatten gesprungen und will den Versuch mit mir wagen, eine richtige Beziehung zu führen. Mit Dates in der Öffentlichkeit, rumknutschen, Händchen halten und wilden hemmungslosen Sex!“ „Sechs?“ Cosmo kniff fragend die Augen zusammen und legte seinen Kopf etwas schief. Ich hingegen wurde nun hellhörig, denn Cosmo war dabei, uns ins nächste Chaos zu stürzen. „W-Was er damit meint ist, na du weißt schon…, der intimere Teil…, wenn zwei Menschen sich jeglicher Kleidung befreien und sich sehr, seeehr nahe kommen.“ „Sag ich doch: Sex!“, wiederholte Dixon sich. „Wobei ich mit meinem Prachtstück der lieben Tamara schon vor ein paar Wochen ihre Unschuld raubte. Boah, das war der Hammer!“ „Hammer? Habt ihr Nägel in eine Wand gehauen?“, fragte Cosmo unschuldig. Mir stieg die Schamesröte ins Gesicht und versank regelrecht im Erdboden. Wenn das so weiter ging, könnte er auch gleich ein Schild hochheben, auf dem geschrieben stand: „Ich bin ein Alien und weiß von nichts!“ Mika und Dixon standen fassungslos daneben und wussten nicht wie ihnen geschah. Schließlich war es Mika, der das Wort ergriff … was jedoch alles nur viel schlimmer machte: „Dixon behauptet, dass sein sogenanntes ‚Prachtstück‘ der längste von uns sei. Wollen wir ihm beweisen, dass er sich irrt?“ Wenn ich könnte, hätte ich jetzt Feuer gefangen, so heiß wurde es mir gerade.
Fortsetzung folgt ... am Samstag, den 17.Dezember 2022!
Und noch ein Kapitel, dessen alter Titel ("Schlaflos") mir nicht mehr gefallen hat. Ich wollte den Fokus mehr auf die Jungs legen, in dem es überwiegend in diesem Kapitel geht. Der ein oder andere Leser muss sich aber eventuell auf eine Enttäuschung gefasst machen :D
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell und hegt Gefühle für seinen Mitschüler Emmet. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Er ist sehr sportlich und hat panische Angst vor Feuer. Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Außerdem scheint sie zu ahnen, dass Cosmo ein außerirdisches Wesen ist.
Nebenrollen: Tamara Harding: Mitschülerin von Dylan; Zwillingsschwester von Emmet; führt eine Beziehung mit Dixon. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; Klassenclown; scheint etwas zu verbergen. Dixon Waller: Mitglied der Basketball-Schulmannschaft; führt eine Beziehung mit Tamara. Joyce Price: Beste Freundin von Tamara. Frau Silly: Spanischlehrerin; Sie ist sehr streng, alt und bieder. Mister Cage: Sportlehrer und Trainer der Basketball-Schulmannschaft.
Π:Jungs-40 Ich gebe ja zu, dass ich durchaus Gefallen daran fand, wenn die Jungs nun ihre „Prachtstücke“ aus der Hose herausholten. Zumal ich vom Duschen nach dem Sportunterricht bereits wusste, was mich „Prachtvolles“ erwartete, doch war dies ein denkbar ungünstiger Augenblick. Cosmo starrte nur noch konfus in die Runde und wusste nicht wie ihm geschah. Schwanzvergleich - das war so typisch Jungs! Da ich mich jedoch zu Jungs hingezogen fühlte, kam ich leider nicht umhin, eine leichte Erektion zu bekommen. Ich spürte bereits, wie sich meine Hose ausbeulte, doch versuchte ich dies möglichst zu verdecken, indem ich mir meinen Kapuzenpulli den ich trug runter zog. Ich musste das Vorhaben von Mika und Dixon stoppen und zwar auf der Stelle, bevor noch ein Unglück geschah! „Los Jungs, packt eure Stängel aus, oder habt ihr Schiss, dass ihr gegen mich abstinkt?!“, forderte Dixon uns heraus, grinste dabei und ging anschließend zu seinem Bett, auf das er sich setzte. Mika grinste mich und Cosmo nur dümmlich an, ehe er sich ebenfalls zu seinem Bett begab, wo er dann langsam damit anfing, sich seine Hose zu öffnen. Mein Puls stieg in rasende Höhe! Plötzlich klopfte es an der Tür und wir schraken alle furchtbar auf. Mika schloss schnell seine Hose wieder, gerade als Mister Cage das Zimmer betrat. „So Jungs, bald ist Schlafenszeit! Putzt euch noch schnell die Zähne und dann ab ins Bett mit euch. Morgen müsst ihr wieder früh raus.“ „Ach kommen Sie schon Mister Cage, es ist doch noch nicht einmal Zehne.“, entgegnete Dixon. „Nichts da und versucht erst gar nicht zu feilschen.“, entgegnete Mister Cage streng. „Ich schau in einer halben Stunde noch einmal vorbei und wenn ihr bis dahin nicht alle in euren Betten liegt, gibt´s mächtig Ärger!“ Mister Cage verließ unser Zimmer wieder und die Stimmung war zunichte. „Boah, schlimmer als im Knast.“, meinte Mika nun missgelaunt, was mir wiederum gefiel, da der bevorstehende Schwanzvergleich nun vergessen war. „Weißt du denn, wie es in einem Knast zugeht?“, fragte Cosmo seinen Freund interessiert. „Ja weiß ich…, mein Dad hat mal als Deputy gearbeitet und ich hab ihn hin und wieder mal auf der Arbeit besucht.“, antwortete Mika ihm, der ein wenig aus dem Nähkästchen erzählte. Sein Vater war mal Deputy? Dann muss er ja mit meinem Dad zusammen gearbeitet haben… „Los Leute, gehen wir Zähne putzen … sonst gibt es Ärger.“, sagte Dixon leicht theatralisch.
Wie angedroht, schaute Mister Cage nach einer halben Stunde noch einmal vorbei und nach einer weiteren halben Stunde ebenfalls. Das die Lehrer uns Schülern aber auch nie vertrauten, was das anbelangte. Doch natürlich schlief keiner von uns so wirklich, naja fast keiner, denn Cosmo hörte ich bereits nach kurzer Zeit schnarchen. Mir hingegen schwirrten noch so viele Gedanken im Kopf herum. Heute war zu viel geschehen, als das ich jetzt einfach friedlich einschlafen könnte. Es verging noch eine ganze Weile, da glaubte ich zu hören, wie sich die Tür zu unserem Zimmer leicht öffnete. Da es jedoch dunkel im Zimmer und auch im Gang draußen war, konnte ich nichts sehen. Ich lauschte weiter und könnte schwören, Leute flüstern zu hören. Urplötzlich ging das Licht im Zimmer an und ein Kissen kam auf mich zugeflogen, dass mich direkt im Gesicht traf. „Kissenschlacht!“ Mit einem Mal waren alle hellwach. Tamara hatte sich zusammen mit ihrer besten Freundin Joyce, sowie Ariana in unser Zimmer geschlichen und griff uns mit ihren Kopfkissen an. Ariana warf ihr Kissen nach Cosmo, der zugleich wach wurde und nur müde aus der Wäsche schaute. Kurze Zeit später wurde die Kissenschlacht eingestellt und Tamara lag bei Dixon knutschend im Bett. „Ich schwöre euch, wenn ihr Beide es jetzt hier treibt, dann schrei ich.“, sagte Joyce angewidert. „Also ich würde es an ihrer Stelle tun.“, sagte Mika breit grinsend. „Typisch Jungs.“, sagte Ariana daraufhin. „Männer!“, korrigierte Mika sie, woraufhin er Joyce ansah, die ganz rot im Gesicht wurde. Oha, bandelte da bereits das nächste Pärchen an? Ich würde ihnen nur das … Beste wünschen. „Seid mal etwas leiser. Wenn Frau Silly oder Mister Cage uns erwischen, dann geht es uns an den Kragen.“, ermahnte Tamara die Anderen, die sich kurz darauf von ihrem Schatz löste und eine leere Plastikflasche zum Vorschein brachte. „Wer hat Lust auf Flaschendrehen?!“ Ich hatte zwar keine Lust, aber wurde mir die Entscheidung quasi von Cosmo abgenommen, der sofort „Hier“ schrie, obwohl er nicht einmal wusste, was er tun musste. Ich konnte ihn schlecht ins offene Messer laufen lassen, also beteiligte ich mich ebenfalls. „Nur damit eins klar ist, wir spielen nicht ‚Wahrheit oder Pflicht‘, sondern derjenige der dreht muss denjenigen küssen, auf den die Spitze der Flasche zeigt.“, erklärte Tamara sofort, nachdem wir uns alle im Kreis auf den Boden kauerten. „Ähm…, aber wir Jungs sind in der Überzahl.“, merkte Dixon besorgt an. „Das ist ja das Aufregende und Lustige daran.“, kicherte Tamara vor sich hin und begann als Erste an der Flasche zu drehen. „Na das nenne ich mal Schicksal.“, sagte sie, als die Flaschenspitze vor Dixon zum Stillstand kam. Dixon atmete erleichtert aus. Offenbar hatte er die Befürchtung, seine Freundin würde ihm nun fremdknutschen. Stattdessen erhielt er nun den Kuss … mit Zunge. „Ja, es reicht dann auch wieder.“, meinte Mika belustigt, nachdem jedermann meinen hätte können, Tamara und Dixon wären inzwischen aneinander geklebt. Dixon drehte folgsam an der Flasche, die vor Joyce zum Stillstand kam. „Neeeein!“, krächzte sie erschrocken und angewidert auf. „Muss ich wirklich?“ Ja, sie musste und Dixon ebenfalls. Es folgte ein kurzer Kuss, nach anfänglicher Scheu und einem anschließenden Husten und Ächzen. Danach drehte Joyce an der Flasche und erwischte Mika. Bei ihm war sie schon sehr viel williger, doch mehr als auf einen normalen Kuss ließ sich Mika nicht ein. Mika war nun an der Reihe an der Flasche zu drehen und ich hielt gespannt den Atem an. Von mir aus hätte es Ariana sein dürfen. Hauptsache es war weder Cosmo noch… „Ich?!“, stieß ich entsetzt aus, als die Spitze der Flasche auf mich zeigte. „Da lass ich mich lieber von einer Kröte küssen!“ „Na ich könnte mir ebenfalls einen schöneren Kusspartner vorstellen.“, entgegnete Mika daraufhin gekränkt. Besonders angewidert von der Tatsache einen Jungen zu küssen, schien er jedoch nicht zu sein. „Komm, wir haben uns auf das Spiel eingelassen, also…“ Widerwillig näherte ich mich Mika. So nah war ich ihm im ganzen Leben noch nicht, doch roch er ehrlich gesagt nach einem sehr antörnenden Männerduft. Ich schloss meine Augen, um es ein wenig erträglicher zu machen. Ich konnte das Kribbeln in meinem Bauch, sowie die Blicke aller Anwesenden im Raum spüren. Dixon hatte bereits zuvor das Gesicht verzogen. Da spürte ich, wie sich Mikas Lippen auf meine pressten. Es fühlte sich unerwartet warm und feucht an, beinahe schon gut! So schnell wie es kam, war es auch schon wieder vorbei. Ich öffnete meine Augen und Mika sah genauso perplex aus der Wäsche wie ich es tat. „Das … war interessant.“, meinte er lediglich dazu. „Interessant? Das war ekelhaft!“, korrigierte Dixon ihn und fing sich damit einen Ellenbogencheck von Tamara ein, die sein Verhalten missbilligte. Nun war ich dran. Die Flasche drehte sich im Kreis und zeigte am Ende auf … Cosmo! „Ernsthaft jetzt? Die Zwei sind Cousins.“, meinte Dixon skeptisch. „Das wird ja immer noch schlimmer!“ „Ach, ist doch halb so wild.“, meinte Cosmo dazu und ehe ich mich versah, drückte er mir einen Kuss auf den Mund. Ich fühlte mich völlig überrumpelt…, also eigentlich wie immer, wenn Cosmo und ich uns küssten und das war inzwischen schon unser dritter Kuss!
Fortsetzung folgt ... am Dienstag, den 20.Dezember 2022!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell und hegt Gefühle für seinen Mitschüler Emmet. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Er ist sehr sportlich und hat panische Angst vor Feuer. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kommt er nicht wirklich zurecht.
Nebenrollen: Emmet Harding: Mitschüler und Schwarm von Dylan; Zwillingsbruder von Tamara. Frau Silly: Spanischlehrerin; Sie ist sehr streng, alt und bieder. Mister Cage: Sportlehrer und Trainer der Basketball-Schulmannschaft. Miss Giggles: Religionslehrerin; Hat eine Piepsstimme und kichert häufig. Donald „Don“ Sinclair: Großvater von Dylan; Vater von Natalie; Schwiegervater von Phil; ist Witwer und reist viel um die Welt. Natalie Winter: Ehefrau von Phil und Mutter von Dylan; Verstorben.
P:Tannenbaum-41 „Ja und was ist danach geschehen? Wen musste Cosmo küssen, nachdem er an der Flasche gedreht hat?“ Emmet durchlöcherte mich mit neugierigen Fragen. Es war kurz vor Weihnachten und der vorletzte Schultag vor den Weihnachtsferien. Unser Schulausflug war zu Ende und Emmet bestand darauf, beim Wichteln dabei sein zu dürfen. „Cosmo musste niemanden mehr küssen.“, antwortete ich Emmet schließlich, nachdem wir gegen Ende der Pause ins Klassenzimmer zurück marschierten. „Kurz darauf ging nämlich die Tür auf und Mister Cage stand vor uns. Man ich sag dir, der war vielleicht sauer. Dem möchtest du nicht im Dunkeln begegnen! Dagegen ist Frau Silly eine gute Fee…, obwohl … eher doch nicht.“ „Ich bitte um eure Aufmerksamkeit!“, rief Miss Giggles quer durchs Klassenzimmer und schlug dabei mit dem Tafelstock gegen den Schreibtisch. Doch nur die wenigsten unter uns schenkten ihr Beachtung und quasselten einfach wild durcheinander, wenn auch jeder seinen Platz einnahm. „Wie ihr alle wisst, ist morgen der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien, weshalb wir morgen unser Wichteln veranstalten werden. Leider fehlt mir noch ein Geschenk und zwar das von Cosmo!“ „Tut mir Leid Miss Giggles, aber mein Geschenk lässt sich nicht verpacken.“, entschuldigte sich Cosmo bei unserer Religionslehrerin. Es lässt sich nicht verpacken? Ich hatte Cosmo nie gefragt wen er gezogen hat, aber allmählich interessierte es mich doch. „Solange es morgen da ist, ist alles in bester Ordnung. Es wäre ein Jammer, wenn ein Mitschüler oder eine Mitschülerin deinetwegen leiden müsste.“, meinte Miss Giggles dazu und fuhr anschließend mit piepsiger Stimme mit dem Unterricht fort.
Am frühen Nachmittag, draußen dämmerte es bereits wieder, stand ich in der Küche und trank ein Glas klares Wasser. Ich hatte nämlich schon wieder enorm starke Kopfschmerzen. Inzwischen waren sie sogar schon so stark, dass ich wirklich am Überlegen war, nicht doch mal einen Arzt aufzusuchen. Jedoch wollte ich für den morgigen Tag nicht krankgeschrieben werden, zumal auch noch Weihnachten vor der Tür stand, also ließ ich es bei einer Kopfschmerztablette sein. Plötzlich vernahm ich ein Hupen von draußen und als ich aus dem Küchenfenster sah, konnte ich ein Auto mit Anhänger in unsere Hofeinfahrt reinfahren sehen. Mit einem Mal leuchteten meine Augen, ein Lächeln breitete sich in meinem Gesicht aus und die Kopfschmerzen waren wie weggeblasen. Ich rannte ohne Umschweife zur Haustür, öffnete sie und da stand mein über alles geliebter Großvater. Mein Großvater hatte bereits schneeweißes Haar und trug zudem einen weißen Schnauzer über seinen Lippen. Für sein hohes Alter war er jedoch noch ausgesprochen fit und lebenslustig. Da er zudem Witwer war, ließ er es sich nicht nehmen, jedes Jahr durch die Welt zu reisen. „Grandpa!“ Voller Begeisterung stürmte ich auf meinen Großvater zu, denn ich so sehr liebte und nahm ihn in meine Arme. Mein Großvater war der Beste! Er erzählte immer sehr aufregende Geschichten und baute dabei hin und wieder versaute Witze ein. Zudem brachte er mir fast immer ein Andenken von seinen Reisen mit. Letztes Jahr war er in China und brachte mir original chinesische Essstäbchen mit. „Frohe Weihnachten, mein Junge! Sieh mal, was ich euch mitgebracht habe.“, mein Großvater zeigte stolz auf einen Tannenbaum, der in seinem Anhänger lag. „Ist das nicht ein Prachtstück von einer Tanne? Los, hilf mir ihn reinzutragen, dann können wir ihn gleich aufstellen und schmücken. Wenn dein Dad nach Hause kommt, wird ihm der Sheriffstern vor heller Begeisterung wegfliegen!“ Gesagt getan. Ich half meinem Großvater dabei, den Baum ins Wohnzimmer zu tragen, wo er neben dem Kamin und der Couch einen Ehrenplatz erhielt. Kurz darauf kam auch Cosmo aus seinem Zimmer herunter, der meinem Großvater zum ersten Mal begegnete. „Du musst Cosmo sein. Ich hab schon viel von dir gehört. Mein Enkel hat mir erzählt, dass du ein illegaler Einwanderer bist und dich nun als Cousin von ihm ausgibst und das mein Schwiegersohn dich deckt, ist das wahr?!“ Mein Großvater stand mit dem Rücken zu mir, weshalb er mein verschrecktes Gesicht nicht sehen konnte, genauso wenig mein ruckartiges Nicken zu Cosmo, der mir verdutzte Blicke zuwarf. „Äh ja, freut mich sehr Sie kennenzulernen Mister.“, antwortete Cosmo meinem Großvater schüchtern, was eigentlich gar nicht zu ihm passte. Cosmo war noch nie schüchtern, sondern meist direkt und offen. „Mister? Nenn mich Donald, oder aber Grandpa, wie es Dylan tut. Hach, ist das herrlich!“ Mein Großvater strahlte vor Freude und nahm Cosmo zugleich in die Arme. „Wer hätte gedacht, dass mein Schwiegersohn mal den Stock aus seinem Hintern zieht und ein Gesetz bricht, um einem Jungen zu helfen. Ich bin ja so stolz auf ihn und Natalie wäre es bestimmt auch, wenn sie jetzt hier wäre.“ „Es würde ihn sicher freuen, wenn du ihm das auch sagst, wenn er später von der Arbeit nach Hause kommt.“, meinte ich zu meinen Großvater. „Gute Idee, aber vorher…“ Mein Großvater starrte mich und Cosmo abwechselnd an, „…lasst uns den Tannenbaum zu einem festlichen Christbaum schmücken!“ Kurze Zeit später, waren wir alle drei mit Schmücken beschäftigt. Cosmo hatte sichtlich Spaß dabei und auch ich hatte meinen Spaß, da mein Großvater eine Geschichte erzählte, die er in Peru erlebt hat. Nach einiger Zeit sprach ich Cosmo auf seine anfängliche Schüchternheit gegenüber meinem Großvater an. „Das bin ich ja gar nicht von dir gewohnt gewesen.“, meinte ich zu ihm. „Auf Neró werden die Ältesten als die Weisesten von uns allen angesehen. Dementsprechend viel Respekt haben wir auch vor ihnen und wir behandeln sie wie unsere wertvollsten Schätze.“ „Sag mal Dylan, kommen Frank und Ellis eigentlich dieses Jahr zu Weihnachten auch?“, fragte mein Großvater mich, nachdem er etwas Lametta über die Tannenzweige warf. „Ja, mein Dad hat sie zu uns eingeladen und sie haben zugesagt.“, antwortete ich ihm. Mein Großvater schnaufte einmal kräftig ein und wieder aus. „Das hatte ich befürchtet.“ Er zog ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter, legte kurz darauf aber wieder ein strahlendes Lächeln auf, als er den fertigen Christbaum von Weiten ansah. Es war kein Geheimnis, dass mein Großvater mit den Eltern von meinem Dad nicht sonderlich gut klar kam. Meine Großmutter väterlicherseits ließ aber auch keine Gelegenheit aus, schlecht über Mum zu reden. Zumindest war das letzte Jahr noch so, denn seitdem meine Mum verstorben ist, wurde es ausgesprochen ruhig … zum Glück! „Ich bin daheim!“, rief mein Dad aus dem Eingangsbereich und ein kurzer kalter Luftzug wehte durchs Haus. Kurz darauf kam mein Dad ins Wohnzimmer und machte große Augen, als er den bereits festlich beleuchteten Christbaum entdeckte. „Wundervoll! Hallo Don, schön dich zu sehen!“ Mein Dad klopfte meinem Großvater zur Begrüßung auf die Schulter und Cosmo und ich warfen uns freudige Blicke zu. Ich kam immer mehr in Weihnachtsstimmung und wurde das Gefühl nicht mehr los, dass das erste Weihnachtsfest ohne Mum nur halb so schlimm wurde, wie von mir befürchtet.
Fortsetzung folgt ... am Donnerstag, den 22.Dezember 2022!
So, ich hoffe das ist das letzte Kapitel, welches ich umbenennen musste bzw hab ich mit diesem hier gleich zwei gleichzeitig umbenannt. Kapitel 42 hieß vorher "Geschenke", mir ist nur aufgefallen, dass ich später in Part 4 ebenfalls so ein Kapitel benannt habe. Jetzt habe ich diesem Kapitel hier den Titel von Kapitel 37 "Wichteln" gegeben, einfach weil der hier zu 100% am besten passt. In Kapitel 37 war Dylan bei Emmet und Tamara zu Hause, dieses hab ich nun in "Krankenbesuch" umbenannt. Tut mir leid für diese Veränderungen und Verwirrungen. Aber eigentlich geht es ja auch nur um den Inhalt der Kapitel. Und noch ein kleiner Hinweis, bevor ihr das heutige Kapitel lest: Achtet gut auf die Veröffentlichungen der nächsten Kapitel ganz zum Schluss!
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell und hegt Gefühle für seinen Mitschüler Emmet. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Er ist sehr sportlich und hat panische Angst vor Feuer. Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Außerdem scheint sie zu ahnen, dass mit Cosmo etwas nicht stimmt.
Nebenrollen: Emmet Harding: Mitschüler und Schwarm von Dylan; Zwillingsbruder von Tamara. Wird von Mika immer "Caterpillar" gennant. Tamara Harding: Mitschülerin von Dylan; Zwillingsschwester von Emmet; führte eine Beziehung mit Dixon. Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; Klassenclown; scheint etwas zu verbergen. Dixon Waller: Mitglied der Basketball-Schulmannschaft; führte eine Beziehung mit Tamara. Jens Huge: Ein sehr großer Kerl und Mitglied der Basketball-Schulmannschaft. Elijah Richfield: Ehemals bester Kumpel von Mika. Spielten öfters Online-Games zusammen. Seine Eltern sind sehr reich. Er wurde auf eine Privatschule geschickt. Miss Giggles: Religionslehrerin; Hat eine Piepsstimme und kichert häufig. Hannibal: Kater der Winters.
Σ:Wichteln-42 Es herrschte helle Aufregung in den Gängen, als Cosmo und ich die Schule betraten. Alle waren schon in großer Weihnachtsstimmung und erzählten sich gegenseitig, was sie sich zu Weihnachten wünschten. Der eine wollte ein neues Taschenmesser, eine andere wollte das neuste Album ihrer Lieblings-Band und der Nächste wünschte sich ein Skateboard. Doch nicht nur Weihnachten war Gesprächsthema Nummer Eins bei den Schülern, sondern auch der bevorstehende Jahreswechsel und die damit verbundene Silvesterfeier. „Naja, bei Elijah wird es dieses Jahr wohl keine geben.“, schlussfolgerte Jens, der zusammen mit Dixon gerade in seine Klasse marschierte. „Hättest du nicht Bock, bei dir Zuhause eine Party zu veranstalten?“ „Bist du verrückt? Das würde meine Mum niemals erlauben!“, antwortete Dixon ihm. „Naja, vielleicht kannst du sie ja ködern. Wenn sie die Party erlaubt, wird sie bei der nächsten Wahl bestimmt viele Wähler auf ihrer Seite haben.“, meinte Jens dazu. Dixon schaute seinen Kumpel mit skeptischem Blick an. „Du weißt aber schon, dass Minderjährige nicht abstimmen dürfen? Demzufolge ist dein Argument irrelevant für meine Mutter.“ „Hm, ja schade.“, sagte Jens daraufhin und gemeinsam verschwanden sie in ihrem Klassenzimmer. „Eine Party? Wieso veranstaltest du eigentlich nie eine Party?“, fragte Cosmo mich nun, der wie ich dem Gespräch der beiden Jungs gelauscht hat. „Ganz einfach, weil es zu viel Arbeit und Stress verursacht und es hinterher immer nur Ärger gibt.“, antwortete ich. „Zumal unser Haus sowieso viel zu klein für eine Party wäre.“ Die Schulglocke ertönte und Cosmo und ich setzten uns an unsere Plätze. Gleichzeitig stürmte Miss Giggles ins Klassenzimmer, samt einen Sack, in dem vermutlich all die Geschenke vom Wichteln sich befanden. Der Sack sah ziemlich schwer aus und Schweißperlen tropften von Miss Giggles Stirn, doch keiner von uns Jungs machte Anstalten ihr zu helfen. Nicht einmal Cosmo, der sich lieber die Nasenhaare zupfte, woraufhin ich ihm angewiderte Blicke zuwarf und er es schließlich sein ließ. „Merry Christmas, alle zusammen!“, rief Miss Giggles aufgeregt durchs Klassenzimmer, nachdem sie den schweren Sack neben dem Lehrerpult abstellte. „Endlich ist es soweit … oh ist das aufregend! Ihr werdet jetzt alle nach der Reihe einen Zettel bei mir ziehen, auf dem eine Zahl geschrieben steht, die euch sagt, in welcher Reihenfolge wir die Geschenke verteilen. Tamara fängst du bitte an.“
Endlich ging es los und ich musste zugeben, dass auch ich inzwischen mehr als neugierig war, wer wem was zu Weihnachten schenkte. Von wem ich wohl das Geschenk erhalten werde? Am liebsten wäre mir natürlich Emmet. Bei Mika und Cosmo wüsste ich jetzt schon, dass sie mir nur Unfug schenken würde. Okay wäre noch Tamara, solange es nur nicht Ariana ist. Neben mir rutschte Cosmo auf dem Stuhl bereits ganz aufgeregt hin und her, als Miss Giggles zu uns kam und wir Beide eine Nummer zogen. Bei mir war es die Nummer 13, während Cosmo die Nummer 19 zog. „Welche Nummer habt ihr gezogen?“, fragte ich nach vorne an Emmet und Tamara gewandt. Tamara streckte mir ihren Zettel entgegen, auf dem die Nummer 15 geschrieben stand, während Emmet antwortete: „Die Nummer Eins, ich bin also gleich als Erstes an der Reihe.“ Mir fuhr automatisch ein Grinsen übers Gesicht. Das bedeutete, dass er mein Geschenk als Erstes bekam. Nachdem Miss Giggles alle Schüler eine Nummer ziehen ließ, ging sie wieder vor zu ihrem Lehrerpult, wo sie wie ein kleines Kind den Sack langsam öffnete. „Dürfte ich den Schüler, oder die Schülerin nach vorne bitten, die die Nummer Eins gezogen hat.“, sagte sie glückselig. Emmet stand schließlich auf und stolzierte zur Tafel. Miss Giggles zog ein Geschenk heraus, auf dem Emmets Name geschrieben stand. Seine einzige Aufgabe bestand nun darin, es vor der ganzen Klasse aufzumachen. Dabei ging Emmet sehr behutsam mit dem Geschenkpapier um, bis Mika irgendwann der Geduldsfaden platzte und rief: „Jetzt beeil dich schon, Caterpillar! Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit. Bis du dein Geschenk aufgemacht hast, ist Ostern!“ Emmet ließ sich von Mikas Gerede nicht beirren. Ich hingegen warf Mika finstere Blicke zu, die er auch registrierte, woraufhin er sich etwas in seinen Stuhl zurückfallen ließ. Inzwischen hatte Emmet sein Geschenk ausgepackt. Zum Vorschein kam eine kleine Schatulle und darin befand sich ein Anhänger, an dem ein grünes vierblättriges Kleeblatt befestigt war. Emmet musterte den Anhänger eingehend, während Tamara einen Blick nach hinten zu mir warf und mich anlächelte. Tamara hatte mir Emmets Lieblingsfarbe verraten und nachdem was auf dem zugefrorenen See geschehen war, war es für mich das nahelegende, ihm einen Talisman zu Weihnachten zu schenken. „Prachtvoll!“, stieß Miss Giggles begeistert aus. „Von wem du dieses Geschenk erhalten hast, musst du jedoch selber in Erfahrung bringen, sofern der Verantwortliche sich dazu bekennen möchte.“ Daraufhin setzte Emmet sich wieder an seinen Platz und das fröhliche Wichteln ging weiter. Nach einer Weile kam schließlich ich an die Reihe. Miss Giggles überreichte mir mein Geschenk, das die Form einer Dose hatte. Gespannt riss ich das Geschenkpapier runter und zum Vorschein kam… „Katzenfutter?“ Irritiert starrte ich zunächst auf das Geschenk und dann fuhr mein Blick durch die Klasse. Mika und Cosmo schauten genauso verwundert drein wie ich, weshalb ich sie ausschließen konnte. Dafür blieb mein Blick an Ariana haften, die hämisch vor sich hin grinste. Damit war die Sache für mich glasklar: Ariana war mein Wichtel und allem Anschein nach fand sie es lustig, nicht mir persönlich was zu schenken, sondern lieber meinem verfressenen Kater, der vermutlich gerade vor unserem warmen Kamin kauerte. Boah, wie ich dieses Mädchen nicht ausstehen kann! „Äh ja, sehr schön.“, gab Miss Giggles peinlichst berührt von sich. „Der Nächste bitte!“ „Hey cool, was zu essen. Darf ich später mal probieren?“, fragte Cosmo mich begeistert. Ich zog es vor ihm nicht zu antworten und warf ihm stattdessen einen grummelnden Blick zu. Die Minuten vergingen und ein Schüler nach dem anderen erhielt sein Geschenk. Für Tamara gab es ein Parfüm mit verführerischem Duft und Mika erhielt das Lösungsbuch zu dem Videospiel „Galaxy War“, womit er bis heute zu kämpfen hatte. „Wer war das?!“ rief er tobend durchs Klassenzimmer, doch keiner traute sich ihm zu antworten…, oder wollte ihm nicht antworten. „Nummer 19?!“ Miss Giggles rief Cosmos Nummer auf, der sofort von seinem Stuhl aufsprang und wie von der Tarantel gestochen zum Sack rannte. „Na, da hat es aber einer eilig.“ „Wieso krieg ich nur ein Geschenk? Da sind noch zwei weitere Geschenke im Sack.“, meinte Cosmo leicht betrübt, woraufhin Miss Giggles ihm einen mitfühlenden Blick zuwarf. Cosmo packte sein kleines Geschenk aus. Dabei zerriss er das Geschenkpapier regelrecht, als wäre er eine Bestie. Doch hätte er es mal lieber verpackt gelassen, denn zum Vorschein kamen… „Ko-Kondome?“ Cosmo las was auf der Verpackung stand. „Mit Erdbeergeschmack!“ „Yeah! Das Geschenk stammt von mir!“, rief Mika ihm hellauf begeistert zu. „Damit hast du garantiert deinen Spaß, wollen wir wetten?!“ „Du meine Güte.“ Miss Giggles lief rot im Gesicht an. „Wie unanständig…, andererseits…, wenigstens verhütet ihr. In der heutigen Zeit ist es immer gut, vorab auf das Schlimmste vorbereitet zu sein.“ Cosmo stolzierte zu seinem Platz zurück und legte die Packung Kondome vor sich auf den Tisch. Jetzt konnte ich noch ein weiteres Detail auf der Verpackung lesen: „XXL … na viel Spaß damit!“ „Ja aber was stell ich denn nun damit an, Dylan?“, fragte Cosmo mich leise und unwissend. „Oh nein mein Guter, das erklär ich dir bestimmt nicht … und würdest du bitte in eine andere Richtung schauen als ständig zu mir?! Das schaut komisch aus.“, sagte ich zu Cosmo, während mein Kopf inzwischen schon Feuer fing, so heiß wurde es mir gerade. Nachdem zwei weitere Geschenke verteilt waren, blieb nur noch eine Person im Raum ohne Geschenk übrig: Ariana! Da jedoch kein Geschenk mehr im Sack war, erhielt sie ihr Geschenk wohl oder übel von Cosmo, der bereits angekündigt hatte, sein Geschenk nicht verpacken zu können. „Tja, dann muss ich wohl jetzt noch mal aufstehen.“, meinte Cosmo. Was hatte er denn nur vor?
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell und hegt Gefühle für seinen Mitschüler Emmet. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Er ist sehr sportlich und hat panische Angst vor Feuer. Ariana Alister: Sie ist die Tochter von Sydney und nicht erfreut über ihren Umzug. Außerdem scheint sie zu ahnen, dass mit Cosmo etwas nicht stimmt. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kommt er nicht wirklich zurecht.
Nebenrollen: Emmet Harding: Mitschüler und Schwarm von Dylan; Zwillingsbruder von Tamara. Wird von Mika immer "Caterpillar" gennant. Miss Giggles: Religionslehrerin; Hat eine Piepsstimme und kichert häufig. Donald „Don“ Sinclair: Großvater von Dylan; Vater von Natalie; Schwiegervater von Phil; ist Witwer und reist viel um die Welt. Frank Winter: Großvater von Dylan, Vater von Phil. Ellis Winter: Großmutter von Dylan, Mutter von Phil.
T:Weihnachten-43 Cosmo stand von seinem Stuhl auf und lief geradewegs zur Tafel vor, wo Miss Giggles ihn nur entgeistert anstarrte, was er mit einem smarten Lächeln entgegnete. Die ganze Klasse wartete gespannt ab, was nun kommen würde – einschließlich mir und Ariana. Ich betete, dass er nicht wieder irgendeinen Unfug ausgeheckt hatte. „Mein Geschenk ist für Ariana bestimmt.“, sagte Cosmo schließlich im ruhigen Ton. „Da sie jedoch erst seit kurzem bei uns ist, wollte mir partout nichts Vernünftiges einfallen, was ich ihr schenken könnte. Dann wurde mir bewusst, dass nicht jedes Geschenk aus materiellen Dingen bestehen muss, womit ich eine Entscheidung traf, die euch vielleicht überraschen wird. Auf jeden Fall hoffe ich, dass sie euch gefallen wird – vor allem dir Ariana!“ Nach diesen doch sehr weisen Worten, schloss Cosmo für einen kurzen Moment seine Augen. Ich kniff die Augen zusammen und versuchte fieberhaft darüber nachzudenken, was er denn nun vorhaben könnte. Auf einmal war mir so, als hörte ich Musik im Hintergrund laufen. Dann öffnete Cosmo wieder seine Augen und auch seinen Mund, aus dem plötzlich wohlklingender Gesang entströmte. Seine Stimme klang sanft und himmlisch, vergleichbar mit einem Engel. Mit viel Liebe sang er den Weihnachtssong von Mariah Carey: „All I Want For Christmas Is You“, den er ausschließlich Ariana widmete. Cosmo konnte also auch noch außerordentlich gut singen. Ich warf einen Blick nach hinten zu Ariana, die sich über Cosmos Geschenk sehr zu freuen schien. Sie lächelte und in ihren Augen bildeten sich Freudentränen.
„Du hast wirklich fantastisch gesungen. Respekt!“, sagte ich zu Cosmo, der nach seiner unerwarteten Gesangseinlage von allen mit Komplimenten überschüttet wurde. Die Schule war inzwischen aus und die Weihnachtsferien hatten begonnen. „Woher hast du gewusst, dass es Ariana gefallen würde?“ Cosmo lächelte mich an und antwortete: „Du hast doch wohl nicht vergessen was ich bin, oder? Erinnere dich mal daran, wie ich zu dir gekommen bin, dann findest du die Antwort heraus.“ Ich grübelte für einen kurzen Moment nach, ehe der Groschen bei mir fiel. „Sie hat es sich gewünscht?! Nein warte, du hast herausgefunden, was sie sich wünschen würde!“ „Ganz genau.“, bestätigte Cosmo. „Seltsam. Sie wünscht sich, dass ihr jemand diesen Song singt? Das Mädel hat echt nicht mehr alle Nadeln an der Tanne.“, sagte ich sarkastisch, was wieder für Verwirrung bei Cosmo sorgte. „Wieso? Hat ihre Mutter kein so schönen Tannenbaum wie wir?“, fragte er mich bestürzt. Ich lächelte. „Das ist auch nur so eine Redensart. Ihr Tannenbaum ist bestimmt wunderschön!“ Cosmo und ich verließen das Schulgebäude und stiegen gerade die Stufen hinunter, als Emmet uns von hinten einholte. „Wartet!“ Cosmo und ich blieben noch auf der Treppe stehen, während Emmet nach Atem rang. „Verzeiht, aber kann ich kurz unter vier Augen mit dir reden Dylan?“ Ich war positiv überrascht und natürlich sagte ich ja, doch Cosmo machte keine Anstalten uns alleine zu lassen. „Unter vier Augen Cosmo, nicht unter Sechs!“ Nun schien er zu verstehen und beschloss schon einmal ein wenig voraus zu gehen. „Was gibt es denn Emmet?“ „Ich wollte mich noch bei dir für dein Geschenk bedanken. So einen Glücksbringer kann ich gut gebrauchen, schätze ich.“, sagte Emmet, der die Kette mit dem Kleeblatt bereits um seinen Hals trug. „Freut mich, dass dir die Kette gefällt.“, erwiderte ich lediglich. Was war los mit mir? Auf einmal wurde ich ganz schüchtern, wobei ich sonst auch nicht auf den Mund gefallen war. „Tut mir Leid, dass ich kein Geschenk für dich habe.“, meinte Emmet daraufhin. „Ach, ist doch auch gar nicht nötig. Ich hab dich schließlich beim Wichteln gezogen!“ Ich tat so, als wäre es meine Aufgabe gewesen, dabei hätte ich ihm vermutlich auch ohne das Wichteln was zu Weihnachten geschenkt. Doch das wollte ich ihm lieber nicht auf die Nase binden. „Trotzdem danke.“, sagte Emmet, der daraufhin etwas völlig Unerwartetes tat, was mein Puls um hundert Prozent beschleunigte. Er umarmte mich! Ich war wie festgefroren, obwohl mir nie warmer ums Herz war. Damit bescherte er mir womöglich das beste Geschenk, was er mir geben konnte. Da waren sie wieder: Herzklopfen! Ob Emmet diese spürte? Auf einmal ließ er mich los und lächelte mich etwas zurückhaltender an. „Naja dann … ich wünsch dir Frohe Weihnachten!“ „Das wünsch ich dir auch.“, sagte ich lächelnd. „Vielleicht sieht man sich ja an Silvester.“
„Ja wo ist denn mein Dydi?!“ Ich war keine zehn Sekunden zu Hause, als meine Oma väterlicherseits aus der Küche auf mich zugestürmt kam, nachdem sie hörte, wie Cosmo hinter uns die Haustür zuschlug. „Da ist ja mein Dydi!“ Mit ausgebreiteten Armen kam meine Oma auf mich zu und drückte mich an ihre doch recht üppige Brust. Mir blieb die Luft im Halse stecken. Doch schlimmer als das, war der unausstehliche Spitzname, den sie mir verpasst hatte. Cosmo fand das sehr unterhaltsam. „Oh, du hast einen Freund mit nach Hause gebracht.“, sagte sie, als sie endlich Mitleid mit mir zu haben schien und ich schon rot im Gesicht angelaufen war. „Spielt ihr was gemeinsam? Doch macht nicht zu lange, heute ist Weihnachten und da sollte jeder seine Zeit mit seiner Familie verbringen.“ „Äh Oma…“ Ich hatte meinen Großeltern väterlicherseits noch nichts von Cosmo erzählt und wenn meine Vermutung richtig lag, dann hatte auch mein Dad das nicht. „Das ist Cosmo … er wohnt hier!“ Meine Oma starrte zuerst mich verwundert an, dann Cosmo. Sie machte jedoch keine Anstalten, Cosmo auf irgendeine Art und Weise willkommen zu heißen. Stattdessen ging sie ins Wohnzimmer. Cosmo und ich folgten ihr, wobei die Nervosität in mir bereits wieder stieg. Im Wohnzimmer befanden sich mein Dad, mein Grandpa, sowie mein Opa väterlicherseits. Meinen Opa mütterlicherseits nannte ich immer „Grandpa“, um sie auseinanderzuhalten. Ein weiter Grund war aber auch, dass ich mit den Eltern meines Dad´s weniger Kontakt pflegte, da sie sich immer nur zu bestimmten Feiertagen bei uns blicken ließen, wohingegen mein Grandpa auch zwischendurch bei uns vorbeischaute, wenn er nicht gerade auf Reisen war, aber selbst da waren wir per E-Mail in Kontakt. „Frohe Weihnachten!“, rief mein Opa mir entgegen, der im Sessel saß, aber aufstand, als wir ins Wohnzimmer traten. Er umarmte mich, aber nur kurz, ehe er sich wieder seiner Weinschorle widmete, die auf dem Tisch stand. „Frank stell dir nur vor, dieser eine Junge hier, wohnt hier!“ Mit ausgestrecktem Finger zeigte meine Oma auf Cosmo. Ich fand ihr Verhalten ihm gegenüber sehr unhöflich. Dann auch noch die Bezeichnung „dieser Junge“! „Philip, was hat das zu bedeuten? Wieso wissen wir davon nichts?“ „Jetzt reg dich doch nicht gleich wieder so auf Ellis.“, sagte mein Opa, nachdem er einen Schluck von seiner Weinschorle nahm. „Dafür gibt es bestimmt eine ganz plausible Erklärung.“ „Ja, also die Sache ist die…, eigentlich…“ Oh Gott. Wenn mein Dad schon so mit der Erklärung begann, konnte das Ganze nur in die Hose gehen. Doch zum Glück war auf meinen Grandpa Verlass. „Jetzt hört mal alle her. Es ist doch scheißegal warum dieser Junge hier wohnt. Wichtig ist doch nur, wer er ist, ob er ein lieber und aufrichtiger Mensch ist, und das heute Weihnachten ist, das Fest der Liebe!“ Cosmo und ich warfen uns kurz einen fröhlichen Blick zu. Mein Dad wurde still, mein Opa ebenfalls, doch meine Oma schnaufte.
Hauptrollen: Dylan Winter: Er ist homosexuell und hegt Gefühle für seinen Mitschüler Emmet. Sein Outing bei seinem Dad lief nicht sonderlich gut. Dylan ist ein talentierter Zeichner. Cosmo Winter (O:Evo-1570): Ein außerirdisches Wesen vom Planeten Neró. Er kann sich in andere Lebensformen verwandeln und tarnt sich dadurch als Dylans Cousin. Er ist sehr sportlich und hat panische Angst vor Feuer. Philip "Phil" Winter: Er ist Dylans Vater und von Beruf der Sheriff einer amerikanischen Kleinstadt. Seine Frau verstarb vor etwa einem Jahr. Mit der Homosexualität seines Sohnes kommt er nicht wirklich zurecht.
Nebenrollen: Mika Stone: Mitschüler von Dylan, der sich mit Cosmo anfreundet; Klassenclown; scheint etwas zu verbergen. Donald „Don“ Sinclair: Großvater von Dylan; Vater von Natalie; Schwiegervater von Phil; ist Witwer und reist viel um die Welt. Frank Winter: Großvater von Dylan, Vater von Phil. Ellis Winter: Großmutter von Dylan, Mutter von Phil. Natalie Winter: Ehefrau von Phil und Mutter von Dylan; Verstorben.
Y:Großeltern-44 Sah es anfangs noch so aus, als gäbe es dieses Jahr besinnliche und friedliche Weihnachten, so schlug dies nun doch noch ins glatte Gegenteil um. Das Festessen an Heiligabend verlief sehr ruhig ab – zu ruhig. Ich glaubte sogar die gebratene Ente noch quaken zu hören, so ruhig war es am Esstisch. Meine Oma starrte unentwegt zu Cosmo, der wie üblich aß, als hätte er ein Loch in der Magengrube. Mit ihren Blicken hätte sie auch locker die Kerzen am Tisch entzünden können. Für meine Oma war Cosmo ein Eindringling in diesem Haus, ein Ungeziefer, das auf schnellstmöglichem Weg beseitigt werden müsste. Warum? Meine Oma konnte es nicht leiden, wenn ihr wichtige Veränderungen vorenthalten wurden. Cosmo war ihr fremd und gegenüber fremden Menschen war sie von Natur aus immer misstrauisch. Nicht anders hat sie sich damals auch gegenüber meiner Mum verhalten. Keine Frau war für ihren Sohn genug. Nur das er am Ende die Entscheidung traf, sofern man bei Liebe von Entscheidungen sprechen konnte. Mein Dad verliebte sich in meine Mum und meine Oma konnte auf Biegen und Brechen nichts dagegen tun. Jedoch ließ sie meine Mutter immer wieder aufs Neue spüren, dass sie sich als Schwiegertochter eine andere gewünscht hätte.
Vor genau einem Jahr – Heiligabend: Mein Dad, meine Großeltern und ich saßen am Esstisch, während meine Mum summend die Gans aus dem Ofen holte. Im Radio lief gerade „White Christmas“ von Frank Sinatra und wenn ich aus dem Fenster sah, konnte ich weiße Schneeflocken vom Himmel herabfallen sehen. Ich war in so guter Weihnachtsstimmung, dass mir nichts die Laune verderben hätte können… „Bist du sicher, dass die Gans schon fertig ist? Von außen sieht sie etwas labbrig aus.“, meinte meine Oma, die schon den ganzen Abend über etwas zu nörgeln hatte, wodurch meine Weihnachtsstimmung doch flöten ging. „Mum bitte. Natalie macht das schon richtig.“, verteidigte mein Dad meine Mum, was sich jedoch als zwecklos herausstellte, denn Oma nörgelte auch weiter rum. Der Punsch war ihr zu heiß, das Besteck war nicht richtig poliert worden und die Tischdecke hatte noch Falten. Ein Wunder, dass sich meine Mum von ihr nicht aus der Ruhe bringen ließ. Mit geruhsamer Stimme hatte sie auf alles eine Antwort parat. Ich konnte ihr dennoch anmerken, dass die Sticheleien von Oma ihr arg zusetzten. „Jetzt lass es doch mal gut sein, Ellis.“, sagte schließlich sogar mein Opa. „Ich mein ja nur. Weihnachten muss schön und perfekt sein!“, erwiderte meine Oma daraufhin. „Perfekt wäre es, wenn du mal deinen Schnabel hältst.“, brach es schließlich doch noch aus meiner Mutter heraus, woraufhin uns allen ein Vulkanausbruch bevorstand. Meine Oma riss vor Schreck weit den Mund auf: „Wie kannst du es wagen, so mit mir zu reden?! Philip, ich habe dir ja gleich gesagt, dass diese Frau fahrlässig erzogen wurde. Naja, wenn ich mir ihren stümperhaften Vater anschaue, muss ich mich nicht wundern!“ „Jetzt ist es aber genug!“, schrie meine Mum, die ein Geschirrtuch auf den Tresen warf. „So beruhigt euch doch bitte.“, sagte mein Dad, der den Streit schnell zu schlichten versuchte. „Heute ist Weihnachten, das Fest der Liebe, da wird sich nicht gezankt.“ „Nein Phil, ich lass mich von deiner Mutter nicht mehr länger so behandeln.“, entgegnete mein Mum daraufhin standhaft. „Seit sie mich kennt, macht sich mich durch und durch schlecht. Egal was ich tue, nie ist es ihr recht oder genug. Immer hat sie etwas zu bemängeln. Sei es mein Einrichtungsstil, meine Frisur, ja sogar an der Hochzeit hat sie ständig an allem und jedem etwas auszusetzen gehabt! Sie sah mich nie als Teil ihrer Familie und allmählich glaube ich, dass sie das auch gar nicht möchte. In Wirklichkeit will sie mich doch rausekeln und das wir uns scheiden lassen!“ Meiner Oma stand der Mund sperrangelweit offen. „Also da hört sich doch alles auf. Eine Unverschämtheit mit solchen Behauptungen um sich zu werfen!“ Tja…, wie gesagt … meine Oma konnte meine Mum nicht leiden und die Weihnachtsstimmung wurde im Klo runtergespült.
„Die Ente hat wirklich vorzüglich geschmeckt, Philip.“, sagte mein Opa nach dem Essen und nachdem er sich die restliche Soße mit einer Serviette vom Mund abwischte. „Da muss ich Frank ausnahmsweise mal Recht geben.“, pflichtete Grandpa ihm bei, woraufhin sich meine Oma zu einem gehässigen Glucksen hinreißen ließ. „Wolltest du etwas sagen, Ellis?“ „Oh nein, rede nur weiter Donald.“, meinte meine Oma mit einem provozierenden Unterton. „Frieden…“, sagte mein Dad, der den aufkeimenden Ärger schon von weitem roch. Inzwischen waren auch Cosmo und ich mit dem Essen fertig, das wirklich ausgezeichnet geschmeckt hat. Ich war so vollgefressen, dass ich glaubte, eine Kugel vor mir herzuschieben. Cosmo hingegen war zappelig wie eh und je. Mit seinen Händen kramte er in seinen Taschen nach irgendwas und zog dabei allerlei Dinge heraus, die er auf dem Tisch ablegte: Heftklammern, Pfefferminzbonbons, einen Würfel, Batterien und die Kondome, die er von Mika beim Wichteln geschenkt bekommen hat! „Ah, da sind sie ja!“, rief Cosmo begeistert, während meine Oma ihn angewidert anstarrte. „Du Dylan, kannst du mir später mal zeigen, wie man die Kondome benutzt? Ich hab nicht die leiseste Ahnung. Mika meinte lediglich, dass sie für Spiel und Spaß garantieren. Wenn wir sie also gemeinsam benutzen, können wir ganz viel Spaß beim Spielen miteinander haben!“ Mein Kopf schwoll an und ich versank im Erdboden, doch nicht tief genug, denn ich sah, wie mein Dad fast sein Glas Rotwein fallen ließ, sich mein Grandpa am letzten Bissen seiner Ente verschluckte und meine Oma und mein Opa uns voller Entsetzen anstarrten. Cosmo wunderte sich über das Verhalten aller Anwesenden, denn er konnte es ja wieder einmal nicht besser wissen. Es war schließlich mein Grandpa der als Erstes das Wort ergriff: „Sagt mal Jungs, ich möchte ja keinem von euch auf den Schlips treten, aber kann es sein, dass ihr beide homosexuell seid?!“ Nun war es völlig um meine Oma geschehen. Ihre Kinnlade fiel bis zur Tischkante runter, könnte man meinen. Mein Dad wurde ganz nervös, rang nach Luft und versuchte die Sachlage zu retten: „Aber nein, ganz und gar nicht, wo denkst du denn hin?!“ So wie mein Dad das sagte, klang es alles andere als sehr glaubwürdig. „Cosmo gibt öfters so dummes Zeug von sich. Beachtet ihn einfach gar nicht!“ Mein Dad stritt meine Homosexualität also auch noch weiterhin ab, selbst jetzt?! Seine Aussage bohrte sich in mein Herz, was zu erneutem Schmerz bei mir führte. Cosmo entging das nicht. Er wollte mir wahrscheinlich nur helfen, doch machte er dabei alles nur schlimmer: „Was wäre denn so schlimm daran, wenn wir homosexuell wären? Ich meine … Dylan ist doch trotzdem noch der Gleiche. Er ist ihr Sohn…“, Cosmo schaute zu meinem Dad, der nicht zu wissen schien wie ihm geschah und dann zu meinen Großeltern, „… und ihr Enkel.“ „Also seid ihr…, oder du tatsächlich homosexuell?“, fragte mein Grandpa, der nun Gewissheit wollte. „Ich…“ Die Antwort darauf blieb mir im Halse stecken, als ich erneut zu meinem Vater sah. Er schien mit der Sachlage vollkommen überfordert zu sein. Doch ich hielt es für das Beste endlich allen reinen Wein einzuschenken. „Ich … bin wirklich homosexuell. Doch Cosmo ist es nicht, er redet nur gerne wirres Zeug, weil er es nicht besser weiß. Seid ihm also bitte nicht böse.“ Damit war die Katze aus dem Sack. Mein Grandpa schien die Tatsache, dass sein Enkel schwul war, nicht stark zu bekümmern. Meine Oma und mein Dad waren sprachlos. Und mein Opa? Der erhob sich von seinem Stuhl…